Vergangenheit wird Gegenwart
Plötzlich riss er seine Augen auf. „Kija...du hast doch damals gesagt, ich sähe deinem Bruder ähnlich und...der Prinz...er...“ „Yugi, ich weiß, was du jetzt denkst, aber bitte lass mich das erklären!“, sagte sie mit flehendem Unterton, als sie von jemandem unterbrochen wurde: „Mein Prinz...da ist sie!“ „Verdammt“, fluchte das Mädchen und drehte sich langsam zu den Wachen um, die nun schon vor ihr standen. Sofort fielen die drei Wachen auf die Knie und Kija hielt sich den Kopf. „Wunderbar...jetzt geht das wieder los“ Genervt wollte sie Yugi schnappen und verschwinden, doch dieser rührte sich nicht vom Fleck. „Warum hast du mir das nicht erzählt?“, fragte Yugi enttäuscht, da er nun wusste, wer sie wirklich war. „Yugi...ich...konnte es dir doch nicht sagen“, sagte sie so leise, dass es nur er hören konnte. Doch plötzlich wurde sie am Arm gepackt und als sie sich umdrehte, sah sie ihrem Bruder ins Gesicht. „Verdammt...lass mich los!“, zischte sie auch gleich und befreite sich vom Griff des Älteren. „Hey“, sagte dieser nur und sah sie stirnrunzelnd an. „Ich habe das von damals nicht vergessen“, fauchte sie und wurde mit jedem Wort lauter. Bald standen alle auf dem Platz um sie herum und fragten sich, wer das Mädchen war, sodass sie so mit dem Prinzen reden durfte. Yugi war es sichtlich unangenehm, im Mittelpunkt zu stehen.
„Ich bin hier, weil ich dich suche und mich entschuldigen will“, meinte Yami eine Spur leiser und sah auf den Boden. „Ach wirklich? Mit einmal? Wer soll dir das glauben...? Hast du meinen Brief gelesen...dann weißt du ja, was ich von dir halte...ich wünsche dir noch einen wunderschönen Tag“, damit verschwand sie wieder in der Menge und selbst Yugi konnte ihr nicht folgen. Yasmin war ebenfalls verschwunden und Yugi stand nun ganz allein bei den Wachen und dem Prinzen. Das Volk verschwand wieder und so fiel Yamis Blick auf den jüngeren. „DU!“, rief er und Yugi zuckte zusammen. „Du warst doch bei meiner Schwester!“ Yugi nickte leicht und wagte es nicht, dem Prinzen in die Augen zu sehen. „Sie ist meine beste Freundin...mein Prinz“, murmelte der kleinere leise. „Komm mit!“, befahl Yami und drehte sich wieder um. „Was?“, fragte Yugi verwirrt, doch da wurde er schon von zwei Wachen gepackt und mitgeschleift. Sein Pferd blieb auf dem Markt stehen.
Als Kija nach etwa einer Stunde wieder auf den Markt kam, war dieser wie ausgestorben. Nur ein Pferd stand noch auf dem Platz und Kija erkannte es als Yugis. „Sira!“, rief das Mädchen und das Pferd kam sogleich angetrabt. „Wo ist Yugi?“, fragte sie und das Pferd wieherte aufgebracht. 'Beim Prinzen? Oh nein...Yugi...Yami du kannst was erleben', dachte sie sich wütend und sprang auf Sira. „Hüa“, rief sie und jagte auf dem Pferd Richtung Palast.
Dort angekommen sprang sie von dem Pferd, dass sogleich wieder davonlief. Die Wachen öffneten ihr die Tür und begrüßten sie voller Freude. Doch Kija erwiderte das nur halbherzig. Wütend lief sie die Gänge zum Thronsaal entlang und als sie vor eben diesem stand, öffnete sie die Türen des Saales. Alle Anwesenden sahen auf, als das Mädchen sich wütend umsah und ihren Bruder suchte. „Kija?“, fragte der Pharao, doch Kija überging ihn. „Wo ist dieser Mistkerl?“, rief sie stattdessen. Alle sahen sich verwirrt an, bis Kija fortfuhr: „Mein Bruder...WO IST ER?“ „Soweit ich weiß, ist er gerade in seinem Gemach...“, begann Mahado, der das Mädchen ungläubig musterte. Sofort drehte sie sich auf dem Absatz um und stürmte aus dem Saal. Die Rufe der Personen im Saal ignorierte sie geflissen.
Nur wenig später stand sie vor dem Zimmer ihres Bruders und trat ohne anzuklopfen ein. „YAMI!“, rief sie wütend und sah sich im Raum um. „Kija? Ich wusste, dass du mir folgen würdest, wenn ich den kleinen mitnehme“ Kija knurrte nur leise und warf ihm tödliche Blicke zu. „Im Gegensatz zu dir denke ich auch an andere...“ „Warum bist du sauer auf mich?“, fragte Yami leise und sah auf den Boden. Kija lachte leicht auf: „Warum? Ich glaube, da müsste ich dich nur an deine Aktionen von vor fünf Jahren erinnern...“ Yami seufzte leise. „Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe...“ „Na wie schön...“, fauchte sie und drehte sich wieder zur Tür um. „Wo ist Yugi?“ „Ich glaube im Garten...Mana und Akari haben ihn sogleich in Beschlag genommen“, murmelte der Prinz leise und Kija verschwand sofort wieder.
Im Garten hörte sie schon die Stimmen der drei und sofort schlich sich ein Lächeln auf ihr Gesicht. „Hey Yugi“, begann Kija und angesprochener drehte sich erfreut um. „Kija!“ Sie sah schon, was Yami mit 'in Beschlag nehmen' gemeint hatte. Akari und Mana saßen jeweils auf einer Seite und redeten auf den kleineren ein.
„KIJA!“, riefen Akari und Mana gleichzeitig. „Sie ist wieder da“, jubelte Mana und sprang sie an. Akari freute sich ebenso. „Ist ja gut“, lachte Kija, drückte die beiden aber trotzdem. „Wir haben dich vermisst!“ „Ja“, stimmte Mana zu. Yugi stand auf und meinte leise: „Ich gehe dann wohl wieder“ „Das kannst du vergessen! Du bleibst hier!“, sagte Akari und hielt den kleineren fest. „Aber...“ „Kein aber!“, meinte Akari gespielt streng und zog ihn mit sich in den Palast. „Armer Yugi...“, murmelte Kija und begann zu lachen. „Er ist ganz schön rot geworden, als Akari seine Hand genommen hat!“, stellte Mana fest und grinste. „Er ist soooo lieb und nett...ganz anders als unser Prinz...auch wenn die beiden sich sehr ähnlich sehen“, plapperte Mana drauf los und setzte sich wieder ins Gras.
„Dabei hat er sich ganz schön geändert seit...er ist einfach wieder so wie früher“, seufzte Mana und starrte auf das Gras. Kija wurde neugierig und setzte sich neben die braunhaarige. „Was meinst du damit?“ „Ganz einfach...Bevor Prinzessin Teana kam, war er fast so wie Yugi...doch von einem Tag auf den anderen änderte er sich...er wurde fies und gemein und das nur, weil diese Prinzessin bei uns war“ „Aber sie ist doch sicherlich noch hier, oder?“, fragte Kija nach. „Nein...sie ist wieder nach Libyen gegangen...warum, weiß ich nicht“ „Komisch“, murmelte Kija und sah in den Himmel. „Aber nachdem euer Vater mit ihm geredet hat, hat er bei der Suche geholfen...und Teana ist am nächsten Morgen abgereist...“ Kija ließ sich nun vollkommen ins Gras sinken und starrte in den Himmel. 'Yami hat...nach mir gesucht? Was ist denn nur passiert, dass er sich so schlagartig wieder verändert hat?' Tief in ihren Gedanken versunken betrachtete sie den wolkenlosen Himmel über sich. „KIJA!“, rief Mana und gerufene setzte sich schlagartig auf. „Was?“ „Ich hab dich gefragt, was mit dir los ist?“ „Nichts...ich hab nur kurz nachgedacht...ich gehe auch wieder rein...Ich möchte Mahado nochmal was fragen“, gab Kija zurück und sprang auf. Mana sah ihr nur verwirrt hinterher und schüttelte den Kopf.
Kija rannte durch die Gänge, nachdem sie mit ihrem Vater gesprochen hatte. Nun war sie auf der Suche nach Mahado, der den Saal schon verlassen hatte, als Kija wieder eintrat. Sie fand ihn nach einer Weile dann auch endlich in der Nähe von Yamis Gemach. „Mahado!“, rief sie durch den Gang und der braunhaarige drehte sich um. „Kija?“ „Ich muss dich was fragen...“, murmelte das Mädchen leise. „Gut“, nickt er und ging weiter. Kija lief neben ihm und fragte leise: „Sag mal....warum ist Teana gegangen?“ Mahado stockte und blieb sofort stehen. Ihm kam das Gespräch mit dem Prinzen in den Sinn, welches er gerade erst geführt hatte. Kija hielt ebenfalls an und sah ihm fragend in die Augen. „Mahado?“, fragte sie leise und tippte ihn an, da er wie weggetreten schien. Er schreckte auf und sah unsicher zur Seite. „Ich glaube, dass sollte der Prinz euch selber sagen, meine Prinzessin“, murmelte er hektisch und war auch schon verschwunden. Kija wunderte sich. Nicht nur, dass er so plötzlich verschwunden war, er hatte sie schon wieder mit Prinzessin angeredet. Das Mädchen runzelte leicht sie Stirn und überlegte, ob sie ihrem Bruder einen Besuch abstatten sollte. Am Ende war sie jedoch dagegen und ging zu ihrem Zimmer. Sie öffnete die Tür und erschrack, denn in diesem...stand -wie durch Zufall- ihr Bruder. Sie stöhnte leise auf. „Was willst du hier?“, fragte sie kalt und schloss die Tür. „Ich habe das Gespräch zwischen dir und Mahado mitbekommen“, sagte er und sie grummelte leise: „Also gelauscht?!“ „Ich...nein!“, widersprach er. „Gut...dann nicht...Also, was gibt’s?“ „Du hast doch gefragt, warum Teana nicht mehr hier ist...“ „Ja“, nickte sie und lehnte sich gegen die Tür. „Ich...habe sie weggeschickt...sie hatte mich völlig verändert. Ich bin eigentlich nicht so, wie du mich kennengelernt hast.“ „Das hat mir Mana auch schon gesagt“, unterbrach Kija ihn und verschränkte die Arme. Er sah sie kurz an, bevor er sich dem Boden zuwandte. „Dass Vater mir gesagt hatte, dass es meine Schuld war, dass du gegangen bist, hat mir die Augen geöffnet. Ich habe zum ersten Mal bemerkt, wie sehr ich mich doch verändert hatte. Und ich habe bemerkt, dass ich...“ „Das du was?“, fragte Kija scharf, da er nicht mehr weitersprach. „Dich....liebe...“, beendete er seinen Satz und danach herrschte Stille. Eine erdrückende Stille, wie Yami fand. Unsicher sah er auf und schaute ihr ins Gesicht, doch ihr Ausdruck hatte sich versteinert. „Yami...ich glaube, es ist besser, wenn du jetzt gehst“, sagte Kija mit unnatürlich klarer und auch hoher Stimme. „Was? Aber...was sagst du dazu?“, fragte Yami, doch Kija schüttelte nur den Kopf. „Yami bitte geh...ich muss...ich brauche einen Moment Ruhe“, murmelte die schwarzhaarige und deutete auf die Tür. „Aber...“, fing er wieder an und machte einen Schritt auf sie zu, doch