Vergangenheit wird Gegenwart
...oder doch nicht?
Tage, Wochen, sogar Monate vergingen seit diesem Tag. Fünf Monate waren es insgesamt. Kari und Danny mussten selbst wieder in die Schule, weshalb sie nicht zu Yami und Yugi fliegen konnten. Ein Telefonat musste da reichen. So hingen die beiden Mädchen jeden Abend an der Strippe und nachdem sie aufgelegt hatten, waren sie jedes Mal todunglücklich. Den beiden Jungen erging es da nicht anders. Doch dann waren endlich Sommerferien und Hikari und Danielle stiegen in den Flieger nach Japan. „Ich sehe Yugi wieder“, trällerte Hikari und auch Danny musste lachen. Kari war im Mai bereits 17 geworden und Danny würde es in den Herbstferien.
Nach ein paar Stunden kam sie an und stiegen aus dem Flugzeug. Kaum gesehen, wurden die beiden Mädchen auch umarmt und fast zu Boden geküsst. Atemu strahlte übers ganze Gesicht und Yugi war drauf und dran vor Freude loszuheulen. „Endlich seid ihr wieder da“, freute sich Ati und nahm Danny den Koffer ab. Kari und Yugi hielten Händchen und schlenderten auf die Straße. Dort stand Großvater bei seinem Auto (er fährt hier einfach mal xD) und wartete auf die vier. Danny und Ati folgten den beiden und setzten sich mit ins Auto, welches nun in Richtung Spieleladen fuhr.
Dort angekommen wurde Danny gleich wieder als Kuscheltier benutzt, während Yugi und Kari einfach in die Stadt gingen.
Es hatte sich auch einiges geändert. Seto und Joey waren ein Paar geworden, was Danny und Kari erst nicht glauben wollten. Ati hatte es zwar erwähnt gehabt, aber sie dachten erst, es wäre ein Scherz. Jedoch stellte sich dies als Wahrheit heraus. Ebenso waren Tristan und Tea ein Paar geworden -was Yami sichtlich gefreut hatte, da sie nun nicht mehr hinter ihm herrante.
Doch auch die Sommerferien neigten sich nach sechs -für Danny kuschligen- Wochen dem Ende zu und es herrschte eine trübsinnige Stimmung. Der letzte Tag brach an und alle hatten schlechte Laune. In Ägypten und in Japan fing das Schuljahr -wie durch Zufall (1)- zur gleichen Zeit wieder an. Kari saß bei Yugi auf dem Schoß und seufzte schwer. Sie wollte nicht gehen. Die Zeit hatte sie genossen, nachdem sie ihren Yugi ganze fünf Monate nicht mehr gesehen hat. Und in fast drei Monaten wären erst wieder Ferien. Danny erging es nicht anders. Sie kuschelte sich an Atemu. Anscheinend färbte er ab, denn sie war selbst zu einem Schmusekater mutiert. Jeden Abend wurde gekuschelt. „Das halte ich doch keine drei Monate aus“, hatte sie am frühen Morgen zu Yami gesagt, der geseufzt hatte und meinte: „Ich auch nicht...“
Dies konnte sich Großvater nach einer Weile nicht mehr mitansehen, sodass er Herakles anrief und fragte, ob Danny nicht bis zu den nächsten Ferien hierbleiben dürfe. Herakles hatte nicht wirklich was dagegen und Großvater fragte, ob Herakles vielleicht auch Karis Eltern fragen könnte, ob sie hierbleiben dürfte. Diese haben zugestimmt und Großvater kam mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht ins Wohnzimmer und erzählte ihnen, dass Danny und Hikari hierbleiben durften, aber hier in Domino zur Schule gehen müssten. Die vier konnten ihre Freude nicht zurückhalten und alle warfen sich auf Großvater und umarmten ihn.
So kam es, dass sie am nächsten Tag vor dem Sekretariat standen und sich anmeldeten. Yami ebenfalls, der ja nun auch noch zur Schule verdonnert wurde. „Ich bin 18“, hatte Atemu gemurrt, „ich geh nicht zur Schule“ „Oh doch....du musst noch viel lernen“, hatte Großvater gesagt und ihn kurzerhand angemeldet. Nun stand er mit mürrischem Gesicht vor der Klassenzimmertür und tötete mit seinem Blicken die Tür. „Ati“, flüsterte Danny leise und nahm seine Hand. „Hör auf zu murren Atemu...“, tadelte ihn Kari, die nun die Tür öffnete. Die Lehrerin begrüßte sie freundlich und den Schülern entging nicht, dass zwei der drei Händchen hielten. Dann mussten sie sich vorstellen: „Hallo...ich bin Hikari Yumi und komme aus Ägypten. Ich bin 17 Jahre alt und jeder nennt mich Kari“ Dann sprach Danny weiter: „Hi ich bin Danielle Mounir, 16 und werde Danny genannt. Ich bin ebenfalls aus Ägypten“ Ati murrte erst, bevor er anfing zu sprechen: „Ich bin Yami Atemu (2) und komme aus Ägypten. Ich bin 18 und wehe einer fässt meine Freundin an, dann gibt’s Ärger“ Dabei zeigte er auf Danny, die ein kleines Stückchen rot wurde und ein leises „Yami!“ quieckte. Doch den Ägypter störte das nicht. Kari fing an zu lachen und Danny wurde noch röter.
„Gut dann setzt euch auf die freien Plätze und wir fahren mit dem Unterricht fort.“ Der Rest des Tages verlief -besonders für Yami, der Schule ja für reine Zeitverschwendung hielt- langsam und öde ab. In der Pause setzte sich der ehemalige Pharao unter den Kirschbaum, der am Rande des Schulhofs stand und seufzte. „Wie kann man bloß jeden Tag hier her kommen? Das ist doch grauenhaft“ „Du wirst ab heute auch jeden Tag hier sein“, kicherte Danny, die sich an ihn kuschelte. „Sag ihm das nicht, sonst kuschelt er nicht mehr mit dir, weil er sich aufregt“, grinste Joey, der mit Seto gerade angekommen war. Danny streckte ihm die Zunge raus und drehte sich weg.
Dann klingelte es schon zum Pausenende und es ging zum Matheunterricht. „Ich will nicht“, maulte Yami, wurde aber von Danny in den Raum geschleift.
Nach der Schule gingen die beiden mit Kari und Yugi Eis essen. Kari und Yugi teilten sich wieder mal einen Becher und auch Danny und Yami taten dies. Doch irgendetwas stimmte nicht mit Danny, das merkte Yami. Er wollte sie später darauf ansprechen.
Kari fragte Yugi, ob er nicht mit ihr noch ein wenig in die Stadt gehen würde, was er nur zu gerne tat. Die beiden verabschiedeten sich und nun waren Danielle und er ehemalige Pharao wieder allein. „Was ist mit dir los?“, fragte Yami und musterte sie genau. „Ati...tut mir leid, aber...“, sei brach ab und es dauerte eine Weile, bis sie fortfuhr: „ich kann dir das nicht sagen...“ Ihm fiel auf, dass sie Tränen in den Augen hatte, als sie ihm einen flüchtigen Kuss gab und aus dem Café stürmte. Verwirrt sah er ihr hinterher und er beschloss, Kari zu fragen, was denn Danny hatte.
So kam es, dass er am Abend leise an deren Zimmertür klopfte und ein leises „Herein“ erhielt. „Oh...Yami“, lächelte Kari und legte das Buch beiseite, in dem sie gelesen hatte. „Kari, sag mal, kann ich dich was fragen?“, begann Yami und sie nickte: „Natürlich“
Er räuspterte sich kurz und stellte seine Frage: „Was ist denn heute mit Danny los?“ Karis Augen weiteten sich, bevor sie fragte: „Heute ist der 26. August, oder?“ Yami nickte leicht und aich Hikaris Blick wurde trauriger. „Atemu....setz dich...Ich muss dir was erzählen...über Danny“
Er tat wie ihm geheißen und setzte sich auf das Bett. „Also“, versuchte die braunhaarige anzufangen, „vor genau 12 Jahren...starb ihr Bruder“ „Ihr Bruder?“, wiederholte Yami und Kari nickte. „Er hieß Daniel und war 10 Jahre älter als sie...“
-Flashback-
Ein sonniger Tag im Land der Pharaonen. Die Vögel zwitschern und der Himmel ist wie immer azurblau. Ein kleines vierjähriges Mädchen spielt mit ihrem großen Bruder Fußball. „Tor“, jubelt Danny, als sie eines geschossen hat. „Super gemacht kleine“, lacht Daniel, der immer nur Dan gerufen wird.
„Dan, gehen wir ein Eis essen?“, fragt Danny ganz lieb und setzt einen Hundeblick auf. „Natürlich“, lacht Dan und nimmt die kleine auf den Arm.
„Daniel!“, ruft plötzlich eine strenge Stimme aus dem Haus und der Gerufene seufzt auf. „Danny, wir müssen an einem anderen Tag Eis essen gehen...Papa will mich sprechen“ Danny macht ein trauriges Gesicht, als Daniel sie auf den Boden setzt und geht. Dann steht sie wieder auf und rennt zurück, um sich den Ball zu holen, mit welchem sie dann allein weiterspielt.
Am Abend sitzt sie immer noch im Garten und beobachtet die Sterne. „Danny?“, ruft Dan besorgt, da er sie nicht finden kann. Dann entdeckt er sie nach langem Suchen. Die kleinere hatte ihn nicht gehört, doch als sie ihn sieht, springt sie auf und ruft: „Dan“ Sie umarmt ihn und er meint leise: „Komm, wir gehen ins Bett“ Das kleine Mädchen gähnt wie zur Bestätigung.
Er hebt sie hoch und die schwarzhaarige schläft schon bald in seinen Armen ein. „Du wirst immer mehr wie Mutter und Vater für sie“, lacht eine Stimme aus dem Schatten. „Hallo Opa“, lächelt Dan und nickt dann. Robert sieht auf Danielle hinab und sein Gesicht nimmt einen traurigen Ausdruck an. „Sie ist stiller geworden, seit Mama gegangen ist“, murmelt Dan und Robert nickt. „Und euer Vater kümmert sich auch nicht sehr um sie, oder?“, fragt Robert und Daniel nickt dieses Mal. „Er kümmert sich nur um mich, da ich ja mal der König werden soll....Danny kommt stets zu kurz“ Traurig sieht Dan auf seine Schwester hinab. „Der einzige, zu dem sie noch so ist wie früher, bist du Dan....pass bloß auf sie auf!“, mit diesen Worten geht Robert wieder ins Haus. Dan murmelt leise: „Solange ich lebe, wird dir nichts passieren, Danny, das verspreche ich“ Dann bringt er sie ins Bett und deckt sie zu.
Auch am nächsten Tag ist Danny allein und niemand ist da, der auf sie aufpasst. Da ihr langweilig ist, kommt Kari zu ihr und beide wollen etwas spielen. Hikari lacht: „Lass uns fangen spielen...“ Danny nickt und die beiden toben in der Küche und im Flur herum. Obwohl von der Küche zum Flur eine Glastür ist, rennen sie umher und Kari fängt Danny. Diese ist nun dran. Kari rennt in die Küche und Danny jagt ihr hinterher. Doch in dem Moment, in dem Danny losläuft und kurz vor der Tür ist, fällt diese zu. Danny stolpert und fällt mit den Händen voran durch die Tür. Kari schreit auf, als sie das Krachen hört und beginnt daraufhin zu wimmern. Danny liegt zwischen den Glasscherben auf der Erde und Blut läuft ihr an den Händen hinab. Sie gibt keinen Ton von sich, sondern starrt nur