Die Prophezeiung
Vertrauen
Wie verabredet traf ich mich mit ihm am nächsten Tag wieder. Er war ein schweigsamer Geselle, was mich keinen falls störte. Der Kampf ging wie am vorigen Tag unentschieden aus. So auch an den vielen darauf folgenden Tagen.
Es war zu einer Routine geworden, dass wir uns fast jeden Tag trafen. Er erzählte nicht wohin er immer musste, ich fragte ihn aber auch nicht danach.
"Du bist wirklich gut", sagte er anerkennend.
Wir beide lagen im Gras und ruhten uns ein wenig von unserem Kampf aus.
"Danke, du aber auch", ich wurde leicht rot und vermied es ihn anzusehen.
"Warum haben sie dich verfolgt?", fragte er plötzlich in die Still hinein.
Verkrampft setzte ich mich auf und blickte auf ihn runter. Mittlerweile hatte sich die Anspannung bei uns gelöst, er wirkte so anders, als bei unserem ersten Treffen.
"Weil...", ich fing schon viel zu früh an ihm zu Vertrauen. Dabei hatte ich mir so fest vorgenommen, es nicht zu tun. Aber er hatte etwas an sich, was mich alles Geschehene vergessen ließ. Es machte mich wütend, dass meine Gefühle mir nicht mehr gehorchten, wenn er da war.
Fragend blickte er mich an, als mir eine Träne über die Wange lief.
"Es... es ist okay wenn du es mir nicht sagen willst", sagte er zögerlich. Ich wollte ihm Vertrauen, aber war das richtig? Was wenn er mich verlassen würde, wenn er es wüsste? Wenn er mich auslachen würde oder noch schlimmer wenn selbst er Angst vor mir hätte?
In mir entbrannte ein Kampf der Gefühle. Er war so anders als alle Leuten, die ich je getroffen hatte. Ich hatte das Gefühl er würde mich verstehen, könnte meinen Schmerz, von allen belogen und hintergangen geworden zu sein, verstehen.
Er schaute mich besorgt an. Alles was sich in den letzten Woche in mir gesammelt hatte wollte raus, wollte ich ihm erzählen. Wenn einer es erfahren würde dann er. Auch wenn ich mittlerweile auch wieder zu Kakashi Vertrauen gefasst hatte, da er für mich so viel aufs Spiel setzte, weil er für mich sorgte.
Aber bei Sasuke war es anders. Wenn er da war, kamen wieder Gefühle in mir hoch, ich freute mich jeden Tag gegen ihn zu kämpfen und war traurig, wenn er nicht kam und ich alleine trainieren musste. Ich sehnte mich danach, dass er mich berührte. Mir war längst klar was mit mir los war, dass ich dabei war mich in ihn zu verlieben, aber wollte ich dass?
Es machte mich angreifbar und, dass durfte ich nicht sein.
"Runa...", ich schaute ihn an, seine Augen blickten besorgt. Erst jetzt merkte ich, dass die Tränen ununterbrochen liefen. Als ich seinen warmen Blick sah, war es mit meinen Zweifeln vorbei. Ich konnte ihm vertrauen. Wenn einer es schaffen würde, dass es mir wieder besser gehen könnte, dann er.
Ich platzte heraus erzählte alles von Anfang an, selbst was geschehen war, als er verschwunden war an jenem Mittag. Er hört zu und irgendwann, hatte er mich in den Arm genommen und streichelte beruhigend meine Schulter, aber das merkte ich erst als ich verstummte, als alles erzählt war und ich laut schluchzend meinen Kopf an seine Brust legte.
"Schh... alles wird wieder gut, Runa", flüsterte er und tröste mich weiter.
Durch seine Berührungen und seine beruhigende Worte beruhigte ich mich wieder einigermaßen.
Plötzlich fing er an zu erzählen. Er erzählte mir, dass sein Bruder immer sein Vorbild gewesen sei. Wie sehr er ihn geliebt hatte, bis ihm dann, alles von ihm genommen wurde. Als er sprach, achtete ich auf seine Augen, sie drückten einen unfassbaren Schmerz und Verzweiflung aus. Er erzählte mir wie er sich geschworen hatte ihn umzubringen um alle zu rächen. Wie er danach strebte stärker zu werden, um sein Ziel auch wirklich zu schaffen. Ich hörte ihn gebannt zu und lehnte mich an ihm an, während er immer noch seinen Arm um mich gelegt hatte. Ob ich dieselbe Wirkung auf ihn hatte wie er auf mich? Es war komisch, ich spürte etwas. Es war als seien unsere Schicksale unlösbar miteinander verwoben. Ob er es auch spürte? Ob er es auch zulassen würde?
Als es dunkel wurde, war auch er fertig. Aber keiner von uns wollte aufstehen.
"Ich sollte langsam gehen, sonst macht er sich Sorgen" sagte ich leise.
Sasuke nickte abwesend und ließ mich los. Langsam standen wir auf. Ich wollte noch etwas sagen doch er war schon weg.
"Danke, Sasuke", flüsterte ich ihm noch nach und auch ich verschwand von unsere Lichtung.
Als ich in unsere Hütte angekommen war, begann ein Sturm hinter mir. Ich schaute mich in der Hütte um, aber Kakashi war nicht zu Hause. In letzter Zeit war das öfters der Fall. Schulterzuckend machte ich mir etwas zu essen und legte mich in das Bett, was er irgendwo für mich aufgetrieben hatte.
Noch lange lauschte ich in die Nacht hinein, während der Sturm tobte. Er dauerte nicht sehr lange an. Kurz nachdem der Wind wieder abgeflaut war, schlief ich auch schon ein. Und bemerkte nicht wie draußen ungewöhnlicherweise ein Ast knackt, denn in meinem Kopf gab es in diesem Moment nur ein Gedanken.
Ich war verliebt in Sasuke Uchiha.
--------------------------------------------------------------------
Hey Leute :)
Es wäre echt schön, wenn ihr mir mitteilen würdet, wie ihr die Story findet :)
glg Runa-chan