Bianyang
Freezer Special
Sein Herz schlug wie wild und die Augen standen weit offen. Er fühlte sich, als wäre er in einem Albtraum gefangen worden und gleich würde jemand mit einem vernarbten Gesicht auf ihn zustürzen und töten. Da fiel es ihm ein. War er denn nicht tot? Zum ersten Mal seit knapp einer halben Stunde regte er sich und schaute nach oben. Er konnte keinen heiligen Schein sehen. Er war also wieder am leben? Aber wie war das nur möglich? Er war sich sicher, vor Jahren von einem sonderbaren Krieger mit lila Haaren zerschnibbelt und pulverisiert worden zu sein. Er hatte noch den riesigen Schreibtisch von Enma Diao vor Augen an dem er dann treten musste und sich einiges anzuhören hatte.
Er hatte es niemals für möglich gehalten, aber mittlerweile schämte er sich für seine Taten und zeigte sogar Reue. In der Hölle hatte man schließlich viel Zeit, um nachzudenken. Das hatte er auch genutzt und musste erkennen, dass er in seinem Leben viele Dinge hätte anders machen können und sollen. Dann wäre er vielleicht auch nicht so schnell gestorben. Er war sich zwar sicher, dass Vegeta eines Tages seinen Platz eingenommen hätte, aber dieser Tag wäre erst in weiter Zukunft gekommen.
In der Hölle hatte sich Freezer mit einigen Saiyajins angefreundet – auch, wenn das ganz schön viel Zeit gebraucht hatte. Mit Bardock verstand er sich t´recht gut und auch Radditz hatte Spaß an den Pokerpartien. König Vegeta war davon aber nicht überzeugt. Er zweifelte an der plötzlichen Freundlichkeit des Ice-Jins. Dem ehemaligen Tyrannen scherte das jedoch einen Dreck. König Vegeta war mit der einzige, den Freezer überhaupt nicht mochte. Freezer bezeichnete ihn gern als Bürokraten mit Großenwahn.
Freezer fühlte sich schlapp. Zuletzt ging es ihm so, als er nach dem Kampf gegen Son Goku und der Explosion Nameks im All herum schwirrte. Damals hatte er Glück, denn sein Vater hatte ihn im Universum aufgegabelt und seine Ärzte versuchten den Großteil noch zu retten, was ihnen auch gelang. Nach den zahlreichen Operationen sah Freezer zwar aus, wie ein zu groß geratener Dosenöffner, was seinem Bruder Cooler einen heiden Spaß bescherte, aber er konnte sich so wenigstens rächen – oder hatte es vor.
Er wusste, dass Son Gokus neuer Heimatplanet die Erde war und zusammen mit seinem Vater King Cold und einigen seiner Krieger machte er sich auf den Weg dorthin. Er kochte vor Wut und musste sich wirklich beherrschen nicht alles im Raumschiff zu Kleinholz zu verarbeiten. Der Gedanke, dass ein Saiyajin ausgerechnet ihn beinahe getötet hatte konnte und wollte er nicht akzeptieren. Ein paar seiner Systemanalytiker hatten berechnet wann Son Goku die Erde erreichen würde, schließlich war er mit einer der Ginyu-Force Kapseln geflohen, die jedoch noch einen anderen Planeten als Ziel hatten. Freezer und sein Vater kamen ein paar Stunden vor Son Gokus Ankunft auf der Erde an. Sie landeten in der Wüste, wo auch voraussichtlich die Kapsel des Saiyajins landen sollte. Aus irgendeinem Grund wusste aber noch jemand anderes, dass sie auf der Erde waren.
Dieser sonderbare Junge hatte ihn einfach angegriffen. Ohne Scouter wusste Freezer nicht, dass dieser Krieger wesentlich stärker als er war und ihn daher auch mit Leichtigkeit fertig machen konnte.
Später in der Hölle wurde ihm von Ginyu erzählt, was danach passiert ist. Sein Vater hatte also versucht mit dem Krieger Geschäfte zu machen. Ihn zu seinem zu machen. Das klang für Freezer sonderbar und auch wurde ihm dann bewusst, dass sein Vater dazu in der Lage war im Falle des Todes einen seiner Söhne einfach durch einen anderen Fremden zu ersetzen. Als Cooler später starb und in die Hölle kam erzählte er ihm diesen ´Vorfall´ und dieser war außer sich. Cooler war der ältere von beiden und wusste, dass er im Falle von Colds Tod dessen Platz eingenommen hätte, aber das sein Vater ihn ersetzen würde hätte er nicht für Möglichkeit gehalten.
Jetzt saß der ehemalige Tyrann in diesem Raum fest. Wirklich bewegen konnte er sich nicht, einfach alles tat ihm weh. Nu mit Mühe hatte er es geschafft sich aufzusetzen und gegen die Wand zu lehnen. Wenigstens war ihm nicht kalt, allerdings war dies als Ice-Jjin auch nicht weiter verwunderlich. Seine Rasse spürte keine Kälte, aber Hitze und die extrem.
Mit halb gesenkten Augenlidern schaute sich Freezer nochmals in dem Raum um. Es hatte etwas von den Räumen aus seinen früheren Raumschiffen. So ähnlich sahen die Schlafkammern der Unterklassekrieger aus. Aber er wusste, dass er nicht in einem Raumschiff war. Dafür sah das Material zu schwer aus. Es musste eine Art Kellergewölbe sein.
Freezer versuchte sich an die vergangenen Tage zu erinnern, doch es fiel ihm schwer. Er wusste nur noch, dass er sich mit seinem Vater gestritten hatte, wegen irgendeiner banalen Angelegenheit, die eigentlich nicht mal erwähnenswert war. Danach war das Bild schwarz – ein Filmriss. Ob sein Vater hinter der ganzen Geschichte steckte? Nein, dass konnte er sich nicht vorstellen. Er hätte in der Hölle auch nicht die Möglichkeit dazu gehabt. Schließlich gab es in der Hölle nur wenige Häuser und diese wurden von Enmas Angestellten bewohnt und nicht von Höllenbewohnern.
Sein Kopf dröhnte und das Atmen fiel ihm mal zu mal schwerer. Er hatte das Gefühl, als würde ihn irgendetwas von innen zerfressen.