Galaxy
Tea pfeilschnell zurück.
„Das macht doch wohl gar keinen Unterschied, ob ich nun schon seit zwei Jahren hier bin, oder erst seit zwei Minuten!“, fauchte Dany leise.
Tea wollte eine aufmüpfige Antwort zum Besten geben, doch zu ihrem Glück trat in genau diesem Moment der Lehrer ein und so mussten sie sich zu ihren Plätzen begeben.
'Das kann ja noch ein tolles Schuljahr werden.', dachte sich Danielle und wünschte sich nicht zum ersten Mal wieder zurück nach England.
Am Nachmittag stand Dany in der Bibliothek der Schule, da sie sich ein paar Bücher für ihr neues Geschichtsthema und zur Hausaufgabe heraussuchen wollte. Auf die Führung mit Yami hatte sie nach dem Vorfall am Morgen verzichtet; sie fand sich auch so ganz gut zurecht. Mit vier dicken Büchern beladen, machte sie sich auf den Weg zu einem der Tische, die den Raum ebenso füllten. Doch bevor sie den Tisch erreicht hatte, stolperte sie über eine zu hohe Teppichkante.
Mit einem lauten Krachen landeten die Bücher sowie Dany auf dem Boden. „Autsch.“, murmelte sie leise und rappelte sich auf.
„Alles ok?“, fragte plötzlich eine Stimme über ihr. Dany sah auf und wurde rot. 'Wieso eigentlich immer er?', fragte sie sich, als sie in Yamis Gesicht sah.
„Ja.“, sagte Dany leise und sammelte ihre Bücher wieder auf. Yami half ihr und warf einen Blick auf die Titel der Bücher.
„Die Mythen des Alten Ägypten?“, las er einen Titel vor. „Ja für die Hausaufgabe.“, murmelte Dany leise und schnappte ihm das Buch aus der Hand. „I-ich muss dann jetzt wieder...“, meinte sie und deutete leicht zur Tür.
Sie wollte gerade den Weg zum Ausgang einschlagen, als er sich vor ihr stellte. „Tea meinte noch, du wolltest mich fragen, ob ich dich herumführen könnte.“
„Ähm...Ja, aber das hat sich eigentlich schon erledigt.“, meinte Danielle verlegen und wieder trat ein roter Schimmer auf ihre Wangen.
„Na gut.“, sagte er leise und Dany schien es, als würde ein wenig Enttäuschung auf sein Gesicht treten.
„Also...Tschüss!“, sagte Dany hastig und ging um ihn herum. Sie wankte noch ein wenig mit dem Stapel Bücher, während sie auf die Tür zusteuerte. Auf der Treppe zur Bibliothek hatte sie ziemliche Probleme wieder einmal ihr Gleichgewicht zu halten und stolperte erneut. Sie sah schon die Stufen auf sich zurasen und ließ schnell die Bücher los, um sich abzufangen. Dany schloss hastig die Augen, doch der Aufschlag blieb aus. Sie öffnete wieder die Augen und sah auf ein paar Hände, die sie festgehalten hatten. Dany drehte sich um und sah in Yamis Augen.
„Heut' ist nicht wirklich dein Tag, oder?“, meinte er mit einem Schmunzeln und Dany wurde wieder rot.
„Anscheinend nicht.“, gab sie verlegen zurück. Yami lachte leise und sah auf die Bücher, die am Ende der Treppe lagen. „Am besten, ich helfe dir mit denen oder?“, fragte er, doch Dany schüttelte den Kopf: „Mir reicht es jetzt! Die bleiben hier!“ Erneut schmunzelte er leicht. Dany wurde noch roter; ihr Herz begann schneller zu schlagen. 'Das kann doch nicht sein. Habe ich mich etwa in ihn...verliebt?', fragte sich Dany in Gedanken. Daraufhin nahm ihre Röte noch ein Stück mehr zu.
Yami wollte etwas sagen, doch wurde er von einem Ruf davon abgehalten: „Yami! Was tust du da?“
Er ließ Dany schnell los und drehte sich zu dem Störenfried um. Es war Tea.
„Was tust du da?“, fragte Tea gereizt und warf Dany einen tödlichen Blick zu. Diese sah von Yami nur widerwillig weg.
„Ich hab ihr nur geholfen.“, beschwichtigte Yami sie vorsichtig. Tea sah misstrauisch von Yami zu Dany. „Gut“, meinte sie. „Kommst du Yami?“, fragte sie schnippisch.
„Jaaa.“, gab Yami zurück. „Bis bald, Dany!“
„Ja, tschüss!“, murmelte Dany leicht abwesend.
Danielle hob die Bücher erneut auf und machte sich zurück auf den Weg in die Bibliothek, um sie wieder ins Regal zu stellen. Auf dem Weg dorthin fragte sie sich, ob Yami eine Freundin hatte. Sie hatte noch kein Mädchen außer Tea in seiner Nähe gesehen, auch in der Pause nicht. Und Yami und Tea sahen nicht so aus, als würden sie zueinander passen.
In Gedanken an ihn, betrat sie die Bibliothek und suchte die Reihen, aus der sie die Bücher geholt hatte. Sie hörte Stimmen, doch sie beachtete diese nicht. Gedankenverloren stellte sie die Bücher zurück und wollte gerade zur Tür gehen, als sie Yamis Stimme erkannte. „...Was wohl Yugi sagen wird?“ Sie hörte, dass er mit jemandem in der nächsten Reihe sprach.
Dann erkannte sie die zweite Stimme. Es war Teas. „Ach komm, auch er wird nichts dagegen haben.“
„Ich hoffe es...“
„Ach komm. Seto, Joey und Mai hatten doch auch nichts dagegen...“
„Jaaa, aber das sind unseren besten Freunde!“
„Ach komm schon.“
Dany ging an der Reihe entlang. Sie wollte nicht lauschen, aber sie fragte sich, über was Yami und Tea da sprachen. Vorsichtig schaute sie um die Ecke; genau in diesem Moment küssten sich die beiden. Dany klappte der Mund auf. „Die sind zusammen?“, zischte sie leise. In diesem Augenblick brach in Dany etwas zusammen. Tränen stiegen ihr in die Augen. Etwas in ihr sagte, dass das nicht sein konnte. Eifersucht kochte in ihr hoch. „Dieses Miststück...“
Damit drehte sie sich um und stürmte aus der Bibliothek.
Zu Hause angekommen knallte sie wütend die Tür hinter sich ins Schloss. Ihre Mutter war noch nicht da; dies war Dany nur zu recht.
Sie ging in die Küche und nahm sich ein Glas aus dem Schrank. Dany wollte nach der Wasserflasche greifen, doch plötzlich fiel ihr Glas vom Tisch. Blitzschnell drehte sie sich um. Da war....nichts. Nur das zerschellte Glas am Boden; die ganzen Scherben glitzerten auf den weißen Fliesen. „Verdammt!“, fluchte sie und hob einige der Scherben auf.
Die Frage, wie das passiert war, wurde wieder von ihrer Wut auf Tea und Yami vertrieben.