Galaxy

Die Vergangenheit holt jeden ein

Zwischen Lüge & Wahrheit

Kleine Anmerkung vorweg: Musik beim Schreiben: Die Flut von Heppner & Witt //und// Verdammt, ich lieb dich von Matthias Reim
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Zwischen Lüge & Wahrheit


„Du sag mal, schläfst du schon?“, fragte Ria spät am Abend und tippte Dany an.
„Kannst du mich vielleicht jetzt mal in Ruhe lassen?“, fauchte Dany zurück.
Ria zuckte kurz zusammen. „Okay!“, meinte sie schmollend, „Aber was zum Teufel ist dein Problem?“
Dany setzte sich abrupt auf und sah Ria wütend in die Augen. „Mein Problem ist, dass ich, seit ich hier in Japan bin, doch nur Ärger habe!“
Ria setzte sich neben Dany auf das Bett und fragte leise: „Was meinst du damit?“
Doch Dany schüttelte nur den Kopf und stand auf. Sie schritt langsam zum Fenster; ihr Blick wandte sich wieder sehnsüchtig nach draußen.
„Ich möchte nur einmal so frei sein, wie ein Vogel.“, flüsterte Dany.
Rias Augen blitzten kurz auf. 'Genauso...wie...'
„Warum?“, fragte Ria, „Du hast doch alles, was du willst, oder?“
Dany lachte leise. „Na klar! Ich verliebe mich einmal und dann schnappt mir diese...“, sie stockte. „Dann ist er schon mit jemand anderem zusammen.“, endete sie etwas lahm.
Ria sagte nichts; drum herrschte mehrere Minuten Stille.
„James ist nicht mehr hier, ich vermisse Zoé und jetzt kommst auch noch du!“, stieß Dany plötzlich hervor.
Ria sah sie leicht schockiert an. „Was soll das heißen?“
Dany wandte sich nur ab und stützte sich auf dem Fensterbrett ab. Ihr war übel; sie krallte sich an den Rahmen.
Wütend rief Ria: „Ich kann auch gerne wieder gehen und dann kannst du dich mit Tea und Yami allein herumschlagen!“
Ihre Augen weiteten sich; sofort schlug sie sich die Hand vor den Mund. Dany jedoch drehte sich ungläubig um. „Was?“, fragte sie und ließ nicht den Blick von Ria ab.
„Was soll das heißen? Woher weißt du von....?“
Ria drehte sich um und überlegte rasch, wie sie diese Situation retten konnte. 'Verdammt! Sie kann ich nicht verzaubern!', fluchte Ria innerlich.
„Ria!“, mahnte Dany leise, doch diese drehte sich um und setzte einen engelhaften Blick auf.
„Dany sei mir nicht böse, aber ich habe mir schon mal meine neue Schule angesehen und da habe ich ein paar Leute darüber reden hören, dass diese Tea mit einem gewissen Yami zusammen ist und dabei fiel auch dein Name...“, sagte Ria und Dany nickte.
„Das waren sicherlich die aus unserer Klasse...Denen ist das sicher nicht verborgen geblieben...“
Ria atmete erleichtert aus, doch dann fiel ihr Blick auf Dany, die sich seltsam gegen den Fensterrahmen lehnte.
„Geht es dir gut?“, fragte die blonde besorgt und Dany nickte nur.
„Ja...ich geh jetzt schlafen. Gute Nacht!“
Danielle legte sich erschöpft in ihr Bett und schaffte es nicht einmal das Licht auszumachen. Doch ihre Träume verliefen nicht ruhig.

Ria wollte wenig später die letzte Lampe im Raum löschen, nachdem sie noch ein wenig gelesen hatte, da bemerkte sie, dass Dany leichenblass war.
„Dany?“, fragte Ria und stand auf. Sie trat näher an das Bett und sah, dass Dany zitterte.
Es war nun das zweite Mal, dass sie durch dieses Labyrinth lief; diesmal schneller, da sie wusste, was dort auf sie wartete.
Die Galaxie tauchte wieder vor ihr auf; eine Stimme sagte leise: „Du hast es wieder geschafft....“
Dany stockte, als vor ihr eine Person, inmitten der Galaxie, erschien. Sie trug ein weißes Gewand, das leicht bläulich schimmerte. Ihre Augen waren lila und ihr Haar türkis. Der Schein der Galaxie umgab sie wie ein schützendes Schild.
„Endlich bist du wieder da!“, flüsterte das Mädchen erleichtert.
„W-wer bist du?“, fragte Dany, nun doch mit Unsicherheit in der Stimme.
„Ich bin...“, begann sie, doch plötzlich schrie jemand: „DANY!“
Sofort schreckte sie auf. Ihr war immer noch speiübel. „Dany! Geht es dir gut? Bist du endlich wach?“, fragte Ria besorgt und zog die Hände von ihr weg.
„W-was?“, fragte Dany und hielt sich den Kopf. Sie hatte starke Kopfschmerzen, die immer stärker in ihrem Schädel pochten. „W-warum hast du mich geweckt?“ Danys Stimme klang vorwurfsvoll.
Ria verschränkte die Arme: „Tut mir wirklich leid, aber du hast im Schlaf geschrien! Außerdem siehst du aus wie eine Leiche!“
„A-aber sie wollte mir gerade sagen, wie sie heißt!“, sagte Dany mit klappernden Zähnen.
„Wer ist 'sie'?“, fragte Ria argwöhnisch.
„N-na das Mädchen aus meinem Traum! Zuerst, vor ein paar Wochen, sah ich nur eine Galaxie, doch jetzt war sie da!“, klärte Dany Ria auf.
Deren Gesichtszüge schienen gerade zu entgleisen. 'Nein!...Das ist noch viel zu früh!“, dachte sie panisch und drehte sich um. 'Zum Glück habe ich sie rechtzeitig geweckt...'
„Ria?“, krächzte Dany. „Kannst du mir bitte ein Glas Wasser holen?“
Ria wandte sich um und nickte freundlich: „Natürlich!“
Als sie wieder nach oben kam, sprach Ria die schwarzhaarige an: „Du solltest morgen zu Hause bleiben! Du siehst wirklich nicht gut aus!“
Dany, die das Gefühl hatte, dass es in ihrem Zimmer immer kälter wurde, nickte nur.

Ria wachte den Rest der Nacht aus Besorgnis über Danys unruhigen Schlaf. 'Sie darf es noch nicht herausfinden!“, schoss es ihr immer wieder durch den Kopf.
Am nächsten Morgen, sagte Lianne genau dasselbe zu ihrer Tochter, wie Ria in der Nacht.
„Du bleibst zu Hause!“, sagte Lianne.
„Aber Mum, mir geht es wirklich gut!“, versuchte Dany, sie zu überreden.
„Du siehst aus, als ob du jeden Moment gleich umfallen würdest! Außerdem hast du heute Sport! Was willst du denn in der Doppelstunde machen? Du kippst mir nur nachher um. Du bleibst hier!“, entschied Lianne und Dany gab sich geschlagen.
„Na gut!“, murmelte sie.
„Ich kann ja deine Freunde fragen, ob sie dir die Hausaufgaben heute Abend vorbeibringen!“, sagte Ria und Dany nickte dankend.
Dann schleppte sie sich wieder die Treppe hinauf und schaltete ihren Fernseher an. Ihre Mutter schaute noch einmal ins Zimmer, bevor sie zur Arbeit ging.
„Ria kommt ja in ein paar Stunden nach Hause, solange hälst du es doch aus, oder?“
„Ja, Mum!“, gab Dany heiser zurück.
Sie schaltete gelangweilt durch die Programme. (Anmerkung von Kari: „Hartz IV TV“ xDDDDD)

Ria kam gerade aus dem Sekretariat, als Dany sich dazu entschloss, noch ein wenig zu schlafen. Im Gegensatz zu Dany fand sie ihre Klasse schnell. Bei ihrer Klassenlehrerin und ihren Mitschülern stellte sie sich als Ria Munir vor.
Während sie später in der Pause auf dem Hof stand und Yami sowie Tea suchte, fiel ihr etwas ins Auge. Tränen stiegen ihr langsam in die eisblauen Augen.
„Yugi!“, hauchte sie leise. „Er ist auch hier?“
Am liebsten wäre sie losgelaufen, hätte ihn umarmt, doch sie beherrschte sich und schüttelte sich die Gedanken aus dem Kopf. „Nein...“, mahnte sie sich. „Erst Dany! Das ist wichtiger!“
Da sah sie schon Yami und Tea; frech grinste sie und heckte schon einen Plan aus, wie sie es schaffen würde, die beiden erneut zu trennen.
Sie lief geradewegs auf die beiden zu und meinte: „Hi, ihr beide müsst Yami und Tea sein!“
Die beiden, die sich hatten küssen wollen, drehten sich zu ihr um und Yami sagte verwirrt: „Ja allerdings. Und wer bist du?“
„Ich bin Ria!“, sie ließ bewusst ihren Nachnamen weg.
„Hallo Ria!“, begann Tea freundlich, „Bist du neu hier?“
Ria sah sie abweisend an: „Da du mich hier garantiert noch nie gesehen hast, ist das wohl eine logische Schlussfolgerung!“
Tea starrte sie mit offenem Mund an. Auch Yami musterte Ria nun interessiert. Sein Blick blieb auf ihren blauen Augen hängen.
„Du kennst nicht zufällig Danielle Munir, oder?“, fragte Tea.
„Sollte ich?“, startete Ria frech ihre Gegenfrage.
„Ähm...hätte ja sein können!“, meinte Tea und betrachtete Ria misstrauisch.
„Naja, ich wollte ja eigentlich nur fragen, ob ihr beide mir nicht ein wenig die Stadt zeigen könntet!“, Ria sah die beiden ganz lieb an, „Ich kenne mich hier ja noch nicht so aus.“
Ihre Worte richtete sie besonders an Yami. Dieser spürte eine Art Vertrautheit und nickte. „Natürlich können wir das machen!“
Ria lächelte erfreut, während Tea Yami wütend fragte: „Wieso hast du 'Ja' gesagt?“
„Ach schau doch mal, sie ist doch noch so klein! Außerdem bin ich Schülersprecher!“, meinte Yami und Ria kicherte. Dabei warf sie Tea tötende Blicke zu, welche Yami aber nicht sah.

Am Nachmittag wartete Ria vor der Schule auf Yami und, weil diese Yami nicht allein gehen lassen wollte, Tea. Die braunhaarige schaute wütend drein, als sie sich an Yami geklammert Ria näherte.
Diese schüttelte nur den Kopf und musste sich ein Lachen verkneifen.
„So, kommst du?“, fragte Yami freundlich, während Tea sie eiskalt anfunkelte.
„Klar!“, meinte Ria und folgte den beiden.
Zuerst stiegen sie in den Bus und fuhren weiter in die Stadt.
„Da ist das Museum...“, sagte Yami und deutete auf das weiße Gebäude.
Ria grinste und nickte. „Gibt es hier irgendwo in der Nähe ein schönes Café? Ich würde mir gern ein Eis und was zu trinken holen.“
„Klar.“, meinte Yami und setzte hinzu: „Dann müssen wir an der nächsten Haltestelle aussteigen...“
Ria nickte, doch Tea zischte Yami zu: „Du willst mit ihr doch jetzt nicht noch in ein Café gehen! Sag mir, dass du das nicht ernst meinst!“
„Tea,“, meinte Yami ebenso leise wie sie, „sie möchte sich doch bloß ein Eis kaufen.“
Ria spitzte die Ohren. 'Ihr könnt so leise reden, wie ihr wollt, ich höre euch trotzdem.', dachte sie sich und schloss die Augen.
„Yami, sie ist mir nicht geheuer! Sie erinnert mich viel zu sehr an diese Danielle!“
Yami ließ ein Seufzen