Galaxy
Die Vergangenheit holt jeden ein
Die Einsamkeit in mir
Die Einsamkeit in mir
„Aber wieso?“, Yami zeigte nur zu deutlich, dass er nicht verstand. „Was hat Dany damit zu tun?“
„Ich bin...ihre Cousine.“ Ria sah betreten auf den Boden.
Yami jedoch begann, sich aufzuregen. „Hat sie dich etwa dazu angestiftet?“
Schnell sah Ria auf und rief: „Nein!“
Doch Yami war der festen Überzeugung, dass dem so war.
„Yami, nein, das stimmt nicht!“, flüsterte Ria. Doch Yami hörte ihr nicht mehr zu. Er drehte sich um und ging wutentbrannt den Weg hinter Tea her.
Tränen benetzten Rias Gesicht; sie wusste, dass sie Mist genaut hatte. „Was hab ich getan?“, flüsterte sie und sank auf den Boden.
Dany wartete schon den ganzen Nachmittag auf Ria, doch die Kleine erschien erst spät am Abend. Als Ria das Haus betrat, stand Dany in der Küche und kochte sich einen Tee.
„Ria? Bist du das?“, kam es heiser aus der Küche.
Ria schluckte kurz und versuchte so normal wie möglich zurückzugeben: „Ja, ich bin es! Tut mir leid, dass ich so spät komme, ich habe mir noch von ein paar Freunden die Stadt zeigen lassen!“
„Ist schon gut!“ Dany stand in der Tür; sie hatte sich eine Decke über die Schultern gelegt. Sie war immer noch blass, aber ihr schien es schon besser zu gehen.
„Ist was mit dir?“, fragte Dany besorgt nach.
„Jaaaaa, ich bin nur etwas müde.“, lächelte Ria gequält und stieg langsam die Treppe hinauf.
Dany setzte sich wieder auf die Couch im Wohnzimmer, während Ria niedergeschlagen in Danys Zimmer schlurfte.
Nun konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. „Wenn sie das herausfindet!“, wimmerte Ria leise. „Und ausgerechnet ihn kann ich auch nicht verzaubern!“
In diesem Moment kam Lianne nach Hause. Sie verdonnerte Dany sofort dazu, dass sie noch ein paar Tage zu Hause blieb, was diese nur murrend hinnahm.
Ria jedoch war erleichtert. So konnte sie es vielleicht noch am nächsten Tag geradebiegen. Von dieser Hoffnung ergriffen, wurde sie wieder etwas fröhlicher.
Am nächsten Morgen stand Ria gebannt vor der Schule und wartete auf Yami.
Er und Tea kamen ihr entgegen; Tea ignorierte Ria vollkommen.
„Yami!“, sagte Ria, doch dieser blieb stehen und fragte: „Was willst du eigentlich noch?“
„Yami, ich muss da was richtig stellen. Du hast da was total falsch verstanden!“
„Ich glaube eher, dass ich sehr gut verstanden habe! Wo ist denn deine liebe Cousine heute?“, sagte Yami eiskalt und ließ den Blick über den Hof schweifen.
„Sie ist zu Hause! Sie ist immer noch krank.“
„Na so ein Zufall aber auch!“, meinte Yami leicht gehässig, während Ria immer panischer wurde.
„Yami, bitte, hör mir zu!“, flehte sie schon fast, doch dieser ließ sie eiskalt stehen.
„Nein danke!“, sagte er und machte eine abwertende Handbewegung.
Ria biss sich auf die Lippe. „Das darf doch nicht wahr sein! Was soll ich denn jetzt machen?“
Den ganzen Tag lang ignorierte Yami Rias weiteren Versuche, mit ihm zu sprechen, um die Tatsache richtig zu erklären.
Fast schon wieder weinend saß Ria am Nachmittag im Bus und versuchte ruhig zu bleiben.
Zu Hause angekommen wurde Ria erst einmal von Dany begrüßt, die schon wieder munter war. Im Gegensatz zum Vortag war sie nicht mehr so blass und auch nicht mehr allzu heiser.
„Mum sagt, ich kann morgen wieder in die Schule gehen!“, rief Dany, als Ria die Haustür schloss.
Ria setzte ein gequältes Lächeln auf. „Toll, Dany!“
„Ja, es wurde langsam langweilig...“, sagte Dany und ging zurück in die Küche.
Ria blieb stehen und senkte den Kopf. „Es tut mir so leid, Dany...“, flüsterte sie, obwohl sie wusste, dass Dany es nicht hören konnte.
Der nächste Morgen zog schnell heran; stürmisch, kühl und grau. Der Himmel, anthrazitfarben, lag über dem ungleichen Paar, als sie zur Bushaltestelle gingen.
Dany gähnte, als sie zusammen mit Ria in den Bus stieg.
„Was ist denn heute mit dir los?“, fragte Dany mit leichter Besorgnis in der Stimme. „Du bist so still heute...“
„Ach, ich bin nur wieder mal müde!“, lächelte Ria kurz, bevor sie wieder in ihrer Stille versank.
„Kann ich gut verstehen.“, murmelte Dany und gähnte erneut.
Als sie an der Schule ausstiegen, wollte Dany noch auf Mai und Seto warten, die meistens später kamen, doch Ria versuchte, sie davon abzuhalten.
Erst, als Dany Mai entdeckte und ihr zu winkte, hörte Ria auf. Dany stockte, als Mai ignorant an ihr vorbeilief.
„Was ist denn mit ihr los?“, fragte Dany Ria, die aber nicht antwortete.
„Hey Mai!“, rief Dany. Die Gerufene drehte sich um und blickte angewidert auf Dany hinab.
„Wie kannst du nur?“, fragte Mai abwertend.
Dany aber sah sie nur verwirrt an. „Was meinst du denn?“
„Ach tu doch nicht so!“, rief Mai und wandte sich von Dany ab; lief schnurstracks zu ihrem Klassenzimmer.
Dany stand da und wusste nicht wirklich, was da gerade geschehen war. Ria allerdings sah aus, als würde sie am liebsten verschwinden.
Dany ging Mai hinterher; auch Ria folgte ihr, wenn auch vorsichtig.
Als Dany, von Ria gefolgt, das Klassenzimmer betrat, hörte das Tuscheln auf, dass die ganze Zeit angehalten hatte.
Unsicher wollte sie zu ihrem Platz, doch sie wurde von Seto aufgehalten.
„Sag mal, was fällt dir eigentlich ein?“ Sein Blick bohrte sich förmlich durch sie.
„W-was?“, fragte Dany und wich ein kleines Stück zurück.
Doch Seto wurde von niemand anderem als Yami weggeschoben. Dieser sah wütend zu ihr hinunter. „Warum sagst du es uns nicht direkt?“, fragte er mit ruhiger, aber eiskalter Stimme.
Dany, die überhaupt nicht folgen konnte, sah ihn nur leicht unsicher an. „W-was meinst du?“
„Dass du mich und Tea auseinander bringen willst?“ Yamis Stimme wurde immer eisiger.
„A-aber ich hab doch gar nicht....Wer sagt, dass ich das will?“, fragte Dany verwirrt.
Yami lachte kalt auf. „Wer sagt, dass ich das will?“, äffte er ihre Stimme nach. Einige lachten. Dany sah aus, als würde sie gleich losheulen.
Yami jedoch hörte nicht auf: „Nächstes Mal schick nicht deine Cousine vor! Du kannst auch selbst kommen!“
Dany klappte der Mund auf. „W-was, aber...Nein! Ich habe nicht...Was hat Ria damit zu tun?“
Ria stand in der Tür und schluckte schwer.
„Verschwinde!“, zischte Yami. Viele in der Klasse machten es ihm nach. „Ich liebe nur Tea! Also halte dich aus unseren Sachen raus! Ach und eines noch:“, er zog Tea zu sich, „Du bist die einzige, die ich mittlerweile wirklich hasse!“
Dany ließ nur die Schultern hängen; Tränen nahmen ihr schon leicht die Sicht.
Dann drehte sie sich um und stürmte an Ria vorbei aus dem Raum; die anderen begannen zu lachen.
Ria drehte sich um und wollte Dany hinterher, doch diese war schon verschwunden.
„Dany!“, rief sie.
Danielle saß mittlerweile auf der beschmierten Bank an der Bushaltestelle. Tränen liefen über ihre Wangen; sie schluchzte immer wieder auf.
„Wieso?“, flüsterte sie, „Wieso habe ich eigentlich nur noch Pech?“
Sie sank in sich zusammen und schniefte ab und zu, während Tränen auf den Boden tropften. Passanten liefen an ihr vorbei; betrachteten sie wie ein Tier im Zoo. Dany jedoch war dies vollkommen egal.
Sie stieg einfach in den nächsten Bus. Es war ihr ebenso egal, wo dieser hinfuhr; sie stieg einfach am Rande Dominos aus dem Bus und vertrat sich die Beine.
Ria stand in der Pause auf dem Hof; sie hoffte, dass Dany doch noch hier war, doch ihr Hoffen war vergebens. Niedergeschlagen setzte sie sich auf eine Bank unter einer alten Eiche und starrte abwesend auf den Boden.
„Hey...Du bist doch Ria, oder?“, fragte plötzlich eine sanfte Stimme über ihr. Ria sah auf und sah Yugi Muto ins Gesicht. Sie nickte.
„Was ist denn mit dir los? Du siehst wie ein Häufchen Elend aus!“, stellte Yugi fest.
Ria schluckte erneut schwer und murmelte: „Ich habe Scheiße gebaut und meine Cousine darf das jetzt ausbaden....Dabei kann sie gar nichts dafür!“
Yugi schaute Ria mitfühlend an. „Danielle ist deine Cousine, nicht wahr?“
Ria nickte erneut.
„Das was mein Bruder heute früh gemacht hat, war nicht in Ordnung!“
Ria lachte plötzlich auf. „Das sag ihm mal. Ich weiß nicht, wo Dany jetzt hin ist!“
Bevor Yugi etwas erwidern konnte, klingelte es zum Reingehen.
„Wir sehen uns irgendwann...“, murmelte Ria abwesend und trat auf das Schulgebäude zu.
Dany saß mittlerweile an einem kleinen See. Sie nahm einen flachen Stein und warf ihn ins Wasser. Mit einem lautem Platschen durchtrennte er die Wasseroberfläche. Die Wassertropfen trafen ihr Gesicht, doch es störte sie nicht wirklich. Das Wasser vermischte sich doch eh nur mit ihren salzigen Tränen.
Es begann schon bald zu regnen; der Himmel weinte zusammen mit Dany. Der Regen wurde immer stärker; es goss schon wie aus Kübeln, als Dany endlich aufstand und wieder zur Haltestelle ging. Der Tag hatte dem Abend Platz gemacht. Es begann zu dämmern; man sah kaum noch etwas.
Das grelle Licht im Bus störte sie nicht; sie achtete ja sowieso nicht darauf.
Sie hatte nur das fremde Pärchen im Blick, dass eng umschlungen ein paar Sitze vor ihr saß. Dany zwang sich, nach draußen zu sehen. Doch es war schon bereits dunkel genug, dass man nur noch die Laternen erkennen konnte.
Einsamkeit übernahm ihr Herz. Sie wollte zurück nach England. Sie wollte ihr altes Leben wieder zurückhaben. Sie wünschte sich, wieder bei Zoé und James zu sein. Zoé würde sie verstehen; sich vor sie stellen. Zoé hätte Yami klargemacht, dass Dany von nichts gewusst hatte. Ihre Gedanken schweiften damit zu Ria.
'Sie hat mir diese Scheiße eingebrockt!“, dachte sie sich wütend.
Der Bus hielt und Dany stieg aus. Es regnete immer noch stark, doch so konnte man wenigstens ihre Tränen nicht sehen. Ihre Mutter sagte nichts zu ihr, als Dany durch die Küche