Galaxy

sein...“
Dabei ließ sie ihren Blick durch den Raum schweifen. Dany murrte nur etwas, dass sich stark nach „Na wunderbar!“ anhörte.
Die Gänge des Tempels waren lang und spärlich ausgeleuchtet. Ria schien sich hier bestens auszukennen, jedenfalls lief sie gezielt die Gänge entlang.
„Das war früher der Raum, in den du dich zurückgezogen hast...“
„Wann haben wir denn hier gelebt?“, fragte Dany.
„Also eines vorweg: Der Tempel hier steht in der Nähe von Theben, also in Ägypten...Wir waren hauptsächlich hier, als wir Kinder waren...“, erklärte Ria, sprach danach jedoch nicht weiter.
„Ägypten...“, murmelte Dany leise und sah sich in dem Raum um. Er war noch immer so eingerichtet wie vor Tausenden von Jahren.
„Wie lange ist es her, seit wir nicht mehr hier waren?“, fragte Dany und sah auf das uralte Bett.
„Etwa 3000 Jahre...!“, murmelte Ria abwesend.
„So lange schon?“ Ria nickte und setzte sich auf das Bett.
„Warum glaubst du, dass mein Stab hier ist?“, fragte Dany plötzlich, da sie in diesem Raum nichts entdecken konnte, was darauf hinwies.
„Du wolltest eigentlich nie Königin werden...Und du hast dich immer hierher zurückgezogen, wenn es dir schlecht ging...“
Dany sah sich weiter um. Das Licht vom Gang schien nur spärlich hinein; aus diesem Grund ging sie auf den Gang und holte eine Fackel. Ria murmelte etwas von „Gute Idee“ und machte es Dany nach. Bald darauf war der Raum ins sanftes flackerndes Licht getaucht.
Ria sah, nachdem es nun heller war, dass hinter Danys Bett eine kleine Nische in der Wand war. Dany griff in diese und zog einen länglichen Stab hervor. Dieser sah fast aus wie der von Ria. Ein Stern auf der Spitze, nur war dieser schwarz weiß; ein Band unterhalb des Sterns. Das Band war wie der ganze Stab schwarz.
„Genau das Gegenteil von meinem...“, flüsterte Ria leise und zog den ihren hervor. Selbst in der Länge unterschied sich der Stab von Rias; Danys war ein wenig länger.
„Das Gegenteil?“, fragte Dany überrascht und Ria nickte.
„Du könntest meinen zum Beispiel nicht benutzen...“, meinte Ria fachmännisch.

Die Sonne stand hoch am Himmel, als die beiden aus dem Tempel traten. Dany kniff die Augen zusammen; sie musste sich erst an die Helligkeit gewöhnen.
Ria hielt Dany eine ihrer Hände entgegen.
„Was denn nun?“, fragte die Schwarzhaarige verwirrt.
„Wir müssen wieder nach Hause...“, einen kurzen Moment stand wieder Traurigkeit in Rias Gesicht.
„Mach dir keine Sorgen...“, flüsterte Dany der kleineren eindringlich zu. Ria nickte und schloss die Augen. Sie fielen durch einen Strudel aus Farben und Geräuschen, bis sie wieder vor dem Haus der Familie Munir standen.
Dany und Ria seufzten im selben Moment schwer. Keine der beiden hatte wirklich Lust, das Haus zu betreten. Doch Dany fasste den Mut und ging auf die Haustür zu. Da sie keinen Schlüssel bei sich trug, klingelte sie.
Die Tür wurde sofort aufgerissen. John stand in der Tür und funkelte das Mädchen wütend an. Er zog sie über die Schwelle des Hauses und knallte Ria die Tür vor der Nase zu. Dany wandte sich um und rief: „Ria!“
Doch ihr Vater hielt sie fest und donnerte: „Du wirst dich nie wieder mit diesem Mädchen treffen!“
„Sie ist meine Schwester!“, brüllte Dany zurück; sie entzog sich dem Griff ihres Vaters und starrte ihn wütend an.
„Sie wird niemals unsere Tochter sein!“, es war Lianne, die zornig in den Flur kam.
Dany schnaubte und meinte mit Hohn in der Stimme: „Nur weil sie blond ist, oder was?“
Lianne murmelte etwas, das Dany nicht verstand.
Doch dieser war es mittlerweile egal, es konnte gar nicht mehr schlimmer werden. „Oh unsere zweite Tochter entspricht nicht unseren Erwartungen, drum geben wir sie einfach mal so ins Heim und ziehen weg, damit sie uns auch nie wieder findet!“, rief Dany, doch der Hohn blieb. „Es ist ja auch scheißegal, wie es ihr dabei geht. Dass sie bestimmt nicht die beste Kindheit gehabt hat, ist euch ja auch egal...Und dann kommt sie, und ihr verleugnet sie....Ihr seid echt...“, Dany brach ab und drehte sich zur Tür um.
„Wenn du das tust...“, begann ihr Vater, doch Dany sah ihn nur kalt an. „Dann was?“
Lianne und John sahen sich an. Anscheinend hatte Danys Wutausbruch die beiden zum Grübeln gebracht. Zum ersten Mal seit 13 Jahren dachten sie ernsthaft darüber nach, was sie damit Ariana angetan hatten.
Lianne brach plötzlich in Tränen aus. „Wir waren so egoistisch!“
„Allerdings!“, murmelte Dany und öffnete die Tür. Ria stand wie angewurzelt vor dem Haus.
„Hast du das alles mit angehört?“, fragte Dany leise und Ria nickte stumm.
„Danke!“, hauchte Ria und Dany lächelte ihr sanft zu.
„Wenn ihr nichts dagegen habt...Ich bringe sie in ihr neues Zimmer!“, meinte Dany; ihre Eltern sagten gar nichts mehr. Sie gingen bloß zurück in die Küche und unterhielten sich gedämpft.
„Wie soll ich das jemals wieder gut machen?“, fragte Ria, als sie im Gästezimmer standen.
Dany zwinkerte ihr zu: „Indem du mir mit Yami hilfst!“
Ria lachte: „Tut mir wirklich leid; eigentlich wollte ich es nicht noch schlimmer machen...“
Dany lächelte ihr nur nachsichtig zu und gab ein „Ist doch schon gut“ von sich, während sie aus dem Schrank einen Bettbezug herausholte.