Galaxy
Die Vergangenheit holt jeden ein
Urlaub?!
Urlaub?!
In Ägypten:
„Amy?“
Die 15-jährige Hikari trat in den Raum ihrer kleinen Schwester. „Amelia? Wo bist du?“
Kari fragte sich schon zum hundertsten Mal in den letzten Wochen, wo ihre kleine Schwester ständig war. Wut entflammte in ihr. Wie kam es, dass die Kleine andauernd verschwunden war? Hatte sie etwa auch...? Hikari schüttelte den Kopf. Nein, das konnte nicht sein.
Doch plötzlich kam Amy durch die Tür und fragte murrend: „Was ist denn?“
„Wo bist du ständig?“
Amy fragte naiv nach: „Wie meinst du das? Ich bin doch andauernd hier?!“
Amy, ein 9-jähriges Mädchen mit rotem Haar, welches fast aussah, als ob es leicht lila wäre, stand gähnend in der Tür und starrte ihre Schwester aus ihren blauen Augen an.
Hikari, die genau das Gegenteil von ihrer lieben kleinen Schwester war, schnaubte wütend. Die Braunhaarige sah auf die Kleinere aufgebracht hinab.
„Lüg mich nicht an!“
Amy machte ein paar Schritte zurück. Sie kannte den unberechenbaren Charakter ihrer Schwester.
„I-ich lüge nicht!“
Kari funkelte die Kleinere wutentbrannt an; das rothaarige Mädchen schaute eingeschüchtert zurück. Doch dann stürmte Kari an Amy vorbei.
Amy atmete erleichtert aus. Was würde bloß passieren, wenn ihre Schwester herausfand, wer sie wirklich war? Amy verdrängte die Gedanken schnell. Woher sollte Kari das denn erfahren? Schnell schloss Amy die Tür hinter sich und setzte sich auf ihr Bett.
'Bitte Dany, komm so schnell wie möglich!', flehte sie innerlich und sah aus dem Fenster zum kristallklaren Himmel.
In Japan:
„Bist du fertig mit Kofferpacken?“
Dany nickte und ging noch einmal alles durch, was sie mitnehmen wollte. Dann wandte sie sich wieder an Ria und sagte: „Jupp, ich hab alles!“
„Prima!“, rief Ria aus und zückte ihren Stab.
„Und was wird das jetzt?“, fragte Dany argwöhnisch.
„Denkst du etwa, ich trag den runter? Na vielen Dank auch...“ Sie machte eine schnelle Bewegung und schon schwebten Danys und Rias Koffer in der Luft; die Treppe hinab.
Dany grinste leicht. „Pass bloß auf, dass Mum und Dad das nicht sehen!“
„Keine Sorge, ich weiß, dass Mum grade im Wohnzimmer ist und Dad das Auto aus der Garage fährt...“
Sanft landeten die Koffer im Flur und Ria stieg über diese und rief Lianne noch ein paar Worte zu. Diese kam aus dem Wohnzimmer und umarmte die beiden noch einmal; erteilte ihnen Ratschläge und tadelte beide nochmals. Dann war sie fertig und beide konnten zum Auto gehen. John hatte die Koffer bereits eingeladen.
Nun mussten sie nur noch die beiden Mutos abholen, dann konnte es zum Flughafen gehen.
Der Flughafen war überfüllt und laut. Da Ferien waren, flogen die meisten jetzt in den Urlaub. Dort verabschiedete sich noch John von seinen Töchtern und nickte den beiden Jungen zu, ehe er sich umdrehte und verschwand.
„Ägypten wir kommen!“, rief Ria laut und streckte sich.
„Ria, ein bisschen leiser bitte!“, flüsterte Dany, da sich einige Leute zu ihnen umgedreht hatten.
„Was denn? Ich fahre dort endlich mal hin, ohne zu wissen, dass ich wieder in dieses Heim muss!“, Ria schien im Moment glücklich zu sein.
Die Flugplätze im Flugzeug waren günstig verteilt. Dany saß neben Yami und Ria neben Yugi. Der Letztgenannte wurde leicht rot, als Ria sich strahlend neben ihn setzte.
Yugi wusste mittlerweile, dass er damals der Prinz gewesen und mit Ria zusammen gewesen war. Dany und Yami kuschelten sich nur, so gut es ging, aneinander.
Stunden später landete das Flugzeug in der Hauptstadt Kairo. Dort war es wesentlich wärmer als in Japan.
Dany streckte sich und gähnte. „Endlich da!“
Ria jedoch lief schon los und vergaß fast ihren Koffer. Mit rotem Gesicht kam sie zurück und schnappte sie ihren Koffer, während Yami, Yugi und Dany leise kicherten.
Das Hotel, das Lianne und John gebucht hatten, lag am Rande Kairos. Sie hatten zwei Zimmer, in denen jeweils zwei bleiben würden. Dany und Yami waren dafür, dass die beiden sich ein Zimmer teilen. Doch damit war Yugi nicht einverstanden.
Er stellte sich solange stur, bis Yami schließlich nachgab und sich nun Yami und Yugi sowie Ria und Dany ein Zimmer teilten.
Nun hieß es erst einmal ausruhen, bevor sie sich auf den Weg in die Stadt machen würden. Doch Ria betrat das Zimmer und packte gleich ihren Koffer aus. Dany schüttelte nur den Kopf und ließ sich auf das weiche Bett fallen. Sie nickte kurz ein und wachte auf, als Ria neben ihr stand und sie fragte, ob sie nun mit in die Stadt kommen würde. Dany bejahte Rias Frage und stand auf.
Kairo, so fand Dany, war eine schöne Stadt. Es erinnerte sie ein wenig an ihre Träume. Doch als sie den Blick über den kleinen Platz schweifen ließ, auf dem sie gerade standen, fiel ihr ein Mädchen ins Auge.
Sie hatte rotes Haar -es hätte fast lila sein können- und schaute sich unsicher um. Sie war recht klein und jung.
„Ria!“, zischte Dany leise. Diese drehte sich um und machte „Hm?“
„Guck mal dahinten! Das Mädchen sieht wirklich aus wie Ireon!“ Ria sah dahin, wo Dany hinzeigte. Ihre Augen wurden ein kleines Bisschen größer.
„Sie sieht aus wie die Prinzessin damals!“, flüsterte Ria leise. Sie begann erneut zu grübeln, wie das Mädchen genannt wurde.
Doch Dany ging schon schnurstracks auf die Kleine zu, welche nun endlich Dany entdeckt hatte. Sie wich ein wenig zurück, als Dany schon fast vor ihr stand.
Ria öffnete die Augen. „Na klar! Amelia hieß sie...! Öhm?! Dany?“ Verwirrt sah die Blonde sich um und entdeckte Dany bei Amy. Sofort folgte Ria der Größeren.
Dany ging in die Hocke, sodass sie zu der Kleinen aufsehen musste. Ria stieß in diesem Moment dazu und flüsterte Dany den Namen ins Ohr. Dany nickte dankbar und sah wieder zu der Rothaarigen.
„Bist du Amelia?“, fragte Dany freundlich und Amy nickte.
„Bist du es gewesen, die mich vor Bakura gerettet hat?“
Amy sah kurz weg, entschloss sich dann aber und nickte kräftig. „Ja...Ich bin Ireon!“
Dany lächelte ihr sanft zu, doch Amy zuckte kurz zusammen, als eine Stimme rief: „Amy! Was tust du hier?“
Ängstlich wandte sich das kleine Mädchen um und sah Hikari ins Gesicht. Eiskalte Wut stand in diesem geschrieben. „Und wer sind die da?“
Amy zitterte leicht; Dany und Ria sahen sich kurz mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Ciao!“, hauchte Amy und wurde schon von ihrer Schwester mitgezogen.
„Sie hatte eindeutig Angst!“, flüsterte Dany traurig. Sie hätte Amy am liebsten mitgenommen.
Ria jedoch sagte plötzlich langsam: „Weißt du...Das andere Mädchen...Sie kommt mir so bekannt vor...Ich weiß aber nicht woher!“
Dany wandte sich der Jüngeren zu. „Wirklich?“
Ria nickte kurz angebunden und murmelte leise: „Ich habe kein gutes Gefühl bei ihr...“
Dany sagte leise: „Ich auch nicht...Es ist genauso wie bei diesem Bakura...Ich wusste sofort, dass mit dem etwas nicht stimmt!“
Beide sahen sich noch einmal an, bevor sie zu Yugi und Yami zurückkehrten.
Amy sah zu Kari hoch. Da war sie wieder: Diese eiskalte Seite, die sich vorwiegend nur Amy gegenüber zeigte. Wenn ihre Eltern zu Hause waren, war Hikari nur lieb und nett.
Traurig sah sie zur Erde. Nur wenn sie Ireon war, konnte sie stark sein. Ansonsten war sie wieder dieses kleine schwache Mädchen, das viel zu ängstlich war, um mal den Mund aufzumachen.
Erste Tränen rannen über ihre Wangen; Kari bekam dies nicht mit.
Der Kleinen kam ein Gedanke und so riss Amy sich los und lief davon. Sie achtete nicht auf die Rufe ihrer Schwester. Sie rannte einfach durch die Gassen, bis sie einem Mann in die Arme lief.
„So so so... Wir sehen uns ja schneller wieder, als gedacht, was?“
Amy schaute in Bakuras Gesicht.
„Ich weiß nicht, wer sie sind!“, brachte sie mit Mühe hervor.
„Aber ich kenne dich...Ireon!“, flüsterte er und Amy riss die Augen auf.
Sie wollte sich loseisen, doch Bakura hielt ihren Arm fest.
„Hilfe!“, schrie sie, so laut sie konnte.
Doch Bakura hielt ihr den Mund zu. „Na na, meine Kleine...Wir wollen doch nicht, dass unsere werten Hoheiten dich hören!“ Er begann zu lachen, während Amy versuchte, sich zu wehren.
Tränen stiegen ihr in die Augen; sie war viel zu panisch, um sich jetzt zu verwandeln. Innerlich flehte sie um Hilfe. Sie schloss kurz die Augen, doch plötzlich war ein dumpfer Schlag zu hören, sodass sie die Augen wieder öffnete. Zur selben Zeit ließ Bakura sie wieder los und fiel ohnmächtig zu Boden.
Amy atmete erleichtert aus; vor ihr standen Dany und Ria, die beide genau den selben Gesichtsausdruck machten. Angewidert blickten sie auf Bakura hinab.
Amy bedankte sich, doch Dany fragte nur, ob sie nicht mit ihnen kommen wolle.
Die Rothaarige überlegte lange. Sie dachte an ihre Eltern, die sowieso nicht zu Hause waren und an Hikari, welche nur wieder wütend werden würde. Dann nickte sie endlich.
„Warum wolltest du uns eigentlich in Ägypten haben?“, fragte Ria neugierig und sah auf die Kleinere hinab.
„Zum einen, damit ihr mir mit meiner Schwester helft...und zum anderen, weil ihr wissen müsst, wie ihr Bakura und Andromeda wieder besiegen könnt!“
„Aber wie machen wir das?“, fragte Dany leise.
„Ich kenne durch meine Mama die Familie Ishtar...Vielleicht können die euch helfen, die arbeiten nämlich im Museum...“
Dany und Ria blieben gleichzeitig stehen und sahen sich an. „Nur mal so...gehört zu dieser Familie auch Ishizu Ishtar?“
„Ja, allerdings!“
„Kannst du uns zu Ishizu bringen?“, fragte Dany und Amy nickte mit einem „Klar kann ich das!“.
Die drei trafen auf Yami und Yugi und Ria erklärte kurz und knapp, was passiert war.
Gleich darauf machten sie sich auf den Weg in das Ägyptische Museum, das ebenfalls in Kairo stand.
Der Weg war nicht weit und dort angekommen,