Fanfic: Återkallande - kalter Entzug [MMFF]

Untertitel: weg von den Drogen in Schweden..

Kapitel: Neuankömmlinge!

„Verdammt, ist das hier kalt!“, stöhnte die 18-jährige junge Frau, als sie aus dem Taxi stieg. Sie liess ihren Blick über die Landschaft schweifen. Sie stand mitten auf der schneebedeckten Strasse, welche von hohen Bäumen umringt war. Um die Wipfel der Tannengewächse zu sehen, musste sie fast ihren Kopf ganz in den Nacken legen. Ausser dem Brummen des Taxis war nichts zu hören. Kein Vogel, kein Knacken der Zweige, kein Wind. „Ung dam?“, sprach sie der Fahrer an und ihr Kopf zischte in seine Richtung? „Wie bitte?“ – „Möchten Sie Ihre Koffer, Fräulein?“ Sie hatte ihn gedankenversunken völlig vergessen. „Oh, na klar.“ Während dieser das Gepäck mühsam aus dem Kofferraum holte, sah man in der Ferne eine Person nähertreten. Mit schnellen Schritten kam sie auf das Taxi zu und stellte sich sogleich vor. „Hi, mein Name ist Rakel Raske. Du musst Viviana sein.“ – „Viviana Martines, freut mich Sie kennen zu lernen.“ Rakel lächelte sie breit an und wechselte einige Worte mit dem Fahrer auf Schwedisch. Dann überreichte sie ihm etwas Geld und bedankte sich.

Viviana, welche nun schon seit einiger Zeit draussen stand, fing langsam an zu zittern. Mit dementsprechend bebenden Händen schlüpfte sie in die Jackentasche und nahm Zigaretten und Feuerzeug heraus. Nach einer so langen Fahrt hatte sie eine Portion Nikotin nötig. Rakel nahm das Gepäck des Neuankömmlings und machte einige Schritte. „Kommst du? Wir haben noch ein kleines Stück zu laufen.“ – „Sagen Sie, wie kalt ist es denn momentan?“, fragte die Braunhaarige und nahm einen weiteren Zug von ihrer Zigarette. „Als ich von der Klinik losgelaufen bin, waren es etwa 3 Grad unter null.“ – „Was?“ – „Ach, das ist noch ziemlich mild für unseren Januar. Normalerweise haben wir im ersten Monat des Jahres durchschnittlich etwa 10 Grad minus.“ Toll, dachte sich Viviana, das wurde einem ja nur noch warm ums Herz… „Ach, übrigens, nenn mich Rakel. Die Förmlichkeiten müssen nicht sein. In nächster Zeit wirst du ja eine Weile bei uns bleiben und da werden solche Floskeln gemieden.“

Im Aufenthaltsraum der Klinik Wholesome North, was übersetzt „gesunder Norden“ bedeutet, sass Maureen und kritzelte mit einigen Stiften in ihrem Heft herum. Das klappte aber nicht so gut, da einige davon schon recht stumpf waren und nur vom Personal angespitzt werden durften. Die Schönheit mit ihren weiss-grauen Haaren litt unter der Sucht, sich selbst zu verletzen. Bereits 2 Jahre lang konnte sie die Klinik ihr zu Hause nennen, da sie mehrmals rückfällig geworden war. In einem unachtsamen Moment der Pfleger vor einer Woche rammte sie sich ein frisch angespitztes Bleistift in den Arm. Nur noch ein Pflaster erinnerte an das Ereignis. Maureen wandte ihren Kopf zur Tür, als sie Schritte vom Flur hörte. Ein junger Mann trat herein und sein schwarzer Haarschopf bewegte sie bei jeder Bewegung, die er machte. „Hallo!“, rief er ihr zu und kam näher. Erstaunt über die fröhliche Art des Fremden weitete sie ihre Augen aber kurz darauf schlich sich ein Lächeln auf ihre Lippen. „Hi, ich bin Maureen. Wer bist du?“, fragte sie ihn. Normalerweise besuchte niemand die Klinikinsassen und wenn, schon gar nicht im Januar. „Ich bin Tobi. Ich fange hier als Pfleger an.“ Tobi erwiderte ihr Lächeln und grinste breit zurück. Er konnte einen kurzen Blick auf das Heft erhaschen, bevor die 18-jährige es schloss. „Du zeichnest Ballons?“ – „Ja. Ich mag Ballons.“ Ihre Stimme wurde leiser und sie stand auf. Kurz blickten ihre braunen Augen in die seinen, ebenfalls braunen. Dann senkte sie den Blick und stapfte an ihm vorbei. „Bis dann.“, rief er ihr nach, aber es schien, als wäre sie bereits ausser Reichweite.

In Zimmer 4 machte sich gerade ein Rotschopf daran, einen Joint zu drehen, als Hidan hereinkam. Der 20-jährige half in der Klinik aus und war sozusagen das „Mädchen für Alles“. Er besuchte seinen Freund Sasori oft in seinem Zimmer, wenn er mal Pause hatte. „Hey Alter, du weisst, dass du das nicht darfst.“ Hidan blickte geschockt zur Tür und schloss sie vorsichtshalber. „Sei froh, dass Ra und Ally im Moment nicht da sind. Die würden dich zu Gehacktes verarbeiten…“ Sasori blickte zu ihm hinauf und zündete sich den Joint an. „Beruhig‘ dich. Ausserdem warst du derjenige, der mir das Zeug besorgt hat.“, sagte er mit einem Grinsen.

Hidan stöhnte und sah den Insassen mitleidig an. „Na, wenn du so darum bettelst und schon halb verreckst, da kann ich nicht anders. Und genau deswegen möchte ich nicht, dass du hier einfach rumrauchst! Wenn Ally davon Wind kriegt…“ – „Dann steh‘ ich dafür ein, mach dir nicht in die Hose, Mann.“, ergänzte Sasori den Satz. Schon komisch, dachte er, wie ängstlich Hidan ist, wenn es um Ally geht. Er will sich das wohl wirklich nicht vermasseln. Gedankenversunken schüttelte er den Kopf und wandte sich wieder an die Aushilfe. „Willst du mal?“ – „Ich kann nicht, ich hab Schicht…“ Und mit diesen Worten entschloss sich Hidan zu gehen. „Lass dich erstens, nicht erwischen, und zweitens, beseitige alle Spuren.“ – „Klar! Das mach ich doch immer.“ Der Rotschopf sah ihm nach und nahm erneut einen Zug. Er merkte, wie der Hauptbestandteil von Marihuana und der damit verbundene Rauschzustand anfing zu wirken. „Oh mein schönes THC…“, trällerte er leise, während er sich langsam zurück aufs Bett sinken liess.

„Also Itachi. Dein Test war positiv… Willst du mir etwas sagen?“ – „Öh… nö.“, erwiderte der Angesprochene und sah seinen Ersatzpfleger ohne jegliche Regung im Gesicht an. Seine eigentliche Pflegerin Alice Craig war für eine Woche in die Stadt gegangen, um die wichtigsten Angelegenheiten mit den Behörden zu klären und die meisten Einkäufe zu machen. Sie würde erst wieder diesen Abend zurückkommen, was bedeutete, dass Itachi eine Stellvertretung bekam. Eines der Grundsätze der Wholesome North-Klinik war, dass die Patienten je eine Betreuungsperson erhielten, an die sie sich wenden konnten. So wurde der Stress, der ohnehin schon reizbaren Insassen, nicht weiter erhöht, weil sie jedes Mal die gleiche Person pflegte. Und fiel einer aus… dann wurde sie temporär ersetzt. Der Ersatz für Ally war ein junger Mann mit schwarzen Haaren und beinahe schwarzen Augen. Er trug eine Brille und leichte Freizeitkleidung, darüber das obligatorische, weisse Gilet, welches ihn als Pfleger kennzeichnete. Er war von leichter Statur und hatte immer besonders gut zurechtgemachte Haare.

Seine Augen durchrangen die des 19-jährigen Abhängigen eindringlich. Er seufzte und hielt ihm eine kurze, aber wirklich kurze Predigt über seine Rückfälle. „Ach lass‘ doch sein, Sasuke.“ Itachi war am Rande des Wahnsinns. Er wurde von seinem kleinen Bruder bevormundet. „Nichts lass-sein, Itachi. Sag‘ schon, wo hast du das Zeug her?“ Doch der ältere der Beiden hörte einfach nicht mehr hin und legte sich ins Bett. Sasuke musste wieder zur Anfangsmethode greifen. Er nahm eine Fernbedienung aus seiner Kitteltasche und schaltete die Kamera an. „Du wirst mir spätestens zeigen, wo du das Heroin versteckt hast, wenn die Entzugserscheinungen beginnen.“ Itachi lief ein unheilvolles Schaudern über den Rücken, denn er wusste, wie Recht sein kleiner Bruder hatte… Spätestens in 12 Stunden würde er es nicht mehr aushalten können. Schon zu vertraut war er mit den Erscheinungen, doch immer wieder aufs Neue erlag er ihnen und musste den nächsten Trip haben.

Mit enormer Kraft wurde die Eingangstüre der Klinik aufgestossen und genauso schnell wieder zugeschlagen. Schneebedeckt standen Viviana und Rakel nun im Flur und erstere zappelte wie ein trockener Fisch. Sie waren gerade zu in einen Schneesturm geraten, welche um die Umgebung von Luleå zog und bald über ganz Mittelschweden vorbeigerauscht war. „Hallo-o-o! Ich bin zu Hause!“, rief die 19-jährige Pflegerin quer durch die Klinik. Tatsächlich, denn die meisten Pfleger wohnten zugleich an ihrem Arbeitsort. Es war praktisch und bei Notfällen waren sie sofort zur Stelle. Nur einige Sekunden nachdem sie das gesagt hatte, kam Deidara quer um die Ecke herumgerannt. Der blonde Sunnyboy begrüsste Rakel umschwänglich und stellte sich auch Viviana vor. „Hi, ich bin Deidara und du?“ Sprachlos von dieser Begrüssung und der ganzen Situation allgemein stammelte Viviana erst nach einer kurzen Schaltpause ihren Namen. „Yeah! Endlich bist du da.“ Deidara freute sich wie ein kleines Kind, während die Angekommene einen fragenden Blick zu Rakel warf. „Vorgestellt habt ihr euch ja schon. Viviana, Deidara wird dein Pfleger sein. Er freut sich so, weil er bisher keine sozusagen eigene Patientin hatte, sondern nur Stellvertretung war.“ Deidara huschte mit dem Gepäck davon und die rothaarige Rakel konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Ich wünsche dir bereits jetzt viel Spass mit unserem Blondschopf.“

Sie liefen den Flur entlang bis sie vor einer Türe standen. Darauf stand „Zimmer 6, Viviana Martines, zust. Pfl. Deidara“ und mit einem Ruck öffnete Rakel die Türe, um dem Neuling ihre Bleibe zu zeigen. Das Zimmer war nicht besonders gross, aber es hatte genug Platz. Die Möbel waren allesamt neu und wegen der ungewollten, aber auch gewollten Verletzungsgefahr abgerundet und geschliffen. Die Wände wurden hier und da von einem hellen und warmen Orange durchzogen, welches in Rillen, Wellen, Kreisen und sonstige denkbare Figuren überging. Ein Teppichboden verlieh dem Zimmer weitere, heimelige Nuancen und ein grosses Bett und genügend Stauräume für Kleider und persönliche Sachen rundeten das Ganze ab. In der Mitte befand sich ein kleiner Tisch, auf dem ein kleiner Korb mit frischen Früchten und Schokolade stand sowie ein Willkommensgruss der ganzen Belegschaft. „Ich hoffe es gefällt dir. Die anderen Zimmer sind eigentlich genauso