Ninja wider Willen

Ein Ausflug mit Folgen

Kapitel 1

Es war schon spät, als ich nach Hause rannte und mich auf die Standpauke meiner Eltern vorbereitete. Die Kirchturmuhr schlug schon Mitternacht. So spät abends, waren die Straßen nicht nur sehr dunkel, sondern auch beunruhigend leer. Als ich 10 Minuten später zu Hause ankam, sah ich meine Mutter schon durchs Fenster gucken. Sie öffnete mir die Tür und schaute mich erwartungsvoll an. „T-tut mir leid, aber ich kann alles erklären.“ Ich betrat das Haus und schloss leise die Tür. „Da bin ich aber mal gespannt.“, antwortete meine Mutter. Um ehrlich zu sein, ich war auch gespannt darauf, meine Erklärung zu hören. Mir fiel leider keine glaubwürdige Erklärung ein, also lächelte ich sie einfach entschuldigend an und hoffte, die Sache wäre damit gegessen. Da irrte ich mich aber gewaltig: „Mir reicht's!“ Ich zuckte zusammen, da ich meine Mutter so noch nie erlebt hatte. Sie atmete tief ein, schloss die Augen für einen Moment und dachte nach. „Mama...?“, fragte ich. Sie öffnete die Augen, atmete wieder aus und fing an zu sprechen: „Ich werde deinen Bruder anrufen, du wirst für eine Weile bei ihm wohnen.“ Entsetzt starrte ich meine Mutter an. Bis ich mich wieder bewegen konnte, war sie schon in der Küche verschwunden. „Das kann nicht dein Ernst sein!“, schrie ich und rannte in die Küche. „Doch. Ich werde ihn morgen anrufen.“, sagte sie bestimmt. „Ich soll nach Konoha?!“ „Ganz genau.“ Sie lächelte. „Aber Mama, das ist ein Kaff!“ Ich versuchte so bemitleidenswert wie möglich zu klingen. Doch es klappte nicht. „Jetzt geh ins Bett, ich werde das auch tun.“ Sie verschwand nach oben. Kurz sah ich ihr noch nach, dann machte ich mich selber auf den Weg. Ich machte mir nicht mehr die Mühe mich umzuziehen, sondern legte mich einfach mit meinen normalen Klamotten ins Bett. Jetzt war das doch sowieso egal.

Am nächsten Morgen, stieg ich aus dem Bett und ging sofort in die Küche. Meine Mutter telefonierte gerade: „Ja, ist gut. … Natürlich nicht. … Aber klar, es ist ja auch nicht für immer. …“ Sie lachte kurz auf, verabschiedete sich und stellte den Hörer wieder auf die Gabel. „Mit wem hast du da telefoniert?“ Ich kniff die Augen zusammen. „Mit deinem Bruder. Nach den Sommerferien, wirst du zu ihm ziehen. An der Schule meldet er dich heute an.“ Meine Mutter lächelte scheinheilig. „Das kannst du nicht machen! Dazu hast du kein Recht!“, schrie ich. „Das ist so unfair!“ „Was soll denn das Geschrei?“ Ich drehte mich um und erblickte meinen Vater. „Mama will mich nach Konoha schicken.“, antwortete ich ihm. Ich verschränkte die Arme vor der Brust und wendete mich wieder meiner Mutter zu. „Ach so...“ „Du wusstest das?!“ Ich drehte mich wieder zu meinem Vater. „Natürlich.“ Er zuckte die Achseln. Mir stiegen Tränen in die Augen, da ich aber nicht wollte, dass sie das sehen, rannte ich in mein Zimmer und schmiss mich aufs Bett. Mein Handy piepte. Ich guckte, wer mir schrieb. Es war Anna: „Hey, was los? Du bist gestern einfach so verschwunden. Wir haben nicht mehr so lange Ferien, den Rest musst du noch nutzen. ;***“ Ich tippte etwas in mein Handy und las es noch einmal laut vor: „Es gibt für mich keine Ferien mehr, muss zu meinem Bruder. Für sehr lange Zeit. Tut mir leid, ich werde dich echt vermissen. :''( !“