Ninja wider Willen
Besuch bei Itachi
Kapitel 5
Es war mir ein Rätsel, wie ich am nächsten Morgen das Bett verlassen konnte, da ich höchstens eine Stunde geschlafen hatte. „Auf -...“ Kakashi unterbrach seinen Satz, weil ich schon längst angezogen und fertig gemacht war. „Du bist schon wach?“ Ich nickte und rieb mir verschlafen die Augen. „Na gut... also, das Frühstück ist schon fertig, du kannst runtergehen.“, sagte Kakashi, während er mich weiter musterte. „Ist was?“, fragte ich, wobei ich an ihm vorbei in die Küche lief. Er holte mich innerhalb von Sekunden ein: „Nein, ich wundere mich nur, dass du schon wach bist...“ Ich nickte und signalisierte, dass ich ihn verstanden hatte. Beim Frühstück, gähnte ich mehrmals. „Wie lange hast du heute geschlafen?“, fragte Kakashi mich. „Ähh... ungefähr eine Stunde...?“, sagte ich leicht schuldbewusst, obwohl ich auch nichts dafür konnte. „Warum? Wegen deinem „Telefonat“ gestern?“ Kakashi zwinkerte mir zu. Ich wurde rot. „Du wusstest, dass es kein Telefonat war?“, fragte ich. „Natürlich, denkst du ich bin blöd?“, lachte er. „Ich glaube, das willst du gar nicht wissen... Aber, warum hast du nichts unternommen?“, fragte ich. Meine Mutter erlaubte mir nicht mal, einen Jungen zu mir einzuladen, geschweige denn zu einem zu gehen. „Ich will dich doch nicht vor Naruto blamieren...“, sagte Kakashi. „Bitte?! Du glaubst, Naruto war hier?!“ Ich sprang von meinem Stuhl auf und guckte ihn sauer an. „Ja natürlich. Ich hab doch gesehen, wie du ihn anguckst. Aber er ist ein netter Bursche, also ist es ok.“, antwortete er und biss von seinem Brötchen ab. „1. Naruto war nicht hier! 2. Ich will nichts von ihm! 3. Hör auf das zu behaupten!“, schrie ich wütend. „Wenn Naruto nicht hier war..., wer denn dann...?“, fragte Kakashi. Ich schluckte und setzte mich wieder hin. „Jemand aus meiner Klasse, du musst dir also keine Sorgen machen.“ Ich lächelte ihn schief an. „Ich frage dich zum letzten mal, wer war hier?“ Kakashi sah mich eindringlich an. „Ein Junge mit schwarzen Haaren.“, sagte ich. „Oh guck mal, es ist schon spät wir sollten los.“ Ich wollte losgehen, doch Kakashi hielt mich am Handgelenk fest. „Ich höre.“ „Hab ich dir schon erzählt, dass ich heute nicht mit dir nach Hause fahre?“, fragte ich, um vom Thema abzulenken. Kakashi hielt mich noch fester. „Er heißt Sasuke, du wirst ihn kennen.“, sagte ich. Kakashi kannte meine ganze Klasse, schließlich war er ja mein Lehrer. „Sasuke?“, fragte er ungläubig. „Ja, ich konnte es auch nicht glauben.“, antwortete ich ihm. „Was wollte er denn?“ Kakashi's Blick trug Neugier mit sich. „Och...“ Ich guckte in die Luft und hoffte, eine Antwort zu finden. Nach kurzem überlegen, fiel mir etwas ein, das wenigstens halbwegs glaubwürdig klang: „Er wollte nur nach den Hausaufgaben fragen.“ „Und deshalb kommt er nachts durch das Fenster in dein Zimmer?!“ Kakashi runzelte die Stirn. „Da siehst du mal, wie wichtig manchen die Schule doch ist...!“, sagte ich und kratzte mich nervös am Kopf. Kakashi nahm es mir nicht ganz ab, fragte aber nicht weiter nach. Er ging stattdessen zum Auto und fuhr mit mir in die Schule. „Ach ja, vorhin sagtest du, du fährst heute nicht mit mir. Mit wem denn dann?“, fragte Kakashi, dabei sah er mich aus dem Augenwinkel an. „Mit dem Bus.“, log ich. Er nickte verständnisvoll. „Das kann ich verstehen, Naruto fährt ja auch Bus...“ Verschwörerisch guckte er mich an. Ich erwiderte seinen Blick, allerdings eher feindselig. An der Schule angekommen, drückte mir Kakashi ein bisschen Geld in die Hand und verschwand. „Wir sehen uns nachher zu Hause!“, rief er mir noch zu, ehe er ging. „Ja, ich komm aber etwas später!“, rief ich ihm hinterher. Ich wusste nicht wo ich lang musste, weil ich gestern nicht richtig aufgepasst hatte. Deshalb ging ich einfach irgendwo lang. Das konnte ja nicht so schwer sein... Leider, war es schwerer als gedacht, daher war ich froh, als ich eine vertraute Stimme hinter mir hörte: „Hey, Caro!“ Ich drehte mich zu dem Wuschelkopf um und drückte meine Freude ihn zu sehen wirklich sehr aus: „Kibaaaaaaaaaaa!“ Gleich danach fiel ich ihm um den Hals. Er wurde rot im Gesicht. „Du bist meine letzte Rettung.“, sagte ich, nachdem ich ihn wieder losgelassen hatte. Seine Röte war noch immer da. „Wo brennt's denn?“, fragte er. „Ich hab mich verlaufen...“, antwortete ich. Er grinste. „Ich hatte mich schon gewundert, wo du lang willst.“ Ich versetzte ihm einen leichten Stoß in die Rippen, bevor wir dann zusammen in den Klassenraum gingen. „Ach, was ich dir noch sagen wollte...“ Kiba guckte mich mit seinen tier- artigen Augen an. „... morgen haben wir Sport, deshalb solltest du Sportsachen mitbringen.“ Ich nickte kurz, dann kam der Lehrer in die Klasse und ich setzte mich. Wir hatten gerade Kakashi... „Also, ich hab euch Arbeitsblätter mitgebracht. Die macht ihr jetzt einfach.“ Er verteilte die Blätter, setzte sich ans Pult und fing an zu lesen. „Du, Neji?“, flüsterte ich und stupste ihn dabei an. Er guckte zu mir. „Wen haben wir in Sport?“, fragte ich. „Herrn Gai.“, antwortete Neji. „Wir haben mit einer anderen Klasse zusammen Sport, die sind aber alle schon etwas älter als wir.“ „Warum?“, fragte ich ihn. Er zuckte die Achseln. Ich widmete meine Aufmerksamkeit wieder meinen Arbeitsblättern, bevor Kakashi noch kam. Es sah aber nicht so aus, als würde er überhaupt auf jemanden achten, denn er starrte gebannt auf sein Buch. Das hat er gestern in der Stunde, in der wir ihn hatten auch schon gemacht. „Ich möchte mal wissen, was der da die ganze Zeit liest.“, flüsterte ich, während ich zu Neji spähte. Dieser grinste leicht. „Das weiß keiner. Wenn man ihn fragt, sagt er das wäre nicht wichtig. Naruto hat mal versucht ihm das Buch wegzunehmen, aber leider ohne Erfolg...“ „Hmm... ich werde mal versuchen herauszufinden, was das für ein Buch ist...“, sagte ich zu Neji und lächelte verstohlen.
Als der Unterricht endlich beendet war, ging ich alleine auf den Schulhof und guckte mich nach Sasuke um. Er war nicht zu sehen. Erleichtert atmete ich auf und schloss für einen Moment die Augen. „Du machst einen großen Fehler.“ Erschrocken schrie ich auf. Ich öffnete die Augen und sah Sasuke vor mir. „Es macht dir Spaß mich zu erschrecken, oder?!“, schlussfolgerte ich. „Vielleicht...“, sagte er. Ein kurzes Grinsen huschte über seine Lippen, dann wurde er wieder ernst. „Trotzdem. Du kannst ihn nicht treffen!“ „Ach, und das kannst du bestimmen?“ „Nein, aber ich kann dich warnen. Du kennst ihn nicht! Er ist ein schleimiger blöder mieser fieser -...“ Ich schnitt Sasuke das Wort ab: „Im Klartext, du kannst ihn nicht leiden. Vielleicht bereut er ja, was er gemacht hat.“ „Das wage ich zu bezweifeln.“, entgegnete er. „Du weißt nicht, was er macht, wenn ihr allein seid.“ Ich guckte Sasuke angewidert an. „Das glaubst du doch nicht im ernst, oder?!“ „Ich würd's ihm zutrauen.“, antwortete er Achsel zuckend. „Ich bin mit ihm Auto gefahren, allein. Da hat er auch nichts gemacht!“ „Ja, im Auto...“, gab Sasuke zu bedenken. Ich stöhnte kurz genervt. „Mach dich doch mal locker! Es geht dich eigentlich gar nichts an! Hätte ich dir das mal nicht erzählt...!“ In dem Moment, in dem Sasuke noch etwas erwidern wollte, hielt der rote Porsche seines Bruders vor der Schule. Sasuke guckte hasserfüllt an mir vorbei. „Wenn du mich entschuldigst, ich bin dann mal weg.“, verabschiedete ich mich und ging zu Itachi. „Hey! Na, wie geht’s?“, fragte er mich. „Gut soweit. Und dir?“ „Auch.“ Er lächelte freundlich und machte die Autotür auf. Ich stieg ein, er machte das gleiche, dann fuhr er los. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich wie Sasuke mir fassungslos hinterher guckte. Irgendwie tat er mir leid. Ich drehte mich wieder zu Itachi. „Ähm... was sollen wir zuerst machen?“, fragte ich. „Mir ist das egal. Wir können in die Stadt gehen, ins Kino, ich kann dich auch nach Hause bringen oder ich kann dir mein Zuhause zeigen.“ „Ich denke -...“ Plötzlich fing mein Handy an zu klingeln. „Warum jetzt?!“, fauchte ich leise, während ich mein Handy aus der Tasche kramte. „Ja?!“, fragte ich, den Hörer am Ohr, genervt. „Hey, Caro. Kiba und ich gehen ins Kino, kommst du mit?“, fragte die andere Stimme. „Naruto? Bist du das?“, fragte ich. „Ja, wer denn sonst?“ Ich konnte ihn zwar nicht sehen, war mir aber sicher, das er grinste. „Sorry, hab schon was anderes vor. Vielleicht morgen?“, fragte ich schnell. „Ok, das geht auch. Dann bis morgen in der Schule.“, sagte Naruto. „Ja, bis dann.“, antwortete ich und legte auf. „Dein Freund?“, fragte Itachi. „Ein Freund.“, korrigierte ich. „Also, von mir aus können wir erst mal zu dir nach Hause und dann sehen wir weiter.“ Itachi nickte. „Geht klar.“ „Ähm... sag mal... hast du einen Bruder? Sasuke?“, fragte ich vorsichtig. „Ja... wieso?“ „Er ist in meiner Klasse.“, sagte ich. „Und?“, fragte Itachi. „Ich finde ihn seltsam...“, sagte ich. „Das ist er auch.“, lachte er. „Bei uns herrscht allerdings seit einigen Jahren Funkstille...“ „Warum?“, fragte ich. Ich versuchte dabei verwundert zu klingen, da ich ja eigentlich nichts von seiner... Vorgeschichte wissen sollte. „Er gibt mir die Schuld dafür, dass unsere Eltern gestorben sind.“, sagte Itachi nach einer Weile. „Das verstehe ich nicht.“, antwortete ich. Ich verstand es wirklich nicht. „Nun ja... ich hatte mal einen Autounfall. Meine Eltern saßen hinten im Auto... mir ist jemand von hinten rein gefahren. Meine Eltern und ich waren im Krankenhaus, aber... sie haben nicht überlebt...“ „Aber, dann war es ja gar nicht deine Schuld!“, sagte ich aufgeregt. „Sasuke sieht das