Ninja wider Willen

Ninjas?!

Kapitel 6

Der nächste Tag brach an. Wie immer riss Kakashi mich aus meinen Träumen: „Aufstehen, Schlafmütze! Ich hoffe du bist fit für Sport.“ „Was?“ Ich stand langsam aus dem Bett und schwankte zum Bad. Schnell sprang ich unter die Dusche, damit ich wach wurde. Das Wasser war eiskalt, sodass ich kurz aufschrie. Kakashi duschte immer kalt, und wenn ich mich dann unter die Dusche begab, bekam ich zuerst einen Schock, bis das Wasser endlich warm wurde. Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, rief mich Kakashi schon von unten: „Kommst du?“ „Bin gleich bei dir!“, rief ich zurück. Kakashi empfing mich unten schon, mit offener Tür und Autoschlüssel in der Hand. „Bin ich so spät dran?“, fragte ich. Mit schnellen Schritten gingen wir zum Wagen und stiegen ein. „Ein wenig.“ „Ok, seid wann ist dir Pünktlichkeit so wichtig?“ Kakashi fuhr los. „Gar nicht, aber ich verliere sonst meinen Job.“, gab er zurück. „Ach so, dafür lohnt es sich natürlich pünktlich zu kommen.“, sagte ich frech grinsend. „Wenn du mal arbeiten musst, verstehst du das.“, entgegnete Kakashi, dem es wohl gar nicht gefiel, dass ich mich über ihn lustig machte. Ich sagte lieber nichts mehr, da Kakashi sehr genervt zu sein schien. Er sagte auch kein Wort mehr, anscheinend hatte er schlechte Laune. Vielleicht hatte er nicht gut geschlafen? Ich war erleichtert, als wir die Schule erreichten, da ich diese Stille einfach nicht mehr aushielt. Kakashi drückte mir wie immer etwas Geld in die Hand und ging. Ich dagegen, versuchte den Weg zur Sporthalle zu finden. „Es ist schon genug Sport den ganzen Schulhof nach einer Halle abzusuchen...“, murmelte ich sauer. Ich rannte schon seit fast einer halben Stunde durch die Gegend. Die Halle musste doch irgendwo sein. Ich ging noch ein paar Schritte, als ich ein großes Gebäude sah. Es war etwas weiter entfernt und gehörte nicht zur Schule, zumindest nicht direkt. Ich lief einfach darauf zu, schaden konnte es ja nicht. Nach zwei Minuten, entdeckte ich meine Klasse. Ach, also war das unsere Sporthalle? Von weitem erkannte ich, wie Naruto auf mich zu gerannt kam: „Hey, da bist du ja!“ Naruto kam immer näher, bis er vor mir stand. „Hi, bin ich zu spät?“, fragte ich. Naruto und ich gingen wieder zurück zu den anderen. „Nein, Gai ist gerade erst gekommen.“, antwortete er. „Ach so, na dann.“, meinte ich. „Weißt du, was wir heute machen?“ „Ich schätze mal, wir fangen mit Aufwärmtraining an, also 20 Runden um die Halle, das Übliche halt.“, gab Naruto Achsel zuckend zurück. Ich fing laut an zu lachen. Naruto sah mich verwirrt von der Seite an. Als ich mich ein gekriegt hatte, waren wir schon wieder bei dem Rest der Klasse. Herr Gai schloss die Halle auf und ging in seine Umkleide. Als ich mich umgezogen hatte, guckte ich mir die Klamotten der anderen Mädchen an. Alle hatten Sporthosen, die bis übers Knie reichten und komische Handschuhe oder Verbände an den Händen. Das gleiche, was Kakashi mir gestern andrehen wollte. Wirklich alle trugen das, nicht nur die Mädchen. Nachdem sich alle in der Halle versammelt hatten, fiel mir auf, dass noch ältere Schüler da waren. Stimmt, das hatte Neji ja auch gesagt. Gai schaltete sich wieder ein: „Also, wir machen jetzt das Übliche Aufwärmtraining: 20 Runden um den Block, dann versammelt ihr euch wieder hier.“ „Was ist das denn für ein Lehrer?!“, flüsterte ich Naruto zu. „Ein ganz normaler.“ Naruto stockte. „Obwohl, eigentlich hat er einen Knall...“, fügte er hinzu. „Ok? Meint der das denn ernst?“, fragte ich. „Natürlich, was denkst du denn?“, erwiderte Naruto. „Los!“, schrie Gai und alle fingen an zu rennen. Und wie! Manche hinterließen sogar Staubwolken. Staunend guckte ich den anderen hinterher, während ich anfing zu joggen. Die meisten hatten schon fünf Runden hinter sich, als ich gerade mal dabei war die erste zu rennen. Naruto stoppte, als er mich hinter den anderen her trotten sah: „Warum rennst du so langsam?“ „Langsam?!“, fragte ich empört. „Also ich nenne das normal.“ Er schüttelte nur den Kopf und rannte weiter. Wie schnell er alle wieder einholte... Normal war das sicher nicht. Die haben einfach schon mehr trainiert als ich, redete ich mir ein. Nachdem ich sieben Runden geschafft hatte, waren alle anderen schon fertig. Völlig erschöpft kam ich bei ihnen an. Ich musste erst mal tief Luft holen. „Wie...hast...du das...nur geschafft?“, fragte ich Naruto, der nicht mal ein kleines bisschen erschöpft wirkte. „Na ja, ich bin gerannt.“, sagte Naruto. Gai ging durch die Klasse und drückte jedem eine Art Messer in die Hand. Erst guckte ich das komische Spitze Ding an, das da in meiner Hand lag, dann schaute ich an die Wand, wo plötzlich Zielscheiben raus kamen. „Gut, dann fangt mal an.“, sagte Gai und trat einen Schritt zurück. Ich schaute hilfesuchend zu Naruto, dieser aber warf das Ding einfach auf die Scheibe und traf genau ins Schwarze. „Äh, kann man sich damit nicht verletzen?“, fragte ich Gai. Die Klasse lachte. Fragend sah ich Naruto an. „Dazu sind sie doch da.“, lachte dieser. „Was?“, fragte ich verwirrt. Sogar der Lehrer lachte mich aus. Naruto hatte schon Tränen in den Augen vor lachen. „Wirf...einfach...auf die Scheibe.“, presste er aus sich heraus. Ich sah mich in der Klasse um. Kiba lag schon zusammengerollt auf dem Boden. Beleidigt nahm ich das Ding in beide Hände und zielte auf die Scheibe. In dem Moment, in dem ich das Ding warf, lief Sasuke dazwischen. „Nein!“, schrie ich. Sasuke blieb stehen und guckte mich an. Anstatt aber erschrocken zu reagieren, dass ein Messer auf ihn zufliegt, hob er einfach die Hand und fing es ab. Mir klappte die Kinnlade herunter. „Aber... du... das Ding... wie...“ Ich bekam keine Antwort, stattdessen flog das Ding zurück in meine Richtung. Ich bückte mich genau im richtigen Moment. Naruto, der hinter mir stand, fing es auf. „Sag mal hast du noch alle Tassen im Schrank?!“, schrie ich Sasuke sauer an. „Willst du mich umbringen du Idiot?! Ich hätte fast 'nen Herzinfarkt gekriegt!“ Sasuke guckte mich verständnislos an. „Was hast du für ein Problem?“, fragte er irritiert. „Alter, du hättest mich gerade fast mit dem Ding umgebracht!“, schrie ich. „Das ist abnormal!“ „Du weißt aber schon, warum die Schule so heißt, oder?!“, fragte Sasuke mich jetzt. Ich dachte kurz nach. Ninja-Akademie... Natürlich, der Name kam mir doch schon von Anfang an komisch vor. „Nur damit ich das richtig verstehe, du willst mir also erzählen, ihr werdet hier zu Ninjas ausgebildet?“, fragte ich ungläubig. Sasuke nickte. „Ihr seid doch alle nicht mehr ganz dicht!“ Mit diesen Worten lief ich aus der Sporthalle, nach draußen. Ich musste jetzt erst mal verdauen, dass meine Klasse voll von Ninjas war, die mich jederzeit töten konnten. Ein falsches Wort und Caro würde nicht mehr leben... „Alles ok?“, fragte Naruto, der mir gefolgt war. „Nein, nichts ist ok!“, gab ich mit weinerlicher Stimme zurück. Es kam einfach alles wieder hoch. Das meine Mutter mich weggeschickt hatte, dass ich mich in einen viel zu alten Mann verliebt hatte und natürlich, dass ich jederzeit getötet werden konnte. „Was ist denn los?“ Naruto stand jetzt direkt hinter mir. Ich sank zu Boden. „Ich gehe in eine Klasse, in der ich immer damit rechnen muss, dass ich umgebracht werde.“ Mir kullerten noch mehr Tränen an den Wangen hinab. „Was redest du da? Niemand wird dich umbringen.“ Naruto setzte sich neben mich. „Es ist ja nicht nur das...“, erwiderte ich. „...in der kurzen Zeit ist eine Menge passiert und...“Ich konnte nicht mehr sprechen, da ich einen dicken Kloß im Hals hatte. Naruto nahm mich tröstend in den Arm. Ich vergrub mich immer tiefer in der Umarmung und fing lauter an zu weinen. Der blonde strich mir sanft über den Kopf. „Du brauchst nicht weinen. Wenn dir jemand zu nahe kommt, bring ich ihn für dich um.“, versuchte Naruto mich zu beruhigen. Ich lächelte, was er aber nicht sah, da mein Gesicht noch immer auf seinem T-Shirt ruhte. „Danke, das ist lieb von dir.“, flüsterte ich. Naruto hob mein Gesicht an und guckte mir in die Augen. „Hab keine Angst, ich bin für dich da. Und jetzt hör auf zu weinen, ja?!“ Er strich mir die Haare aus dem Gesicht und wischte meine Tränen weg. Ich nickte, schniefte kurz und stand auf. „Willst du wieder rein gehen?“, fragte Naruto. Erneut fing ich an zu nicken. Benommen ging ich Richtung Halle. Naruto kam hinterher. In der Sporthalle, trainierten alle schon wieder weiter, bis sie mich entdeckten. Auf einmal wurde es still. Naruto stellte sich schützend vor mich, doch ich schob ihn zur Seite. Ich ließ meinen Blick über die ganze Klasse schweifen. Die finden mich jetzt bestimmt lächerlich, dachte ich. Lange konnte ich die Blicke der anderen nicht mehr ertragen, sodass ich mich zu Gai umdrehte: „Können sie mir noch mal so ein spitzes Ding geben, ich möchte auch trainieren.“ „Du meinst einen Kunai?“, fragte Gai. „Wenn das so heißt... Dann möchte ich eben einen Kunai.“, gab ich zurück. Gai kramte in seiner Tasche und holte einen heraus. „Hier, aber kannst du damit umgehen?“, fragte er, als er mir den Kunai übergab. „Nö.“, antwortete ich. Naruto grinste, als Gai mich verdattert anstarrte. Stumm grinste ich in mich hinein. Danach drehte ich mich zur Zielscheibe. Einmal tief Luft holen und... ich setzte an zu werfen, traute mich dann aber doch nicht. „Eins...zwei... zweieinhalb...zwei-dreiviertel...“ Naruto sah mich drängend an. Ich verstand ihn auf Anhieb. „Drei!“, schrie ich, schloss die Augen und warf. Langsam öffnete ich ein Auge, dann das zweite. Was ich sah überraschte mich wirklich sehr. „Du hast ins Schwarze getroffen!“, rief Naruto aufgeregt. Tatsächlich, ich hatte genau in die Mitte getroffen. „Ich... ich hab wirklich ins