Ninja wider Willen
Meine "innere Kraft"
Kapitel 8
Nach der Schule stand Kakashi schon am Wagen. „Wo ist das Buch?“, empfing er mich. „Welches Buch?“ Ich sah ihn unschuldig an. Wir stiegen beide ins Auto. „Hey, ich musste heute den ganzen restlichen Tag unterrichten.“, sagte Kakashi dann. „Nein, ehrlich?! Bei deinem Beruf, Lehrer, ist das ja auch ganz schlimm.“, gab ich giftig zurück. „Hier, du kannst es gerne wieder haben.“ Ich legte ihm das Buch auf den Schoß. „Danke.“ Kakashi sah kurz auf das Buch herunter und wurde rot. „Du ähm... du hast es doch nicht gelesen, oder?!“ „Keine Sorge, ein Satz reichte mir schon.“ Grinsend schielte ich auf das Buch. Kakashi hielt vorm Haus. „Wir sind da.“ Er nahm das Buch schnell wieder an sich und stieg aus dem Wagen. Ich folgte ihm ins Haus und ging in mein Zimmer. Dort angekommen, schleuderte ich meine Schultasche in die Ecke und setzte mich auf mein Bett. Ich sollte vielleicht Naruto schreiben, überlegte ich mir. Ich holte mein Handy heraus und bemerkte, dass ich eine neue Nachricht bekommen hatte. Sie war von Sasuke: „Wir trainieren heute um 16:00 Uhr!“ Ich seufzte und schaute auf die Uhr. Na dann musste ich ja gleich schon los. „Kakashi!“, schrie ich durchs Haus. Wenige Sekunden später stand er schon vor mir. „Was ist?“ „Du musst mich zum Trainingsplatz fahren.“, sagte ich und schaute ihn lieb an. Er stöhnte genervt. „Ok, dann komm.“ „Trag' mich!“, stieß ich leise hervor. „Du hast zwei gesunde Beine, lauf selber!“, antwortete Kakashi. „Ich will aber nicht!“, nörgelte ich. Kakashi sah mich genervt an, trug mich dann aber zum Auto. Vorher nahm er noch Schuhe und Jacke von mir mit. Im Auto zog ich mir beides an. „Ruf mich an, wenn ich dich abholen soll.“ Nach diesem Satz fuhr er wieder davon. Ich guckte mich auf dem Platz um. Ich war wohl die erste hier. Erschöpft ließ ich mich auf einen der großen Steine plumpsen. Warum ich erschöpft war, wusste ich nicht. Ich zückte mein Handy und schrieb Naruto eine SMS: „Hast du morgen Zeit? Brauche etwas Ablenkung.“ Heute hätte mir Ablenkung auch gutgetan, aber ich muss ja trainieren. „Oh, schon da?“ Ich schaute von meinem Handy auf, in das überraschte Gesicht von Gaara. „Ja, Kakashi hat mich mit dem Auto gefahren.“, gab ich als Antwort. Er nickte. „Sollen wir schon mal anfangen?“, fragte Gaara mich. Ich stand mürrisch auf. „Na schön...“ „Am besten holst du mal deine Waffen raus, damit ich dir zu allem die Grundlagen zeigen kann.“, sagte Gaara dann. „Waffen?! Ich hab keine Waffen!“ „Nicht mal eine einzige? Du musst dich doch auf etwas festlegen!“, meinte er. „Und Chakra hast du ja nicht...“ Ich lächelte ihn entschuldigend an. Er hatte ja recht. „Wo kann man denn Waffen kaufen?“, fragte ich versöhnlich. „Fast überall. Du kannst dir ja einen guten Laden von jemandem zeigen lassen.“, schlug Gaara vor. Ich nickte, als wäre es das normalste auf der Welt als Teenager Waffen zu kaufen. Gleich morgen könnte ich ja mit Naruto welche kaufen gehen. „Na gut, dann solltest du dich zunächst mal aufwärmen und ein paar Muskeln aufbauen.“ Gaara schaute auf meinen schmächtigen Körper runter. „Ich bin gar nicht so schwach!“ , verteidigte ich mich. „Gut, dann mach doch mal 10 Liegestütz.“, forderte Gaara. „Geht nicht...!“, murmelte ich missmutig. „Und wieso nicht?“, fragte er dann weiter. „Bin zu schwach...“, flüsterte ich ganz leise. „Was, ich hab dich nicht verstanden!“ Gaara hielt eine Hand ans Ohr, obwohl er mich natürlich verstanden hatte. „Ich bin zu schwach, ok?!“, schrie ich. Er zog die Hand weg und guckte zufrieden. „Deshalb machen wir Krafttraining.“ „Hab schon verstanden...“ Gaara drückte mich auf den Boden. „Hey!“ Sauer guckte ich ihn von unten an. „Am besten du beginnst mit ein paar Sit-Ups.“ Ich legte mich ins Gras und begann mit dem was Gaara mir vor geschrieben hatte. Nach sieben Sit-Ups war ich aber schon geschafft. Gaara hatte wohl recht damit, dass ich schwach war. Ich rappelte mich langsam wieder auf. Aus näherer Ferne, sah ich Sasuke schon kommen. „Hey, da kommt -...“ „Ich weiß!“ Gaara schien nicht sehr begeistert zu sein. „Mögt ihr euch nicht?“, fragte ich, doch Gaara war schon wieder auf einem Baum und trainierte für sich. Offensichtlich nicht, dachte ich mir. „Hab mich etwas verspätet.“, sagte Sasuke gleichgültig, als er auf mich zukam. Ich nickte. „Gaara, ist schon auf dem Baum und macht...“ Kurz guckte ich zu ihm nach oben. „...Baum-Stützen...?“ Er hing an dem Baum und machte eine Art Sit-Ups oder Liegestütz. „Wie auch immer, womit fangen wir heute an? Gaara hat mit mir schon etwas Krafttraining gemacht.“ Sasuke dachte kurz nach. Eigentlich war es ihm völlig egal, aber Gai hatte uns gesagt, wir müssten als Team bestehen, also waren die beiden gezwungen, mir was beizubringen. Ansonsten würden sie durchfallen. „Hast du Waffen mit?“, fragte Sasuke schließlich. Wie auf frischer Tat ertappt, guckte ich auf den Boden. „Puh... dann wirst du mal versuchen müssen, dein Chakra zu finden.“, beschloss Sasuke dann. „Gut, aber es gibt da ein kleines Problem: Ich habe keins!“ „Ich sagte ja auch finden!“, meinte er. „Ok, ich versuch's. Aber es wird nicht klappen.“ Ich setzte mich ins Gras und sah erwartungsvoll zu Sasuke hoch. Dieser setzte sich mir gegenüber. Wir saßen beide im Schneidersitz. „Jetzt musst du dich ganz stark konzentrieren. Bald wirst du dann eine Kraft in dir finden, die musst du nur noch freilassen.“, meinte Sasuke. Ich schloss die Augen und versuchte in mich zu gehen. Nach fünf Minuten, fand ich noch immer nichts. „Das klappt nicht!“, maulte ich. „Sh!“, fauchte Sasuke mich an. „Ist ja gut...“ Ich schloss die Augen wieder und suchte mein... Chakra...! Ja, ich war echt auf der Suche, nach einer inneren Kraft. Eine, die nicht mal existierte. Das bewies sofort, ich gehörte nicht hier hin. Nein, ich passte hier einfach nicht hin! Alle konnten etwas, das nicht normal war. Eher übernatürlich. Und ich war froh, wenn ich es schaffte einmal um die Sporthalle zu joggen. Das machte mich echt sauer! Klar, ich wusste ja von dem Ganzen nichts, aber... Oh man! Warum ich?, schoss es mir die ganze Zeit durch den Kopf. Es gab so viele Menschen, denen es nichts ausmachen würde, wenn ihr Leben noch verkorkster wäre, also, warum ich?! Plötzlich, fühlte ich etwas in meinen Händen. Sofort riss ich die Augen auf und guckte auf sie hinab. „Meine Hände glühen! Sasuke, was hast du gemacht?!“ „Ich hab gar nichts gemacht. Das warst du!“, behauptete dieser einfach. „Mein Hände glühen, ich verbrenne!“ Sasuke fing an zu lachen, genau wie Gaara. Ich hatte die beiden noch nie lachen sehen...! „Tut doch was!“, schrie ich. „Du verbrennst nicht!“, sagte Gaara, der sich als erster wieder gefasst hatte. „Hm?“ Er hatte recht, es tat mir ja nicht mal weh. „Aber... w-was...?“ „Das ist dein Chakra.“, klärte Sasuke mich auf. „M-m-mein... Chakra?“ Erneut ließ ich den Blick über meine Hände schweifen. „Ja. Du musst jetzt lernen, damit umzugehen.“, meldete sich Gaara wieder, der endlich vom Baum gesprungen war. „Ich wusste bis grade nicht mal, dass ich so was habe, umgehen kann ich damit bestimmt nicht! Und wie bekomme ich das Leuchten wieder weg?“, meckerte ich. „Hast du's schon mal mit pusten versucht?“ Gaara lächelte schief. „So blöd bin selbst ich nicht.“, entgegnete ich. „Aber jetzt sag schon! Ich kann doch morgen nicht mit glühenden Händen in die Schule gehen!“ „Das weiß ich leider auch nicht...“, bedauerte Gaara. „Und du?“, fragte ich Sasuke hoffnungsvoll. Der schüttelte nur den Kopf. „Aber, wir haben morgen Samstag, also musst du wenigstens nicht in die Schule.“, versuchte er mich aufzumuntern. Als Antwort zuckte ich nur gleichgültig die Achseln. Meine Stimmung hatte sich deutlich geändert. Ich war nicht mehr so wütend wie vorhin. Als ich wieder einen Blick auf meine Hände warf, war das Leuchten weg. „Es hat aufgehört...“ „Was?“ Ich hielt Gaara meine Hände vors Gesicht. „Na das Leuchten!“ Er drückte meine Hände sanft wieder runter. „Wie hast du das gemacht?“, fragte er dann. „Keine Ahnung, ich war einfach nicht mehr sauer, da hat es aufgehört...“ „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dein Chakra was mit deiner Stimmung zu tun hat...“, überlegte Sasuke. „Ist doch auch egal. Sind wir für heute fertig mit trainieren?“ Ich hoffte das sehr, da ich wirklich keine Lust mehr hatte. „Von mir aus.“, sagte Gaara. Sasuke nickte zustimmend. „Cool, dann ruf ich eben Kakashi an.“ Schnell holte ich mein Handy hervor und wählte seine Nummer. Meine beiden Teammitglieder, warteten und guckten mich die ganze Zeit an. Irritiert sah ich von meinem Handy auf: „Ihr könnt ruhig schon gehen.“ „Bist du dir sicher? Es wird langsam schon dunkel.“ Sasuke schaute besorgt in den Himmel. „Klar, ich bin schon groß.“, antwortete ich. „Na gut... dann sehen wir uns am Montag.“ Gaara verschwand in der Dunkelheit. Sasuke zögerte. „Geh schon, ich komm auch allein zurecht.“, versicherte ich ihm. „Wenn du meinst...“ Er entfernte sich ein paar Schritte, dann warf er noch mal einen Blick zu mir zurück. Er stockte, weiterzugehen. „Kakashi ist gleich da, keine Sorge.“ Ich verschränkte ungeduldig die Arme vor meiner Brust. Sasuke zögerte ein letztes mal, dann verschlang auch ihn die Dunkelheit. Ich starrte noch kurz angespannt in die Richtung, in die er verschwunden war um mich zu vergewissern, dass er wirklich weg war. Danach widmete ich meine Aufmerksamkeit wieder meinem Handy. Die Nummer hatte ich schon gewählt, nun musste ich nur noch auf das grüne Feld drücken. Mein Finger berührte schon fast das kleine Feld in der Ecke, als ich ein Geräusch vernahm. Es war ein Rascheln, das aus