Ninja wider Willen
Neues Zuhause, neuer Freund, neues Ziel, neues Leben!
Kapitel 11
Inzwischen war schon eine ganze Woche vergangen. Weitere Versuche mich zu entführen wurden zum Glück nicht gemacht. Das hätte ich auch nicht ausgehalten. Leider ging es Kakashi in der Zeit noch kein bisschen besser... Tsunade kam in mein Zimmer mit einem leichten Lächeln auf den Lippen: „Ich hab gute Neuigkeiten für dich.“ „Ja? Was ist denn?“, fragte ich gespannt. „Du kannst morgen wieder gehen, vorausgesetzt das du eine Unterkunft gefunden hast.“ „Sie kann bei mir wohnen.“ Naruto stand hinter Tsunade in der Tür. „Ähm, wenn du willst.“, fügte er hinzu. „Sicher!“ Tsunade seufzte. „So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Naruto, du wohnst doch nicht mal bei einer volljährigen Person.“ „Na und, das tue ich schon seid ich 12 bin.“, meinte er. Hatte er tatsächlich gesagt 12?! „Na schön ich will mal nicht so sein. Aber wenn du irgendwelche Beschwerden, Schmerzen oder Wunden hast, kommt ihr hierher! Auch wenn es eine noch so kleine Wunde ist.“ Das war an mich gerichtet. „Denn...“ Sie drehte sich zu Naruto um. „...nichts für ungut, aber du bist nicht sehr verantwortungsbewusst, Naruto.“ „Ich bin sehr verantwortungsbewusst, Tsunade!“, gab er beleidigt zurück. „Ach komm, du weißt nicht mal wie man das Wort buchstabiert.“, entgegnete Tsunade. Ihre Unterhaltung war wie ein Tennisspiel, nur das ich den Ball nicht sehen konnte... „Das muss ich auch nicht wissen, um es zu sein!“, erwiderte Naruto. „Stimmt, aber die Bedeutung kennst du auch nicht.“, behauptete Tsunade. „Oh doch, verantwortungsbewusst heißt, dass man sich gut um etwas kümmern kann.“, erklärte Naruto. „Richtig, aber genau das kannst du nicht.“ Die Hokage verschränkte die Arme vor der Brust. „Natürlich kann ich das!“, sagte der Blondschopf nachdrücklich. „Ach ja? Und wie war das mit deinem Goldfisch damals?“, fragte Tsunade herausfordernd. Naruto's Blick wanderte schuldbewusst auf den Boden. Das erste mal seit ich ihn kannte, war er still. „Ich hoffe nur, dass du Caro nicht auch verhungern lässt.“, sagte die blonde beim Rausgehen. „Du hast deinen Goldfisch verhungern lassen?“, fragte ich vorwurfsvoll. „Ich war erst sechs Jahre alt. Tsunade hält mir das immer noch vor.“, verteidigte Naruto sich. „Sechs, oder sechzehn?“, hakte ich grinsend nach. „Weißt du, ich sollte dich wirklich verhungern lassen.“, sagte Naruto frech. „Dein Pech das ich kochen kann.“ Ich wuschelte ihm durch die Haare. „Hey.“, beschwerte er sich und zupfte seine Haare wieder zurecht. „Oh, eitel der Herr?“ „Nur wenn ich vor schönen Frauen stehe.“, grinste er. Ich lächelte verlegen und mir stieg leichte Röte ins Gesicht. Naruto ging einen Schritt vor und... „Hey Leute!“ „Ahh!“ Erschrocken guckte ich zur Tür. Kiba stand in der, inzwischen weit aufgerissenen, Tür. „Ich hab gehört du kannst morgen wieder raus?“ „Ja..., stimmt.“ Ich wechselte einen Blick mit Naruto. Dieser war rot wie eine Tomate und stellte sich neben Kiba. „Super. Kannst du denn schon wieder trainieren?“, wollte Kiba von mir wissen. „Ja, aber ich soll mich noch schonen.“, stöhnte ich genervt. „Tsunade packt dich ganz schön in Watte, hm?“, fragte er mitfühlend. Ich nickte. „Na ja, sie hat aber auch recht.“, gab ich zu. „Wo willst du denn wohnen, wenn du wieder raus kannst?“ Kiba's Frage sollte so beiläufig wie möglich klingen. „Bei Naruto.“ Ich guckte kurz zu ihm rüber, doch er schaute stumm zu Boden. „Ja? Komisch, dass Tsunade nichts dagegen hatte.“, überlegte Kiba. „Nun ja...“ Naruto machte diese Bloß-nicht-Geste. Ich beendete meinen Satz anders als geplant: „...sie hält Naruto eben für verantwortungsbewusst.“ „Ach ja? Dann hat sie die Sache mit dem Goldfisch wohl vergessen...“ „Ja, scheint so...he he“, meldete sich Naruto wieder. Nervös kratzte er sich am Kopf. „Gut, Leute. Kiba, wolltest du nicht noch irgendwo hin?“, fragte ich nach. „Eigentlich..., obwohl jetzt wo du's sagst, ich muss noch mit Akamaru trainieren. Wir sehen uns.“, sagte Kiba zum Abschied. „Weißt du, vielleicht sollte ich auch besser gehen. Ähm, morgen hol ich dich dann so gegen Mittag ab, in Ordnung?“, meinte Naruto. „Klar und danke das du mich aufnimmst. Bis morgen.“, verabschiedete ich mich. Naruto winkte kurz und lief aus dem Krankenhaus. Nun war ich wieder allein. Morgen konnte ich aus dem Krankenhaus und wieder mit dem Training beginnen. Wenn ich endlich stark genug bin, werden die von Akatsuki ihr blaues Wunder erleben!, versprach ich mir in Gedanken. Ich konnte schließlich angeblich ein ganzes Dorf auslöschen, warum dann nicht auch Akatsuki? Ein ganzes Dorf auslöschen... auslöschen..., hallte es in meinem Kopf. Ich schüttelte meine Gedanken ab und setzte mich aufs Bett. „Auslöschen...“, hauchte ich. Wenn ich die Akatsuki wirklich umbringen würde, würde ich Menschen umbringen. Ich würde ein Mörder sein... „Ein Mörder...?“, flüsterte ich. Klopfen. „Caro?“ „Hey.“ Ich schüttelte mich kurz und sah zu Gaara auf. „Was machst du hier?“ Moment, Gaara?! „Gaara!“ Vor Schreck wäre ich fast kopfüber das Bett heruntergefallen. Ich erinnerte mich an den letzten Besuch von „Gaara“... „Verschwinde, komm mir nicht zu nah!“, schrie ich ihn an. Er stand stumm vor mir und guckte mich bedeppert an. „Geht es dir nicht gut?“, fragte er mich. „Soll ich wieder gehen?“ „D-du bist doch der echte Gaara..., o-oder?“, wollte ich von ihm wissen. Inzwischen hockte ich hinter dem Bett und lugte über die Bettkante. „Ja. Wen hast du denn erwartet?“, fragte Gaara genervt. „Magst du Sasuke?“, hakte ich nach. „Das hast du mich schon mal gefragt. Nein, ich mag ihn nicht.“, gab Gaara zurück. „Gut. Und -...“, fing ich an. „Was soll denn diese Fragerei? Wenn ich gehen soll, dann sag es doch einfach.“ Gaara stand schon wieder zur Hälfte im Flur. „Nein, tut mir leid. Aber es hat sich mal jemand als Gaara ausgegeben und seit dem bin ich eben vorsichtig.“, klärte ich ihn auf. „Es hat sich jemand als ich ausgegeben? Warum?“, quetschte Gaara aus mir heraus. „Das ist eine lange Geschichte und ich möchte diese Geschichte endlich mal vergessen, ok?!“, antwortete ich ihm, unfreundlicher als ich es vorhatte. „Ist gut. Eigentlich bin ich auch nur hier um dir zu sagen, dass ich für ein paar Tage weg sein werde.“, erzählte Gaara. „Was? Warum? Wo gehst du hin?“ Ich kam hinter dem Bett hervor, kletterte darüber und stellte mich vor Gaara auf. „Ich geh auf Mission. Vermutlich komme ich in einer Woche zurück.“ „Mission? Alleine?“ Interessiert blickte ich zu ihm. „Nein. Temari, Sai und Sakura kommen mit.“, sagte er. „Sakura kenne ich!“, rief ich. Was für einen Trainingspartner hatte sie eigentlich? „Kann sein. Sie macht aber nicht beim richtigen Kämpfen mit, deshalb hat sie auch keinen Paten.“ „Warum kämpft sie nicht?“, wollte ich wissen. „Weil sie ein Medizin-Ninja ist.“, meinte Gaara. „Ein was?“ „Das ist so etwas wie ein Arzt. Sie heilt die Leute, wenn sie sich verletzt haben.“, erklärte er. „Und warum kann sie dann nicht bei unserem Training dabei sein? Ich verletze mich andauernd.“, meckerte ich. „Na weil du dich nicht tödlich verletzt. Das wäre eine Verschwendung des Chakras!“ „Ist doch egal. Chakra ist unwichtig.“ Gaara trat einen Schritt zurück und musterte mich von Kopf bis Fuß. „Ohne dein Chakra wärst du tot!“, sagte er dann ernst. „Von mir aus, dann ist es eben wichtig.“ Ich verdrehte die Augen. „Ist jetzt doch auch egal. Kann ich auch mal auf eine Mission mit?“ „Nur wenn Tsunade dich fragt.“, antwortete Gaara. „Also niemals...“, murmelte ich. Er zuckte die Achseln. „Ich muss dann auch mal gehen.“ Er verschwand.
Am nächsten Morgen fand ich mich auf dem kalten Fußboden wieder. Ich muss in der Nacht heruntergefallen sein... Durch die Tür hörte ich, wie Schritte näher kamen. Schnell legte ich mich wieder zurück ins Bett und schloss die Augen. Jemand klopfte. Ich antwortete nicht, sondern tat so als ob ich schlafe. Da ich meine Augen geschlossen hielt, konnte ich nicht sehen, wer da mein Zimmer betrat. „Aufstehen.“ Die Person stupste mich an. Langsam tat ich so, als würde ich wieder „aufwachen“. „Naruto? Was machst du denn schon hier?“, fragte ich verschlafen. „Ich hab dir doch gestern gesagt, dass ich dich so gegen Mittag abhole.“, erklärte er. „Ist es denn schon so spät?“ Ich richtete mich wieder auf und guckte Naruto an. „Ja. Hast du schon gepackt?“, fragte er. „Ja, gestern Abend. Aber wir müssen noch Tsunade bescheid geben, dass wir gehen. Ich kann's kaum erwarten endlich wieder hier raus zu kommen.“ In Gedanken schwärmte ich schon von dem süßen Duft der Freiheit. Ich schmunzelte, da meine Gedanken so wirkten als wäre ich drei Jahre im Knast gewesen. „Gut, dann komm.“ Naruto stand schon wieder in der Tür. „Ist ja gut... Warte eben, ich muss mich noch anziehen.“, meinte ich und ging in das kleine Krankenhausbadezimmer. Nach 10 Minuten kam ich wieder heraus, wo Naruto mich schon mit einem Lächeln empfing: „Schön siehst du aus.“ „Äh, danke.“, sagte ich verlegen. Naruto nahm meine Tasche und ging mit mir in das Büro von Tsunade.
„Hey, Tsunade!“, begrüßte er die Hokage. „Naruto...!“, antwortete diese nicht sehr erfreut. „Wir wollten nur bescheid geben, dass wir gehen.“, erklärte ich unser plötzliches Auftauchen. „Ist gut. Und Naruto, du solltest dir angewöhnen zu klopfen.“, erinnerte Tsunade ihn. „Klar Oma-Tsunade.“ Er nickte eifrig. „Nenn' mich nicht Oma!“, motzte die Hokage. Naruto nickte erneut. Daranhalten würde er sich sowieso nicht. Denn, ich kannte ihn zwar erst seit ein paar Wochen, aber er gab sich wegen Höflichkeiten keine große Mühe. Das war