Ninja wider Willen

Ein bedauerlicher Fehler

Kapitel 13

„Wach auf. Caro... Hey, aufwachen!“ Jemand schüttelte mich leicht. Schlaftrunken schlug ich nach der Person. „Au!“ Diesmal schüttelte man mich fester. „Was ist denn?!“, nörgelte ich verschlafen. „Du musst aufstehen!“ Naruto stand mit verschränkten Armen vor mir. „Ich will nicht!“, maulte ich. „Ich habe keine Probleme damit einen Eimer mit Eiswasser zu holen!“, drohte er mir. Sofort sprang ich aus dem Bett. „Du bist genauso nervig wie Kakashi!“, warf ich ihm vor. Er grinste. „Danke. Ich gebe mein Bestes.“ Nach diesem Satz verschwand ich im Bad. Erstmals ging ich unter die Dusche. Endlich wieder warmes Wasser! Ob man's glaubt oder nicht, aber im Krankenhaus gab es aller höchstens lauwarmes Wasser, damit sich die älteren Leute nicht verbrühen...! Glaubt man denn so was?! Ich schnaubte.

Nach der angenehmen Dusche, wickelte ich mir ein Handtuch um, da ich meine Klamotten im Nebenzimmer vergessen hatte. Bevor ich das Bad verließ, guckte ich durchs Schlüsselloch um sicher zu gehen, dass Naruto nicht anwesend war. Als ich mir sicher war, dass die Luft rein ist, lief ich aus dem Zimmer heraus. Schnell kramte ich meine Klamotten aus dem Koffer. Ich hatte die Wahnvorstellung, dass Naruto jeden Moment ins Zimmer käme, wie das immer in Filmen zu sehen war. Natürlich war dies nicht der Fall. Ich seufzte und begab mich zurück ins Bad. Dort zog ich mich in Ruhe um, föhnte und kämmte meine Haare und schminkte mich ein wenig. „Bist du bald fertig?“, hörte ich Naruto's Stimme durch die Tür. Anstatt zu antworten, öffnete ich die Tür und nickte. „Gut, wir müssen gleich los.“, meinte Naruto. „Waaas? Kein Frühstück?!“, fragte ich entsetzt. Der blonde lachte. „Wie willst du nur jemals Ninja werden?“ „Was hat das denn mit Frühstück zu tun?!“, schmollte ich. „Wenn du auf einer Mission bist, hast du an manchen Tagen gar nichts zu Essen.“, antwortete er ernst. „Und das ist der Grund aus dem du mir mein Frühstück verweigerst?“ „Du kannst doch später etwas Essen.“, schlug Naruto vor. „Na schön...“ Widerwillig setzte ich mich in Bewegung.

Endlich hatten wir die Schule erreicht. „Caro, du bist ja wieder da!“ Es war die Stimme von Kiba. „Ja. Noch einen Tag länger Krankenhaus und ich wäre ausgerastet.“, erzählte ich. Er nickte zustimmend. Plötzlich guckte Kiba mich komisch an. „Läuft da etwa was zwischen euch?“ Er grinste und deutete mit einem Nicken auf Naruto's und meine Hand, die sich fest umschlossen hielten. „Äh... ja weißt du... ähm... ja!“, stotterte ich. Kiba lachte. „Wir sollten jetzt lieber zu den anderen gehen.“ Schon lief er los. Naruto sah mich verdutzt an. Ich erwiderte seinen Blick. Nachdem Kiba uns erneut gerufen hatte, gingen wir auch zu den anderen. „Hey.“, begrüßte ich alle. „Hi, schön dass du wieder zur Schule kommen kannst.“, meinte Neji. „Na ja, mehr oder weniger.“ Ich zuckte die Achseln. „Wie hießt du noch gleich?“, wurde ich plötzlich von Shikamaru gefragt. Er hatte tatsächlich meinen Namen vergessen. Wie nett. „Caro.“ „Ach ja, richtig. Ich hab gehört was passiert ist. Du darfst also wieder trainieren?“, fragte er. „Ja, nein eigentlich nicht.“ Ich lächelte. Als ich an Shikamaru vorbeischaute, bemerkte ich Sasuke. „Ich bin gleich wieder da.“ Schnell lief ich zu dem schwarzhaarigen: „Hey!“ Ich umarmte ihn. Dabei sah ich, wie viele Mädchen mich sauer anstarrten. Also ließ ich ihn wieder los. Die Mädchen fingen an zu tuscheln. „Ach, nimm die nicht ernst.“ „Hä?“ Irritiert guckte ich zu Sasuke. „Na, die Mädchen da.“ „Ach so. Kein Problem. Ich wollte dich nur fragen, ob du nachher mit mir ins Krankenhaus kommst.“, erklärte ich mein Auftauchen. „Sicher, aber warum fragst du nicht Naruto?“ Überrascht schaute er mich an. „Weil der keine Zeit hat. Er trainiert später mit Temari.“ Ich verschränkte die Arme vor der Brust. „Na dann. Warum willst du überhaupt ins Krankenhaus?“ Fragend sah mich Sasuke an. „Wegen Kakashi...“ Mit dem Fuß strich ich über den Boden. „Oh... Ja ok.“ „Danke. Ich ruf dich später noch an.“ Schon verschwand ich wieder. „Ich bin zurück.“ „Was wolltest du denn schon wieder von Sasuke?“, fragte der blonde beleidigt. „Kein Grund zur Eifersucht. Ich hab ihn nur gefragt, ob er nachher mit mir Kakashi besucht.“, erklärte ich. „Ich bin doch nicht eifersüchtig!“ Empört sah mich Naruto an. „Nein, gar nicht.“ Ich grinste. Die Schulglocke klingelte. „Wir müssen rein.“ Naruto nahm mich an die Hand.

In der Klasse ließ er meine Hand plötzlich los und verschwand ohne ein Wort zu sagen. „H-hallo...“, hörte ich eine leise Stimme hinter mir. Ich drehte mich um und sagte: „Hey, Hinata!“ Mit einem Lächeln sah ich ihr ins Gesicht. Sie erwiderte dieses schüchtern. „Was gibt’s?“, fragte ich. „Ähm, ich ähh... ich wollte nur fragen ähm... ob du mit uns morgen was unternehmen willst?“, fragte sie mich. „Äh, uns?“ „J-ja. Sakura, Ino und ich.“, erklärte sie. „Klar. Klingt toll. Rufst du mich dann noch mal an? Ich gebe dir eben meine Nummer.“ Schnell kritzelte ich meine Handynummer auf einen Zettel und übergab ihn Hinata. „Ok, m-mach ich.“ Sie lächelte und ging wieder. „Bitte setzt euch!“ Der Lehrer betrat das Zimmer. Ihn kannte ich noch nicht. Er hatte eine breite Narbe auf der Nase, das fiel mir sofort auf. Na ja, sie war ja auch nicht zu übersehen. Schnell setzte ich mich auf meinen Platz. Neji lächelte mich an. Ich lächelte natürlich zurück. Der Unterricht begann. „Guten Morgen, ich bin Herr Umino. Ich vertrete heute Herrn Hatake.“, stellte sich der braunhaarige vor. „Was hat Herr Hatake eigentlich?“, fragte jemand in die Klasse. „Ha, ich hab gehört, er hat einen Kampf kläglich verloren. Dabei soll er uns doch etwas beibringen. Wie unehrenhaft.“, rief eine andere Person. „Ach Quatsch, bestimmt hat er sich ins Koma gesoffen.“ Gelächter. Fassungslos guckte ich mich in der Klasse um. Außer meinen Bekannten und Freunden, lachte jeder. Neji sah mich besorgt an. Ich biss mir auf die Zunge. Herr Umino versuchte (vergeblich) alle zum Schweigen zu bringen. Weiterhin hörte man irgendwelche dummen Gerüchte. Da ich es einfach nicht mehr ertragen konnte zu hören, wie über meinen im Sterben liegenden Bruder geredet wurde, packte ich Neji am Arm. Immer fester drückte ich diesen, bis Neji mich mit gequältem Gesicht anschaute. „Du quetscht mir das Blut ab.“ Er versuchte zu lächeln. Sofort ließ ich seinen Arm los. „T-tut mir leid, ich musste einfach etwas drücken...“, entschuldigte ich mich bei ihm. „Ist ja nicht schlimm.“ Er strich sein Hemd etwas hoch. Dabei entblößte sich ein knallroter Abdruck meiner Hand. „Ähh, ich... he he...“ Verlegen kratzte ich mich am Kopf. Neji zog zweifelnd die Augenbrauen hoch. „Sieh es doch mal positiv, jetzt bin ich für immer auf deinem Arm verewigt.“ Ich lächelte nervös. „Ja, danke.“ Endlich hatte sich das Getuschel gelegt. Neji lächelte triumphierend. Ich weiß nicht wie, aber anscheinend hatte er so etwas geplant. Also bedankte ich mich bei ihm.

Endlich war Schulschluss. Sofort kam Naruto auf mich zu: „Wir sollten uns beeilen, ich -“ „Eigentlich wollte ich doch jetzt Kakashi besuchen.“, unterbrach ich ihn. „Ach ja... ähm, klar. Dann, gehst du jetzt also mit Sasuke, richtig?“, fragte Naruto natürlich 'nur so'. „Ja, das hab ich dir vorhin schon gesagt. Genau wie ich dir gesagt habe, dass du dir keine Sorgen machen musst.“ So langsam kam es mir vor, als würde ich versuchen einem Welpen 'Sitz' beizubringen. Naruto sah beschämt zu Boden. „Ich... ich weiß doch, aber irgendwie hab ich bei Sasuke kein gutes Gefühl.“ „Vertrau mir doch einfach, das reicht schon. Außerdem gehen wir ins Krankenhaus, das ist nicht gerade ein sagen wir erotischer Ort.“, lachte ich. „Ok ok. Wir sehen uns später.“ „Jap, bis dann.“ Naruto und ich küssten uns noch einmal innig, bevor ich zu Sasuke lief: „Gehen wir?“ Er nickte.

Wie immer hatten wir auf dem Weg keinen Gesprächsstoff gehabt. Dafür aber fiel mir auf, dass Sasuke mich heute ungewöhnlich Oft anschaute. Langsam vermutete ich, etwas im Gesicht zu haben. „Wir sind da...“ „Stimmt.“ Er nickte und ging los. Da ich mich noch keinen Zentimeter bewegt hatte, drehte sich Sasuke zu mir. „Kommst du jetzt?“ „Ich äh...“ Wollte ich wirklich meinen Bruder sehen, in so einem Zustand? Meine Entscheidung sollte mir erspart bleiben, denn Sasuke zog mich einfach ins Krankenhaus zu Kakashi. In seinem Zimmer sah ich, dass es ihm schlechter gehen musste. Er war an mehr seltsame Schläuche angeschlossen als vorher. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich sehen will...!“, flüsterte ich Sasuke zu. Dieser drehte mich in seine Richtung: „Er ist dein Bruder. Rede mit ihm oder so. Ich gehe in der Zeit nach draußen.“ Ich nickte einfach und setzte mich neben Kakashi auf einen Stuhl. Sasuke setzte sich vor dem Zimmer auf eine Bank. Ich guckte Kakashi an. „Rede mit ihm oder so.“ Wie sollte mir das bitte helfen. Wenn es ums Trösten ging, lebten hier alle echt hinterm Mond. Na ja, trotzdem fing ich mal an mit ihm zu sprechen. Schaden konnte es ja nicht: „Hey... Also... Ich weiß nicht, ob du mich hören kannst, aber ich... ich wollte dir sagen, dass mir das alles schrecklich leid tut. Es ist meine Schuld, dass du jetzt hier liegst. Aber, ich trainiere schon regelmäßig, um Akatsuki fertig zu machen. Das verspreche ich dir.“ Ich versuchte zu lächeln. „Und, wegen Naruto und mir... Du hattest irgendwie die ganze Zeit schon recht... ich wünschte, dass hätte ich dir schon früher gesagt.“ Tränen liefen über meine Wangen, trotzdem lächelte ich ihn an. „Du... du bist mein großer Bruder, und obwohl ich dir