Ninja wider Willen

hoch. „Ähm... also gut. Weißt du...“ Bevor ich weitersprach, verband ich zuerst seinen Arm, was mir ganz gelegen kam, da ich sowieso nicht wusste, wie ich mit meiner Erklärung beginnen sollte. „So fertig! Sieht doch ganz gut aus.“ „Danke.“ Ich setzte mich neben Sasuke und sah zu Boden. „Was ich dir sagen wollte... vorhin... ich war einfach todtraurig. Und du warst gerade da. Keine Ahnung, was da über mich gekommen ist, aber... es hatte keine Bedeutung. Tut mir leid.“ Stille trat ein. „Du solltest gehen.“ „Sasuke...“ „Ich meine es ernst!“ Widerwillig nickte ich, nahm meine Tasche und ging aus dem Haus. Ich hatte gerade erst die Tür geschlossen, als Sasuke einen Stuhl oder ähnliches gegen diese warf. Erschrocken zuckte ich zusammen. „Sasuke...“, flüsterte ich.

„Und wie ist es gelaufen?“ „Beschissen!“ Missgelaunt schlurfte ich an Neji vorbei und setzte mich auf die Couch. „Definiere 'beschissen'.“ Er ließ sich neben mich fallen. „Tja... nachdem ich das Haus verlassen hatte, fing Sasuke an sein Mobiliar durch das Wohnzimmer zu schmeißen. Sicher bin ich mir zwar nicht, aber ich denke, das ist kein gutes Zeichen.“, erklärte ich pampig.
„Was hast du ihm denn gesagt?“ „Na, dass es mir leid tut, aber ich nichts für ihn empfinde.“ „Nett...“ „Vorher hab ich ihn wenigstens noch verarztet, das hätte ich auch nicht machen müssen.“ Ich verschränkte die Arme vor der Brust. „Verarztet?“ Neji zog fragend die Augenbrauen hoch. „Ja, weißt du... bevor ich gekommen bin, hat Naruto ihm wohl einen Besuch abgestattet. Du wirst es morgen in der Schule sehen.“ „Du bist dir sicher, dass Naruto vorher da war?“ „Natürlich!“ Ich guckte Neji sauer an. „War ja nur eine Frage. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Naruto stärker als Sasuke ist...“, überlegte Neji. „Anscheinend ist er das aber!“, verteidigte ich ihn. „Ja ja.“ Neji sah auf die Uhr. „Es ist spät, wir sollten dein Bett vorbereiten.“ „Ja, danke.“ „Danke?“ „Du hättest mich auch auf der Straße schlafen lassen können.“ „Tja, jetzt habe ich wenigstens etwas gegen dich in der Hand.“, grinste er. „Klar.“ Ich grinste auch. „Aber im ernst, du hast was gut bei mir.“ „Super, das merk' ich mir.“ Neji lief die Treppe hoch, in einen Raum, der direkt neben seinem Schlafzimmer war. „Das ist das Gästezimmer.“, sagte er stolz. Warum er darauf stolz war, wusste ich nicht. An seiner Stelle hätte ich mir daraus aber auch einen Hobby-Raum gemacht, von daher... „Cool, und wo ist Bettwäsche?“ „Warte, ich hole eben schnell welche.“ Neji ging aus der Tür, dann streckte er noch einmal seinen Kopf in das Zimmer: „Ach, Bettlaken sind in dem Schrank. Da kannst du auch deine Klamotten rein tun.“ Ich nickte und öffnete den Schrank. Dort zog ich eines der Laken raus und machte es über die Matratze. Anschließend fing ich an meinen Koffer auszupacken. „Ach, wie ich sehe, hast du schon angefangen einzupacken.“ Neji stand mit der Bettwäsche unterm Arm in der Tür. „Na ja, auspacken trifft's wohl besser.“ Ich lächelte schief und nahm ihm die Bettwäsche ab. Dann legte ich diese aufs Bett. „Du sag mal?“ „Hm? Was ist denn?“, wunderte sich Neji. „Warum glauben immer alle, dass Naruto schwach ist?“, fragte ich. Neji guckte mich erstaunt an. „Ich weiß nicht genau... die meisten halten ihn einfach für einen Trottel mit wenig Verantwortungsbewusstsein und Arbeitsmoral.“ „Das ist doch gar nicht wahr! Er hat sich gut um mich gekümmert, schon von Anfang an. Und er trainiert wie ein Blöder.“, stellte ich klar. „Ist ja gut, mir brauchst du das nicht sagen.“ Ich guckte beleidigt auf den Boden. „Du hängst wirklich sehr an ihm, oder?“ Neji guckte mich ruhig an. „Ja. Wir kennen uns ja noch gar nicht so lange, aber bei ihm fühle ich mich immer sicher. Es ist einfach, als würden wir uns schon ewig kennen.“ „Sag ihm das.“ Fragend guckte ich Neji an. „Wenn du mit ihm redest, dann sag ihm genau das, was du mir gerade auch gesagt hast.“, erklärte er. „Mal sehen...“

Neji war inzwischen bestimmt schon eingeschlafen, während ich mich noch immer nachdenklich im Bett herum wälzte. Heute hatte ich also meinen besten und meinen festen Freund verloren. Ein schönes Gefühl, so allein zu sein. So kann doch kein Mensch einschlafen., dachte ich. Am liebsten würde ich jetzt noch zu Naruto gehen und ihn auf Knien anflehen mir zu verzeihen, auch wenn das ziemlich armselig herüberkäme. Aber um... 1:28 Uhr nachts, würde das wohl nichts mehr werden. Da ich nicht einschlafen konnte, beschloss ich, dass es auch Neji nicht anders gehen sollte, weshalb ich zu ihm herüber ging. „Neji? Neji! Wach auf!“ „Caro...? Was willst du denn um diese Uhrzeit noch?“ Genau erkennen konnte man es nicht, aber ich war mir sicher, dass er mich sauer anguckte. „Ich kann nicht schlafen...“, fing ich an. „Und?“ Neji war sichtlich genervt. „Kann ich bei dir schlafen?“ „Bitte?“ „Ach, komm schon.“ „Von mir aus, dann tragen wir die Matratze rüber und-“ „Ach, das ist nicht nötig.“, winkte ich ab und holte meine Bettwäsche. Anschließend stellte ich mich vor Neji's Bett. „Rutschen!“, befahl ich. „Du willst ernsthaft in meinem Bett schlafen?!“ „Ich kann dich auch die ganze Nacht wach halten, falls dir das lieber ist.“, meinte ich. Schon rutschte Neji ein Stück, um Platz zu machen. Ich legte mich ins Bett und kuschelte mich in meine Decke. „Naruto riecht besser.“, sagte ich, nachdem ich kurz an Neji gerochen hatte. „Caro?“ „Ja?“ „Halt den Mund!“ „'Tschuldigung...“

„Ich kann da nicht rein gehen!“, beschloss ich, als Neji mich dazu zwingen wollte, die Klasse zu betreten. „Stell dich nicht so an! Naruto wird dich schon nicht fertig machen. Er wird dich vermutlich nur ignorieren.“, versuchte Neji mich zum Reingehen zu bewegen. „Aber das macht mich fertig!“, konterte ich. Plötzlich schubste Sasuke uns aus dem Weg und stürmte in die Klasse. „Oh, ja jetzt sehe ich was du meinst.“ Belustigt guckte Neji auf das blaue Auge von dem Uchiha. „Du bist richtig gemein...!“, stellte ich fest. „Bei Schlafmangel bin ich das immer.“, gab er Achsel zuckend zurück. Neji zog mich in die Klasse. „Siehst du, Naruto ist noch nicht einmal da. Du brauchst dir also keine Sorgen zu machen.“, meinte er dann. Allerdings betrat nach diesem Satz genau die Person, über die gesprochen wurde das Zimmer. Ich versteckte mich hinter Neji. „Das ist lächerlich.“, flüsterte er mir zu. „Ach ja, und warum flüsterst du dann?“ Es kam keine Antwort. Gewonnen! Vorsichtig beobachtete ich Naruto. Er warf einen belustigten Blick zu Sasuke herüber, dann setzte er sich auf seinen Platz. Kiba kam auf ihn zu. Ich versuchte zu hören, worüber die beiden redeten. „Oh, gar nicht mit Caro hier? Hattet ihr etwa euren ersten Streit?“ Kiba grinste. „Das geht dich nichts an.“ Kiba guckte überrascht. „Also doch? Worum geht’s denn?“, wollte der braunhaarige wissen. „Caro, jetzt lass doch mal den Quatsch, du-“ „Shhht! Sei still!“, fauchte ich Neji an. „Sag schon.“ Also nicht viel verpasst, gut., dachte ich. „Frag sie doch selbst. Ich sag dazu gar nichts mehr.“, sagte Naruto. Seine Stimme klang deprimiert und sauer gleichzeitig. „Echt was Ernstes, hm?“ Kiba klopfte Naruto auf die Schulter und ging in meine Richtung. „Was machst du denn da unter dem Tisch?“, fragte er mich. Neji ist schon mitten während meiner Observation gegangen, weil er meine Einfälle nicht weiter unterstützen wollte. „Mir ist ein Stift heruntergefallen.“, log ich und stand auf. „Wo ist er?“ „Wer?“ „Na dein Stift.“ „Unterm Tisch. Meinst du etwa, ich krieche einfach auf dem Boden herum?!“ „Bist du doch gerade.“ „Also, was wolltest du jetzt genau von mir?“, fragte ich schließlich. „Naruto meinte, ihr hättet euch gestritten. Was hast du denn gemacht? Er ist ziemlich fertig.“ Kiba drehte sich in seine Richtung. „Er hat mich rausgeschmissen.“ „Warum das denn?“ „Das will ich nicht sagen.“ „Warum? Bist du ihm etwa untreu geworden?“, lachte Kiba. Ich konnte darüber allerdings nicht lachen. „Echt? Das hätte ich ja jetzt nicht erwartet. Und wo hast du dann geschlafen?“, wunderte sich der braunhaarige. „Bei Neji.“ „Mit wem hast du Naruto eigentlich... na ja... betrogen?“ Am liebsten würde ich ihn jetzt schlagen. „Sieh dich mal in der Klasse um.“, sagte ich. Kiba tat was ich ihm sagte. Dann drehte er sich zu mir: „Sasuke?“ Ich nickte. „Es war ja keine Absicht...“ „Wie kann man jemanden unabsichtlich betrügen?“ „Weiß ich doch nicht...!“ „Ich dachte du wärst glücklich mit ihm. Immer wenn ihr zusammen irgendwo ward, habt ihr gegrinst wie Honigkuchenpferdchen. Es war schon nervtötend.“, erzählte Kiba. „Ja doch, ich weiß. Stimmt ja auch alles. Und zu meiner Verteidigung: Sasuke hat angefangen.“ „Na dann...“ Kiba verdrehte die Augen. „Du könntest mich ruhig aufheitern.“, sagte ich mürrisch. „Dich?! Naruto sollte aufgeheitert werden.“, erwiderte der Brünette. „Ich will ja mit ihm reden, aber er nicht mit mir. Er hat mir nicht mal zugehört, als ich ihm alles erklären wollte.“ Ich verschränkte die Arme vor der Brust. „Kannst du ihm das verübeln?“ Ich schüttelte den Kopf. „Eben.“ „Wieso hältst du eigentlich so sehr zu Naruto?“, wollte ich wissen. „Er ist mein bester Freund. Da bin ich halt loyal.“ „Natürlich.“, entgegnete ich beleidigt. „Hör zu, ich-“ Der Lehrer betrat den Raum. Kiba und ich setzten uns auf unsere Plätze. Zum Glück sitze ich neben Neji, der ist immer so schön neutral., dachte ich mir. Der Unterricht begann.

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Halli-Hallo