♥ нєαятвєαт ♥ [MMFF]
ƒιяѕт ѕтєρѕ
Leise wehte der warme Südwind eine Brise zu der still gelegenen Insel La Palma. Meeresrauschen und Vogelgezwitscher erfüllten die Luft. Am Horizont brach die Morgendämmerung an und tauchte das Internat in einem warmen Rot-Orange-Ton. Irgendwo kreischte ein Kakadu und verkündete den auf seine Weise den anbrechenden Tag. Alles schien noch zu schlafen und sich an der Schönheit und Harmonie der Natur zu freuen. Bis sich plötzlich das eiserne Tor der Konoha-Hills öffnete und eine schwarze Limousine auf den Hof fuhr. Ein Luxuswagen erster Klasse, etwas was man nur sehr selten in Santa Cruz zu sehen bekam. Nachdem der Wagen direkt vor dem Hauptgebäude Halt gemacht hatte, stieg ein Mann im edlem schwarzem Anzug aus, lief eilend um das Auto herum und öffnete die Tür auf der anderen Seite. Hilfsbereit und ganz gentlemanlike streckte er seine Hand aus und verbeugte sich leicht. Ein genervtes Seufzen war aus dem Wageninneren zu hören. Zwei schlanke Beine, denen ein zierlicher Körper folgte, schwangen sich elegant aus diesem heraus. Bedächtig und den Anzugträger geflissentlich ignorierend schritt die junge Frau ein paar Schritte auf das alte Gebäude zu, dass sich im Licht der Morgensonne zu einer wahren majestätischen Schönheit erhob. Interessiert glitt der Blick der Braunhaarigen über das Gelände der Konha-Hills. Keine einzige Menschenseele war zu sehen, sodass es wie ausgestorben wirkte. Genauso sah die Anlage auch aus, dachte der Neuankömmling und warf einen prüfenden Blick zu den alten Wänden und Mauern des Internats, die bereits mit Efeu und anderem Grünzeug bewachsen war. Dennoch wirkte es ganz und gar nicht abstoßend, vielmehr verlieh es dem ganzen seinen eigenen Charme und brachte die Fantasie eines jeden Künstlers zum laufen.
Den junge Mann im Armanianzug immer noch ignorierend sah sie auf die Armbanduhr, die ihr linkes Handgelenk zierte, wodurch ihr Blick automatisch auf die eintätowierte eingehende Seerose fiel, ein Zeichen, dass für sie die Bedeutung der Vergänglichkeit eines jeden Lebewesens trug. Ihre Gedanken schweiften nach Hause in ihr geliebtes Manhatten, wo ihre Familie lebte. Nun, ihre wahre Familie, zu denen die Rainhearts definitiv nicht gehörten, obwohl sie ihren Stiefbruder dennoch gut leiden konnte, im Gegensatz zu Charlotte, die ganz dem Klischee einer bösen Stiefschwester gerecht wurde. Sie dachte an ihren Stiefvater, der ihr verboten hatte, mit einem gewöhnlichem Flugzeug hier her zu fliegen und sie stattdessen mit einem Privatjet, einer Limousine -wie er die auf die weit von aller Zivilisation entfernten Insel La Palma arrangiert hatte, war ihr immer noch ein Rätsel- und einem persönlichem Schoßhündchen ausgestattet hat. Schließlich sollte sie dem Namen ihrer Familie Ehre erweisen. Dass sie nicht mal den Namen ihres Stiefvaters trug war sowohl ihm als auch ihrer Mutter völlig egal gewesen. Zurück in die Gegenwart gekommen warf die junge Nicht-Rainheart einen weiteren Blick auf ihre Armbanduhr und wippte dabei etwas ungeduldig auf ihren Zehenspitzen herum. Eigentlich hatte man ihr versprochen, sie bei ihrer Ankunft zu empfangen. Es wäre ja nicht so, dass sie sich zu Schade wäre, sich selbst im Sekretariat anzumelden, doch da würde das Schoßhündchen wahrscheinlich zu Hause petzen, wie undamenhaft sie doch wieder einmal gewesen sei. Mit einem Seitenblick zum Chauffeur, biss sie sich auf die Unterlippe. Eigentlich konnte der arme Kerl nichts dafür, dass ihre Eltern -pardon- ihre Mutter und ihr aufgezwungener Stiefvater gerne im Rampenlicht standen. Er tat schließlich nur seinen Job und wurde dafür nicht mal angemessen bezahlt.
„-Guten Tag, Miss Owen, wir haben Sie bereits erwartet. Hatten Sie eine angenehme Reise?“
Quiekend sprang die 17-jährige zur Seite und legte eine Hand auf ihr rasendes Herz. Mit vor Schock geweiteten Augen starte sie eine Frau mit braunen kurzen Haaren und genauso braunen Augen an, sie schätzte sie auf Mitte Dreißig. Jasmine Owen, deren Herz langsam wieder begann, im normalem Rhythmus zu schlagen, fragte sich, wo verdammt nochmal diese Frau aufgetaucht war und wie sie es geschafft hatte, sich ihr unbemerkt zu nähern. Entschuldigend wurde sie von ihrer Gegenüber angelächelt. „-Es tut mir Leid, ich wollte Sie nicht erschrecken“
Jazz, der immer noch die Worte fehlten, winkte einfach nur ab.
„Nun denn, mein Name ist Shizune. Ich bin die Sekretärin des Internats. Wenn Sie in Zukunft Fragen oder dergleichen haben, können Sie sich gerne an mich wenden. Ich werde versuchen Ihnen behilflich zu sein. Wenn Sie mir nun folgen könnten, ich möchte Ihnen die Schule zeigen. Doch zuerst werden ich Sie zu Ihrem Zimmer begleiten, damit sie Ihre Koffer ablegen können.“
Jazz, die während des Redeflusses der übereifrigen Sekretärin stillschweigend zugehört hatte, nickte zögerlich. Plötzlich kam ihr ein Gedanke „-Werde ich mir mein Zimmer mit jemandem teilen müssen?“
Shizune sah sie überrascht an, lachte dann aber und wandte sich zum Gehen. „-Natürlich werden Sie das. Ihre Zimmergenossinnen sind bereits gestern eingetroffen -so wie alle anderen. Also, wenn sie mir jetzt folgen könnten?“ Seufzend ging die Owen ihr hinter her, dem nicht enden wollenden Redefluss der Sekretärin mit halbem Ohr zuhörend und natürlich im Schlepptau mit dem Schoßhündchen, dem sie es ausnahmsweise überließ, die Koffer zu tragen. An das „Sie“ müsste sie sich wohl erst mal gewöhnen.
„But you didn't have to cut me off. Make out like it never happened and that we were nothing. And I don't even need your love, but you treat me like a stranger... Somebody I used to know" Gut gelaunt und voller Motivation stand der frischgebackene Student und angehende Grundschullehrer Adrian Niilo Pajula vor dem Spiegel „seines“ Badezimmers und sang kräftig und aus vollem Leibe den nur allzu bekannten Hit von Gotye -wenn man mal davon absah, dass er sich ein Zimmer mit einem gewissen Uchiha Itachi und einem scheinbar schlecht gelauntem Giovanni teilte, der seit zehn Minuten vergeblich gegen die Badezimmertür schlug, den Pajula verwünschte und ihm drohte, die Tür einzubrechen, sollte er sie nicht endlich freiwillig öffnen.Unterdessen hatte es sich der Uchiha auf seinem Bett bequem gemacht und beobachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung, man konnte schließlich nicht wissen, ob der Ribisi seine Drohung wahr machen würde. Da wollte er lieber nicht in Schusslinie geraten und riskieren, dass er von irgendwelchen herumfliegenden Holzsplittern getroffen würde.
Fluchend trat Giovanni nochmals gegen die Tür. „Alter, ich sag's dir nur noch einmal. Wenn du eingebildeter Kotzbrocken nicht endlich deinen fetten Arsch da raus bewegst, mach ich dir die Hölle heiß! Wegen dir kommen wir noch zu spät, man!“
Adrian, der sich auf der anderen Seite der Tür in Sicherheit wähnte, konnte darüber nur den Kopf schütteln und kümmerte sich lieber weiter um seine Haarpracht. Um ihm herum lagen Klamotten und Handtücher, Wasserpfützen sammelten sich auf dem Boden und sowohl die Duschkabine als auch Fenster waren vom heißen Dunst beschlagen -unverkennbar sein Werk. Den Spiegel hatte der Niilo mit einem gebrauchtem T-Shirt notdürftig sauber gemacht. Schließlich brauchte er diesen noch, um seine Haare perfekt zu stylen. Skeptisch begutachtete er sein Spiegelbild, verbesserte da und dort noch etwas, trug noch ein wenig Haargel auf, bis er sich endlich zufrieden lächelnd zurücklehnte. Den Ribisi hatte er schon wieder vergessen. Umso mehr war er erschrocken, als die Tür plötzlich mit einem lautem Krachen und einem „Fuck“ aufflog und ein vor Wut kochender Giovanni ihm gegenüber stand. Ein gehässiges Grinsen stand urplötzlich auf seinem Gesicht, sodass es dem sonst so gelassenem Adrian kalt den Rücken herunterlief. „-So so, Niilo. Ich hab dich ja gewarnt. Aber du weißt doch wie es läuft. Wer nicht hören will, muss fühlen, Alter.“
In den nächsten Sekunden schickte Adrian Dankgebete zum Himmel, dass man ihm einen gewissen Engel namens Itachi Uchiha geschickt hatte, ohne den er wohl nicht mehr in Besitz eines attraktiven Gesichtes und perfekt gestylter Haare gewesen wäre... ach ja, und einem Leben.
Gelangweilt saß Suhayla auf einer Bank auf dem Schulhof und beobachtete die Leute um sie herum. Nun, „sitzen“ ist hier wohl nicht der richtige Ausdruck. Eher lag sie auf dem Rücken und ließ ihre Beine über die Lehne baumeln. Ihr blau-graues Haar hing dabei herunter und berührte den asphaltierten Boden, was sie scheinbar nicht störte. Nachdenklich lutschte und kaute sie an ihrem Kirschlolli und bewegte den süßen roten Ball von der einen Wangen in die andere. Ein frustrierter Seufzer folgte, als ihr klar wurde, dass das auch nicht gegen die Langeweile half. Und so kramte sie einen viereckigen Kasten aus ihrer Tasche, der im Sonnenlicht hell auf glänzte und sich als ihre geliebte Videokamera entpuppte. Liebevoll hatte sie diese damals nach dem Kauf mit unzähligen Aufklebern verschönert. Nun hielt sie ihr geliebtes Eigentum ein wenig von sich und begann ihre Umwelt auf dem Kopf zu filmen. „Und das ist der erste viel versprechende Tag an der Konoha-Hills, liebe Leute“, kommentierte sie ihre Aufnahme mit einem ironischem Unterton in der Stimme. Etwas erstaunt blinzelte sie, als auf dem Display eine Dose RedBull erschien, die ihr zu winkte. Spielte ihre Fantasie ihr einen Streich? Vielleicht hätte sie einmal auf ihre Mutter hören und sich nicht ohne Kopfbedeckung in die pralle Sonne setzen sollen...
Verwirrt sah sie von ihrer Kamera auf, als sie plötzlich jemanden loslachen hörte. Grinsend hielt ihre Zimmerpartnerin zwei Dosen RedBull in die Luft. „Oh man, Andy, du Spaßt. Musst du mich so erschrecken?“ Lachend streckte die Force ihre Hände nach dem süßen Energiedrink aus. Neckisch hielt genannte die beiden Dosen etwas höher, bevor sie sich doch