Fanfic: Twinkle Butterfly
Kapitel: Ab zu Akatsuki
Ich atmete einmal tief durch. Waldluft tat doch immer gut. “So, und jetzt?”, fragte ich mich selbst. Naja, es war ja auch niemand hier, den ich hätte fragen können. Und das war auch gut so. Wenigstens einen Moment Ruhe konnte ich gebrauchen. In den letzten drei Tagen wurde ich ständig von irgendwelchen Leuten umwuselt. Es war einfach schrecklich, diese ganze Aufmerksamkeit. Eigentlich hatte ich nichts gegen Aufmerksamkeit, aber manchmal war es einfach zu viel. Und wer steht schon gerne im Mittelpunkt? Vorallem den ganzen Tag über! Anfangs waren es ja nur Naruto und Sakura, aber später kam dann noch Kiba dazu. Mal von den anderen Leuten abgesehen waren das die, die mich den ganzen Tag begleiteten. Fast schon wie Bodyguards. Ich war froh, dass ich mich zumindest jetzt mal davon stehlen konnte.
“Na, was macht so eine kleine Schönheit denn ganz allein hier im Wald?” Ich drehte mich um. Am anderen Ende der Lichtung, auf der ich mich befand, stand eine Person. Ich konnte nicht genau erkennen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte. Bei langen, blonden Haaren war das schon irgendwie kompliziert. Dazu trug diese Person auch noch einen Mantel. Dieser war schwarz mit roten, weiß umrandeten Wolken darauf. Wäre ich ein Ninja gewesen, hätte ich bestimmt gewusst, wer diese Person war.
Wie aus dem Nichts tauchten Sakura und Naruto vor mir auf. Wer weiß, woher die nun wieder kamen. “Du bist von Akatsuki, stimmt´s? Was wollt ihr hier? Seid ihr wieder gekommen, um mich zu fangen?”, giftete Naruto gleich los. Scheinbar war er nicht so gut auf diese Aka-...Dingens zu sprechen. Aber ihn fangen? Was hatte das denn jetzt wieder zu bedeuten? Okay, ich war eindeutig ungebildet. Zumindest in dieser Hinsicht. Irgendwann musste ich das mal nachholen.
“Nein, heute haben wir eine ganz andere Mission”, erklärte der oder die Fremde. Es war wahrscheinlich ein Mann, eine Frau hätte nicht so eine tiefe Stimme gehabt. “Was habt ihr vor?”, kam es diesmal von Sakura. Maaaan, konnten die auch was Anderes, als immer nur Fragen stellen? So war es auch in den vergangenen Tagen gewesen, nichts als Fragen. Wie das nervte.
Einige von diesen Kunais kamen zwischen den Bäumen hervor geflogen. Die beiden vor mir parierten bzw. wichen aus, mich erwischte gar nichts. Scheinbar waren sie so geworfen wurden, dass mich nichts treffen sollte. Aber wer hatte sie überhaupt geworfen? Der Mantel-Typ konnte es nicht gewesen sein, erstens hatte er sich nicht bewegt und zweitens kamen die Kunais aus einer ganz anderen Richtung.
Meine Frage wurde auch gleich beantwortet. Ein zweiter Kerl mit dem gleichen Mantel wie der erste Fremde betrat die Lichtung. Er war etwas kleiner und hatte struppelige, rote Haare. Also, irgendwie musste ich sagen, dass die Beiden schon ganz süß waren. Aber hey! Als Mädchen darf man sowas denken! Außerdem war es die Wahrheit. Und jetzt, wo sie nebeneinander standen, fiel mir noch etwas auf. Zusammen gaben sie so ein süßes Pärchen ab. Ob sie zusammen waren? Wäre das dann nicht BL? ˆRAN! Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um über sowas nachzudenken!ˆ Mein Gehirn hatte recht. Ich sollte jetzt nicht über sowas nachdenken. Dafür war später noch genug Zeit.
“Also, was wollt ihr?”, wiederholte Naruto eine seiner Fragen. Der Blonde (oh man, ich musste bei Gelegenheit mal ihre Namen erfahren) nickte in meine Richtung. Naruto und Sakura drehten sich zu mir um und sahen mich kurz an, dann drehten sie sich wieder nach vorn. “Das ist nicht euer Ernst, oder? Was habt ihr denn mit ihr vor?” Lag da etwa Spott in Narutos Stimme? Ey hallo?! Ich hatte vielleicht auch mal Gefühle! Und die waren gerade voll am Sterben. Ja, ich war keine Kunoichi und hatte keine besonderen Fähigkeiten, aber ich hatte Gefühle. Darauf konnte man doch Rücksicht nehmen, oder etwa nicht?
Scheinbar war ich total in Gedanken versunken, denn ich hatte gar nicht gemerkt, dass sich mittlerweile ein Kampf entwickelt hatte. Keine Ahnung, was da gerade abging. Aber anscheinend griffen nur Naruto und Sakura an, die anderen Beiden wichen nur aus. Dann, ganz plötzlich, tauchte der Blonde (nicht Naruto) direkt hinter mir auf. Ich zuckte richtig zusammen, so sehr hatte ich mich erschreckt. Der Fremde packte mich von hinten und hielt mir einen Kunai an den Hals. “Ganz ruhig, ja? Wir wollen doch nicht, dass der kleinen Schönheit etwas passiert, oder?” Wurde ich da grade wirklich rot? Aber gut, sein Mund befand sich direkt neben meinem Ohr und seine Stimme verursachte bei mir so ein Kribbeln. Vorallem, weil er das alles wahrscheinlich extra machte.
Sakura und Naruto zögerten, der Rothaarige kam auf uns zu. “Deidara, wir sollten gehen”, meinte er, als er neben seinem Kumpel stand. “Das werde ich verhindern!” Naruto erschaffte einen Doppelgänger, machte sein ach so tolles Rasengan und rannte zu uns. Der Blonde neben mir warf ein merkwürdiges, weißes Tier nach vorn, machte so ein komisches Fingerzeichen oder so etwas in der Art und rief: “Katsu!” Das weiße Etwas explodierte und ich konnte durch den Rauch nichts mehr sehen. Es fühlte sich an, als würden wir uns bewegen, aber ich konnte weder sagen wie, noch wohin.
“Hey kleine Schönheit. Du kannst die Augen wieder aufmachen.” “Hör auf mich so zu nennen”, murrte ich und öffnete meine Augen. Direkt vor mir hockte der Blonde, etwas weiter hinten stand sein Kumpel. “Warum denn? Gefällt´s dir etwa nicht?” “Das nicht, aber ich hab´ auch einen Namen.” Der Blonde lachte. “Ich weiß. Du bist die kleine Ran, nicht wahr?” “Ich bin nicht klein!”, giftete ich ihn an. Noch einmal lachte er. “Stimmt. Du bist fast so groß wie mein Danna.” Danna...wahrscheinlich sein Kumpel. Mein Blick wanderte zu ihm. Ja, wir waren tatsächlich fast gleich groß. Vielleicht nur ein, zwei Zentimeter. Aber gut, das war jetzt nicht wichtig.
“Hauptsache du lernst, dass ich nicht klein bin. Und da ihr meinen Namen wisst, wäre es nur fair, wenn ich eure auch erfahren dürfte.” Zum dritten Mal lachte der Blonde. “Wenn du willst. Ich bin Deidara und der Muffel da hinten heißt Sasori”, erklärte er. Der ‘Muffel’ sah wirklich genervt aus. “Können wir dann endlich los. Ich warte schon viel zu lange”, meinte Sasori. Deidara und ich standen auf und wir gingen los. Wohin auch immer. “Mach´ dir keine Sorgen, er ist immer so. Danna hasst es nämlich, zu warten”, flüsterte Deidara mir noch zu. Ich nickte.
Mittlerweile waren schon gefühlte drei Tage vergangen, seit wir losgegangen waren. “Wie lange laufen wir jetzt eigentlich schon?” “Ungefähr drei Stunden”, kam es von Sasori. Also, von ihm hätte ich jetzt keine Antwort erwartet, aber ich hatte die Frage ja schließlich ‘in den Raum’ gestellt. Okay, drei Stunden. Und es fühlte sich an wie drei Tage! Was war nur los mit mir? Das war doch nicht mehr normal! Mein Zeitgefühl war wohl echt am Arsch.
“Und wo gehen wir hin?” “Zum HQ.” Wieder kam die Anwort von Sasori. “Was für ein HQ?” Man merkte mir wohl an, dass ich überhaupt keine Ahnung hatte, was hier abging, denn Deidara fing (mal wieder) an zu lachen. “Na, das HQ von Akatsuki natürlich”, meinte er, als er sich wieder beruhigt hatte. “Ja natürlich! Wieso war mir das nicht gleich klar gewesen? Nein, jetzt mal ernsthaft. Was zur Hölle ist Akatsuki?” Die Beiden sahen sich verwirrt an, wahrscheinlich hatten sie nicht gedacht, dass ich so ungebildet wäre. “Hey! Ich kann ja auch nichts dafür, wenn man mir ständig Fragen stellt und mir nie was erklärt”, beschwerte ich mich. “Ist schon gut. Ich werd´s dir erklären. Wie du dir sicher denken kannst, gibt es überall Gut und Böse. Wir gehören zu den Bösen. Akatsuki ist eine Organisation von Nuke-Nins, das sind Ninjas, die ihr Dorf verraten und verlassen haben. Wir sind Verbrecher der Fahndungsstufe S, also der höchsten. Unsere Hauptmission ist das Fangen von Bijuus. Es würde zu lange dauern, dir zu erklären, was Bijuus sind. Im Grunde sind es gefährliche Dämonen, die in den Körper von Menschen wie diesem Naruto versiegelt sind”, erklärte Deidara. Gut, jetzt war mein Wissen zumindest etwas erweitert. In nächster Zeit sollte ich es am Besten noch mehr ausbessern, um solche Situationen zu vermeiden.
“Okay, danke. Noch was. Wenn ich das richtig verstanden habe, seid ihr ja sozusagen Todfeinde von Konoha...” Deidara nickte. “Und ihr habt mich vorhin entführt...” Er nickte noch einmal. “Boah, bin ich erleichtert!” Die Beiden schauten mich verwirrt an. Verständlich, wer war auch froh darüber, entführt worden zu sein?
“Du bist...erleichtert?”, fragte Sasori skeptisch. “Klar! Wenn ihr nicht gekommen wärt, wäre ich sicher abgehauen.” “So schlimm?” Die Frage war von Deidara. “Schlimm? Es war grauenhaft! Ich war nur drei Tage da und es war die Hölle!” Schon hatte Deidara wieder sein Grinsen im Gesicht. “Wenn das so ist, dann haben wir dich wohl eher gerettet.” Er lachte und ich musste lächeln. “Und dafür bin ich euch dankbar.”
“So, wir sind da.” Ich schob mich an Deidara vorbei, um sehen zu können, wo wir uns befanden. Wir standen am Waldrand, vor uns war ein ungefähr zwei Meter breiter Feldweg und danach kam eine vielleicht zweieinhalb Meter hohe Mauer. Was dahinter war, konnte ich nicht genau sagen, aber ich würde es wohl gleich erfahren. Sasori und Deidara liefen nämlich zu einer Art Tür hinüber. Es hätte auch ein Tor sein können, ich war mir nicht ganz sicher. Es war scheinbar auch wieder so um die zwei Meter breit. Irgendwie hatten die´s hier so mit der Zwei. Aber wenigstens gab es hier schon mal eine Klingel.
“Kommst du, Ran?” Erst jetzt bemerkte ich, dass ich mich gar nicht gerührt hatte. Schnell ging ich zu den Beiden hinüber. “Hast wohl geträumt, was?” Deidara grinste mich mal wieder an. Er war wohl so eine Art Dauergrinser. Aber es störte mich nicht. Die