Fanfic: BLUME IV

Kapitel: BLUME IV

BLUME IV<br />
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Traurig schaute sie in die liebevollen Augen von Ranma. Immer schon hatte sie diese Augen geliebt, ihr freches Glänzen … das wunderbare blau … doch nun waren sie ihr irgendwie fremd. <br />
Nur abwesend bekam Akane mit, wie Ranma sanft ihre Hüfte umfasste und sie vorsichtig zu sich heranzog. Mit klopfendem Herzen sah sie zu, wie er langsam seine Augen schloss und ihrem Gesicht immer näher kam. Als sie seine zarten Lippen auf den ihren spürte, schloss auch Akane langsam die Augen. Eine ungewohnte Hitze stieg in ihrem Körper auf und für einen kurzen Moment konnte sie sich von all ihren Zweifeln lösen …<br />
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Erschrocken stieß sich Akane von Ranma ab, nachdem sie den Kuss beendet hatte. Mit einer Mischung aus Liebe, Trauer und Wut sah sie ihn an und rannte dann ohne ein weiters Wort an ihm vorbei. Mit dem Kuss war einer ihrer sehnlichsten Träume in Erfüllung gegangen … aber trotzdem war sie nicht glücklich. Zweifel stiegen in ihrem Herzen auf, Zweifel die sie weder erklären noch beseitigen konnte. Sie war wie eine Gefangene ihrer Gefühle, wusste weder was falsch noch was richtig war …<br />
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Lächelnd sah Ranma ihr hinterher und strich sich langsam ein paar Haare aus dem Gesicht. Genüsslich erinnerte er sich an den kurzen Kuss mit Akane und schloss seufzend die Augen. Akane war einfach unbeschreiblich … <br />
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Akane lief inzwischen so schnell sie konnte zum Tendo-Dojo. Salzige Tränen liefen an ihren Wangen hinab und die kurzen Haare zerzausten im warmen Sommerwind. Stolpernd rannte Akane den Weg entlang, achtete weder auf die große blaue Sonne über ihr, noch grüßte sie Kasumi, welche ihr freundlich entgegenwinkte … <br />
Plötzlich blieb Akane abrupt stehen, leise wehte der Wind durch ihr Haar und ließ ihren Rock hoch wirbeln. Traurig wischte sich Akane die Tränenspuren aus dem Gesicht und bückte sich hinunter. Vorsichtig strich sie über die leuchtenden Blütenblätter, die ihr strahlend entgegen sahen und ein kleines Lächeln entstand auf ihren Lippen. <br />
Friedlich und fröhlich sahen diese kleinen Blumen aus, unabhängig und frei von Schmerzen. Seufzend stand Akane auf und warf einen sehnsüchtigen Blick auf die schönen Pflanzen. Es war, als wenn sie ihr entgegen lachten, sie aufmuntern und ihr Mut machen wollten …<br />
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Langsam lief das Wasser in die Badewanne und füllte das Zimmer mit weißem Dampf. Prüfend strich Akane mit ihren Finger über die Wasseroberfläche. Zufrieden ging sie in das Vorzimmer und zog sich ihre Sachen aus. Mit einem Seufzer lies sie sich in das angenehm warme Wasser gleiten und schloss entspannt die Augen. Eine leichte Röte überzog ihre Wangen und sie lehnte sich tief durchatmend zurück … für ein paar Minuten wollte sie frei sein, frei von Gedanken und Gefühlen, frei von Zweifeln und Unsicherheit, wollte sich einfach fallen lassen …<br />
„…Machoweib…“ Erschrocken fuhr Akane hoch und sah sich verwirrt um. „Machoweib“ flüsterte sie und ein kleines Lächeln bildete sich auf ihrem Gesicht. Kopfschüttelnd verdrehte sie die Augen. „Jetzt höre ich schon Stimmen“ sagte sie leise. Seufzend tauchte sie unter, hielt die Luft an, schloss die Augen, versteckte sich vor ihren Gefühlen …<br />
Prustend tauchte Akane wieder auf und strich sich die nassen Haare aus dem Gesicht. „…Ranma…“ flüsterte sie traurig und blickte mit leeren Augen hinauf zum Fenster. Blaues Licht stach ihr in die Augen und sie drehte sich irritiert wieder weg … War das vielleicht alles nur ein einfacher Traum entsprungen aus ihrer Fantasie? Die Sonne war eigentlich doch gelb, Kasumi hatte eigentlich doch braune Haare … und Ranma war eigentlich doch gemein zu ihr?<br />
Kopfschüttelnd stand Akane auf und stieg aus der Wanne. War sie eigentlich glücklich? Wollte sie nicht immer schon, dass Ranma netter zu ihr war? Nur warum machten sich dann solche Zweifel in ihrem Herzen breit?<br />
Unsicher stand Akane vor dem Spiegel und neigte ihren Kopf leicht zur Seite … Sollte sie vielleicht einfach versuchen glücklich zu sein? … Sollte sie ihre Gefühle ignorieren …?<br />
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Große schwarze Wolken verdunkelten den Himmel, welcher nur noch schwach von der untergehenden Sonne erhellt wurde. In großen Schwärmen flogen Vögel von Baum zu Baum und zogen die neugierigen Blicke einiger Passanten auf sich.<br />
„Das Essen ist fertig!“ Hell und klar ertönte Kasumis Stimme im Hause der Tendos und lockte die gesamte Familie in Richtung Wohnzimmer.<br />
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Schüchtern setzte Akane sich auf ihren Platz neben Ranma und blickte verstohlen aus den Augenwinkeln in seine Richtung. Schluckend versuchte sie zu ignorieren, dass er gar nicht wie sonst sein Essen in sich rein stopfte, sondern vielmehr ordentlich … fast langweilig … das Essen zu sich nahm. <br />
Schnell wendete Akane ihren Blick in eine andere Richtung, wollte von den Zweifel ablenken, die in ihrem Herzen aufstiegen …<br />
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Lächelnd sah Akane zu Kasumi hinüber und griff nach der Schüssel mit dem Reis. In diesem Moment spürte sie, wie Ranma mit seinen Fingerspitzen ihre Hand berührte, da auch er gerade den Reis zu sich holen wollte. Ein Kribbeln durchzog Akanes Körper und ein unsicheres Lächeln bildete sich auf ihrem Mund, als sie Ranma anschaute. Grinsend sah dieser sie an, strich kurz mit seinen Fingern über ihren Handrücken und überließ ihr die Schüssel mit dem Reis.<br />
Mit klopfendem Herzen aß Akane ihren Reis und stand dann schnell auf. Mit einem „Danke für das Essen Kasumi“ entschuldigte sie sich und ging hinüber zum Dojo.<br />
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Aufgewühlt raufte sich Akane durch die Haare und sank an der Holzwand hinunter auf den Boden. Immer wieder erschien das lächelnde Gesicht von Ranma vor ihren Augen, dieses unwiderstehliche Lächeln in welches sie sich schon vor so langer Zeit verliebt hatte. Immer wenn er sie ärgerte lächelte er sie so an … frech und unschuldig … doch jetzt, jetzt ist es ein anderes Lächeln. <br />
Seufzend versteckte Akane ihr Gesicht in ihren Händen. War es denn nicht immer noch der selbe Ranma? Sollte sie nicht glücklich sein, dass er endlich etwas mehr Zuneigung für sie aufbrachte? <br />
„Hey Akane, ist alles in Ordnung mit dir?“ Besorgt hockte sich Ranma vor Akane und strich ihr über die Schulter. Sofort zuckte Akane zusammen und sprang erschrocken hoch. Wütend blinzelte sie ihn an und ordnete ihre Kleidung. „Was möchtest du Ranma?“ fragte sie mit fester Stimme. Lächelnd ging Ranma auf sie zu, packte sie an beiden Schultern und drückte sie dann an die Wand. „Ich dachte nur wir könnten ein wenig Zeit miteinander verbringen … nur du und ich … allein“ Ängstlich blickte Akane auf den Boden. „Ich … also … ich weiß nicht recht …“ fing sie an mit leiser Stimme zu stottern. Nervös schaute sie auf und blickte Ranma ins Gesicht. Immer noch lächelte er sie an und schien überhaupt kein Problem damit zu haben ihr so nahe zu sein. <br />
Unruhig wand sich Akane aus Ranmas Griff und ging ein paar Schritte in die Mitte des Dojos. „Wir könnten ja ein wenig trainieren“ sagte sie mit hoffnungsvoller Stimme, doch zu ihrer Enttäuschung bildete sich auf Ranmas Mund nur ein verächtliches Grinsen. „Du weißt doch, dass ich gegen Frauen nicht kämpfe!“ Wütend verzog Akane ihre Augenbrauen. „Du bist ein Trottel Ranma, kämpfe endlich!“ Lachend nahm Ranma ihre Hand und zog sie etwas näher an sich heran. „Und du bist ein Engel …“ flüsterte er mit liebevoller Stimme in Akanes Ohr. <br />
Zornig riss Akane sich los und schrie: „Ich will aber kein Engel sein, ich …“ Doch da hatte Ranma sie schon wieder an sich gezogen und küsste sie leidenschaftlich auf den Mund. Hilflos ließ Akane ihre Arme nach unten sacken … eine Hintzewelle durchzog ihren Körper und nach einiger Zeit fing sie an den Kuss leicht zu erwidern. <br />
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Starr lag Akane auf ihrem Bett und spürte abwesend wie Ranma sie zärtlich am Hals küsste. Ruhig ging ihr Atem, als er anfing sie auszuziehen … erst die Bluse … dann der Rock … schließlich auch die Unterwäsche … doch all das störte Akane nicht. Regungslos lag sie da, ließ alles über sich ergehen … wehrte sich nicht, doch erfreute sich auch nicht daran. Als Ranma in sie eindrang spürte sie keinen Schmerz, spürte keine Erregung ins sich aufwallen, spürte gar nichts. Keuchend lag er auf ihr, war in ihr, bewegte sich auf und ab, doch Akane kam es vor als wäre sie nur ein stiller Zuschauer. Unverwandt starrte sie an die Decke. Eine unheimliche Stille breitete sich in ihrem Herzen aus … ohne Gefühl … ohne Zweifel … ohne Liebe. Erschrocken fuhr sie zusammen, als Ranmas Körper sich plötzlich anspannte und er sich in ihr ergoss. Laut atmend beugte er sich über sie und flüsterte mit heiserer Stimme: „Ich liebe dich Akane.“ <br />
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Mit leeren Augen blickte Akane in die Ferne. Hinweg über alle Dächer, hinweg über alle Bäume, Berge und Täler. Alles um sie herum war schwarz, schwarz und leer. Nicht einmal den Regen bemerkte sie, während sie regungslos auf dem Dach saß. Hart und laut prasselte er hernieder und durchnässte ihre Kleidung. Mit dem Regen flossen einsame Tränen … allein und doch vereint …<br />
Akane spürte in diesem Moment gar nichts … eine große Leere hatte sich über ihren Körper, ihre Seele, über ihre Gedanken gelegt. Abwesend hörte sie Ranmas Stimme in ihrem Ohr … „Ich liebe dich“ … hallte es immer wieder und wieder, doch Akane konnte nicht antworten … wollte nicht antworten … wollte allein sein.<br />
Irgendwann stand Akane auf und kletterte vom Dach herunter. Stolpernd betrat sie das Dojo und hockte sich in eine Ecke. Kleine Wassertropfen fielen vor ihrem Gesicht aus ihren Haare hinab auf den Boden und flossen dort zusammen zu kleinen Pfützen. Mit großen Augen