Fanfic: ATHRAVAN 01-Teil3

mir! Rennen ist die beste Möglichkeit! Außerdem finden wir auf diese <br />
Art deine Eltern schneller!“<br />
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Ryoga gab sich anscheinend mit der Antwort zufrieden und genoss den kleinen <br />
Flug.<br />
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Kenjis Sushirolle landete im Gesicht des noch immer völlig geschockten <br />
Lokinowa.<br />
&lt;Ich nehme nie mehr einem Kind einen Lolli weg, solange ich lebe!&gt;<br />
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Kenji atmete schwer. Er lag mit dem Rücken auf dem Gras und dicke <br />
Schweißtropfen liefen seine Stirn entlang. Seine vielz zu große Kleidung <br />
hatte ihn mehrmals dazu gebracht zu stolpern und klebte jetzt eng an seinem <br />
Körper. Sein rotes, ärmelloses Shirt hing ihm bis zu den Knien und verdeckte <br />
den letzten Teil seiner Hose, die er sich über die Waden geschoben hatte.<br />
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Er war duch das halbe Dorf gerannt, um irgendwelche Verfolger abzuhängen und <br />
wütenden Tanten zu entkommen.<br />
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Es näherte sich langsam Mitternacht. Die Sonne war komplett hinter den <br />
Bergen verschwunden und nur einzelne Festlichter beleuchteten den Weg.<br />
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Ryoga gab Kenji einen sympatischen Blick. Er wusste, wie schwer es war, für <br />
so lange zu rennen. Sicher, er müsste dank seiner hohen Ausdauer erstmal <br />
direkt um eine Stadt rennen, bevor er anfing schwer zu atmen, aber Kenji <br />
hatte immerhin gute Arbeit geleistet.<br />
Und was hatte es für einen Sinn, um eine Stadt rennen zu können, wenn du <br />
deinen Weg zurück nicht findest?<br />
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Er blickte sich um. Sie waren nun auf einem Grassfeld außerhalb des Dorfes. <br />
Das Grass ging ihm bis zur Hüfte. Eine Felsengruppierung befand sich zu <br />
ihrer Linken. Der höchste Felsen war dabei nicht höher als 3 Meter.<br />
Laute Festgeräusche konnte immernoch vernommen werden.<br />
Am schwarzen Nachthimmel bildeten sich langsam Wolken.<br />
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In der Entfernung war soetwas ähnliches wie eine Ruine zu sehen. Inmitten <br />
der komischen Steingebilde war eine Art Grube.<br />
&lt;Komisch.&gt; dachte sich Ryoga. &lt;Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich <br />
sagen, die Steine da hinten bei der Grube ergeben zusammen die Form einer <br />
Katze.&gt;<br />
Er zuckte mit den Schultern. &lt;Das bilde ich mir wahrscheinlich nur ein.&gt;<br />
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Kenji hatte wieder Luft geholt und sich aufgerichtet.<br />
&lt;Mann! Ich brauche mehr Ausdauertraining! Dieser ganze Abenteuermist bringt <br />
mich noch um! Was passiert erst, wenn ich in Nerima bei den ganzen Verrückten ankomme! Chikusho!&gt;<br />
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„Hey! Ryoga!“<br />
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Der verlorene rieß sich von seinen Gedanken los.<br />
„Ja? Was ist?“<br />
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Kenji hatte diesen fragenden Ausdruck im Gesicht geschrieben.<br />
„Wieso kannst du so gut kämpfen? Keine Beleidigung, aber ein Kind in deinem <br />
Alter sollte zu so etwas gar nicht in der Lage sein. Soweit ich weiß, hast <br />
du in diesem Alter keinen Sensei.“<br />
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Ryoga sah fragend zurück.<br />
„Wenn du so oft verloren gehst wie ich, lernst du dich gegen wilde Tiere zu <br />
verteidigen. Und woher weißt du, dass ich keinen Sensei habe?“<br />
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Nachdenklich legte er den Zeigefinger seiner linken Hand an sein Kinn.<br />
„Wenn ich darüber nachdenke, frage ich mich, woher du überhaupt von meinem <br />
Familienproblem mit Richtungen gewusst hast. Du hast sogar meinen Namen <br />
wiedererkannt, als ich ihn dir gesagt habe. Eigentlich sollte ich die Fragen <br />
stellen…“<br />
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Er trat einen Schritt auf Kenji zu, was zur Folge hatte, dass dieser einen <br />
zurückging.<br />
<br />
Wäre er nicht schon von seinem Laufen völlig verschwitzt, hätte Kenji <br />
spätestens jetzt angefangen, wie in der Sauna Flüssigkeit zu verlieren.<br />
&lt;Im Manga war der Junge nie so intelligent! Das ist doch nicht fair!&gt;<br />
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Nervös kratze sich der Junge mit dem Pferdeschwanz am Hinterkopf...<br />
„Also weißt du...ich...hehehe...i-ich hab’ von dir und deiner Familie in der <br />
Zeitung gelesen.“<br />
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...und hätte sich am liebsten im selben Moment ins Gesicht geschlagen oder <br />
Kouma diese Aufgabe überlassen.<br />
&lt;Kenji du Idiot! Was für eine blöde Ausrede ist das!? Der Junge ist viel zu <br />
intelligent für so was!&gt;<br />
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Ryogas Gesicht verwandelte sich wieder in ein fröhliches Kinderlächeln.<br />
„Ach soo! Das erklärt natürlich alles!“<br />
<br />
Kenji hatte einen rießigen ‚Sweatdrop’ am Hinterkopf.<br />
&lt;Oder vielleicht doch nicht...&gt;<br />
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Im selben Augenblick ging ein Feuerwerk über dem Dorf los.<br />
Rakete nach Rakete raste gen Himmel und explodierte in einem wunderschönen <br />
Farbenfeuer.<br />
Laute Freudenschrei hallten durch die Nacht. Der Nachthimmel färbte sich von <br />
schwarz zu grün zu rot und zu gelb.<br />
Ein Anblick, den man nicht so schnell vergessen würde.<br />
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Die Wolken verdichteten sich.<br />
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Während Ryoga glücklich zum Himmel aufsah, um die Farben zu bewundern, hörte <br />
Kenji ein Geräusch. Es war zuerst ganz leise, wurde langsam aber lauter.<br />
Ein ängstliches Wimmern, ein leises Seufzen im Wind.<br />
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Ohne das Ryoga es bemerkte kletterte Kenji die Felsenformation hinauf. Je <br />
höher er kletterte, desto lauter wurde das Geräusch.<br />
<br />
Als er oben ankam blieb ihm jegliches Wort im Halse stecken.<br />
Dort, zusammengekauert auf dem Boden lag ein Kind im selben Alter wie Ryoga <br />
und weinte sich die Seele aus dem Leib. Sein Körper zuckte bei jedem <br />
herzergreifenden Schluchzer zusammen.<br />
Sicher, Kenji hatte Ryoga weinen sehen, aber das war nichts im Vergleich zu <br />
dem hier. Was musste diesem kleinen Jungen passiert sein, damit er sein Herz <br />
so ausschüttete?<br />
<br />
Langsam, fast als ob jede Bewegung dem Kind schaden könnte, ging Kenji auf <br />
den Jungen zu. Auf dem Weg merkte er, dass es in der Luft sonderlicherweise <br />
nach Fisch stank.<br />
Er kniete sich nieder und legte seine Hand sanft auf dessen Schulter.<br />
Der Körper des ungefähr Sechsjährigen zuckte zusammen und fing an, nur noch <br />
stärker zu zittern.<br />
„G-g-geht w-weg! B-bitte! I-ich w-will euch n-n-nicht m-mehr s-sehen! G-geht <br />
weg!“<br />
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Kenjis Stimme war leise, sanft und beruhigend.<br />
„Was ist denn passiert?“ fragte er besorgt.<br />
<br />
Der Junge sah zu ihm auf, das Gesicht tränenüberströmt.<br />
Kenji hielt die Luft an. Ihn blickten die strahlendesten blauen Augen an, <br />
die er je gesehen hatte.<br />
Er bemerkte, dass der Junge schwarze Haare und einen kurzen Pferdeschwanz <br />
hatte und dazu einen weißen Karate-gi trug.<br />
<br />
„Schnief...I-ich...schnief.....ich will nicht m-mehr zu den K-k-katzen!“<br />
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Kenjis Herz blieb stehen. Hatte er das richtig gehört? Er sah sich das Kind <br />
noch einmal genauer an.<br />
Blaue Augen. Check. Pferdeschwanz als Kind, Zopf als Teenager. Check. Angst vor Katzen. Check. <br />
Er erinnerte sich sehr wohl an die Neko-ken.<br />
Soviel Zufall gab es doch nicht!<br />
„R-ranma?“<br />
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Ranmas Gesicht hellte sich auf. Hier war eine eine Person, die in <br />
offensichtlich kannte und ihm helfen würde.<br />
Das Schluchzen ging auch merklich zurück. Echte Männer weinten nicht, sagte <br />
Papa immer.<br />
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„Ich h-habe A-angst…“<br />
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Weiter kam Ranma nicht, da der außer dem Raketengeballere leise Nachthimmel <br />
durch einen Schrei durchrissen wurde.<br />
<br />
„RAAAAANNNNMMMMAAAAA! WO BIST DU, DU UNDANKBARER BENGEL!? KOMM ZURÜCK UND <br />
BEENDE DEIN TRAINING GEFÄLLIGST WIE EIN MANN!“<br />
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Kenji richtete sich auf. Er hatte die Stimme noch nie gehört, und doch <br />
wusste er zu wem sie gehörte. Sie gehörte einer Person, gegen die er schon <br />
jetzt eine tiefe Abneigung empfand.<br />
Sie gehörte Genma Saotome.<br />
<br />
*poch*<br />
<br />
Ranmas Augen verloren ihren Fokus. Er murmelte immer wieder die selben <br />
Wörter. Er zitterte heftiger als je zuvor.<br />
„PopswirdmichholenundindieGrubewerfenOhGott! <br />
PopswirdmichholenundindieGrubewerfenOhGott!<br />
PopswirdmichholenundindieGrubewerfenOhGott!“<br />
<br />
*poch*<br />
<br />
Kenji ging mit leisen Schritte zu der Kante des kleinen Plateaus. Seine <br />
Augen wurden durch schwarze Haarsträhnen verdeckt.<br />
<br />
*poch*<br />
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Unten sah er, wie Genma gerade den kleinen Ryoga heftig schüttelte und ihn <br />
fragte, ob er einen Jungen in seinem Alter gesehen hatte.<br />
<br />
*poch*<br />
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Genma hatte keinen guten Tag gehabt. Endlich war er mit Ranma am legendären <br />
Neko-ken Trainingsplatz angekommen. Er musste seinem undankbaren Sohn nur <br />
noch die ultimative Kampftechnik beibringen, und alles würde perfekt werden.<br />
Ranma verhielt sich nur äußerst unkooperativ. Kein echter Mann hatte Angst <br />
vor Katzen! Oh, was hatte er da nur für ein Mädchen erzogen!<br />
Die Welt war doch unfair!<br />
Das Neko-ken Handbuch sagte außerdem etwas von mehreren Wiederholungen, erst <br />
dann würde der Schüler die Technik beherschen. Pah! Ranma war der Beste der <br />
Besten! Genma war absolut enttäsucht, dass sein Sohn die Katzenfaust nicht <br />
gleich beim allerersten Mal gemeistert hatte.<br />
Und dann war der undankbare Bengel nach der zweiten Wiederholung <br />
weggelaufen!<br />
Genma hätte schon längst etwas zu Essen stehl…kaufen und sich den Wanst <br />
vollschlagen können. Aber Nein! Stattdessen war er nun mitten in der Pampa <br />
auf der Suche nach seinem entlaufenen Sohn.<br />
Ranma würde bestraft werden, soviel war sicher!<br