Fanfic: D Anfang v Ende o: DF [11]
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"Also ich kann nichts finden außer einer hässlichen Blase am linken Fuß... Wie schaffen das nur manche Leute keine Hühneraugen zu bekommen... Gemein..." Beleidigt rieb er sich seinen Knöchel, warum auch immer, und wendete sich dann zu ihr um. "Wie dem auch sei, oder wie auch immer... Ich kann nichts finden..." Sie ließ ihn gar nicht ausreden und auch nicht spekulieren, sondern sprang ihm gleich mit einem Satz entgegen, der sie auf die Beine und ihn auf den Hosenboden brachte. <br />
"E-Es ist nichts! Sicher! Ich hab nur ein bisschen Hunger..." Wie von selbst bestätigte sich der Verdacht auf Kohldampf, mit freundlicher Mithilfe ihres Magens, der fast auf Kommando ein nicht allzu leises Knurren von sich gab, das wiederum von den zwitschernden Getieren nicht gerne gehört wurde. Noch wehleidiger als nach dem Schwächeanfall wurde sie von Obonu begutachtet. "Hunger? Das ist allerdings eine sehr schwere Krankheit... Und leider auch nicht auszukurieren... Da hilft nur eins!" Besserwisserisch klopfte er sich selbst auf die Schulter, was ein kichern von Seiten Akanes geradezu provozierte. <br />
"Da ich der Bescheidwisser in Sachen Essen bin sage ich: Du hast Hunger, und musst schleunigst was zwischen die Kiemen bekommen! Blub! Der große Karpfen hat gesprochen!" Ein Lachanfall war eigentlich schon vorhersehbar, doch irgendwie gelang es Akane doch ihn zu unterdrücken. Aber ein breites Grinsen auf beiden Gesichtern war nicht zu verleugnen, wenn Akane nicht schon wieder rücklings umgefallen wäre, und somit das Besorgnis erneut auf sich gezogen hätte. <br />
=Bald... Bald ist es soweit, nicht mehr lange, dann...= Sie öffnete ihre Augen, die sie vor schmerzen fest zusammengekniffen hatte. Sie befand sich nicht mehr im Wald, am Loch mit dem Wasserfall. Kein Obonu weit und breit, nur ein Leuchten und eine Stimme, schon wieder, das zweite Mal für heute. Flackern an den Wänden, ein kurzes Aufleuchten, Stille, und doch nicht. Ein unerträgliches Pfeifen machte sich in ihrem Kopf breit, und ließ sie durch Mark und Knochen erschaudern. "Du solltest doch schlafen? Widerstandsfähig... Aufmüpfig... Wie ihre... Perfekt... Absolut... Nein... Noch nicht..." Das letzte Wort hallte nur noch in ihren Gedanken wieder, bevor sie aus dieser Welt gerissen, und zurück in die Schwärze ihres Kopfes gedrängt wurde.<br />
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"Wo... Bin ich? Was... Ist passiert? Oh... Mein Kopf..." Hilflos hielt sich Akane den schmerzenden Kopf etwas hoch, um das angesammelte Blut aus selbigem zu treiben. Sie spürte, wie sich der Druck legte, der ihr beschwerend die Ohren zugeschweißt hatte, und auch das Augenlicht kehrte mit der Zeit zurück. "Du bist immer noch hier!" Redete eine kürzlich bekannte Stimme beschwichtigend auf sie ein. "Und? Was ist jetzt mit Nichts ist los hmm? Umgekippt bist du... Hast bestimmt zwei Stunden geschlafen..." Sie blickte sich um und erkannte Obonu, der sich gerade zu ihr umdrehte. "Oh... ich... muss wohl ziemlichen Hunger haben!" Verlegen kratze sie sich am Hinterkopf, auch wenn sie selbst wusste, dass sie sich gerade angelogen hatte. Es war definitiv etwas, auch wenn sie es nicht wahrhaben, und er es nicht wissen sollte. "Na komm, ich glaube ich besorg dir erstmal etwas zum zwischen die Zähne schieben, sonst fällst du mir noch vom Fleisch! Und das wird dein Verlobter doch wohl gar nicht gut finden, oder?"<br />
Ein paar Vogelschwärme durchzogen die Himmel, auf der Suche nach Nahrung, die Bäume schlugen ihre Wurzeln tief in die Erde, um nicht zu verdursten, und Obonu und Akane machten sich auf den Rückweg, der Hunger war nun mal doch eine Macht die man nicht unterschätzen sollte. Der Tag wendete sich dem Ende zu, das konnte man vom Himmel ablesen. Die wunderschönsten Farben zogen sich in unglaublichen Nordlichtern ähnlichen Gebilden über die inzwischen dunkelblaue Mattscheibe hinweg, tauchten die Umgebung in ein schaurig schönes Farbenspiel der besonderen, der höheren Art. Die Vögel waren längst wieder verstummt, sogar der Wind hatte sich in sein obligatorisches Nest zurückgezogen um für den morgigen Tag auszuruhen und um Kräfte zu sammeln, während die Nacht die Sonne übermannte und die Monde den Platz im Firmament einnahmen der ihnen vorbestimmt war. <br />
Sterne begannen durchzufunkeln, und die ersten Lichter verblassten als sie endlich die Hütte nach dem anstrengenden Tag erreichten. "So! Und jetzt werde ich mal schauen was noch an Essbarem da ist... Mach es dir doch irgendwo bequem, aber wenn’s geht nicht auf einem der Bäume, ich glaube die Vögel haben wir für heute oft genug im Gesang gestört!" Obonu grinste sie noch einmal an und zog sich dann zurück. Akane ließ sich indessen vollkommen erschöpft von den Ereignissen und vom Knochen aufreibenden Marsch auf einem der Felsen am Bach nieder. Konnte sie diese Dinge nicht einfach vergessen, verdrängen? Sie einfach aus ihrem Leben streichen? <br />
Es wäre zwar einfach, vielleicht zu einfach, aber wahrscheinlich besser als ewig damit zu leben. Sie zuckte zusammen. Warum schmerzte es sie so sehr ans verdrängen zu denken. Alte Erinnerungen drangen vor, und erneut ein stechender Schmerz in der Schläfe. Sie zuckte erneut, wand sich hin und her, wurde wieder in ihre Traumwelt gesogen, wo sie verharrte, mucksmäuschenstill, ohne Regung, da jede Bewegung nur weitere Schmerzen durch ihren Körper jagten. "Du... Bist ja schon wieder..." Diesmal riss sie konsequent die Augen auf, wollte endlich etwas mehr sehen als rot. Wenn sie doch nur schwarzsehen würde, wäre es dann anders? Dann könnte sie sich wenigstens einreden dass alles wirklich nur ein Traum war. Der Mann stand immer noch an derselben Stelle, hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt, und blickte ohne mit der Wimper zu zucken in die rötliche Tiefe der angrenzenden Halle. <br />
"Es... Stimmt... Widerstandsfähiger als sie... Ohne Zweifel, aber sie ist ja... Zum Glück... Tod... Getöt..." Ein Lichtblitz durchzog Akanes Augen, setzte sich in ihrem Schädel fest. Sie verstand nicht mehr, womit er seinen ohnehin bruchstückhaften Satz beendete. =Das rot... es ist...= Langsam öffnete sie ihre Augen und sah sich um. Sie befand sich nicht mehr in der Halle, festgebunden und liegend, sondern in einem Raum, frei, und konnte sich beliebig bewegen. <br />
Woher kannte sie dieses Zimmer nur? =Ich, war schon einmal hier...= Sie blickte sich um. Gardinen wurden sanft von den Wogen immer wieder zur Seite geschoben, ein paar Blumen regten sich im lauen Frühlingslüftchen, weiße Tapeten schmückten den Raum, ein einzelnes Bett stand im Raum, ein par Schränke, noch mehr Blumenvasen. Die Blumen materialisierten wie aus der Luft, nach und nach setzte sich der Raum zusammen, so wie Akane ich sich vorstellte. <br />
=Erinnerungen? Aber... Ich war wirklich schon mal hier, aber wann? Wann war das? Ich kann mich nicht erinnern...= Verzweifelt schlug sie beide Hände zusammen und lief hektisch durch den Raum, auf der Suche nach fehlenden Bruchstücken. "Ich... Weiß dass du es schaffst!" Jemand schien ihr Mut zuzusprechen, aber es war niemand im Raum zu sehen, weit und breit. Sie lehnte sich aus dem Fenster, vielleicht hatte ihr jemand vom Hof her zugerufen. "Nerima... Ich bin in Nerima..." So langsam kamen sie ans Licht, die längst verdrängten Puzzleteile. <br />
Sie begutachtete die Umgebung genauer. Die Laternen Mäste, der Zaun, alles war genau so wie... "Zuhause, ich bin Zuhause, im Dojo, aber wie?" Alles war rätselhaft, wann hatte sie so etwas erlebt? Warum kam es jetzt gerade hoch? "Erinnere dich, in diesem Raum, vor geraumer Zeit, was ist hier passiert? Was ist danach passiert? Was davor?" <br />
Der unbekannte half ihr auf die Sprünge. Das Dojo, welcher Raum war es genau, das Zimmer ihrer Mutter. Ein erneuter Lichtblitz durchzog sie. "Mutter..." Leute erschienen, kamen und gingen, aus dem Raum heraus, hinein. Das Bett beulte sich aus, ihre Mutter, Kimiko Tendo lag darin. "Mama..." Ein kleines, blauhaariges Mädchen kniete am Bett, und wurde dann von Kimiko hochgehoben, so dass es auf der Bettkante saß. "Was... Wer ist das?" Akane lehnte sich verwundert an die Wand, das Mädchen war ihr vertrauter als es ihr lieb war. "Mama..." Es kuschelte sich an die zitternde Brust der Mutter. <br />
"Akane... Du, musst jetzt stark sein..." Die Tür sprang auf, Soun rannte von der Hummel gebissen ins Zimmer, blieb vor dem Bett seiner Frau stehen. "Der Arzt, er sagt es gibt noch Hoffnung..." Er versuchte sie aufzumuntern. "Lügner..." Gab Kimiko lächelnd zurück. Sie hatte sich anscheinend schon damit abgefunden. Sie drückte Akane noch einmal an ihre Brust, flüsterte ihr etwas ans Ohr, und sackte kraftlos zusammen. "Gib... nicht auf... Das Mädchen war, ich... Gib nicht auf, ihre letzten Worte..." Der Arzt betrat das Zimmer, fühlte den Puls, und schüttelte den Kopf. <br />
"Nein..." Soun brach zusammen, stützte sich an der Bettkante ab um nicht vollends umzufallen, brach in Tränen aus. Akanes Vergangenheit schüttelte nur immer wieder den Kopf, andere stürmten ins Zimmer, blieben betroffen stehen. =Gib nicht auf...= Akane wurde aus dem Zimmer gerissen, an einen anderen Ort. Ein Arzt, ein anderer als der vorherige und Soun in einem Zimmer. Sie schienen über etwas zu beraten. Es waren auf jeden Fall nicht ihre Erinnerungen. <br />
"Sie sollten es wissen... Ihre Frau..." Es war nach dem Tod von Kimiko. "Sie... Ein seltenes Gift wurde in ihrem Blut gefunden. Wir haben keine Ahnung wie es da hingekommen sein könnte. Es gilt als unaufhaltbar, und genauso ist seine Herstellung bisher unergründet. Es gibt kein Serum. Wir hätten so oder so nichts für sie tun können... Es tut uns