Fanfic: D Anfang v Ende o: DF [11]
leid dass sie es so erfahren mussten..." Akane wurde erneut losgerissen. Die Erinnerungen des Todes saßen immer noch zu tief und nun solch eine Nachricht. Hatte sie den Tod nicht ganz anders erlebt? Oder die Wahrheit einfach nur verdrängt? Die letzten Worte, plötzlich ganz andere. Konnte man so etwas verändern? Verdrängen und vergessen? "Noch nicht alles... Sieh hin..." Wieder eine Stimme, und wieder blitze es auf. Sie befand sich im Park. Vögel zwitscherten in der Nachbarschaft der Bäume, immer noch Nerima. "Ein bestimmter Park, eine bestimmte Zeit, kurz nachdem..." <br />
Die Stimme verschwand. Unbekümmert trällerten die Vögel weiter, die Blätter der Bäume wogen sanft im Wind, ein alter Mann saß auf einer Bank, Mütter gingen mit ihren Kindern an der Hand neben ihren Männern hin und her durch den Park. Die Blumen blühten in allen verschiedenen Formen und Farben, spielten mit dem saftig grünen Gras das drum herum wuchs, lockten Bienen und Hummeln an. <br />
"Das ist doch genau wie..." Akane drehte sich um. Ein Kind mit blauen Haaren lief weinend den Weg entlang, an ihr vorbei, ja fast durch sie hindurch. Einen kalten Luftzug, als mehr nahm sie die Berührung nicht war. Hinter ihr ließ sich das Mädchen tief schluchzend im Gras nieder. Der Mann auf der Bank erhob sich, und ging auf sie zu. Akane hatte dies alles schon einmal erlebt, diesmal war sie sich sicher, doch eins war anders. Der Mann stockte kurz und nuschelte etwas in seinen Bart hinein, erst dann setzte er sich zur weinenden, kleinen Akane und begann sie zu trösten. <br />
Akane, die immer noch unbewegt dastand, wiederholte seine Worte, die der Wind an ihr Ohr getragen hatte. =Noch nicht, aber bald... Dann auch sie, und dann endlich...= Warum sollte Nobuo so etwas sagen? Es ergab einfach keinen Sinn, aber auch dies hatte sie schon mal gehört, kam ihr mehr als nur bekannt vor, aber auf eine unangenehme Art und Weise, die ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. "Genau das hat... Er..." Sie wurde fortgerissen, diesmal ohne Lichtblitz, einfach nur so, in tiefe Schwärze. <br />
Sie landete sanft auf dem Boden, trotz der Angst fürchterlich hart aufzukommen in Relation zur Geschwindigkeit die sie noch eben beschleunigt hatte. "Ja, das hat er auch schon gesagt, nicht war? Er..." Sie blickte sich um. <br />
Die Stimme die sie durch ihre Vergangenheit geleitet hatte war nun näher als zuvor, als stände sie direkt hinter ihr, nicht mehr wie bloß ein Echo. "Wer, bist du?" Akane drehte sich um und stand auf. In geraumer Entfernung stand jemand, bestimmt eine Handbreit kleiner als sie selbst. Kerzen entflammten sich auf einen Handwink dieser Person hin und tauchten die riesige Bibliothek in ein unheimliches Licht, das die vorherige Dunkelheit heimisch erscheinen ließ. <br />
"Ich kann dir meinen Namen leider nicht verraten, auch nicht den Namen der Person, die dich verraten hat... Die nun nur noch nach einem begehrt. Einst kannte ich sie gut, einst waren wir Freunde..." Er schwelgte in alten Erinnerungen, das konnte sie an seinem Blick erkennen, was ihr Zeit gab seine Erscheinung zu begutachten. Kleider machen Leute, fiel ihr spontan als Beschreibung für sein Aussehen ein, und es stimmte. <br />
Er erinnerte sie irgendwie an Obonu, denn auch er pflegte es einen fast bis zum Boden reichenden Umhang zu tragen, der an nur zwei Stellen an der Schulter befestigt war. <br />
Allerdings trug er nur eine Art Muskelshirt, wie man es in der Neuzeit nannte, wodurch seine Arme bis zum Unterarmgelenk freilagen. Auf dem Shirt fand sie keine Muster wie bei Obonu, keine sehr auffälligen Verschnörkelungen, nur eine Blaue Rose umwunden von einem Drachen, simpel gewoben auf dem rötlichen Untergrund seines Shirts. <br />
Seine Hose war wiederum in blau gehalten, ohne Auffälligkeiten und extravagante Besonderheiten. Alles in allem erinnerte sie extrem an Ranmas Hose, die er eigentlich immer trug. An den Unterarmen, sei es zur Schau oder zur Sicherheit, trug er Zentimeterdicke, bläulich schimmernde Armschienen, die zum Ende am Oberarm hin in einer Ausbuchtung nach außen rundlich und spitz zusammenliefen. Eine solche Kleiderkollektion hatte sie noch nie gesehen, und doch verlieh sie ihm seiner geringen Körpergröße zum Trotze ein gewisses Ansehen von großer Macht. Schon allein der Gürtel, von den Armschienen zu schweigen, hing am überstehenden Ende tief herunter und schien seine Kilos zu wiegen. Es erschien ihr irgendwie wie eins von Ranmas Trainingsprogrammen, er trug ja auch nicht gerade selten Gewichte um Knöchel und Bauch. Ihr Blick blieb kurzzeitig an beiden Seiten seiner Hüfte hängen, wo zwei Katanas, je eins auf jeder Seite, das Bild des starken Kriegers nur noch stärkten. <br />
Der Rechte Arm war leicht angewinkelt vom Körper abgestreckt, und nun folgte ein Detail das das Gesamtbild, das sich Akane noch eben erstellt hatte zum schwanken brachte. Der Unbekannte, Name hin oder her, stütze sich ab, und zwar auf einem Stab der noch mal um die Hälfte Länger war als er groß. Im Gegensatz zu seiner Kleidung waren darauf sehr wohl Skizzen und Holzschnitzereien zu erkennen, und davon nicht gerade wenige. Dünne und dicke Linien zogen sich das Holz entlang, liefen an der Spitze, die von einer dunkelblauen Kugel abgerundet wurde, zusammen und stoben wieder in alle nur möglichen Richtungen auseinander, um an der Spitze des unteren Endes wieder zusammen zu treffen. <br />
Die Andere Hand, unfern des Stabes, lag auf einem der beiden japanischen Schwerter und ruhte dort die ganze liebe lange Zeit, während er munter weiter vor sich hin brabbelte. "Ich kannte ihn... ja... das ist wohl war... aber langweile dich ja wohl nur... Aber weshalb ich dich hier hergeholt habe steht ja noch aus! Was wollte ich sagen?" Er griff sich grübelnd an die Stirn, was ihn dazu veranlasste die Hand vom Schwert zu nehmen. An für sich schien er alles andere als alt, bestenfalls 2 Jahre älter als sie und Ranma, da die Person schon einen leichten Bartwuchs aufweisen konnte. "Ach ja... Er... Nimm dich in Acht, traue nicht dem Traum, Wirklichkeit verschleiert und ist das erste was stirbt! Traue niemandem, nicht einmal mir... Länger kann ich dich nicht halten, er wird sonst misstrauisch... Ist zu mächtig... geworden..." Er hob die Hand, mit der er sich eben noch den Kopf gekratzt hatte auf Hüfthöhe, und stellte den Stab senkrecht neben sich auf den Boden. "Sein Untergang... Kann mich nicht einmischen, nur im Notfall..." <br />
Das Bild begann zu schwinden, löste sich langsam und beständig auf, Stück für Stück verlor sie das Bewusstsein, klappte zusammen. Hatte es etwas mit ihm zu tun, ihm der stark und doch zerbrechlich war? "Doch wenn... Dann ist es sein Ende... Wenn nicht..." Das Bild verschwand vollends aus ihrem Kopf. Ruckartig öffnete sie die Augen. "Wo bin?" Sofort zog sie sie wieder zusammen. Sie befand sich auf den Felsen am Bach, immer noch hallten ihr die letzten Worte wieder. "Nicht einmischen, sonst... Was sonst... Hey?" Sie war zurück in der scheinbar mehr als nur simpel heilen Welt. <br />
Doch etwas hatte sich verändert seit sie mehr oder weniger sanft entschwunden war. Ein süßlicher Duft von Tee zog in ihre Nase und vernebelte ihr die Sinne. Sogleich machte sich ihr Magen wieder bemerkbar, der schon so lange auf die wohl verdiente Entlohnung in Form von Nährstoffen und Nahrung wartete. "Kommst du?" Obonu rief sie zu Tisch. "Ich hab so ein ganz kleines bisschen was an Essen auftreiben können, ich hoffe es reicht." Sie blickte hinauf zur Terrasse, wo sich Obonu verlegen am Hinterkopf kratzte. "Ja, hoffentlich..." Erwiderte Akane bedrückt und setzte sich nach kürzerem Fußmarsch zu ihm an den Tisch, wobei ihr fast die Augen aus dem Kopf fielen. <br />
Für Ranma wäre das sicherlich das Paradies auf Erden, gleich nach einem Sieg in einem Kampfturnier versteht sich. <br />
Ein kurzes rotes Flackern störte ihr Bild vor Augen. Doch es war so schnell vergessen wie alles Essbare aufgezählt war, auch wenn die Aufzählung schon ihrer Zeit bedurfte. Von Schinken über die gute alte Salami der Westlichen Welt bis hin zu Honig war schier alles vertreten was aufzutreiben war, und alles bereit aufgegessen zu werden. <br />
"Na dann, hau rein!" Erneut durchzog ein aufblitzen ihr Sichtfeld, was sie jedoch nicht weiter störte, noch nicht. Alles musste ausprobiert werden. Noch nie hatte sie soviel Spielraum gehabt wenn es um essen ging, also sollte man diesen auch nutzen. <br />
Erneut blitze es, und so langsam schien es Akane aufzufallen. Schlagartig erinnerte sie sich an alles was sie vor kurzem erst erlebt hatte, wie konnte sie es nur so schnell vergessen. Es blitze unaufhörlich weiter, mal rot, mal blau, und noch etwas veränderte sich. Das Bild begann sich zu verzerren, Akane wurde in die Luft gerissen, und Obonu verschwand vollends. <br />
"Was ist jetzt... Schon wieder los?" Einige Meter über der Erde verharrte sie, alles schien sich in Wohlgefallen zu begeben, löste sich einfach auf, mit jedem Blitz ein bisschen mehr. "Jetzt ist es so weit... Niemand wird mich aufhalten... Endlich..." Schlag um schlag erkannte sie die inzwischen verhasste Stimme. Er war es, er der sie im Traum gefangen hielt. Im Traum? Was war nun überhaupt Traum, oder real. Die Bäume verschwanden, der Himmel färbte sich Blutrot, die Vögel verstummten, verbrannten bei lebendigem Leibe zu Aschehaufen, die Blumen wurden in einem einzigen lodernd heißen Fegefeuer vernichtet, das Haus in einem Flammeninferno dem Erdboden gleich gemacht, bis dieser selbst in den Himmel bröckelte und verschwand, um nur noch mehr Rotes Licht preiszugeben, das Akane dann letzten Endes vollständig aus dieser Welt riss, mit einem lauten, unerträglichen Knall.<br />
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