Fanfic: AWG - 33 - Schattenspiele

Kapitel: AWG - 33 - Schattenspiele

Kapitel 33 – Schattenspiele<br />
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Auf dem Weg durch die unzähligen Gänge fragte sich Momoko langsam, wieso die Alte soviel über sie wusste. Es schien, dass sie nicht mehr erstaunen konnte und dass sie wohl mit allen Wassern gewaschen war. Sie machte nicht den Eindruck, dass sie viel oder gerne reisen würde und sie hatte auch nie etwas von irgendwelchen Reisen erzählt. Momoko beschloss zu glauben, dass sie einfach eine Markthändlerin oder ähnliches sein musste. Sie kannte solche Frauen, geschickt und unbemerkt zogen sie anderen Leuten Informationen aus der Tasche ohne dass diese jemals Verdacht schöpfen würden. Warum auch? Schließlich war diese Frau so harmlos wie... Momoko selbst!<br />
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„Sind sie eigentlich hier geboren?“, sprudelte die Frage aus dem Mund des rothaarigen Mädchens. Noch bevor die Worte ihren Mund verlassen hatten, presste die Alte sich selbst und Momoko mit dem Rücken flach gegen die Wand. „Sei still“, befahl sie schroff, „Mach die Augen zu!“<br />
Es wurde totenstill, keine von ihnen wagte es auch nur zu atmen. „Deine Augen reflektieren das Licht“, erklärte die Ältere schließlich im Flüsterton. Sie hatte sich mitreißen lassen und einen etwas zu schroffen Ton gewählt, denn Momoko sah sie jetzt mit gemischten Gefühlen an. Aber jetzt war nicht die Zeit für Entschuldigungen.<br />
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„Komm mit! Es ist nicht mehr weit“, und zusammen machten sie sich wieder auf den Weg durch die weiteren dunklen Gänge. Auf ihrem Weg bogen sie so oft vom Hauptpfad ab dass sich Momoko fragte, ob sie nicht die ganze Zeit im Kreis herumliefen. Aber als die Alte schließlich auf die nächste Abzweigung nach links deutete und „hier ist es“ erklärte verflüchtigten sich die Zweifel endlich. Erst jetzt bemerkte sie, dass die ganze Zeit über eine dünner Staubfilm in der Luft hing, denn ihr Mund war trocken und das Atmen kratzte im Rachen. <br />
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Die beiden Frauen bogen ab und blieben gleich wieder stehen – „Das ist eine Sackgasse“, Momoko schnaufte enttäuscht und ließ sich mit dem Rücken gegen die Wand fallen. „Unmöglich“, rief die Alte aus und trat einmal fest gegen die Wand vor ihnen. Mit entschlossner Miene schob sie ihre Ärmel über die Ellbogen zurück und wandte der anderen den Rücken zu. „Was machen sie da?“<br />
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Plötzlich fiel ein neuer Schatten in die kleine Gasse, begleitet von einer dunklen Stimme: „Na so was! Heute muss mein Glückstag sein!“, die dunkle Gestalt machte einen Schritt in Momokos Richtung und das flackernde Licht in seiner Hand warf einen gespenstischen Schatten auf sein Gesicht. „So ein hübsches Kind“, mit der freien Hand hob der Wachmann das schmale Kinn des Mädchens um ihr Gesicht im Licht zu betrachten, „Na Kleine, hast du dich mit deiner Urgroßmutter hier verlaufen?“<br />
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Noch bevor die Alte protestieren konnte – denn so alt war sie nun auch wieder nicht, machte der Wachmann ein erschrockenes Gesicht und schien plötzlich ein ganzes Stück gewachsen zu sein. Die Lampe rutschte aus seiner Hand, fiel zu Boden und blieb reglos liegen. Die Alte blieb sofort stehen und Momoko runzelte erstaunt die Stirn. <br />
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Nachdem der Wachmann noch einen weiteren Wachstumsschub hinter sich hatte, baumelte er wie ein Schirm am Kleiderhaken. Sein Kopf schien zwischen seine Schultern gewachsen zu sein und mit seiner erstaunten Miene hatte er beinahe etwas Komisches an sich. Aus dem Nichts trat ein neuer, größerer Schatten hinter die Figur in Schwarz und ließ ihn plötzlich sehr klein wirken. Die kurzen, abstehenden Haare des schwarzen Schatten und seine breiten Schultern kamen Momoko ansatzweise vertraut vor. <br />
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“Ich glaube, du kannst ihn jetzt runterlassen, Totepo.“, Celipa trat hinter der Ecke hervor und in das Licht der Fackel am Boden. Sie lächelte den baumelnden Wachmann an „Du wirst doch nicht weglaufen, oder?“ – heftiges Kopfschütteln. Totepo lockerte den Griff um den Kragen und ließ ihn schließlich ganz los. Mit einem dumpfen Laut fiel die kleinere Figur zu Boden und sah mit gemischten Gefühlen nach oben zu dem riesigen Totepo, der wiederum Celipa ansah.<br />
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„Wir sind uns auf Vegeta-sei begegnet“, erklärte die Saiyajin kurz und richtete ihren Blick auf Momoko. „Wir sind euch in diese Gänge gefolgt als ihr den Kampf verlassen habt. Warum seid ihr so schnell geflohen?“ – „Das ist jetzt nicht wichtig“, schaltete sich die Alte ein und wuschelte dem Wachmann etwas zu fest durch die Haare bis er aufschrie. Dann beugte sie sich vor und zog einen Schlüssel aus seiner Tasche – „Kommt mit! Ich werde es euch auf dem Weg erklären“ Damit zog sie Momoko am Arm hinter sich her und drückte sich an Totepo und Celipa vorbei. <br />
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Tawamure sah Zarbon an, als ob seine letzte Frage völlig unsinnig wäre. „Wie du an die Kraft kommst?“, wiederholte er langsam und sah dabei abwechselnd den grünen Krieger und die helle Flamme an. „Aber Zarbon“, in seinem Blick keimte Amüsement auf „halt mich doch nicht zum Narren“ – die schmalen Brauen zogen sich zusammen und seine makellose Stirn legte sich in Falten. Wenn es etwas gab, dass Zarbon noch mehr hasste als Hässlichkeit, dann waren das Anmaßungen wie diese! Ohne genau zu bemerken, wie schnell es ging, hatten sich seine Fäuste geballt und sein Körper wurde in die gewöhnliche, weiße Aura eingeschlossen. Er merkte noch, wie sein Mund sich öffnete und ein paar Worte seinen Mund verließen – aber Zarbon wusste nicht was oder wieso.<br />
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Erst als Tawamures faltiges Gesicht mit den Schlitzaugen auf seine Schulter deutete, begann er zu verstehen. Die Flamme war verschwunden – erstaunt riss er die Augen auf „Aber wo...?“ Diese Frage erübrigte sich, als die weiße Aura um ihn herum begann sich auszubreiten. Größer und größer wurden die weißen Zungen und ihre Farbe schien kräftiger zu werden. Mittlerweile flackerte auch Tawamures kleine Gestalt durch das helle Licht. Ein Kribbeln breitete sich in Zarbons Körper aus und er fühlte sich glücklich, ohne zu wissen warum. <br />
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Seine Augen strahlten förmlich als er spürte, wie seine Aura immer stärker und er damit mächtiger wurde. Die muskulösen Schenkel schienen sich ein Stück weit zu vergrößern als neue Muskeln hervortraten. Seine Arme schwollen an, die Schultern wurden ein Stückchen breiter. Überglücklich ließ Zarbon seine Augen über den Körper wandern, dann strich er eine Haarsträhne aus seinem Gesicht und dabei fiel sein Blick auf die Rückseite der grünen Hand. Entsetzen machte sich in ihm breit und sein Herzschlag setzte sogar kurz aus. <br />
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Zu Tode erschrocken richtete er den Blick auf Tawamure und deutete auf den einzelnen grauen Fleck, der seine wunderschöne, seine ebenmäßige Pfirsichhaut verunstaltete... <br />
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„WAS IST DAS?“, schrie er und klang gleichermaßen erschrocken wie empört. <br />
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Tawamure wies auf Zarbons Knie wo sich ein weiterer Fleck gebildet hatte. Der Lord seinerseits etwas beinahe erleichtert, da seine Rechnung aufzugehen schien „Überraschung“, sagte er trocken und strich mit einer Hand über seinen Bart. <br />
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„Nein!“, Zarbons Stimme klang immer verzweifelter. Sein wunderschöner Körper verwandelte sich langsam aber sicher in eine Art Kiesgrube. So viele Flecken auf seiner Haut. Der Alte – er hatte ihn reingelegt! Mit durchbohrendem Blick sah Zarbon den Greis an. Am liebsten würde er ihn in der Luft zerreißen.... und genau das würde er jetzt auch tun. Seine Aura machte einen weiteren Sprung in Richtung Unendlichkeit und der Boden unter seinen braunen Schuhen zerbrach wie zartes Porzellan. „Dafür wirst du bezahlen, alter Mann!“<br />
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Unbeeindruckt hielt Tawamure die Hand vor seinen kleinen Körper und brachte Zarbon dazu, stehen zu bleiben, „Das würde ich mir gut überlegen“. Daraufhin erklärte er Zarbon dass, je mehr er mehr Wut in ihm aufstieg, desto mehr würde sein Körper sich verwandeln und, dass wenn er eine bestimmte Grenze überschritt dieser Prozess irreversibel, unumkehrbar, sein würde.<br />
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Nicht so weit von diesen Ereignissen richtete sich Okane mühsam auf und wischte mit dem Handrücken über sein Kinn. Als er den Blick darauf richtete, lief ein dicker Bluttropfen über das runde Handgelenk und hinterließ eine feuchte Spur. Seine Zunge fuhr über die Unterlippe und ein metallischer Geschmack breitete sich in seinem Mund aus, Blut lief aus seiner Nase und eine Gesichtshälfte fühlte sich etwas taub an. <br />
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Hasuka stand an der Wand gegenüber und sah seinen geschlagenen Bruder mit einem selbstgefälligen Grinsen an. „Sag, Okane...“ damit stieß er sich von der starren Wand ab, „...fragst du dich immer noch, wieso ich das hier mache?“ Seine riesigen Augen richteten sich wage in Hasukas Richtung, ohne seine Brille war er nun mal fast blind. Hasuka legte den Kopf schräg als betrachtete er ihn mit den Augen eines Kindes. <br />
Er machte einen Schritt auf ihn zu und beugte sich nach vorne, seine Stimme war kaum lauter als ein flüstern, wie das Züngeln einer Schlange vor dem tödlichen Biss „Du hast mich dazu gemacht, was ich heute bin, Bruder! Bist du stolz auf mich?“ Hasukas halbes Gesicht blieb im Schatten verborgen und das andere Auge schien mit grausamen Glanz auf Okanes gerunzelte Stirn. „Bist du nicht stolz darauf, was du geleistet hast?“, trieb Hasuka sein ironisches Spiel weiter - der dickere senkte den Blick, als ob ihn plötzlich Reue überkam, aber trotzdem antwortete er nicht. <br />
Ein schroffer Tritt traf sein aufgeritztes Knie, „BIST DU STOLZ??“, keifte Hasuka und bleckte die Zähne. Ihre Gesichter waren sich so nahe, dass sie des anderen Atem im Gesicht deutlich im Gesicht spüren konnten. „Jetzt liegst du am Boden, Okane.