Fanfic: Berührungen ½ [8] - Finale -

gerufen?“ Unsicher schaute sie sich um. <br />
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„Matsuko vielleicht-- Nein die Dorfbewohner schlafen sicher längst. Hmm... komisch.“ Kopfschüttelnd betrat sie schließlich ihre Hütte und stolperte beinahe über einen kleinen Gegenstand, den jemand in ihrer Schwelle abgestellt hatte. Stirnrunzelnd hob sie ein metallenes Kästchen auf. <br />
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„Wer hat denn...“ setzte sie verwundert an und setzte sich auf ihr Bett, um den Inhalt der kleinen Schatulle zu erfahren. Vorsichtig strich sie mit ihren Fingerspitzen über ein scheinbar sehr altes Pergament. Nachdem sie sich eine Kerze angezündet hatte, begann sie dessen Worte zu lesen: <br />
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„Boku Tachi wa Kore Kara (**) – ’Von nun an wir beide zusammen’? Eine merkwürdige Überschrift.“ Sie räusperte sich, um fortzufahren.<br />
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„Du magst mich in meinen Träumen berühren,<br />
doch diese bleiben nicht.<br />
Heute habe ich nicht viel zu sagen.<br />
Wie bloß soll ich mich nur dem Tageslicht stellen?<br />
Was bloß habe ich getan?<br />
Gewisse Dinge scheinen vollkommen unausgesprochen,<br />
Aber das ist vielleicht auch besser so.<br />
Dann schaue ich in deine Augen;<br />
es wird eng in meiner Brust.<br />
Lausche dem Fluss, er erzählt von unserem Abschied.<br />
Verrate mir doch bitte, was in deinem Herzen vorgeht<br />
Denn genau dort sollten wir anfangen.<br />
Alles, was ich brauche ist ein kleiner Anfang,<br />
dann werde ich dir mein Herz schenken.<br />
Du und ich haben noch so vieles, über das wir sprechen müssen<br />
und es bisher nie taten. <br />
Warum können wir nicht den Tag ergreifen? <br />
Doch weißt du denn nicht, dass ich keine Ahnung habe,<br />
wie ich das anstellen soll?<br />
Wie weit wird es uns führen bis wir beide frei sind,<br />
Du und Ich!“<br />
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...<br />
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Zitternd ließ sie das Pergament aus ihren Händen gleiten. „Wer... wer hat das bloß geschrieben? Macht sich jemand lustig über mich? Das... das sind ja exakt meine Gedanken.“ Schwer atmend schaute sie auf die zu Boden gefallene Schriftrolle. „A-aber nein. Das kann gar nicht sein.“ Verunsichert beugte sie sich hinunter und hob sie wieder auf. „Die ist viel zu alt. Unmöglich, dass jemand so etwas fälscht. Und warum auch?“ Sich selbst beruhigend betrachtete sie die Struktur der Schriftrolle, prüfte die grobe Oberfläche des Pergaments, wie auch die leicht verblasste Tinte.<br />
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„Hmm... Aber das ist ja nur ein Teil des Pergaments.“ Sie begutachtete die grobe Kante. „Ganz eindeutig, es wurde aus einer noch größeren Schriftrolle herausgerissen. Ich frage mich, was da noch drauf steht...“<br />
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Auf einmal stutzte sie. „Nein... es sind nicht exakt meine Gedanken.“ Mit ihrem Zeigefinger fuhr sie erneut durch die Zeilen und stoppte an einer Stelle, um sie zu wiederholen: „Warum können wir nicht den Tag ergreifen?“ Mit einem erhellten Gesichtsausdruck schlug sie sich leicht an die Stirn. „Das ist es! Es sind praktisch meine Gedanken, nur dass dieser Jemand, der diese Worte niederschrieb, ein klein wenig weiser und mutiger als ich war. Ich rannte bloß stets davon, versteckte mich vor dem Tag. Dabei war das einzig Richtige, was ich hätte tun können, den Tag zu ergreifen!“<br />
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Enthusiastisch sprang sie auf, als sie für sich beschloss, so bald wie möglich abzureisen, um sich Ranma nicht bloß zu stellen, sondern auch ein viel zu lang herausgezögertes Gespräch mit ihm zu fordern. <br />
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„Wie weit wird es uns führen bis wir beide frei sind“, fuhr ihr nun eine andere Passage erneut durch den Kopf. <br />
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„Da sieht man ja, wohin es uns führte“, antwortete sie kopfschüttelnd zu sich selbst. „Ich hocke hier in den Bergen und Ranma...“ Mit einem Schlag weiteten sich ihre Augen. „Ranma!?“ <br />
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Ein tauber Schmerz durchzuckte ihren Körper und ließ sie zurück auf ihr Bett taumeln. Hektisch kratzte sie sich am Kopf. „W-was wenn es gar kein Traum war, dass ich ihm in der heißen Quelle begegnete? Vielleicht ist er mir hierher gefolgt... Aber wie sollte er....? Wie könnte er....? Oh mein--.... Das kann doch nicht wahr sein.“ Plötzlich fiel ihr das Echo wieder ein, das sie soeben zu hören geglaubt hatte. Eilig stolperte sie zur Tür hinaus und lief ein paar Schritte weiter, um sich noch einmal ganz genau umzuschauen. Der dunkle Nachthimmel wurde bereits von den ersten Sonnenstrahlen verdrängt und färbte sich in der Ferne allmählich in zarte, warme Orange- und Rottöne. „Hmm... war es ein Traum, war es kein Traum? Ich weiß gar nichts mehr. Aber es geht mir so eigenartig gut, seit diesem-- ’Etwas’...“ Der malerische Anblick ließ sie alle Furcht vergessen. <br />
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„Ich muss nachhause zu Ranma und ihm sagen, dass ich ihn... dass ich ihn liebe.“ Lächelnd atmete sie die frische, klare Luft ein. <br />
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***<br />
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„Genma!“ rief Matsuko und ließ vor Schreck die tönerne Tasse fallen. „Kaum zu fassen, du bist es wirklich... Genma!“<br />
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Mit einem überwältigten Lachen fiel sie dem leicht gealterten Martial Artist um den Hals. <br />
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„Oh Matsuko, meine Gute. Es ist herrlich wieder hier zu sein – nach all den Jahren...“ entgegnete ihr Genma und stellte seine schwere Tasche ab. „Aber der Grund für meinen Besuch“, setzte er in einem ernsteren Ton fort, „ist leider ein anderer. Ich schickte meinen Sohn an diesen Ort, damit er eine bestimmte Aufgabe erfüllt, aber wie es aussieht, verfehlte er sein Ziel um Weiten.“<br />
„Dein Sohn?“ fragte die Dorfbewohnerin verwirrt. „Du meinst doch nicht, dass... Ranma dein Sohn ist?“<br />
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Genma nickte. „Dann hat er wenigstens euch gefunden.“<br />
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„Ranma ist also... der kleine Fratz, den du uns damals vorgestellt hast.“ <br />
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„Nachdem ich an diesem Ort mit eurer Hilfe und mit der von Ninshiki no Izumi zu Nodoka gefunden habe, ganz richtig“, beendete Genma ihre Gedanken. <br />
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Japsend hielt Matsuko sich ungläubig die Hand vor den Mund, um zu verhindern, noch weitere Fragen zu stellen und Genma zuende sprechen zu lassen.<br />
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„Wie auch immer, meine Liebe. Ich fühlte, dass es für meinen Jungen an der Zeit war, ein Teil eurer Tradition zu werden. Spätestens als ich zufällig mitbekam, wie seiner Verlobten ein Aufenthalt nahe der Ninshiki no Izumi angeboten wurde, war ich mir ganz sicher. Ich hoffe, er wird keine Schande über euer Dorf bringen.“ Genma verbeugte sich tief. „Ich weiß, dass er sich manchmal etwas tollpatschig anstellen kann, aber er ist ein guter Junge.“<br />
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„Mach dir keine Sorgen, mein alter Freund.“ Matsuko sprach sanft als sie sich zum ihm hinunterbeugte. „Letzte Nacht badete er endlich in der Ninshiki no Izumi. Sen hat es mir verraten. Als er eine Blume aufblühen sah, wusste er, dass sowohl Ranma als auch Akane – und ich nehme stark an, das wird die geheimnisvolle Verlobte sein – Berührung mit dem Quellwasser hatten.“<br />
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Genmas Gesicht erhellte sich plötzlich. „Das—das heißt... die Quelle wird nicht austrocknen? Sie haben doch geweint, oder?“<br />
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„Ganz recht, sie beide haben geweint“ beantwortete sie seine Frage. „Weißt du, normalerweise füllen die heißen Tränen der Liebe unsere Quelle für weitere 20 Jahre auf. Aber irgendetwas Besonderes umgibt dieses Paar. So eine starke Energie ging von Ninshiki no Izumi schon lange nicht mehr aus. Wenn überhaupt jemals.“ Nachdenklich rieb sie sich ihr Kinn, wie sie es Sen mit seinem Bart so oft tun sah. „Allerdings muss ich sagen, dass Nodoka und du wirklich zwei weitaus einfachere Fälle gewesen seid. Akane und Ranma sind tatsächlich unwahrscheinlich stur, was ihre Gefühle zueinander betrifft. Nie zuvor bin ich auf so viel Widerstand gestoßen, wenn es doch um das eigene Glück geht. Was ist bloß in sie gefahren, dass sie ihre gegenseitige Zuneigung dermaßen stark abstreiten?“ Fragend blickte sie Genma in die Augen.<br />
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Der jedoch spielte ein Lachen heraus und kratze sich nervös am Kopf. Es würde keinen Sinn machen, beschloss er für sich, unwichtige Dinge, wie die erzwungene Verlobung oder das ständige Einmischen von ihm und Soun zu erwähnen. <br />
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„Aber wie auch immer“, sprach Matsuko weiter, als sie keine Antwort bekam, „die Onsen können sie nicht betrügen. Sie leuchten förmlich. Das kann nur bedeuten, dass sowohl ihr Schmerz durch die Trennung als auch ihre gegenseitige Zuneigung unglaublich stark sein muss. Denn wenn du dich noch recht erinnerst, kann Ninshiki no Izumi nur insofern weiterhelfen, als dass sie dir die Augen über deine wahren Gefühle öffnet, indem sie dich in Berührung mit den heißen Tränen, dem Schmerz der Liebenden bringt.“<br />
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„Ich erinnere mich“, flüsterte Genma und schloss seine Augen. „Damals glaubte ich, Nodoka würde niemals jemanden wie mich lieben können. Dann badete sie in der Quelle und auf einmal, erkannte ich, dass sie sich bloß gefürchtet hatte, mir zu vertrauen. Vielleicht waren ihre Befürchtungen zurecht.“ Er seufzte. „Nodoka... Seltsam, erst jetzt merke ich wieder, wie sehr ich sie vermisse.“<br />
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Matsuko legte ihm freundschaftlich eine Hand auf die Schulter. „Das macht die Ninshiki. Die starke Energie wird bis hierher getragen. Wahrscheinlich hattest du deine wahren Gefühle in den vergangenen Jahren wieder zu verleugnen gelernt.“ <br />
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„Vielleicht...“ antwortete Genma traurig als plötzlich ein unerträgliches Stechen in seiner Brust entstand und seine Augen sich mit Tränen füllten. „Was ist denn jetzt auf einmal los!?“ entfuhr es ihm, als er erschrocken versuchte, die immer stärker ausströmende, heiße Flüssigkeit mit seinen Fingern zurückzuhalten.<br />
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„Ninshiki... Ninshiki no Izumi!” schrie