Fanfic: Licht – The End
Kapitel: Licht – The End
Licht – The End<br />
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Das Knirschen von vertrockneten Gräsern und das Abbröckeln von Gestein war zu hören, als sich eilig Schritte näherten. Keuchend vernahm Ranma Akanes Atem, sah ihre ängstlichen Augen, als sie sich auch schon in seine Arme schmiss und ihn zu Boden warf.<br />
Voller Schmerz schrie sie auf, als der Eisspeer sie von hinten traf und sich in ihren Rücken bohrte. <br />
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Schwach brach sie zusammen, merkte nur noch abwesend, wie Ranma ihren Kopf auf seinen Schoß betete und ihr vorsichtig ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht strich. Kälte breitete sich in ihrem Körper aus … Kälte die jeden Zentimeter ihrer Haut erfüllte und ihr Herz schwerer und schwerer machte. Lächelnd sah sie zu Ranma auf …<br />
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Verzweifelt schaute Ranma in ihre matten Augen, strich ihr sanft und ängstlich durch das Haar und über das Gesicht, schrie panisch ihren Namen … doch Akane lächelte ihn nur an … <br />
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Und so starb Akane in den Armen ihres Verlobten und das erste Mal in seinem Leben begann Ranma zu weinen …<br />
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Langsam flossen die Tränen an seinem Gesicht herab … langsam und doch unbemerkt. Nass und glänzend kullerten sie über die Wangen und fielen hinab auf das leblose Gesicht von Akane.<br />
Mit großen Augen und bebenden Lippen beugte Ranma sich über seine Verlobte, strich ihr durchs Haar und vorsichtig über ihre Wange, konnte einfach nicht wahrhaben, dass sie nicht mehr lebte. „Hey Akane …“ Leise begann Ranma in ihr Ohr zu flüstern „ … es wird alles wieder gut … Akane … öffne doch bitte deine Augen ... Akane …“ Von Wort zu Wort wurde Ranmas Stimme lauter, wurde zittriger und bekam einen panischen Ausdruck. <br />
Leicht rüttelte Ranma an Akanes Schultern, bis er sie irgendwann hin und her schüttelte, ihren Namen rief, während die Tränen weiterhin lautlos an seinem Gesicht hinunterliefen. <br />
Doch Akane regte sich nicht, atmete nicht, lebte nicht mehr … nach und nach wurde Ranmas Körper immer kälter … es war als würde sich sein Herz zusammenziehen und es von innen heraus zerbrechen …<br />
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Auf einmal spürte Ranma wie jemand zaghaft eine Hand auf seine Schulter legte und er erschrocken zusammenzuckte. Schnell drehte er sich um, blickte kurz in Ukyos Gesicht und wendete sich wieder zu Akane, welche in seinen Armen lag.<br />
„Ranma … ich bitte dich … Akane ist … Akane ist tot.“ Mit gesenkten Augen hockte Ukyo sich neben Ranma und strich vorsichtig über seine Hand. Verzweifelt drückte Ranma den leblosen Körper an sich und schüttelte langsam den Kopf. „Nein … sie kann nicht tot sein … sie ist hier bei mir … ich werde sie beschützen!“ „Aber Ranma …“ Schon wollte Ukyo etwas erwidern, als Ranma sie wütend anschrie: „Sie ist nicht tot … sie darf nicht tot sein … ich habe ihr doch noch nicht einmal mehr gesagt, wie sehr ich sie liebe …“ Leise drangen die letzten Worte aus seinem Mund und Ranma senkte den Kopf, schloss die Augen und strich wie in Trance wieder über die blassen Wangen von Akane …<br />
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Plötzlich ertönte ein lauter Schrei und eine Faust traf Ranma hart im Gesicht. Benommen fiel er zurück, stand aber schnell wieder auf. Mit zerzaustem Haar und verweinten Augen stand Ryoga ihm gegenüber … kampfbereit. Ohne lange zu zögern sprang Ranma auf ihn zu, schlug und trat ihn … bis Ryoga erschöpft zu Boden fiel. Dennoch rappelte er sich wieder auf, packte Ranma an den Schultern und schaute ihm fest in die Augen. „Ranma … Akane ist tot, sie lebt nicht mehr … sie hat sich für dich geopfert … versteh das doch endlich!“ <br />
Regungslos sah Ranma seinen Freund an und begann langsam zu verstehen … Ohne ein Wort zu sagen, fiel er Ryoga in die Arme, drückte sich an ihn und fing an hemmungslos zu weinen …<br />
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Nach einiger Zeit brach der Trupp wieder auf, wollte nicht, dass die ganze Reise und besonders Akanes Tod umsonst gewesen sein mussten …<br />
Mit schleppenden Schritten gingen Ranma und Ryoga weiter Richtung Norden, weiter zu der Quelle, die nur noch wenige Meter von ihnen entfernt war.<br />
Hinter ihnen gingen Mousse und Shampoo … versuchten still und leise das zu verarbeiten was gerade passiert war.<br />
Währenddessen blieb Ukyo zurück und wachte über Akanes Leiche …<br />
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Nach ungefähr einer Stunde hatte die kleine Gruppe ihr Ziel erreicht. Vor ihnen, am Gipfel des Berges, umsäumt von zahlreichen Felsen lag die Nanniichuan.<br />
Die Sonne warf gerade ihre letzten rötlichen Strahlen auf das kristallklare Wasser und verschwand dann hinter dem Horizont.<br />
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Ein kleines Lächeln erschien auf Ryogas und Mousses Gesichtern, als sie mit schweren Herzen in das kühle Nass der Quelle traten. Nur Ranma blieb an Rand stehen und blickte nachdenklich in sein eigenes Spiegelbild. Tief durchatmend und die aufsteigende Trauer in seinem Herzen verdrängend, schloss er die Augen und sah sich selber in seiner weiblichen Form Akane gegenüber … „Wollen wir Freunde sein? …“ Leise halten die Worte in seinem Kopf wieder und ein wehmütiges Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. Ohne, dass er irgendetwas dagegen hätte tun können, erinnerte er sich an all die schönen wie auch schlechten Erlebnisse, die er mit seinem weiblichen Körper und auch mit Akane verlebt hatte, bis zu dem letzten Abend vor der Reise … „Willst du wirklich zu der Quelle gehen Ranma? Ich … immerhin habe ich dich so kennen gelernt … und ich … ich mag dich so wie du bist …“<br />
Mit schmerzerfüllten Augen blickte Ranma ein weiteres Mal in die Quelle, sah sich selbst und neben sich das lächelnde Gesicht von Akane und er entschied sich, die Nanniichuan nicht zu betreten …<br />
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Seufzend wendete Ranma sich ab, als er plötzlich die wütenden Aufschreie von Shampoo, Mousse und Ryoga ertönten. Ruhig schaute Ranma auf und sah hinüber zu Nazukawa, der mit gesenktem Kopf vor ihm stand. Ohne ein Wort zu sagen, deutete Ranma seinen Freunden zu gehen und ging auf Nazukawa zu. Langsam hob dieser seinen Kopf. Man konnte ihm ansehen, dass auch er geweint hatte und doch empfand Ranma kein Mitleid.<br />
„Es tut mir Leid.“ Leise flüsterte Nazukawa diese Worte und zum ersten Mal blickte Ranma ihm direkt in die Augen, sagte aber immer noch nichts.<br />
„Töte mich … wenn du willst …“ <br />
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Mit einem Mal traf ihn Ranmas Faust hart im Gesicht und schleuderte ihn gegen einen Felsen. Stöhnend rappelte Nazukawa sich wieder auf, als Ranma auch schon wieder auf ihn zusprang und ihm einen Tritt in den Magen versetzte. Aufkeuchend strich Nazukawa sich durch die Haare, stellte sich aber wieder hin und blickte Ranma finster entgegen. Ausdruckslos sah dieser ihn an … mit einer Leere in den Augen, die man sonst nicht von ihm kannte …<br />
Doch ohne lange zu warten, ging Ranma wieder auf seinen Gegner los, schlug ihn und trat ihn … doch irgendwann, ohne es wirklich zu wollen, sondern um den Schmerzen auszuweichen, begann Nazukawa sich zu wehren, schlug zurück und traf Ranma mit einigen Feuerbällen.<br />
Aber Ranma gab nicht, sondern stürzte sich entschlossen wieder auf Nazukawa. Mit einem lauten Aufschrei wirbelte er in der Luft umher, zog sein Bein hinter sich her und verpasste Nazukawa einen gezielten Tritt in den Nacken … brach ihm das Genick … während dieser einen weiteren Eisspeer auf Ranma losschleuderte und ihn tödlich verwundete …<br />
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Langsam und sanft entwich die Kälte aus Ranma und Wärme durchströmte seinen Körper. Zufrieden schloss er die Augen und sah ein Licht um sich herum aufleuchten. Zart umstrich es seinen Körper und bildete ein Lächeln auf seinem Gesicht. Die Trauer war von ihm gewichen und das Licht breitete sich aus …<br />
Und aus diesem Licht tönte ihm auf einmal ein Lachen entgegen … ein Lachen, dass sein Herz zum strahlen brachte und kleine Schauer durch seinen Körper schickte.<br />
Tief durchatmend öffnete er die Augen und blickte in Akanes glückliches Gesicht. Verlegen sah sie zu Boden, umarmte ihn aber gleich darauf und drückte sich an ihn …<br />
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Der Tod steht für das Ende … doch manchmal kann er auch ein neuer Anfang sein …<br />
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THE END<br />
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