Fanfic: Linn

Kapitel: interne Streitigkeiten

Kapitel 6
Seit diesem Gespräch waren schon ein paar Tage vergangen und die Gruppe hatte schon einen recht weiten Weg zurückgelegt. Zwar waren ihnen dabei auch einige Dämonen begegnet, aber mit vereinten Kräften und dem eisernen Willen voran zu kommen hatten sie auch diese Hürde ohne große Schwierigkeiten gemeistert. Doch allen war klar, dass ihnen der große Kampf erst noch bevor stand. Naraku zu besiegen würde bestimmt keine leichte Aufgabe werden. Aber um das herauszufinden, würden sie ihn erst einmal finden müssen. Zwar schickte er ihnen immer wieder seine fiesen Abkömmlinge auf den Hals oder ließ sie gegen Puppen von ihm antreten, aber persönlich hatten sie ihn bis jetzt nur sehr selten gesehen. Oder war das etwa auch nur eine seiner vielen Täuschungen gewesen? Für Inu Yasha bewies dieses Verhalten nichts als Feigheit. Ein ehrenhafter Krieger würde sich dem Kampf stellen und sich nicht hinter Zauberei verstecken.
Während ihr großer Bruder mit ernster Miene vorausging, hatte sich Linn etwas von der Gruppe zurückfallen lassen. Das war volle Absicht, denn sie hatte einen Plan. Und der schien bereits Wirkung zu zeigen. Auch Miroku ging plötzlich merklich langsamer und schon bald waren sie auf gleicher Höhe. „Bist du müde, Schatz? Ich trage dich gern ein Stück, wenn du möchtest.“, flötete er. „Ach nein, es geht schon. Aber vielen Dank für das Angebot.“, antwortete Linn grinsend. Und schon waren sie in ein angeregtes Gespräch verstrickt. Sie scherzten und der Mönch machte ihr pausenlos Komplimente, wobei er ihr langsam aber sicher immer ein bisschen näher kam. Inu Yasha schien wirklich Recht zu haben. Der Typ war der totale Weiberheld. Aber hatte er auch eine andere Seite? Linn war entschlossen das herauszufinden. „Hey Miroku, was hat es eigentlich mit deinem schwarzen Loch auf sich? Ich hab schon öfter davon gehört, aber wie bist du denn dazu gekommen?“, fragte sie ganz beiläufig. Durch ihren Einwurf wurde Miroku in einem seiner vielen Anbaggerungsversuche unterbrochen und sah Linn verdutzt an. „Oh, äh, also,... das ist eine lange Geschichte...“, sagte er ausweichend. „Und wir haben auch noch einen recht weiten Weg vor uns, also hast du sicher genügend Zeit mir davon zu erzählen!“, bohrte Linn nach. „Es würde mich soooo interessieren. Biiiitte! Erzähl!!“ Bei soviel Überredungskunst hatte der arme Miroku natürlich keine Chance und so begann er zu erzählen: „Naraku hat meine Familie mit einem schrecklichen Fluch belegt. Alle männlichen Mitglieder werden mit einem schwarzen Loch in der Hand geboren, das alles verschlingt, wenn man es nicht unter Kontrolle hält....“- „Aber wie ich gesehen habe, ist das doch eine recht effektive Waffe!“, unterbrach ihn Linn. „Ich könnte mir schlimmeres vorstellen.“ –„Tja, da hast du Recht. Das Problem ist nur, dass dieses Loch seinen Besitzer langsam auch selbst verschlingt.“, erwiderte Miroku ernst. „Ist das dein Ernst??“, entfuhr es Linn. „Aber das ist ja furchtbar! Wie lange dauert es denn bis das Loch dich...“, Linn stockte und sah Miroku schuldbewusst an. „Es tut mir leid, dass war taktlos.“, stammelte sie. „Ist schon gut. Ich habe sicher noch ein paar Jahre. Wenn ich pfleglich damit umgehe, vielleicht noch etwas länger.“, erwiderte Miroku und lächelte sie an. Das könnte sein Verhalten durchaus erklären. Miroku wollte eine Familie gründen solange er dazu noch Zeit hatte. Auf einmal tat er Linn furchtbar leid. Plötzlich hatte sie eine Idee: „Aber wenn wir es schaffen Naraku zu besiegen, könnte dieser Fluch doch aufgehoben werden, oder nicht?“, fragte sie aufgeregt. „Darüber habe ich auch schon oft nachgedacht. Es wäre zu schön um wahr zu sein. Aber das werden wir erst herausfinden wenn es soweit ist.“, antwortete Miroku. „Ach, das klappt ganz bestimmt. Bald musst du dir keine Sorgen mehr machen verschlungen zu werden...“ Arrgh, heute musste sie auch in jedes Fettnäpfchen treten. „Verzeih, ich rede heute nur dummes Zeug!“, sagte sie entschuldigend und hakte sich bei ihm ein. „Ach, dir verzeih ich alles, Liebling.“, säuselte Miroku und ließ seine Hand auf Wanderschaft gehen. Als sie auf Linn’s Hintern landete, war diese doch etwas überrascht und quiekte erschrocken auf. Shippo drehte sich um und fiepte: „Miroku hat Linn begrapscht. Miroku hat Linn begrapscht!“ Dabei tanzte er vergnügt um die beiden herum. Während Miroku mit rotem Kopf versucht Shippo zu fassen zu kriegen um ihn zum Schweigen zu bringen, wendete Sango angewidert ihren Kopf ab. „Das ist wirklich das Letzte!!“, fauchte sie und stapfte davon. Kiara folgte ihr. „Du sollst deine Drecksgriffel von meiner Schwester lassen, du verdammter Schürzenjäger!“, brüllte Inu Yasha und ging wutschnaubend auf Miroku los, der jetzt abwehrend die Hände hob, obwohl er mit der einen noch Shippo am Schwanz gepackt hielt. Dieser fiepte immer noch ununterbrochen „Miroku hat Linn begrapscht!“ vor sich hin und lachte dabei ausgelassen. „Sei endlich still. Du nervst!!“, fauchte Inu Yasha und schleuderte den kleinen Fuchsdämon in hohem Bogen ins nächste Gebüsch. „Und jetzt zu dir.“, zischte er bedrohlich und baute sich vor Miroku auf. „Ich werde dir eine Lektion erteilen, die du so schnell nicht vergisst. Und wenn ihr dir deine Langfinger einzeln abbeißen muss. Sie kommen nie wieder auch nur in die Nähe meiner Schwester, verstanden?!!“, brüllte er wie von Sinnen. -„Ach ja??“ Jetzt war auch Miroku’s Stolz geweckt. Er würde sich vor seiner Angebeteten nicht so unterbuttern lassen. „Dann komm doch her, du... du... du Töle!“, schrie er wütend zurück. „So, das reicht! Dein letztes Stündlein hat geschlagen, Mönch!“, bellte Inu Yasha und beide stürzten aufeinander los. Die Fetzen flogen und die beiden Streithähne hätten sich wahrscheinlich die Köpfte eingeschlagen, wenn Kagome und Linn es nicht mit vereinten Kräften geschafft hätten sie auseinander zu bringen. Jetzt saßen beide keuchend am Boden. Miroku hatte ein paar hübsche Kratzspuren im Gesicht und Inu Yasha’s linkes Auge schmückte ein dickes Veilchen. „Das habt ihr jetzt davon! Warum seid ihr nur so verdammt kindisch??“, schimpfte Kagome. „Ich hätte dich fertig gemacht!“, zischte Inu Yasha und warf Miroku einen bösen Blick zu. „Ach, halt die Klappe, Brüderchen. Du nervst!“, seufzte Linn. Warum waren Jungs manchmal so bescheuert ? Das würde sie wohl nie verstehen...