Fanfic: In deinen Augen

Untertitel: Dämon oder Mensch?

Kapitel: Kapitel 3: Wie willst du sterben?

Kapitel 3: Wie willst du sterben?

Ein weiteres mal durfte er nicht ins Dorf zurück, das war zu riskant. Es könnte passieren, dass Chris getötet wurde... oder dass er erneut jemanden tötete.
Chris hatte es immer noch nicht verstanden. Er war sich sicher, dass er nicht zu fest zugedrückt hatte, als er den Hals seines Freundes umklammert hatte. Und der kurze Moment, in dem er auf etwas anderes geachtet hatte, hätte unmöglich ausgereicht, um ihn zu töten. Er musste, wenn jemand erwürgt wurde, konnte der Todeskampf bis zu zehn Minuten dauern. Und es war nicht so leicht, Leute zu erwürgen.... Allerdings war es ja noch ein Kind, das er getötet hatte. Kinder starben bei so etwas vielleicht früher... Aber Chris war doch selbst noch fast ein Kind! Er hätte doch niemals die Kraft, jemanden zu erwürgen!
Er wusste, dass dies alles nur Ausreden waren. Er wollte es einfach nicht wahrhaben, dass er ein Mörder war. Nun konnte er nicht mehr ins Dorf zurück. Jetzt, da er einen Menschen ermordet hatte, würde ihm niemand mehr glauben, dass er kein Dämon war, ganz egal was er ihnen erzählte.
Aber er hatte noch immer nichts gegessen. Er könnte in ein anderes Dorf gehen oder in eine große Stadt, wo man ihn nicht kannte. Nein, man würde ihn wie hier sofort wegen seiner gelben Augen als Dämon abstempeln. Er könnte sich ein Tuch um die Augen wickeln und sagen, er wäre blind... Nein, das ging auch nicht. Er würde gegen alles gegen rennen und alle würden ihn auslachen.
Wieder versteckte er sich im Wald, doch lange konnte er hier nicht mehr bleiben. Letzte Nacht waren schon die Leute mit den Fackeln, die er an jenem Abend gesehen hatte, durch den Wald gegangen und hatten ihn gesucht. Auch die Dämonenjägerin war dabei. Chris konnte sich gerade noch rechtzeitig verstecken, doch ein weiteres mal würde ihm das nicht gelingen. Überall waren Leute, die ihn jagten. Er musste fliehen, ganz egal wohin!
Also versuchte er seinen alten Plan wieder: Er rannte einfach. Rannte, bis er das Ende des Waldes erreicht hatte. Glücklicherweise wurde er dabei nicht von einem der Dorfbewohner entdeckt. Doch danach hatte er keine Kraft mehr. Es war nun schon der fünfte Tag, an dem er keine Nahrung mehr zu sich genommen hatte und allmählich wirkte sich das auf seinen Körper aus. Chris konnte keine weiten Strecken mehr laufen, ohne vollkommen erschöpft zusammen zu brechen. Daher musste er sich nun wieder eine Pause gönnen. Er ließ sich an einem Baum herab gleiten und sich auf den Boden fallen.
Einen Moment später konnte er spüren, wie ihm jemand ein Schwert an die Kehle hielt. Er hob den Kopf und blickte in das wutverzerrte Gesicht der Dämonenjägerin aus dem Dorf. „Mörder“, flüsterte diese und hob die Klinge, um ihm den Gnadenstoß zu versetzen. Chris senkte den Kopf wieder und flüsterte: „Ja. Bitte töte mich.“ Das verwirrte sie. Sie hatte erwartet, dass er mit ihr kämpfen würde, vielleicht sogar um sein Leben betteln... aber nicht das. Sie hatte schon gegen viele Dämonen gekämpft, die weitaus mächtiger waren als er und noch nie wurde sie darum gebeten, dass sie tötete. „Warum... sagst du das?“, meinte sie. Er antwortete noch genauso leise wie vorher: „Ich habe einen meiner besten Freunde ermordet. Ich hab es verdient. Nun mach schon!“ Bei den letzten Worten blickte er ihr wieder ins Gesicht und sie konnte in seinen Augenwinkeln leichte Tränen erkennen. Warum weinte er schon wieder? Er schien es wirklich ernst zu meinen! Erst jetzt bemerkte sie, dass er viel jünger war als alle ihre Gegner zuvor. Er war ja fast noch ein Kind! Gut, dasselbe konnte man über sie auch behaupten, aber... Jetzt, wo sie nur noch Zentimeter von ihm entfernt stand, viel ihr auf, dass er gar nicht aussah wie ein Dämon. Eher wie ein ganz normales Kind. Abgesehen von diesen gelben Augen. Diesen leuchtend gelben Augen, wie Menschen sie nie hatten. Ihr waren schon einige Dämonen mit gelben Augen begegnet, aber kein so junger. Es war schon eine traurige Geschichte. Er verbringt sein ganzes Leben in diesem Dorf und dann wollen sie ihn von einem Tag auf den anderen töten! Das konnte doch nicht sein!
„Was ist nun?“, fragte er sie fast schon frech, rappelte sich auf und legte den Kopf in den Nacken. Sie holte schon aus, als plötzlich jemand schrie: „Seht mal, da ist der Dämon! Verbrennt ihn!“
Es waren die Dorfbewohner, die sie eingeholt hatten. Nach wenigen Minuten war Chris umstellt: Vor ihm die Dämonenjägerin und in allen anderen Richtungen die Dorfbewohner. Er bekam Panik und wandte sich erneut an die Dämonenjägerin: „Ich will nicht lebendig verbrannt werden. Bitte... töte mich jetzt. Übergib mich nicht denen!“
Chris hatte diesen Plan schon gefasst, seit er aus dem Wald gerannt war. Es war für ihn kein großer Unterschied, ob er verbrannt oder aufgespießt wurde. Nur wollte er nicht von den Dorfbewohnern getötet werden. Nicht von den Menschen, mit denen er sein ganzes Leben verbracht hatte und die ihm alles bedeuteten. Es war besser, von einer unbeteiligten Person wie der Dämonenjägerin gekillt zu werden, als von den Menschen, die er geliebt hatte.
Die Dorfbewohner kamen näher und begannen wieder, Chris zu beschimpfen: „Mieser Dämon!“ und „Stirb, Gelbauge!“ hörte er am meisten.
Doch auch die Dämonenjägerin traf in diesem Moment eine Entscheidung. Sie wandte sich von Chris ab, hob ihr Schwert hoch über den Kopf und schrie: „Wenn ihm irgendwer zu nahe kommt, wird von mir eigenhändig aufgeschlitzt! Wagt es bloß nicht, ihm auch nur ein Haar zu krümmen!“

:;:;:;:;: So... und jetzt brauche ich eure Hilfe. Die Dämonenjägerin sollte jetzt bald einen Namen kriegen, sie kann ja nicht immer namenlos durch die Gegend laufen! Oder doch? Nein, irgendwann muss sie einen Namen kriegen, da ich mich entschieden habe, sie dauerhaft in der Story zu behalten.
Noch eine Sache: Es ist ja ein Drama... Soll Chris am Ende sterben? Wer „Sol et Scelus“ gelesen hat, weiß, dass ich meine Hauptpersonen sehr gut sterben lassen kann... Was meint ihr? Bitte Kommi, in dieser Story bin ich alleine total aufgeschmissen! ;:;:;:;