Fanfic: In deinen Augen
Kapitel: Kapitel 4: Blutrote Flügel
Kapitel 4: Blutrote Flügel
„Wenn ihm irgendwer zu nahe kommt, wird er von mir eigenhändig aufgeschlitzt! Wagt es bloß nicht, ihm auch nur ein Haar zu krümmen!“
Nun war Chris komplett verwirrt. Sie war doch eine Dämonenjägerin, also theoretisch sein schlimmster Feind. Aber auch nur theoretisch, er war ja kein Dämon... „Na worauf wartest du denn?! Lauf weg, während ich sie aufhalte!“ schrie sie ihm wütend zu und holte ihn damit wieder aus seinen Gedanken. Sie fuchtelte mit ihrem Schwert herum und augenblicklich wichen die Dorfbewohner zurück. Sie waren keine ausgebildeten Kämpfer wie sie und hingen sehr am Leben. „Überleg dir das gut, Mädchen!“, antwortete einer von ihnen, doch die Dämonenjägerin hörte gar nicht zu. Sie trat einen Schritt vor und die Dorfleute gingen dementsprechend nach hinten.
Nun traute sich Chris endlich wieder, sich zu bewegen und lief zwischen den Dorfbewohnern hindurch. Einer von diesen streckte seine Hand nach ihm aus, doch dem Mädchen war das aufgefallen und im nächsten Moment hatte er keine Hand mehr.
Chris hörte noch aus weiter Ferne, wie das Schwert der Dämonenjägerin auf die Dorfbewohner niedersauste. Das ließ ihn schneller und schneller laufen. Obwohl die Dorfleute ihn töten wollten, wollte er nicht sehen, wie sie starben. Sie bedeuteten ihm noch immer etwas.
Als er sich umdrehte, waren sie schon alle nicht mehr zu sehen und er verlangsamte seine Schritte. Erst jetzt fiel ihm auf, wie blödsinnig das Wegrennen überhaupt war. Wo sollte er hin? Er hatte keine Verwandten oder Freunde außerhalb seines Dorfes... und die im Dorf wollten ihn ja töten. Es gab keinen Ort, an den er gehen konnte. Und allein kam er sowieso nicht weit. Gut, die Dämonenjägerin hatte ihm einmal geholfen... aber wer weiß! Auf sie konnte er sich auch nicht verlassen. Die wollte ihn ja immerhin auch umbringen! Nein. Er hatte niemanden mehr. Er konnte nichts machen.
Sein knurrender Magen meldete sich wieder, doch er schleppte sich weiter. Chris durfte sich auf keinen Fall wieder erwischen lassen!
Die ganze Anstrengung der letzten Tage war zu viel für ihn gewesen. Alles um ihn herum wurde schwarz und er brach zusammen.
„Hey, er ist wieder wach! Kommt schnell, Priester!“ Eine unbekannte Stimme drang an Chris` Ohren. Er hatte die Augen geöffnet, konnte jedoch trotzdem nichts erkennen. Es war zu dunkel. Als sich seine Augen an dies Dunkelheit gewöhnt hatten, merkte er, dass er unter freiem Himmel lag. Zumindest vermute er das, da er über sich einige Sterne funkeln sah. Er richtete sich auf und entdeckte vor sich auf dem Boden ein kleines Mädchen, gerade mal sieben Jahre alt. Ihre Stimme musste es gewesen sein, die er gehört hatte. „Wo bin ich hier?“, fragte er und das Mädchen lachte. „Du hast wirklich keine Ahnung, oder? Das ist eine Kirche. Sieht man doch“, antwortete sie ihm. Eine Kirche. Ja, jetzt sah er es auch. Er befand sich in einem engen Raum und nicht draußen unter freiem Himmel. Das er Sterne sehen konnte, lag nur daran, dass die Decke ein Loch hatte.
„Ja, stimmt. Wie geht es dir?“, fragte ein älterer Mann, der zur Tür reinkam. Er trug eine lange Priesterrobe. Das Mädchen lief zu ihm. „Äh, ganz gut. Wie komme ich hierher?“, erwiderte Chris und bekam zur Antwort: „Wir haben dich etwa ein paar hundert Meter entfernt von hier bewusstlos gefunden. Das war vor zwei Tagen. Wir haben dich hergebracht, damit du wieder zu Kräften kommst. Hier, ich hab auch etwas zu essen für dich.“ Chris` Augen leuchteten, als ihm ein Teller vorgesetzt wurde. Er wollte noch etwas sagen, doch er hatte sich schon eine Hand voll Essen in den Mund geschoben. Es war nichts besonderes, aber nach einer so langen Zeit schmeckte es für ihn wie ein Festessen. Der Priester lächelte und meinte: „Na ja, ich lass dich dann erst mal allein. Ich muss noch die Messe für die Kinder vorbereiten.“ Chris blickte ihn fragend an und er erklärte: „Dieses Gebäude kann jeden Moment zusammenbrechen, daher kommt niemand mehr zur heiligen Messe hierher. Nur einige Waisenkinder, die ich hier aufgenommen habe und die keinen anderen Ort haben, wo sie hingehen könnten. Ich geh dann mal...“ Der Priester ließ ihn allein.
Nette Leute, dachte Chris, als der Priester die Tür hinter sich wieder geschlossen hatte. Und sie haben mich nicht sofort als Dämon bezeichnet, mir sogar etwas zu essen gegeben. Ja okay, von anderen Ende des Zimmers und in der Dunkelheit konnten sie meine Augenfarbe natürlich nicht erkennen. Doch trotzdem waren sie sehr freundlich gewesen... Hey! Vielleicht konnte er ja hier bleiben! Er war in gewisser Hinsicht ja auch ein Weisenkind! Dann müsste er wenigstens nicht mehr vor allen davon laufen... Ja, das war die Idee. Er würde gleich mal den Priester fragen, ob er hier bleiben könne. Er sprang auf und trat aus der Tür.
„Priester!“, rief er und lief direkt in diesen hinein. Der Priester stand nämlich noch direkt vor der Tür und wurde von Chris einfach umgerannt. Er hatte schon alles dabei für die Messe und beim Fallen ergoss sich das ganze Weihwasser, das er in einem Krug bei sich hatte, über Chris.
Als es auf seinen Körper traf, verätzte es seine Haut. Chris krümmte sich und schrie, doch daher wurde es nur schlimmer. Er verschluckte etwas Weihwasser und es fühlte sich an, als würde es ihn von innen nach außen verbrennen.
Der Priester beobachtete dies mit Schrecken. Was war dieser Junge, dass ihn Weihwasser so verletzte? Und warum leuchteten seine Augen so hell, so... dämonisch? Er war doch nicht etwa...?
Chris hielt es nicht länger aus. Die Schmerzen waren zu schlimm, es war zu viel für ihn. Selbst seine Augen brannten wie Feuer, doch dann geschah etwas. Er spürte, wie sein Körper sich veränderte, merkte, wie er stärker wurde.
Der Priester konnte es kaum glauben. Dem Jungen wuchsen Flügel! Aber keine weißen, wie Engel sie tragen, sondern blutrote. Er breitete diese neuen Schwingen aus und flog mit Leichtigkeit durch die offene Decke davon.
:;:;:; Na ja, so oder so ähnlich. Ein weiteres total beklopptes Kapi von einer Story, die ich eigentlich nur so nebenbei mache. Jetzt aber wird’s – wenn es nach meiner Vorstellung geht- echt gut. Chris` Probleme fangen nämlich gerade erst an... :;:;:;