Hinata und die Macht der Finsternis
Don't sleep cause I'm there!
Hinata fuhr aus dem Schlaf hoch und horchte in die Dunkelheit. Sie war schweißgebadet. Ihr Herz pochte zum zerspringen.
War da nicht ein Geräusch? Hatte nicht jemand ihren Namen gerufen?
Mit einem Ruck richtete sie sich im Bett auf und lauschte angestrengt. Die Dunkelheit war undurchdringlich. Sie konnte nicht einmal die eigene Hand vor Augen sehen. Das einzige Licht kam von einer Digitaluhr auf dem Nachttisch. Die Ziffern zeigten 4.58 Uhr!
Plötzlich hörte Hinata einen dumpfen Schlag. Starr vor Schreck hielt sie den Atem an. Dann fiel ihr ein, dass es wahrscheinlich die Wache war, die seinen Rundgang durch das Hyugaanwesen machte. Manchmal stießen sie gegen einen Tisch oder etwas dergleichen. Erleichtert atmete sie auf.
„Das war nur ein Traum“, sagte sie laut, um ihr rasendes Herz zu beruhigen. „Ich bin ja völlig übergeschnappt. Das Geräusch, das von einer der Wachen verursacht wurde, muss irgendeinen Alptraum ausgelöst haben.“
Sie erschauerte. Erst jetzt fiel ihr auf, wie kalt es im Zimmer war. Deshalb setzte sie ihr Byakugan ein um etwas zu sehen: Das Fenster stand offen! Sie überwand ihre Angst, stand auf und ging auf Zehenspitzen zum Fenster. Es war geöffnet!
Hinata hätte schwören können, es vor dem Gewitter geschlossen zu haben. Doch in ihrem jetzigen Zustand war sie sich da nicht mehr so sicher.
Zitternd starrte sie ins Free hinaus. Am Horizont graute der Tag. Der Regen hatte aufgehört. Dichter Nebel lag über der sonst so malerischen Landschaft
Plötzlich fiel es Hinata wieder ein. Auch in ihrem Traum hatte dichter Nebel geherrscht!
Angestrengt versuchte sie die Bruchstücke, die in ihrem Gedächtnis herumwirbelten, zu einem einheitlichen Bild zusammenzusetzen.
Jetzt konnte sie sich klar daran erinnern, dass sie einen gepflasterten Weg entlanggegangen war. Sie hatte das nagende Gefühl, schon einmal dort gewesen zu sein.
Hinata schloss die Augen, um das Bild im Geiste deutlicher sehen zu können. Am Ende des Pfades leuchtete ihr ein rubinrot funkelndes Augenpaar entgegen. Sie fühlte sich von dem stechenden Blick wie von einem Magnet angezogen. Nebelfetzen streiften kühl ihre Wangen.
Plötzlich schrak Hinata aus ihren Erinnerungen auf. Wieder musste sie an die seltsamen Laute im Traum denken. Hatte nicht eine geisterhafte Stimme ihren Namen gerufen?
Der hypnotisierende Klang der Stimme zog sie unwiderstehlich vorwärts. Sie hastete den weg entlang. Das Echo ihrer Stimme übertönte alle andren Geräusche, nur nicht diese Stimme, die Hinata mit einem unerklärlichen Zauber in ihren Bann zog.
Hinata konnte nicht erkennen, was sich am Ende des Weges befand War es ein finsterer Abgrund? Als sie näher kam, erwies sich die schwarze Leere als ein trüber, unheimlicher See. Die Stimme befahl ihr gebieterisch, ins Wasser zu kommen. Zu ihrer Überraschung war es angenehm warm. Als aber die wirbelnden Strudel sie immer weiter in die Tiefe zogen, wurde das Wasser kälter und bedrohlich.
Verzweifelt versuchte Hinata umzukehren. Die Stimme zwang sie zu bleiben, wo sie war. Unaufhörlich wurde sie bei ihrem Namen gerufen.
Hinata stürzte ans Fenster.
„Es war nur ein Traum“, versuchte sie sich zu beruhigen. Sie fröstelte vor Kälte. „Ich muss an etwas anderes denken, sonst kann ich überhaupt nicht mehr schlafen.“
Auf Zehenspitzen schlich sie sich in ihr warmes Bett zurück und verkroch sich unter der Decke.
Das kommt davon, wenn man beim einschlafen an Verrückte und Mörder denkt, dachte sie. Dann versuchte sie sich auf die Mission zu konzentrieren, um die beängstigende Lebendigkeit ihres Alptraumes zu verdrängen.
„Ich muss unbedingt ein wenig Ruhe finden, sonst stehe ich meine Mission nie durch und kann das mit dem neuen Jutsu gleich vergessen. Vielleicht sollte ich noch mal ein bisschen Musik hören.“ Nun erst fiel ihr auf, dass das Radio stumm war. Sie konnte sich nicht erinnern, den Apparat ausgemacht zu haben.
Unruhig drehte sie sich auf die andre Seite.
Vielleicht hatte Mum ja die Musik gehört und ist in mein Zimmer gekommen, um sie abzustellen, dachte sie. Ja, das war die Erklärung. Ihre Mutter hatte das Radio und das Fenster geöffnet, um frische Luft ins Zimmer zu lassen.
Hinata entspannte sich. Bald war sie eingeschlafen.
Kurz bevor sie wieder aufwachte, hörte sie ein scharfes, schnappendes Geräusch. Irgend etwas stürzte direkt auf ihren Kopf hinab und flatterte wie eine aufgescheuchte Fledermaus um sie herum.
Erschrocken schlug Hinata die Augen auf und starrte ins Zimmer. Sie konnte nichts erkennen. Zitternd schloss sie die Augen und versuchte weiterzuschlafen.
Plötzlich waren da wieder diese merkwürdigen Geräusche.
Hinata durchfuhr ein Gefühl unbestimmter Angst. Sie richtete sich ruckartig auf und schaltete die Nachttischlampe an. Es war5.32 Uhr. Nun hatte es auch keinen Sinn mehr, im Bett zu bleiben. Sie stand auf, suchte die Sachen zusammen, die sie heute anziehen wollte, und ging ins Bad.