Hopeless...
Verzweifelt
Wie versprochen, es geht weiter ^^. Vielen Dank für die lieben Kommis, die bauen mich echt total auf.
Und ich bin verzweifelt,
und ich weiß auch nicht weiter,
und ich frag mich ständig,
sind wir geboren für Klang und Melodien?
Warum bin ich verzweifelt (warum bist du verzweifelt)?
Und warum weiß ich nicht weiter (warum weißt du nicht weiter)?
Und warum find ich den Weg nicht ,
seh das Licht nicht.
(Rapsoul)
Als Tenten langsam durch Konoha zu sich nach Hause ging, hörte sie plötzlich eine leise Stimme, die nach ihr rief. Sie drehte sich nicht um, sondern lief mit gesenktem Kopf weiter. Sie wollte sich nicht umdrehen, wollte Yama nicht in die Augen sehen und ihr versichern, alles wäre in Ordnung. Sie wollte Yama nicht anlügen. Tränen stiegen ihr in die Augen, doch sie unterdrückte sie. Eine Hand legte sich auf ihre Schulter. Tenten blieb stehen. Langsam und mit leicht zitternden Schultern drehte sie sich um. „Hallo Yama.“ Sie wollte noch mehr sagen, doch ihre Freundin schnitt ihr mit einer Handbewegung das Wort ab. „Ich will nichts hören. Ich will einfach nur, dass du mitkommst“, murmelte sie mit gesenkter Stimme. Tenten überlegte sich, ob sie sich einfach umdrehen und abhauen sollte, doch Yama sah sie mit einem so herzzerreißenden und flehenden Blick an, dass sie ihr widerwillig gehorchte. Langsam folgte sie der Rosahaarigen durch das Dorf und weiter zu dem Platz, an dem Team Gai trainierte. Am Rand dieser Lichtung stand der Kirschbaum, unter dem Yama und Neji sich zum ersten Mal geküsst hatten. Tenten erinnerte sich genau an diesen Tag.
~Flashback~
Tenten machte sich gut gelaunt auf den Weg zum Training. Es war ein schöner Frühlingsmorgen, die Sonne schien und die Vögel sangen. Tenten freute sich schon darauf nach einer langen Trainingspause, die sie wegen einer Mission von Sensei Gai gehabt hatten, Neji wiederzusehen. Sie wusste, dass er vermutlich kalt und abweisend wie immer reagieren würde, doch es war Tenten egal. Hauptsache, sie würde ihn wiedersehen und seine Stimme hören. Als sie zur Lichtung kam, war noch niemand da. Tenten setzte sich auf einen Holzklotz und stützte den Kopf in die Hände.
Nach einer Weile hörte sie plötzlich leise Stimmen, die sich der Lichtung von links näherten. Tenten sah auf. Eine davon war Nejis Stimme, aber wem gehörte die andere? Sie war eindeutig weiblich. Vielleicht Hinata? Tenten lauschte, doch es klang nicht nach Hinata. Sie war sich sicher die Stimme schon gehört zu haben, konnte sie aber nicht zuordnen. Schnell versteckte sie sich hinter einem Baum und starrte in die Richtung aus der die Stimmen kamen. In diesem Moment betrat Neji die Lichtung. Neben ihm her schlenderte Yama. Erleichtert wollte Tenten aus ihrem Versteck kommen, um die beiden zu begrüßen, doch in letzter Sekunde verharrte sie. Yama lächelte Neji an und wollte sich von ihm verabschieden, doch er hielt sie am Handgelenk fast und drückte sie gegen den Kirschbaum, unter dem die beiden standen. Yama sah zunächst etwas verwirrt aus, doch dann lächelte sie sanft. Nejis Gesicht näherte sich ganz langsam dem von Yama. Die Rosahaarige schloss die Augen. Tenten konnte nur mit weit aufgerissenen Augen das Geschehen beobachten, das sich dort direkt vor ihr abspielte. Ihr Neji küsste ihre beste Freundin. Für Tenten brach die Welt in dem Moment auseinander, als sich die Lippen von Yama und Neji berührten. Für einige Augenblicke schien die Zeit stillzustehen, doch für Tenten war es wie eine Ewigkeit. Ihr Herz schien erst stillzustehen und begann dann wie verrückt zu pochen. Wie erstarrt saß sie da und konnte sich nicht bewegen.
Erst als die beiden sich lösten und verliebt anlächelten, konnte Tenten sich wieder bewegen. Sie hatte immer noch nicht richtig realisiert, was gerade geschehen war, doch nach einer Weile drang alles zu ihrem Gehirn vor. Und ihr Herz begann zu schreien. Genauso gut hätte Neji ihr ein Kunai ins Herz stoßen können, das hätte dieselbe Wirkung gehabt. Sie hörte, wie Yama sich von Neji verabschiedete, während Lee auf die Lichtung kam und Neji begrüßte. Sie selbst stand auf und wankte tränenblind in den Wald. Sie konnte Neji nicht unter die Augen treten. Tenten wusste nicht, wohin sie ging, doch es war ihr egal. Alles war ihr egal geworden, in dem Augenblick, in dem Neji und Yama sich geküsst hatten.
~Flashback Ende~
Tenten lächelte bitter. Das war der Tag gewesen, an dem sich alles verändert hatte. Sie war kälter geworden, zeigte keine Gefühle mehr. Doch gleichzeitig war sie auch verzweifelt und selbstzerstörerisch geworden. Wie oft hatte sie sich nachts, wenn nur der Mond zusah, ihre Arme aufgeritzt? Sie wusste es nicht mehr, doch die Narben auf den Armen zeugten von dem Leid, das sie ertrug.
Tenten wurde unsanft aus ihren Gedanken gerissen, als Yama abrupt stoppte. Sie sah sich um. Wider Erwarten standen sie nicht vor dem Kirschbaum, sondern ein Stück weiter im Wald, vor einer alten, mächtigen Eiche, die vom Blitz in zwei Hälften gespalten war. Tenten traten Tränen in die Augen, im letzten Augenblick hielt sie sie tapfer zurück. Yama hatte sie zu dem Baum geführt, an dem sie früher sooft gespielt hatten, sich die intimsten Geheimnisse erzählt und gemeinsam gelacht und geweint hatten. Jede Freude, aber auch jedes Leid hatten sie miteinander geteilt, so wie beste Freundinnen das eben so machen. Und auf Brusthöhe, in der Rinde des Baumes...
Tenten trat an den Baum heran und berührte die eingeritzten Zeichen vorsichtig. „Von Yama für Tenten: Du bist meine beste Freundin, ich hab dich so lieb“, murmelte sie leise. Dann berührte sie den Text daneben. „Von Tenten für Yama: Beste Freundinnen auf ewig.“ Ein Schluchzen stieg in Tenten auf. „Siehst du Tenten. Siehst du, wie sehr du dich verändert hast. Wir haben uns geschworen immer füreinander da zu sein, doch du lässt mich im Stich. Warum tust du mir das an, Tenten?“ In Yamas Stimme schwang pure Verzweiflung mit. Tenten drehte sich zu ihr herum. Ihre Augen schwammen in Tränen. Yama stieß sich vom Boden ab und landete anmutig auf einem Ast der Eiche. Tenten folgte ihr und setzte sich neben sie. Für einen kurzen Moment überkam sie das Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Als wäre alles wie früher. Als wäre all das, was Tenten so verändert hatte, nie passiert. Als wären Yama und sie immer noch beste Freundinnen, die gemeinsam lachten und weinten und immer füreinander da waren. Als gäbe es noch keinen Neji, der die unsichtbare Mauer zwischen den beiden gebildet hatte. Aber so schnell, wie dieses Gefühl gekommen war, verschwand es wieder und ließ nichts als Leere und die Sehnsucht nach Geborgenheit zurück. Ruckartig stand Tenten auf. Yama sah sie mit gossen Augen, fast erschrocken an. „Tut mir Leid, Yama“, sagte Tenten knapp und mit kälterer Stimme als eigentlich beabsichtigt. „Tut mir leid, aber ich kann nicht einfach so tun, als ob alles in Ordnung wäre.“ Dann sprang sie vom Ast der Eiche und landete sanft im Gras. Langsam verschwand sie zwischen den Bäumen. Yama folgte ihr nicht.
~Tentens View~
Hastig laufe ich durch den Wald. Ich weiß nicht, wohin ich gehe, hauptsache weg von Yama und diesem Baum. Ich laufe bis ich nicht mehr kann. Ein brennender Schmerz an meinem Arm, lässt mich aufstöhnen. Ich werfe einen Blick auf mein Handgelenk. Die Bandage des rechten Armes ist blutdurchtränkt. Die Schmerzen lassen die Umgebung vor meinen Augen verschwimmen. Langsam sinke ich auf die Knie. Mir wird klar, dass der Schnitt an meinem Handgelenk wieder aufgerissen ist. Ein unkontrolliertes Zittern lässt meinen Körper erbeben. Müde schließe ich die Augen. Der Schmerz weicht einem Gefühl von tiefem Frieden. Niemand weiß, wo ich bin. Diesmal wird mich niemand retten können. Diese Erkenntnis lässt mich lächelnd die Augen schließen. Und langsam schlafe ich ein...
Und? Hat´s euch ein bisschen gefallen *liebguck*? Bitte mindestens zwei Kommis, sonst schreib ich nicht weiter.
Eure bloody_sakrileg