Black-Wolves

Die Bösen

Das Training

Als ich aufwachte schaute ich mich verwirrt um. Wo war ich? Doch dann viel mir wieder alles ein und was noch schlimmer war, mein ganzer Körper tat weh. So hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Es war gerade mal fünf und jetzt erst bemerkte ich das was mich geweckt hatte. Eine ganz fieses klingeln. Ich stöhnte und zog mir ein paar Klamotten an. Dann lief ich zum Kühlschrank, machte mir ein Müsli und stellte mich an das Fenster. Ein feines netzt war dahinter. Vermutlich, damit niemand abhaut. Ich aß schnell zu ende und machte dann Lockerungsübungen. Sah vermutlich total bescheuert aus, war aber wirklich gut. Danach ging es mir gleich viel besser, da ich davon ausging das ich noch trainieren musste, war es ohne Schmerzen wesentlich angenehmer. Ich setzte mich vor den Fernseher und schaute fern. Ich entdeckte mich auf einem Sender. „Ein 17 Jahre altes Mädchen wird vergeblich gesucht. Man hat sie vor zwei Tagen zum letzten Mal an einer Bushalte stelle gesehen. Die Polizei geht nicht von einer Entführung aus, da bis jetzt niemand etwas gefordert hat. Stattdessen sucht man nach einer Leiche. Man hat wenig Hoffnung sie noch lebend zu finden.“ Sagte der Sprecher und man sah erst ein Bild von mir und dann von Such-Trupps. Ich musste lachen. So was lächerliches, ich hätte genauso gut abhauen können. Die zeit verging wie in Zeitlupe. Es kam mir vor als würde jede Minute eine Stunde sein.
Endlich nach fast einer halben Ewigkeit klopfte es und ich machte die Tür auf. „Du sollst mitkommen.“ Meinte Blacky mit einer Grabesstimme. Ich folgte ihm durch eine Reihe von Fluren und Sälen. „Wo hast du deinen Anhänger?“ fragte er mich barsch. Ich zeigte auf eine Spange, an der der Anhänger sicher hing. „Gut, dann mal viel Spaß.“ sagte er sarkastisch klopfte an und verschwand. „Herein.“ Ich öffnete zögerlich die Tür und trat ein. Ein Mann so um die dreißig stand saß hinter einem Schreibtisch. Ich ging davon aus, dass er einer der Handlanger vom Boss war. Ich ging noch ein paar Schritte nach vorne und blieb dann stehen. „Du bist also die Neue. Was der Boss wohl mit dir vor hat. Sonderlich stark siehst du ja nicht aus.“ Ich zuckte mit den Schultern. „Also, ich werde dein Training leiten und dafür sorgen das du in zwei Tagen alles drauf hast. Mach dich auf ein hartes Training gefasst.“ Ich nickte.

Er stand auf und lief an mir vorbei. „Folge mir. Du brauchst erstmal Ausrüstung. So wie ich gehört habe hast du einige Kampfsportarten drauf, aber alle ohne Waffen.“ „Ja.“ „Gut, kann werden wir dein Training auf Nahkampf anlegen. Aber um die Waffen kommst du nicht rum.“ Er blieb stehen und öffnete eine Stahltür die nach draußen führte. „Du kannst dich erst frei bewegen wenn du den Eid abgelegt hast. In zwei tagen.“ Ich zuckte mit den Schultern. Wir liefen auf eine große offene Fläche. Darauf standen mehrere Pupen aus Holz. Autsch, das würde beim Training echt weh tun. „So dann Schlag mal drauf los.“ Befahl er und ich setzte mich in Bewegung. Ich zeigte ihm so ziemlich alles was ich drauf hatte. „OK, an deiner Nahkampftechnik müssen wir nicht mehr viel machen. Also, ich werde dir jetzt ein paar Tricks zeigen und du wirst sie mir nachmachen.“ Ich nickte. Er ging zu einer der Holzfiguren und feuerte eine Schlagkombination auf sie ab. Er zielte hauptsächlich auf die Seiten und denn Kopf. Um dem Gegner möglichst viel Schaden zuzufügen. Ich verfolgte die Bewegungen mit meinen Augen genau. Dann hielt er inne „Jetzt du.“ Rief er und ich machte dasselbe wie ich. Immer wieder. „Ok und hast das wirklich drauf. Dann probier mal dies.“ Diesmal arbeitete er nur mit seinen Füßen und schließlich brach die Holzfigur. Ich war erstaunt, das Holz war sehr robust. „Jetzt du.“ Ich hörte aus seinem Befehl, dass ich es ebenfalls schaffen musste die Statue umzuwerfen. Ich setzte all meine Kraft in die Schläge, doch erst nach einer Viertelstunde brach die Figur. Ich war außer Atem und keuchte. „So und jetzt kommen wir zum Schuss Training. Zunächst wirst du lernen ein Messer einzusetzen. Im Kampf hast du das ja schon bewiesen.“ Er ging in de hinteren Teil des Platzes, dort waren Zielscheiben aufgestellt. „Du wirst so lange die Messer werfen, bis sie in die inneren drei Kreise treffen klar. Ich schaue später nach dir.“ Er stand auf deutete kurz mit der Hand auf einen Haufen Messer und verschwand. „Na toll, das kann ja heiter werden.“ Sagte ich zu mir selbst nahm mir ein paar Messer zielte und warf. Immer wieder warf ich, doch es wollte mir nicht gelingen. Ich änderte die Form meines Wurfes, doch noch immer traf ich nicht. Ich tarf und traf einfach nicht. Als der Mann wiederkam, traf ich immer noch nicht. „Du hast es immer noch nicht drauf.“ Rief er und deutet auf die Messer die überall steckten, doch nicht dort wo sei hin sollten. „Sag mal bist du denn zu gar nichts fähig. Dich sollte man umbringen, du schadest uns doch nur.“ Schrie er und stampfte wütend mit dem Fuß auf. Ich wurde ebenfalls wütend. Ich richtete mich auf, doch noch kontrollierte ich meine Wut und lief zu den Zielscheiben und zog die Messer raus. Dann ging ich wieder zurück. „Du bist echt ein Kleinkind, selbst ein Baby ist besser als du.“ Das war der Abschuss gewesen. Ich kochte vor Wut. Langsam trat ich auf ihn zu. Meine Augen waren nur noch Schlitze. „Noch ein Wort und du kannst was erleben.“ Knurrte ich und warf die Messer. Alle trafen ins Schwarze. „Wie hast du das gemacht?“ fragte er mich verblüfft. „Keine Ahnung, je weniger ich darüber nachdenke desto einfach ist es für mich.“ Meinte ich wieder völlig gelassen.
Erst als ich die Worte aussprach stellte ich fest, dass sie stimmten. Das war meine Eigenschaft. Deshalb war ich nach der Trennung meiner Eltern überall so gut gewesen. Langsam schüttelte er den Kopf. „Ok dann können wir ja aus den zwei Trainings tagen einen machen. Folge mir, wir machen mit den Pistolen weiter.“ Er lies mir nicht einmal Zeit Luft zu holen, da war er schon wieder unterwegs. „Ich komme ja schon.“ Rief ich nach dem er mir ein paar ungeduldige Blicke zuwarf. Wir gingen in einen Bunker. Er sah so ähnlich wie das Gefängnis aus. Doch anstatt Zellen waren hier Schießstände aufgebaut. Mir wurde eine Waffe in die Hand gedrückt. „Schieß einfach drauf los und denk nicht nach.“ Der Typ suchte tatsächlich nach Fähigkeiten und passte das Training an. Ich stellte mich in einen Stand, hob die Waffe und leerte meinen Kopf. Dann schoss ich. Und ich traf. Die Menschen bewegten sich und es war wirklich schwer sie zu treffen. Doch ich traf jedes Mal in den Kopf oder ins Herz. „Unglaublich.“ Staunte er. „So ein Talent habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Kein wunder, dass der Boss dich haben will.“ Murmelte er, während ich immer noch Schoss. „Gut dann trainieren wir jetzt den Kampf an sich, das hattest du ja große Probleme, anfangs.“ Sagte er und lief schon wieder los, ich musste ihm hinterher joggen. Wir endeten in der Halle, in der mein Kampf gewesen war. Ich musste mehrer Übungen machen und als er mich schließlich wieder in meine Wohnung brachte war ich total fertig, mir viel nicht einmal auf, dass ich kein Abendessen gehabt hatte. „Ich werde alles veranlassen, damit du morgen aufgenommen wirst. Einer der Jungs, wird dich anholen.“ Meinte er und verschwand.
Ich trotte ins Bad und duschte ausgiebig. Dann aß ich zu Abend und musste feststellen, dass es bereits dunkel war, also so um 7Uhr. Dann klopfte es wieder. Ich stand seufzend auf und ging an die Tür. Doch niemand war da nur ein Päckchen Klamotten. Alles schwarze Anzüge, und dazu einen Zettel.

*Diese Kleidung wirst du ab jetzt immer tragen, wenn du die Wohnung verlässt.*

Stand darauf. Ich blickte entnervt die Klamotten an. Beschloss mich dann vor den Fernseher zu setzten. „Und wieder keine Spur von dem vermissten Mädchen…“ ich hörte dem Sprecher nicht mehr zu. Ich schloss die Augen und holte die schönen Erinnerungen an meine Familie hervor. Ich sah uns im Zoo, wie ich mit Daddy vor der Kamera herumalberte. Ich sah mich mit Mom auf dem Spielplatz und wie wir gemeinsam Kuchen backten. Ich sah mich mit Lisa wie wir gemeinsam über eine Wiese tollten und uns gegenseitig kitzelten. Ich sah unser erstes Treffen an meinem ersten tag an der Schule, wie lange war das her?. Die Slideshow ging immer weiter. Ich bemerkte nicht wie ich langsam in den Schlaf abdriftete.