eién no súimin

Wenn alles auf ein mal anders wird

China-Girl

Der nächste Tag sollte wieder mal eine Überraschung für Bemoku Sen im Petto haben. Der Morgen begann so wie jeder andere auch, obwohl Moku wirklich gute Laune hatte und seit langer Zeit, war er mal wieder so richtig ausgeschlafen. Mit einem breiten Grinsen betrat er den Bus und sein Freund Takeru blickte ihn total verwirrt an. „Moccasen, was ist den mit dir passiert?“ fragte er. „Ah ich habe endlich mal wieder Hoffnung, dass ich alles schaffe.“ Takeru schüttelte den Kopf. „Du bist manchmal echt komisch!“ meinte Takeru mit Nachdruck und betastete vorsichtig seine gegelten Haare.

Kaum betrat Bemoku das Schulhaus schien allerdings die ganze Hoffnung vorbei zu sein. Er würde heute seine Englisch Note bekommen und wenn es mal wieder eine sechs sein würde, Zja dann würden seine Großeltern einen Brief bekommen. Ganz vorsichtig betrat er also das Klassenzimmer und setzte sich neben Takeru. Als der Lehrer das Klassenzimmer betrat hielt Bemoku die Luft an und hoffte auf Gnade. „Also, ihr bekommt heute eure Noten. Aka-kun du hast eine 2.“ Meinte der Lehrer reichte Takeru die Arbeit und verlas weiter die Noten. Schließlich blieb er bei Bemoku stehen. „Sen-kun, du hast dich gerade noch so auf eine fünf hochgezogen.“ Meinte der Lehrer und Bemoku atmete erleichtert aus. Noch mal Glück gehabt, dachte er und nahm seine Arbeit entgegen.

Er verließ das Schulhaus, genug für Heute, fand er, dann viel ihm die Nachhilfestunde mit Mai wieder ein. Seufzend machte er sich auf den Weg nach Hause, doch was ihn da erwartete war wirklich überraschend. Er verließ den Bus und schaute von der anderen Straßenseite auf das Haus. Es war nicht wie immer um diese Uhrzeit leer weil seine Großeltern unterwegs waren. Nein, eine kleine Person saß vor der Haustür und betrachtete den Boden. Er wechselte die Straßenseite und blickte von der kleinen Gartentür auf die Person. Es war ein Mädchen, sie hatte ihn nicht bemerkt. Erst als das Tor knirschte schreckte sie auf und blickte ihn an. Er verharrte mitten in seinem tun. „Hey Mokusen!“ meinte sie schlicht und stand auf. „Um Himmels willen Yumei, was machst du denn hier?“ rief er aus und ging eilig auf sie zu. Das Mädchen lächelte. „Mein Vater ist hier geschäftlich und ich habe einen Ballettauftritt.“ Meinte sie immer noch lächelnd. Bemoku schloss sie in seine Arme. Sie war immer noch eine kleine Elfe, drei Köpfe kleiner als er und so zerbrechlich, das man dachte man könnte sie mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings zerbrechen. „Du bist ja noch größer geworden!“ entrüstete sie sich als Moku sie aus seiner Umarmung entließ. „Komm rein und erzähl mir alles was du erlebt hast!“ meinte er aufgeregt.

Yumei Chen war die einzige beste Freundin die Bemoku je besaß. Immer wenn er China verließ und nach Japan ging verabschiedete sie ihn als letztes und immer wenn er zurück kam saß sie auf den Treppenstufen zur Wohnung. Meist blickte sie ihn an und meinte: „Du bist größer, schlauer und undefinierbarere geworden, aber immer noch ein schrecklicher Idiot.“ Meist hatte Bemoku gelacht sie hochgehoben und umarmt. Viele dachten die beiden seien ein Paar, aber das war nie so, sie waren nur beste Freunde gewesen. Als er beschloss China zum letzten Mal zu verlassen, war sie die einzige die ihm noch halbwegs geblieben war.

Vergessen war sein Plan heute Takoyaki zu verkaufen. Stattdessen lauschte er ihren Erzählungen von Peking und ihrer Karriere als Balletttänzerin. „Weist du, ich dachte immer die Chinesen können die Japaner nicht leiden und jetzt soll ich hier meinen ersten großen Auftritt haben!“ wie immer hatte ihre sehr hohe aber melodische Stimme ihn völlig gefangen genommen. „Ich hätte nie gedacht, dass es so weit kommt und dass ich sogar von der Schule freigestellt werde, damit ich hier tanzen kann.“ Ihre Stimme war von Stolz durchdrängt. Plötzlich allerdings hielt sie inne. „Aber was machst denn du eigentlich so? In China warst du wirklich gut in der Schule.“ Ihr Blick war fragend. „Ich bin momentan im Stress, ich muss für meine Großeltern arbeiten, damit wir etwas zu essen haben. Die Schule ist auch ziemlich stressig und momentan bin ich ziemlich mies.“ Meinte er, die Nachhilfestunden ließ er unter den Tisch fallen. „Naja ich könnte meinen Dad fragen ob du bei uns wohnen darfst, du weist er hält viel von dir obwohl du ein Halbblut bist. Du könntest auf die Schule gehen und mir beim tanzen zu sehen.“ Meinte sie und ihre Augen strahlten. Doch über Bemokus Gesicht huschte ein Schatten. „So gern ich mit dir mit gehen würde, es geht nicht, ich muss mich um meine Großeltern kümmern.“ Meinte er und sein Kopf senkte sich gen Boden. Yumei seufzte tief. „Warum muss das Leben so kompliziert sein?“ fragte sie mehr sich selbst. Bemoku zuckte mit den Schultern. „Vielleicht wäre es sonst langweilig.“ War seine einzige Ausrede. „Vielleicht.“ Meinet Yumei nachdenklich.

Ein klingeln riss die beiden aus ihren Gedanken. Bemoku stand auf und lief zur Tür. „Hallo Mai-chan.“ Meinte er überrascht und blickte Mai an die ihn mit tödlichem Blick musterte. „Wo warst du?” fragte sie bissig und ihr Gesicht war Wut verzerrt. Bemoku blickte auf die Uhr und erschrak. Es war bereits sechs Uhr. „Entschuldige ich hab die zeit vergessen.“ „Er hat Besuch.“ Meinte jetzt eine hohe kühle Stimme in gebrochenem japanisch. Mai musterte Yumei mit einem Blick der schon etwas Verachtung trug. „Hallo.“ Meinte sie schlicht. Dann blickte sie Bemoku fragend an, der sich überhaupt nicht wohl fühlte. „Das ist Yumei Chen, eine Freundin aus China.“ Meinte er, Mai blickte ihn verwirrt an, erst jetzt bemerkte er, dass er Chinesisch gesprochen hatte. Er wiederholte das ganze auf Japanisch noch einmal. Sofort wurde Mais Blick auf irgendeine weise netter. „Hallo Yumei-san. Ich bin Mai Kitamoto seine Nachhilfelehrerin du hast sicherlich schon gehört das er hier nicht so gut in der Schule ist.“ Meinte sie lächelnd. Yumeis Blick wurde gespielt netter, aber sie wusste genau was in Mai passiert war. Zuerst hatte sie gedacht das Yumei ihr gefährlich werden könnte. Doch als sie gehört hatte das Yumei aus China stammt wusste sie, dass sie ihr nicht gefährlich werden konnte. „Hallo Mai… -san.“ Meinte Yumei und hätte sich fast verhaspelt. Ihr japanisch war nach wie vor katastrophal, sie fragte sich wie Bemoku das schaffte. „Ich geh dann mal, damit Moku noch ordentlich lernt.“ Meinte Yumei umarmte Bemoku und verabschiedete sich von Mai mit einem seltsamen lächeln. „Ich hoffe ich habe nicht gestört.“ Meinte Mai als sie Yumei die Straße hinab nachblickte. Bemoku schüttelte den Kopf.

Es war sieben Uhr und Mai hatte Bemoku voll mit Informationen gestopft. „Du hast noch einiges zu lernen, Moku-kun.“ Meinte sie und lächelte. Bemoku ließ den Kopf hängen. „Au man und ich hab heute gar kein Geschäft gemacht.“ Meinte er und blickte zu den Tellern. Mai hatte mal wieder richtig zu geschlagen. „Ich bezahl natürlich für das was ich gegessen habe.“ Meinte Mai. „Das ist ziemlich viel.“ Meinte Bemoku. Mai zuckte mit den Schultern und reichte ihm das Geld. „Und was machst du heute noch so?“ fragte er sie. Mai überlegte kurz. „Wahrscheinlich lernen. Wir schreiben morgen Mathe. Ich gehe auf eine Privatschule und wenn ich nicht genug lernen flieg ich.“ Meinte sie, so als wäre dass das normalste der Welt. Bemoku grinste. „Und du lernst heute auch noch ein bisschen immer hin schreibst du morgen ebenfalls Mathe und ich möchte, dass du besser als eine vier bist.“ Meinte sie energisch und stellte sich hin. Bemoku seufzte und brachte Mai zur Tür. „Morgen wieder im Park oder kommt Yumei-san?“ fragte Mai. Moku zuckte mit den Schultern. „Ich weis noch nicht so genau. Deine Schule liegt doch gegenüber von meiner, hol mich einfach ab.“ Meinte er und grinste. Mai seufzte und verschwand, dieser Junge trieb sie noch in den Wahnsinn. Bemoku blieb zurück und überlegte wie er wohl zwei Frauen unter einen Hut bringen sollte, denn auch wenn sie zu einander vorher freundlich waren, wusste er, dass die beiden sich bald an die Gurgel gehen würden.