Galaxy
Die Vergangenheit holt jeden ein
Die kleine Cousine
Die kleine Cousine
Wieder stand sie vor dem Museum. Doch dann sah sie jemand Bekanntes die Tür öffnen. „Verdammt!“, fluchte sie leise und versteckte sich hinter einem Gebüsch.
Dany lief an dem Busch vorbei, ohne zu bemerken, dass das kleine Mädchen sich hinter diesem versteckte. In Gedanken versunken ging Danielle zur Bushaltestelle, um wieder nach Hause zu fahren.
Das kleine Mädchen kam, nachdem Dany aus ihrem Blickfeld verschwunden war, wieder hinter dem Gebüsch vor. Vorsichtig näherte sie sich wieder dem Museum, immer darauf bedacht, nicht wieder von einem Wachmann entdeckt zu werden. 'Irgendwie wie damals...', dachte sie sich und schlich sich hinein.
Sie schaffte es ungesehen an den Wachmännern vorbei und ging durch die Gänge und Räume des Museums.
Draußen übernahm der Abend die Erde; die Abendröte zeigte sich von ihrer besten Seite.
Das blonde Mädchen schlich weiter; Stille herrschte hier. Die Räume waren in leicht schummriges Licht getaucht. Dann endlich stand sie vor ihrem gesuchten Gegenstand. Es war ein weißer Stab, der in einer Vitrine lag; er war fast länger, als sie groß war. Auf der Spitze saß ein weiß blauer Stern; kurz unter ihm war ein blaues Band befestigt.
„Endlich!“, flüsterte sie leise. „Wie lange habe ich auf diesen Moment gewartet...“
Doch plötzlich ging das Licht an. Blitzschnell drehte sich die blonde um und versuchte hinter eine Vitrine zu hechten.
„Verstecke dich nicht! Ich weiß, wer du bist!“, erklang eine sanfte Stimme.
Vorsichtig hob die Kleine den Kopf und sah zu einer großen schwarzhaarigen Frau.
„Woher?“, hauchte die blonde und musterte sie misstrauisch.
„Ich und mein Bruder, wir gehören zu den Grabwächtern, die auf das Grab des Pharaos Atemu achten. Ich wusste schon, als du die Papyrusrolle an dich genommen hast, dass du wiederkommen wirst!“
„Es ist meiner!“, rief das kleine Mädchen plötzlich aus und gestikulierte zum Stab in dem Glaskasten, „Er gehörte schon immer mir!“
„Das weiß ich.“, sagte Ishizu und kam auf das Mädchen zu. Sie zog einen Schlüssel hervor und öffnete damit die Vitrine. Mit großen Augen beobachtete die blonde Ishizu.
„D-du hilfst mir?“, fragte die kleine vorsichtig.
„Du willst doch Dany helfen oder?“, fragte Ishizu ernst und die kleine nickte heftig. „Natürlich!“
„Nimm ihn! Du wirst ihn noch gut gebrauchen können!“
Sofort strahlte das Mädchen und sie streckte sich, nahm den Stab und jubelte leise. „Vielen Dank!“
Ishizu schloss die Vitrine wieder und fragte leise: „Wann willst du bei ihr das erste Mal richtig erscheinen? Sie hat mich schon nach Galaxis gefragt!“
Das Mädchen sah überrascht auf. „Sie hat was? Aber...sie kann sich doch nicht erinnern, oder?“, fragte sie vorsichtig nach.
„Es war eher Zufall, dass sie auf diesen Namen gestoßen ist...Also, wann willst du es denn machen?“
„Ich war eigentlich schon bei ihr.“, meinte die blonde verlegen. „Ich hab aus Versehen die Vase ihrer Mutter und ein Glas kaputt gemacht. Aber zum Glück bin ich noch im Besitz meiner magischen Fähigkeiten!“
Ishizu zog nur eine Augenbraue hoch.
Daraufhin fügte das Mädchen schnell hinzu: „Aber solange Yami mit dieser Tea zusammen ist, kann ich sowieso nichts machen!“
Ishizu wurde nachdenklich. „Wie wäre es, wenn du schon vorher zu ihr gehst und versuchst die beiden auseinander zu bringen? Ich meine, du hast es ja schon einmal geschafft, nicht wahr?“
Das Mädchen wurde leicht rot. „Warum bin ich nicht auf diese Idee gekommen? Danke Ishizu.“
„Wir sehen uns sicherlich bald wieder! Auf Wiedersehen!“, meinte diese nur noch und schon war die Kleine verschwunden.
Dany kam zu Hause an, als es schon dämmerte. Sie öffnete die Tür und wurde von ihrer wütenden Mutter empfangen.
„Schön, dass du auch noch mal kommst!“, fauchte sie sogleich. „Hättest du mir nicht vielleicht mal Bescheid geben können?“
„Ich hab mein Handy hier vergessen!“, murrte Dany nur leise und stieg die Treppe hinauf. Plötzlich klingelte es an der Tür.
Lianne ging zur Tür und öffnete diese.
„Hallo!“, sagte ein kleines blondes Mädchen mit strahlend blauen Augen.
Lianne stand verdattert in der Tür. Nicht nur, dass die Kleine so spät vor der Tür stand, sie hatte auch zwei Koffer bei sich.
„Hallo“, sagte Lianne langsam.
„Erkennst du mich nicht mehr?“, fragte das Mädchen empört. Sie zog ihren Zauberstab und richtete ihn auf Lianne. „Ich bin deine Nichte Ariana, doch alle nennen mich Ria. Ich bin die Tochter deines Bruders Jake.“
„Jaaa genau. Hallo Ria, komm doch rein.“, meinte Lianne plötzlich begeistert und umarmte die Kleine. Diese begann zu grinsen.
„Wo soll ich schlafen?“, fragte sie gespielt naiv.
„Geh doch hoch zu Dany!“, schlug Lianne vor.
Ria nickte und schnipste, kurz darauf stand sie in Danys Zimmer. Diese kam gerade aus dem Bad.
„Uahh!“, rief Dany, „Wer bist du denn?“
„Ich bin Ria, deine Cousine!“, stellte die blonde sich vor und streckte ihr ihre Hand entgegen.
„Ähm...okay!“, sagte Dany. „Aber was machst du in meinem Zimmer?“
„Tante Lianne meinte, ich solle bei dir schlafen!“
„Aber wir haben doch noch ein Gästezimmer!“, sagte Dany verwirrt.
„Keine Ahnung, sie meinte, ich solle hier schlafen!“, sagte Ria süßlich und setzte einen harmlosen Blick auf.
Dany ging schnurstracks zu ihrer Zimmertür und riss diese auf. „MUM!“, brüllte sie nach unten.
„Ja mein Schatz?“, schallte es hoch.
„Warum soll Ria bei mir schlafen?“
„Lass sie doch!“
„Aber sie kann doch ins Gästezimmer gehen!“, schrie Dany nach unten. Sie sah nicht, dass Ria ihren Stab zog und kurz die Augen schloss. „Ria darf in deinem Zimmer bleiben!“, flüsterte sie leise genug, sodass Dany es nicht hörte.
„Ria darf in deinem Zimmer bleiben!“, rief Lianne von unten hoch. „Basta!“
Dany warf wütend die Tür zu und räumte ihre Couch ab. „Du schläfst aber auf der Couch!“, sagte sie.
„Klar!“, lächelte Ria.
„Wie alt bist du eigentlich?“, fragte Dany beiläufig.
„Ich bin 13.“, gab Ria zurück und öffnete einen ihrer Koffer.
„Und wo kommst du her?“
„Ich komme aus Ägypten. Mein Dad ist dein Onkel Jake.“, sagte Ria und durchwühlte ihren Koffer.
„Aber deine Haarfarbe passt nicht wirklich für eine Ägypterin, oder?“, fragte Dany und musterte Ria genau. Sie konnte nicht bestreiten, dass sie irgendwie mit ihr verwandt war; diese hellblauen Augen waren typisch für ihre Familie.
„Das haben mir schon viele gesagt, aber ich kann ja nichts dafür.“, zuckte Ria mit den Schultern.
Dany nickte. „Ja, das stimmt allerdings, aber ich wusste gar nicht, dass Onkel Jake eine Tochter hat. Er hat dich nie erwähnt...“
Ria verschränkte plötzlich die Arme. „Ach ja? Und wie lange warst du schon nicht mehr in Ägypten?“, fragte sie schnippisch.
„Ähm...“, meinte Dany und wurde rot, „Seit ich vier war...“
„Siehst du!“, rief Ria aus.
Dany nickte beschwichtigend. „Ist ja gut. Ist Ria eigentlich dein richtiger Name?“
Ria schüttelte den Kopf. „Nein, ich heiße eigentlich Ariana...“
Dany hielt inne: „Und wie kommst du dann auf Ria?“
Ria schnaubte leicht: „Das liegt doch auf der Hand oder? Ariana, aRIAna! Das Ria steckt doch schon im Wort!“
Danys Rotton wurde noch ein wenig dunkler. „Tut mir leid. Ich hab grad nicht nachgedacht!“
Ria prustete plötzlich los. „Das hab ich gemerkt.“
Daraufhin begannen die beiden zu lachen.
Beim Abendessen stellte sich Ria noch Danys Vater John vor, der sie auch wiedererkannte. Dany sah erneut nicht, dass Ria unter dem Tisch mit ihrem Zauberstab auf ihren Vater ziehlte.
„Und wie geht es Jake?“, fragte Lianne nach.
„Oh ihm gefällt es an den Ausgrabungsstätten noch genauso gut, wie vor ein paar Jahren.“, meinte Ria freundlich.
„Das freut mich sehr!“, sagte Lianne.
„Wie lange bleibst du eigentlich?“, fragte Dany über den Tisch hinweg.
„Oh unsere Ria bleibt erst einmal für ein ganzes Jahr!“, sagte plötzlich John.
„Wie bitte?“, fragte Dany ungläubig.
Ria hatte wieder gezaubert, sie ließ ihren Stab gerade noch so verschwinden, bevor Dany ihn sehen konnte.
„Ja, ich habe vorhin mit Jake telefoniert. Er meinte, sie könne so lange bleiben, wie sie will und wir haben auch nichts dagegen.“, sagte John und lächelte Ria freundlich zu.
„Ach, und dass ich jetzt erstmal ein ganzes Jahr mein Zimmer teilen muss, obwohl neben meinem noch eines frei ist, interessiert hier wohl keinen!“, fauchte Dany und sprang wütend auf.
„Dany!“, sagte Lianne, doch diese war schon längst die Treppe hinauf verschwunden.
„Sie fängt sich schon wieder ein!“, meinte John beruhigend zu ihr. Lianne nickte daraufhin nur.