Ninja wider Willen

Verstörende Nachricht

Kapitel 9

Langsam öffnete ich meine Augen wieder. Ich hob meinen Kopf, was einen stechenden Schmerz verursachte. Aus Reflex ließ ich ihn wieder sinken. Meine Hände und Füße waren gefesselt, sodass ich mich kaum bewegen konnte. Die Wand hinter mir, war leicht feucht, aber das störte mich gerade eher weniger. Als ich mich umsah, bemerkte ich, dass ich mich in einer Höhle befinden musste. Die Wände waren alle grau-bräunlich. Ich hörte, wie Schritte auf mich zukamen. Kurz zuckte ich zusammen. Erkennen konnte ich nur schwarze Umrisse, da das Licht sehr schwach war. Diese Person, hätte ich aber überall wiedererkannt. Als er dann anfing zu sprechen, war ich mir ganz sicher: „Na, wieder wach?“ „Itachi!“, zischte ich. „Warum denn so böse? Wir haben uns doch gut verstanden...!“ Er grinste. „Und wenn schon! Was soll der Scheiß?! Lass mich gehen!“ Ich war sauer, enttäuscht und den Tränen nahe. „Wieso denn? Du bist doch grade erst gekommen.“, sagte Itachi unschuldig. „Warum tust du das?“ Ich versuchte meinen Kopf zu heben, musste ihn aber sofort wieder sinken lassen, da er nach wie vor schmerzte. „Glaubst du wirklich, ich war nur einfach so nett zu dir? Glaubst du echt, es war Zufall, dass wir uns begegnet sind?“ Um ehrlich zu sein... ja. „Ich hab mir keine Gedanken deswegen gemacht, denn es passiert schon mal, dass man Leute kennenlernt.“, antwortete ich mit ironischem Unterton. Itachi sagte nichts mehr. Ich musterte ihn kurz. „Was willst du eigentlich von mir? Chakra hab ich nicht, stark bin ich auch nicht und ich kann keine Jutsus. Ich weiß nicht mal was das ist.“, fing ich nach einiger Zeit an. „Stimmt, aber du hast etwas, was wir haben wollen.“, meinte Itachi. „Wir?“ Ich zog eine Augenbraue hoch. „Du wirst die anderen noch kennenlernen, vertrau mir.“ Itachi grinste, wenn auch auf eine eher bösartige Weise. Schon wieder zuckte ich zusammen. „Moment!“ Mir kam soeben die Erleuchtung. „Du hattest nie einen Autounfall, richtig?“ Erneut grinste Itachi. „Klug und hübsch, hm?“ Verächtlich guckte ich ihm in die Augen. „Um ehrlich zu sein...“ Er spielte an einem Kunai rum. „...ich hab sie getötet.“ Sasuke hatte recht. „Aber..., warum? Und warum hast du Sasuke verschont?“, wunderte ich mich. Schließlich hatte er ja seine ganze Familie umgebracht, also warum nicht auch Sasuke? „Weil er es nicht wert ist zu sterben.“, entgegnete Itachi. Ich glaube, ich hab mich verhört. „Bitte?“ Itachi legte den Kopf schief. „Was denn? Sasuke ist ein dummer kleiner Junge, der den Tod nicht verdient.“ Der tut ja so, als wäre der Tod was schönes... Na ja, andere Länder andere Sitten. „Ok, aber warum hast du deine Familie getötet? Weil sie den Tod verdienen?“, fragte ich. „Nein! Ich musste meine Kraft unter Beweis stellen.“, sagte Itachi stumpf. „D u meinst... es war nur so zum Spaß? Und Sasuke hast du nicht umgebracht, weil er es nicht wert ist, dass du deine Kraft für ihn verschwendest?“, fragte ich, leicht geschockt. Itachi nickte stumm. „Du bist... ein...“ In meinen Augen sammelten sich Tränen. „Ein Monster!“, schrie ich. Schon wieder dieses kühle Lachen. Das Gelächter hörte auf, als Schritte auf uns zukamen. Itachi zog sich einen schwarzen Mantel mit roten Wolken an. „Itachi, hast du... ich sehe schon, sehr gut.“ Der Blick des Mannes war auf mich gerichtet. „Hi.“, begrüßte ich den Mann unfreundlich. Er lächelte. „Hallo.“ „Was wollen sie von mir?“, fragte ich den Mann. „Ich glaube, das hat noch etwas Zeit.“, antwortete er mir. „Ich bin übrigens Pain.“ „Ich bin Caro.“, gab ich zurück. „Ich weiß wer du bist. Deshalb haben wir dich doch auch hergeholt.“, erklärte Pain. „Wenn sie Lösegeld wollen, mein Bruder ist arm wie 'ne Kirchenmaus.“, behauptete ich. „Nein, wir wollen etwas anderes.“ Er lächelte wieder. „Was denn bitte?!“, fragte ich. „Das kannst du dir doch wohl vorstellen.“ Er wendete sich Itachi zu. „Hol die anderen rein, es wird spät und ich will nicht, dass sie erwischt werden!“ Itachi nickte und verschwand. „Mein Bruder wird mich ganz bestimmt suchen!“, sagte ich hoffnungsvoll. Pain wollte etwas sagen, doch da fing mein Handy an zu klingeln. „Scheiße...“, flüsterte ich. Pain kam auf mich zu und zog das Handy aus meiner Tasche. „Hallo?“, sprach er in den Hörer. Nun stellte er auf laut, damit ich mithören konnte. „Caro? Wo bist du?“, ertönte Kakashi's Stimme am anderen Ende der Leitung. „Sie ist bei uns.“ Pain grinste fies. „Pain?! Lass sie gehen!“ Seine Stimme wirkte definitiv sauer. „Kakashi!“, rief ich verzweifelt. Er schien mich, seiner Reaktion nach zu urteilen, zu hören: „Caro? Geht es dir gut?“ „Es geht ihr hervorragend. Noch!“ Angst zeichnete sich in meinem Gesicht. „Pain, das ist eine Sache zwischen dir und mir. Halt meine Schwester da raus!“, sagte Kakashi bestimmt. „Oh, das geht nicht. Wir brauchen sie.“, meinte Pain. „Was?“ Kakashi klang verwundert. Er wusste den Grund also auch nicht. „Ich glaube, du kannst es dir fast schon denken.“ Pain lächelte schief. „Nein! Das kannst du nicht machen! Sie ist doch noch ein Kind!“ Jetzt bekam ich es erst recht mit der Angst zu tun. „Time to die.“, raunte Pain ins Handy und legte auf. Itachi tauchte wieder auf. Hinter ihm eine Menge anderer Leute. Das ich hier an der Wand, mit höllischer Angst und entsetzlichen Schmerzen, lag, interessierte keinen von ihnen. „Pain, wer ist das?“, fragte ein rothaariger Mann. Er war vielleicht 21. „Caro.“, antwortete ich. Der Mann guckte mich an. „Du bist das also...“ Er schien zu überlegen. Ein blonder Mann, ungefähr in seinem Alter, stellte sich zu ihm. „Oh, unser „Gast“?“ Er grinste. „Ja, Gast.“, maulte ich sarkastisch. „Ach, schlechte Laune?“, fragte er grinsend. „Gute bestimmt nicht.“, motzte ich. Er lachte. „Deidara!“ Der Rotschopf haute ihm auf den Kopf. Pain hatte alle zusammengerufen und fing an seinen Plan zu erklären. Auch ich hörte gespannt zu, schließlich wollte ich wissen was mit mir passiert. „Wir haben jetzt endlich die Kraft, die uns noch fehlte, um Konoha zu vernichten.“ Er schaute zu mir, wie der Rest der Truppe. War ich etwa diese Kraft? Ich schluckte. Natürlich. Aber ich konnte doch gar nichts. „Wenn wir uns beeilen, können wir morgen mit unserem Plan beginnen.“ Er lachte, die anderen grölten und ich hatte keine Ahnung, was das für ein Plan sein sollte. „Sie wird aber dabei draufgehen.“, warf der blonde ein. „Deidara, das ist nun mal das Opfer, das wir bringen. Außerdem würde sie früher oder später sowieso sterben.“ Pain guckte streng. „Dann lieber später.“, meldete ich mich. „Klappe!“, bestimmte Itachi. „Du hast mir gar nichts zu sagen!“, fauchte ich zurück. Der blonde guckte belustigt. Er konnte Itachi wohl nicht leiden. Verstand ich gut. „Wir sollten sie bewachen, damit sie nicht einfach abhaut.“, schlug Itachi vor. „Gute Idee, dann können die anderen in der Zeit gehen und sich ausruhen. Eine Bedrohung stellt sie wohl nicht dar.“, stimmte Pain ihm zu. „Wer übernimmt die erste Schicht?“ „Ich.“ Der blonde meldete sich. „Gut, Sasori wird dich in zwei Stunden ablösen.“ Der Blondschopf nickte, die anderen hauten ab. „Also Sweety...“ „Nenn' mich noch mal Sweety und du weißt wie meine Faust schmeckt.“, versetzte ich bissig. „Süß.“ Der blonde setzte sich neben mich. „Ich bin Deidara.“ „Warum bist du so freundlich?“, wollte ich wissen. Er zuckte die Achseln. „Warum nicht?“ Eine Gegenfrage. „Na, du und die anderen Dumpfbacken halten mich hier gefangen.“ Ich guckte ihn von der Seite an. Er lachte. Es war ein nettes Lachen, ganz anders als das von Itachi. „Ja, stimmt...“ Er guckte mich auch an. Unsere Blicke trafen sich. Schnell schaute ich auf den Boden. Sich mit dem Feind anfreunden, schlimmer geht’s echt nicht. „Kann ich dir eine Frage stellen?“ „Klar.“ „Ähm... was meintet ihr die ganze Zeit mit Kraft?“ Mein Blick war fest auf den Boden gerichtet. „Du weißt es nicht?“ Ich schüttelte heftig den Kopf. „Du trägst eine alles zerstörende Kraft in dir, das ist der einzige Grund warum du hier bist.“, erklärte Deidara mir. „Also, bin ich so was wie eine Mordwaffe?“, vergewisserte ich mich. Deidara nickte. „Wie kommt es, das du nichts davon wusstest?“ „Es hat mir noch nie jemand erzählt.“ Ich zwang mich zu einem Lächeln, obwohl mir eher nach weinen zu Mute war. Ein paar Tränen tropften auf den Boden. Deidara legte seinen Arm um mich. Ich schüttelte ihn ab. „Lass das! Du bist einer von denen.“ Ich rutschte ein Stück von ihm weg. Er guckte mich an, was ich aus dem Augenwinkel sah. „Caro!“ Ich schaute hoch. Sasuke und Kakashi standen im Eingang der Höhle. „Kakashi!“ Deidara erhob sich und blickte zu mir. Ich sah ihn flehend an. Er schluckte, nickte und verschwand. Sasuke und Kakashi guckten verwirrt hinter ihm her. „Er holt bestimmt die anderen, wir müssen schnell hier weg.“ Kakashi nickte. Sasuke ging auf mich zu, hob mich hoch und rannte mit Kakashi aus der Höhle. „Zu spät!“ Kakashi hatte recht. Deidara stand mit den anderen Mantelmännern vor uns. „Lasst sie hier und euch passiert nichts.“, sagte Pain. „Nie im Leben!“, entgegnete Kakashi. Ich konnte nichts tun, da ich, noch immer gefesselt, in Sasuke's Armen lag. „Dann wird das wohl dein Ende werden.“ Pain grinste. „Sasuke, ich will, dass du Caro gleich zu Tsunade bringst und Verstärkung holst. In der Zeit werde ich schon klarkommen.“, flüsterte Kakashi ihm zu. „Verstanden.“, flüsterte Sasuke zurück. „Aber -...“ „Jetzt!“, schrie Kakashi. Sasuke fing an zu rennen. Wie er das schaffte? Er musste mich ja auch noch tragen. Ich schaute über seine Schulter nach hinten. Keiner folgte uns.