Fanfic: Linn
Kapitel: Entscheidung
Sie saßen schon eine Weile um das Feuer herum und Miroku wurde langsam ungeduldig. Er hatte schon den ganzen Abend versucht mit Linn ins Gespräch zu kommen, aber Inu Yasha hatte ihm jedes Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dafür, dass Inu Yasha erst seit ein paar Stunden die Pflichten eines großen Bruders erfahren hatte, war sein Beschützerinstinkt gegenüber seiner kleinen Schwester schon sehr groß. Er bewachte sie mit Adleraugen und jeder von Miroku’s Annäherungsversuchen wurde mit einem drohenden Blick bestraft. So würde aus der trauten Zweisamkeit nie etwas werden... Während er überlegte wie er Inu Yasha am besten ablenken könnte, meldete sich plötzlich Sango zu Wort: „Ich störe eure Unterhaltung ja nur ungern, aber ich denke wir sollten wirklich bald aufbrechen. Solange Naraku noch da draußen ist, sind wir hier nicht sicher.“ Eine unbehagliche Stille trat ein. „Du hast Recht.“, sagte Inu Yasha ernst. „Wir sollten uns beeilen, damit uns dieser Mistkerl nicht entwischt!“ – „Und ich werde euch begleiten!“, rief Linn entschlossen. „Nein, wirst du nicht!“, erwiderte Inu Yasha schroff. Linn sah ihn fragend an. „Aber wieso nicht? Willst du mich nicht dabei haben? Ich könnte euch helfen!“ – „Das ist viel zu gefährlich für ein Mädchen!“, versuchte Inu Yasha sich zu rechtfertigen. „Ach ja?“, fragten Kagome und Sango wie aus einem Munde. „Dieses Argument ist ja wohl mehr als fragwürdig. Und außerdem bin ich kein gewöhnliches Mädchen. Ich bin ein Halbdämon genau wie du und kann gut auf mich selbst aufpassen!“, gab Linn erbost zurück. „Hör zu, ich will nicht, dass dir was passiert. Wir haben uns doch gerade erst gefunden und wenn dir was zustoßen würde, könnte ich mir das nie verzeihen.“, sagte Inu Yasha ernst und packte Linn am Arm. Doch sie riss sich los und fauchte ihn an: „Aber wegschicken kannst du mich? Ein schöner Bruder bist du! Warum hab ich Monate damit verbracht dich zu suchen, wenn du mich gleich wieder nach Hause schicken willst? Und wenn du dich auf den Kopf stellst. Ich werde euch begleiten!“ – „Sie hat den selben Sturkopf wie Inu Yasha...“, flüsterte Miroku. Kagome nickte zustimmend und sagte dann: „Also Inu Yasha, ich glaube nicht, dass du sie umstimmen kannst und außerdem halte ich es für keine schlechte Idee, dass Linn mit uns kommt. Wenn sie nur halb so stark ist wie du, könnte sie uns wirklich eine große Hilfe sein.“ Linn sah sie dankbar an, doch Inu Yasha war über diesen Kommentar weniger glücklich. „Warum fallt ihr mir alle in den Rücken?“, schrie er wütend. „Gib’ s auf, Inu Yasha!“, fiepte Shippo. „Na warte, du kleine Nervensäge!“, fauchte Inu Yasha und setzte zum Sprung an. Kreischend machte sich Shippo aus dem Staub und Inu Yasha rannte hinter ihm her in den Wald. Fragend blickte Linn den beiden hinterher. „Heißt das jetzt ich kann euch begleiten?“, fragte sie Kagome ratlos. „Ich denke schon.“, erwiderte diese. „Der regt sich schon wieder ab. Er macht sich eben Sorgen um dich.“ – „Das weiß ich ja, aber ich bin auch kein kleines Kind mehr. Er kann mir nicht vorschreiben was ich zu tun habe.“, sagte Linn entschlossen. „Und außerdem hast du ja noch mich.“, warf Miroku ein und legte seinen Arm um Linn’s Schulter. „Ich werde dich beschützen, mein Schatz!“ – „Oh danke, Herr Mönch. Da fühle ich mich gleich viel sicherer!“, lachte Linn und auch Kagome kicherte. Nur Sango schien darüber so gar nicht lachen zu können... Dann machten sich die vier daran ihre Sachen zusammenzupacken. Schließlich wollten sie bereit sein, wenn Inu Yasha von seiner Shippo-Jagd zurückkehrte, damit sie endlich aufbrechen konnten.