Fanfic: O Brothers, where art thou??
eine unheimliche Stimme hinter ihnen und Joe verschluckte sich erschrocken an seinem letzten Stück Fleisch. Hustend drehte er sich um und sah wie ein düstere Gestalt aus dem Gebüsch brach und sich auf sie stürzte.
„Wer vergreift sich hier so unverfroren an meinem Mittagessen?“, brüllte das Monster und kam bedrohlich näher. Joe sprang auf und rannte kreischend zurück ins Unterholz. Auch Bunny konnte einen Schrei nicht unterdrücken, aber irgendwie konnte sie nicht davonlaufen. Sie fühlte sich wie gelähmt. Buster hatte sich schützend vor ihr aufgebaut und fletschte knurrend die Zähne. Jetzt trat das Ungetüm ins Licht und Bunny traute ihren Augen nicht. Vor ihr stand ein gutgenährter Mann mittleren Alters, dessen braunes Haar auf dem Kopf schon etwas spärlich geworden war, dafür aber um so prächtiger in seinem Gesicht und auf seiner Brust wuchs. Er trug Sandalen und eine Sonnenbrille mit großen Gläsern, aber der wohl ungewöhnlichste Teil seines Outfits war eine Art Bikini, den er sich anscheinend selbst aus Blättern gebastelt hatte. Das ganze wurde mit einem Strohhut, der ebenfalls mit Blättern und Zweigen geschmückt war, abgerundet. Hätte ihr der Schreck nicht so tief in den Knochen gesteckt, hätte Bunny sich bei diesem merkwürdigen Anblick wahrscheinlich kaputt gelacht. Doch jetzt war es wichtiger diese Sache möglichst ohne Blutvergießen aufzuklären.
„Äääh,...entschuldigen Sie,...wir,....“, begann sie und schaute sich suchend nach Joe um, aber der war immer noch nirgends zu sehen.
„...also, es tut uns schrecklich leid. Wir wollten Ihnen ganz bestimmt nichts wegessen, aber wir saßen eine ganze Weile ohne Proviant auf einem Boot fest und hatten deswegen einen mächtigen Kohldampf. Ich hoffe Sie können das verstehen und werden davon absehen uns im Gegenzug zu verspeisen...“, fügte sie zögerlich hinzu.
Der Mann zog seine Sonnenbrille mit einem Finger langsam etwas weiter nach unten und sah Bunny dann mit seinen kleinen, braunen Augen prüfend an.
„Euch verspeisen? Ich bin doch kein Kannibale! Außerdem ist an euch kleinen Halunken ja fast kein Fleisch dran.“, erwiderte er und begann dann laut zu lachen, wobei das Blätterröckchen um seinen dicken Bauch leise anfing zu rascheln.
„Ich kann Ihnen gar nicht sagen wie erleichtert ich darüber bin. Mein Name ist übrigens Bunny D. Kate und das hier ist mein Hund Buster. Irgendwo da hinten in den Büschen treibt sich auch noch mein Freund Joe herum. Er ist ein bisschen...schüchtern.“, sagte Bunny fröhlich.
„Sehr angenehm. Ich heiße Norman und ich wohne hier.“, gab ihr Gegenüber zurück und ergriff ihre Hand.
„Ist das schön mal wieder Besuch zu haben! Dein kleiner Freund kann jetzt ruhig wieder rauskommen. Normalerweise beiße ich nicht.“, rief Norman etwas lauter und nach ein paar Augenblicken wagte sich Joe mit zögerlichen Schritten wieder auf die Lichtung. Auch er wurde herzlich begrüßt und als Norman ihnen sogar noch einen leckeren Nachtisch anbot, war seine Angst größtenteils verflogen.
Jetzt saßen sie gemütlich am Lagerfeuer und Bunny erzählte zum wiederholten Mal seit sie zu diesem Trip aufgebrochen waren ihre ganze Geschichte.
„Ja, eure Nussschale hab ich am Strand gesehen. Und damit wollt ihr wirklich zur Grand Line fahren? Ihr seit entweder sehr mutig oder ziemlich naiv!“, unterbrach sie Norman kichernd.
„Das ist ja erst der Anfang. Wir werden uns natürlich noch ein größeres Schiff besorgen und dann brauchen wir auch noch ein paar Mitglieder für unsere Mannschaft. Du hättest nicht zufällig Interesse?“, fragte ihn Bunny augenzwinkernd.
„Also, wenn ich mich auch noch in dieses Bötchen zwänge, gehen wir unter, bevor du „Wackelpudding“ sagen kannst. Nee nee, soweit kommt das noch. Außerdem hab ich mein eigenes Schiff. Das ist schon etwas besser ausgestattet also eures.“, erwiderte Norman und kam einfach nicht mehr aus dem Kichern raus.
„Du hast ein Schiff???“, riefen Bunny und Joe wie aus einem Munde und sahen ihn ungläubig an.
„Ja. Wieso? Was dagegen??“, fragte Norman. Er hielt diese Tatsache nicht für besonders außergewöhnlich.
„Ich dachte du wärst hier auf dieser Insel gestrandet und kämst nicht mehr weg, aber wenn du ein Schiff besitzt, hättest du doch schon längst verschwinden können.“, sagte Bunny und sah dabei immer noch sehr verwirrt aus.
„Das stimmt. Ich bin vor drei Monaten auf dieser Insel gestrandet. Ich bin zum Angeln in diese entlegene Gegend gefahren, weil es hier die größten Rotrückenhechte des ganzen East Blue geben soll, aber dann zog plötzlich ein furchtbares Gewitter auf und der Sturm hat mich dann an der anderen Seite der Insel angespült. Leider ist die Bucht dort um einiges felsiger und mein Schiff ist leckgeschlagen. Am Anfang hatte ich nicht die Möglichkeit es zu reparieren., also hab ich mich hier erst mal häuslich eingerichtet und mich auf einen längeren Aufenthalt gefasst gemacht. Aber vor ein paar Wochen wurden nach einem weiteren Sturm ein paar Kisten mit allerlei Werkzeug an dem Strand gespült und so konnte ich die Kiste endlich wieder flott machen. Jetzt ist sie fast wieder wie neu.“, erzählte Norman und warf stolz sein schütteres Haar nach hinten, wobei ihm auch der Hut vom Kopf purzelte.
„Aber warum bist du dann noch hier?“, hakte Joe verwundert nach.
„Gute Frage, was? Na ja, ich bin ja jetzt schon eine ganze Weile hier und ehrlich gesagt gefällt es mir ganz gut. Die Ruhe, die unberührte Natur, kein Stress. Das ist doch wie im Paradies, oder?“, seufzte Norman und schloss genüsslich die Augen.
„Also mir wäre das ja auf Dauer doch zu langweilig. Willst du’s dir nicht doch noch mal überlegen und mit uns kommen? Wir könnten ja dein Schiff nehmen, jetzt wo es wieder seetüchtig ist.“, wiederholte Bunny ihr Angebot noch mal. Ihrer Meinung nach war das einfach der perfekte Plan.
„Also, ich muss ja zugeben, dass dieses Angebot wirklich verlockend klingt. Ruhe und Frieden sind ja gut und schön, aber so auf die Dauer hätte ich doch gerne mal wieder etwas Abwechslung. Aber so eine Entscheidung kann man nicht einfach übers Knie brechen. Da muss ich erst mal eine Nacht drüber schlafen. In meiner Hütte ist genügend Platz. Ich würde euch gerne einladen die Nacht in meinem bescheidenen Heim zu verbringen.“, sagte Norman einlenkend und die drei Freunde nahmen seine Einladung natürlich gerne an.
So hatten sie also wieder mal Glück gehabt und nicht nur einen Schlafplatz sondern auch einen neuen Freund gefunden. Ob er auch ein Mitglied ihrer Crew werden würde? Der nächste Tag würde es zeigen.
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Backstage: JAAA, da hat euch die liebe Bunny wieder was feines mitgebracht^^ (interessiert das überhaupt jemand???)
Wieder ein langes Kapitel mit einigen Streitigkeiten, einer dramatischen Rettungsaktion und einem dicken Mann im Blätterbikini. Also alles was eine gute Story braucht... XD
Tja, wird der gute Norman als neues Crewmitglied zu Bunny’s Piratenbande stoßen? Man weiß es nicht... Okay, ich weiß es *ätsch* ^^ Ich könnte ja eine demokratische Abstimmung durchführen. Wer ist dafür? Ich bitte um Handzeichen. Na ja, im Endeffekt werde ich das als allmächtiger Autor natürlich selber entscheiden, aber man soll seinen Lesern ja immer das Gefühl geben, dass einem ihre Meinung wichtig ist^^
Gut, es ist wieder spät geworden und Bunny hoppelt gleich ins Land der Träume. Bis zum nächsten Mal.
*winke winke*