Fanfic: Fire Curse

gehen, wie eine Prinzessin, die über den roten Teppich schreitet. Den Kopf hatte sie anmutig nach vorne gerichtet. Es machte ihn etwas verlegen, neben dem hübschen Mädchen zu laufen und er drehte schüchtern den Kopf zur Seite. In diesem Moment hätte er sie viel älter gehalten, hätte sie ihm nicht vorher ihren jungen Charakter offenbart. In diesem Moment sah sie viel älter aus.
„Es ist nicht mehr weit, keine Sorge“, entgegnete sie ihm und deutete auf einen großen Berg mit einer schwarzen Spitze, der sich scharf von den anderen unterschied. „Hinter diesem Berg dort, man nennt ihn den Turanius Gipfel, liegt Daryvell, mein Heimatdorf.“ „Du lebst in einem Dorf?“
„Na klar, in was den sonst? Meinst du etwa dieses riesige Wohngebiet, in dem du wohnst?“
„Das nennt man eine `Stadt`“, erwiderte der Brünette, und fragte sich, wieso sie das nicht wusste. Gab es hier so was nicht?
„Hier gibt es nur kleine Dörfer“, sagte das Mädchen wie als Antwort auf seine Frage.
„Ist ja wie im Mittelalter, hier.“ Keichi runzelte die Stirn.
„Wie bitte?“
„Ach nichts.“

Eine Viertelstunde verstrich und die beiden Teenager gingen schweigend nebeneinander her. Bis jetzt hatte sich die Distanz zwischen ihnen und dem Berg schon um die Hälfte verkürzt, doch man merkte es kaum, so weit schien es noch bis zum Ziel. Keichi bewunderte die schöne Umgebung, so natürlich und rein wie sie war, beruhigte sie ihn. Er beneidete Shiori um ihre Lebensweise. Sie wurde bestimmt nicht ständig von traurigen Gedanken gequält, wie er. Sie hatte garantiert keine grausamen Erlebnisse in ihrem Gedächtnis stehen. Sie kam ihm so…so…glücklich vor. Auch wenn sie es nicht zeigte und ernst aussah, bemerkte er doch, wie fröhlich das Mädchen sein musste. Er beobachtete es an vielen ihrer Gewohnheiten, wie sie ging, leichtfüßig und federnd, wie sie lächelte, frei und ungezwungen. Er war fast ein bisschen neidisch auf das Sarutei- Mädchen.
Keichi prallte erschrocken gegen die Rothaarige, die abrupt stehen geblieben war. Ihre Augen waren starr nach vorne gerichtet und ein Lächeln umspielte ihre Lippen. „Hey, was….“
„Sieh doch!“, sie wies auf ein kleines Tal, das sich zwischen zwei Hügeln erstreckte und ein paar kleinen Häusern erstaunlich viel Platz bot. Er sah Menschen, die wie Shiori eine Rüstung trugen, sah Kinder, die spielerisch gegeneinander kämpften, ältere Leute, die auf grünen Feldern arbeiteten und ein paar kleiner Häuschen, die wirr durcheinander aus der Erde zu wachsen schienen.
„Ist das…Daryvell?“
„Ja“, sprach sie und lächelte zufrieden. „Wir haben’s geschafft! Los komm schon!“, sie winkte ihm freudig zu und ging mit schnellen Schritten den Hang hinunter. Er sah ihr an, wie sehr sie sich freuen musste, wieder zu hause zu sein. Ein Zuhause, das er wohl niemals finden würde, solange er nicht vergessen konnte.
Rasch lief er der Rothaarigen hinterher, was sich jedoch als sehr schwierig erwies, denn der hang war rutschig und die Steine waren erschreckend locker. Doch der Junge schaffte es trotzdem bis nach unten. Shiori wartete geduldig auf ihn und dann liefen beide dem massiven hölzernen Tor entgegen, das den Eingang Daryvells bewachte.

Ab jetzt sollte sich wohl aller Schicksal ändern….