Fanfic: The coldest eyes

Kapitel: Are you waiting over there?

Kapitel 3: Are you waiting over there?

“Siehst du, da sind wir schon!”, erklärte sie dem Jungen und deutete auf ein großes Backsteingebäude, fast mitten auf dem Marktplatz. „Das ist das Rathaus!“ Schon aus der Entfernung sah sie direkt davor einen älteren Mann in einer ähnlichen Uniform stehen, wie der Junge sie trug. Der Kleine bekam wieder ganz leuchtende Augen und rannte ohne ein weiteres Wort auf das Rathaus zu. Er hat sich nicht einmal bedankt, dachte sie leicht enttäuscht. Sie beobachtete noch eine Weile den Jungen, wie er auf das Rathaus zulief, bis ihr Blick sich unweigerlich dem Gebäude zuwandte, das sich daneben befand: Das Polizeipräsidium. Das ließ ihr wieder einmal bewusst werden, wie entsetzlich dumm sie doch war.
Sie hatte Cole nicht angezeigt, obwohl sie doch alle Gründe dieser Welt dazu hatte. Merry konnte nicht sagen, warum sie es nicht getan hatte. Wieder kämpften in ihr die verschiedensten Gefühle. Als der Polizist sie damals gefragt hatte, wer ihren Kindern das angetan hatte, hatte sie leicht zögerlich geantwortet: „Ein Einbrecher. Ein Einbrecher war das.“ Sie wusste, dass niemand ihr glaubte. Es war nichts gestohlen worden und Einbruchsspuren gab es auch keine. Nach dem Verbleib ihres Mannes hatte sie jedoch niemand gefragt.
Sie spielte mit dem Gedanken, ins Polizeipräsidium zu gehen. Vielleicht würden sie ihr ja wieder die Nummer des Psychologen geben. Auch wenn sie nicht wirklich daran glaubte, dass ein Psychologe ihr in ihrer jetzigen Lage helfen konnte. Merry stand auf der Straße, ohne Geld in der Tasche. Sämtliche Bankkonten, die sie hatte, liefen auf Cole’s Namen und so hatte sie keinen Zugriff darauf. Sie wusste nicht, wo sie sich etwas zu essen besorgen könnte.
Aber Merry zweifelte auch nicht daran, dass Cole wiederkommen und sie finden würde. Er würde immer wieder kommen, bis er erledigt hatte, was er sich vorgenommen hatte. Bei dem Gedanken daran musste sie unwillkürlich zittern. Cole würde nicht einfach so verschwinden, nein. Es war nie so unkompliziert. Er würde ihr folgen wie ihr Schatten, bis er endlich das von ihr hatte, was er verlangte. Und wenn es eben auch nur die Gewissheit war, dass sie ihn nicht mehr liebte: Cole würde ihr folgen.
Wie sehr sie es sich wünschte, ihre Gefühle für ihn wie eine Lampe an- und ausschalten zu können, wann immer sie es wollte. Dann hätte sie ihn nicht gehen lassen, sie hätte ihm seinen eigenen Dolch zwischen die Rippen gestoßen. Aber die Gelegenheit war vorüber und so leicht würde er es ihr von nun an nicht mehr machen. Merry seufzte leicht und ging dann auf das Polizeipräsidium zu. Sie fühlte sich, als würde sie Cole verraten, redete sich aber immer wieder ein, dass das doch vollkommen okay und sogar notwendig war. Sie durfte ihn nicht weitermachen lassen wie auch immer er wollte. Irgendjemand musste ihn doch aufhalten! Und dieser Jemand würde sie sein… Wenn sie doch nur den Mut aufbrächte.
Ihre Schritte beschleunigten sie sich und ehe sie es merkte, war sie am Rennen. Sie lief so schnell, dass sie stolperte und umknickte; Der Absatz ihres linken Schuhs machte ein grässliches Geräusch, als er abbrach. Hart schlug sie auf und wollte sich schon wieder aufrappeln, als…
„Du musst den Boden vor meinen Füßen nicht küssen“, meinte eine belustigte Stimme. Merry hätte sie auch erkannt, wenn sie auf beiden Ohren taub gewesen wäre, denn es war die Stimme des Mannes, den sie liebte und der trotzdem ihre beiden Kinder getötet hatte.
Sie presste ihren Kopf gegen den kalten Asphalt. Sie wollte ihm nicht in die Augen sehen, konnte es nicht. Merry sah mit einem Auge nach vorne und sah seine glänzenden schwarzen Schuhe. Direkt neben seinen Füßen klebte ein Kaugummi am Boden (Ja, das würde mich in einer solchen Situation auch ungemein interessieren…) Er beugte sich zu ihr herunter und sie presste die Augen ganz fest zusammen. Zwei Minuten spürte fühlte sie seine Finger, die ihr die Haare aus dem Gesicht strichen. „Steh auf“, sagte er in seinem immer noch belustigten Tonfall. Trotzdem entging ihr nicht der befehlende Unterton in seiner Stimme.
Merry’s einzige Reaktion auf seine Worte war, dass sie ihren Kopf noch fester auf den Boden presste. Er würde sie hier nicht töten können, dafür gab es viel zu viele Zeugen auf dem Platz. Sie hoffte, dass er von selbst gehen würde, wenn sie ihn nur fest genug ignorierte. Sie traute sich nicht, sich ihm entgegen zu stellen. Und wenn sie wieder in sein so fröhliches Gesicht und seine weichen Züge sah, würde sie wieder nichts ausrichten können. Er hätte sie voll und ganz in seiner Gewalt.
„Die Leute sehen schon herüber“, erklärte er ihr leicht beleidigt und sie fühlte seine starke Hand an ihrer Schulter, die sie auf die Beine zog. Noch immer hielt sie die Augen geschlossen. Sie fühlte beinahe seinen prüfenden Blick auf ihr. Er seufzte kurz, dann verschwand der Druck von ihrer Schulter. Alles um Merry herum war still.
Sie hatte gedacht, zumindest seinen Atem noch hören zu können oder das Geschrei und das Getöse anderer Menschen, aber es war komplett ruhig. Sie stand bestimmt ein paar Minuten so da, bis sie es wieder wagte, die Augen zu öffnen. Sofort setzte der Straßenlärm wieder ein. Es war, als hätte bis eben die Zeit still gestanden und als würde alles erst jetzt, wie auf Knopfdruck, weiterlaufen. Sie hörte das Schreien eines Babys irgendwo in der Nähe und die sanfte Stimme einer Mutter, die es zu beruhigen versuchte. Sie hörte die Liebeserklärungen eines Jungen an seine Freundin, die vorbei fahrenden Autos, wie eine alte Frau mit ihrer Tochter stritt, alles. Nur Cole war weg. Sie blickte direkt auf eine leere Straße. Absolut nichts wies darauf hin, dass er bis eben noch dort gestanden hatte.
So schnell sie konnte – jedoch darauf bedacht, dieses Mal nicht hinzufallen – setzte sie ihren Weg zum Polizeipräsidium mit schmerzendem Fuß und fehlendem Absatz fort. Sie stieß die schweren Türen auf und betrat das Gebäude.
Es sah innen nicht halb so schön aus, wie es der Anblick von draußen erwarten ließ. Es war eng und klein, das einzige Möbelstück in der Eingangshalle war ein Wasserspender mit einem dicken „Außer Betrieb“ Schild dran. Als er das Schlagen der festen Eichentür hörte, kam fast augenblicklich ein Polizist auf sie zu. Sie erkannte ihn wieder als den jungen Beamten, der erst vor kurzem in ihrem Haus gewesen war und sie befragt hatte.
„Hallo, Miss. Kann ich Ihnen helfen?“ Er nahm seine Mütze ab, als er zu ihr sprach. Ihr fiel auf, dass er sie „Miss“ nannte, obwohl er doch wusste, dass sie verheiratet war. Vielleicht wusste er, dass irgendwas nicht stimmte, wenn ihr Mann noch nicht einmal kam, wenn seine beiden Kinder ermordet wurden. Wie es auch war, er sprach sie nicht darauf an und sie war ihm dafür sehr dankbar. Cole beherrschte ihre Gedanken ob sie nun schlief oder wach war: Da mussten sich nicht auch noch andere Menschen mit ihm beschäftigen.
„Kann ich Ihnen helfen?“, wiederholte der Polizist leicht besorgt und sie sah zu ihm hoch. Ja, verdammt: Was wollte sie eigentlich hier? Sie war nicht gekommen, um Cole anzuzeigen. Dafür war sie noch immer nicht bereit. Warum war sie nur hier hineingegangen?
Sie wusste es nicht und hatte auch keine passende Erklärung, die sie dem Beamten geben konnte. So stand sie nur mit leicht geöffnetem Mund da und starrte ihn an. Allmählich fing die Situation an, leicht peinlich zu werden, als ihr plötzlich von hinten jemand eine Hand auf die Schulter legte.
„Hey, Merry. So sieht man sich wieder…“
Ihr Herz schien auszusetzen.

I always knew that you’d leave me
Who would need someone just like me
I was born on the 13th

And of course it is raining
When I’m finally on holiday
How can anybody wonder

Tell me why do you think that it’s good
They’re gonna fry my heart in hell, yeah they should
I count to 3 and let go

I’m turning it inside out
I’m turning the black to white
I’m making day out of night
I’m feeling lost but I’m not stranded

I’m getting what’s all about
I’m turning my life around
I’m feeling lost but I’m not stranded

I was born on the 13th
I don’t need any good luck charms
I’m surprised that I’ve made it

Antoher year is behind me
Blowing out all the birthday candles
I know just what I’m wishing

I won’t bother ‘bout the superstitious crap I’m
Carrying around
‘Cause I have my number to keep me from going under

:;:;:; Hehe, im nächsten und somit auch schon wieder letzten Kapi kommt dann das Grande Finale! :;:;:;:;: