Fanfic: Jahr des Feuers

Sohn?“ fragte der Mann erneut.
Raffael löste sich aus seiner Erstarrung und setzte zu einer Antwort an.
„Nei..n , nein Herr“ stotterte er. Zu mehr reichte es nicht.
Der Geweihte kam lächelnd auf ihn zu.
„Aber ihr kennt diesen Jungen?“ fragte er weiter.
Raffael sah in diese dunklen Augen und versuchte ihren Grund zu erreichen, doch sie waren so tief, dass er unmöglich in ihnen lesen konnte. Er glaubte nie in tiefere Augen geblickt zu haben.
Der Hexer strarrte eine kleine Ewigkeit diesen Mann an. Dann berherrschte die Höflichktei vor einem Geweihten sein Denken und verbeugte sich tief vor dem Ucuriaten.
„Verzeiht Euer Gnaden, dass ich gestarrt habe“ Er richtete sich wieder auf und senkte den Blick. Hochgestellten Persönlichkeiten direkt ins Gesicht zu sehen, kam einer Beleidigung gleich.
„Dieser Junge ist mein Neffe, Nathanael. Meine Schwester hat ihn im dichten Gedränge verloren“ Raffael beeilte sich die Frage des Geweihten so schnell es ging zu beantworten.
„Nathanael, sagt ihr? Ein schöner Name“ Der kleine, dunkelhäutige Mann kam mit freundlichem Lächeln auf sie zu und tätschelte behutsam über den Kopf des Kindes.
Raffael hielt den Atem an. Obwohl er schon oft Geweihte des Praios gesehen hatte und er keinen sonderlichen Respekt vor ihnen hatte, war dieser Mann anders. Der Hexer konnte nicht erklären, woran es lag, aber die Gegenwart dieses kleinen Menschen, war überwältigend.
„Euer Gnaden. Wir müssen zum Turnier. Es ist Zeit“ sagte eine fremde Stimme.
Raffael sah vorsichtig auf und entdeckte die zwei Begleiter des Ucuriaten. Auch sie gehörten diesem Orden des Praios an. Allerdings schienen sie noch nicht geweiht worden zu sein.
Raffael hatte sie bisher nicht bemerkt. Zu einnehmend war das Wesen des Mannes gewesen. Sie waren in seinem Glanz völlig untergegangen.
„Gut. Ich bin auf dem Weg“ antwortete der Dunkelhäutige. Dann wandte er sich wieder Nathanael zu, „Es hat mich gefreut, kleiner Kerl“ und reichte ihm seinen Zeigefinger. Das Kind schüttelte ihn, als wolle es sich verabschieden und quikte vergnügt. Der Ucuriat lächelte auf seine übliche gütige Art.
„Passt gut auf den Jungen auf, damit er nicht wieder verloren geht!“ sagte er an Raffael gewandt.
„Und hebt doch bitte den Blick. Für solch schöne, grüne Augen gibt es in der goldenen Stadt sicher bessere Ziele, als ihren dreckigen Straßenboden“
Der Hexer sah auf und wurde leicht verlegen.
„Ja, euer Gnaden“
Der Mann lächelte ihn noch einmal an, bevor er zu seinen Begleitern trat, die ihn durch die Menge führten. Die Menschen machten ihm ehrfurchtsvoll Platz. Der Ucuriat wurde ohne die üblichen Kontrollen eingelassen und verschwand mit den Teilnehmern des Turniers hinter dem großen Stadttor.
Raffael starrte dem eigenartigen Mann hinterher und ihm wurde bewusst, dass er jemandem von großer Bedeutung gegenüber gestanden hatte.