Fanfic: Rache oder Freundschaft?

Untertitel: Sie hat es sich geschworen...

Kapitel: Allein im Feuer

Er vernahm ein leises Wimmern und folgte der Stimme durch das in Flammen stehende Haus. Kurz vor ihm krachte die Decke ein. Er hatte keine Zeit stehen zu bleiben und bog deshalb in den linken Eingang ab. Ihm kam alles so bekannt vor. Als wäre er schon tausend Mal hier entlang gelaufen. Doch er konnte sich nicht entsinnen, wann er das letzte Mal hier war. Ist es zu lange her? Oder ist es gar nicht passiert? Trotz nervender und verwirrender Gedanken lief er weiter, der Stimme immer näher kommend. Er stand vor einer geschlossenen Tür und betrachtete sie. Die Flammen traten immer dichter an ihn heran. Sollte er hineinlaufen, oder umkehren und sich in Sicherheit bringen? Vielleicht war diese Stimme nur eine Einbildung und wollten ihn in eine Falle locken! Aber er hörte sie ganz genau. Er musste nachsehen. Würde er erfahren, dass eine weitere unschuldige Person bei der Mission ums Leben gekommen sei, würde er sich das niemals verzeihen. Also ging er hinein!

Heiße Flammen schlugen vor ihm auf. Er hatte die Tür mit Gewalt eingetreten. Nun war alles still. Nur das Knistern des riesigen Feuers war zu hören. Es gefiel ihm nicht. Er war doch darauf reingefallen! Er wollte sich grade umdrehen und wieder loslaufen, als er plötzlich jemanden leise fragen hörte: "Papa...?" Er drehte sich um. Er sah niemanden. "Papa!", schrie das Wesen jetzt. Da war also doch jemand! Er ging weiter in die Flammen hinein. Ihm war klar, dass er sich nur noch weiter in Gefahr begab, doch diese Stimme ließ ihm keine Ruhe.

In einer Ecke zusammengekauert saß ein kleines Kind. Er ging langsam auf sie zu, doch blieb stehen, als er entdeckte, dass ein großer Blutfleck an der Wand war und auch ihr Kleid einige Spritzer hatte. Das konnte er sich nun wirklich nicht erklären. Was auch immer hier passiert war, sie hatte es miterlebt. Die Decke knarzte gefährlich und es krachte laut. Noch im letzten Moment konnte er das schreiende Mädchen davor bewahren, unter dem Holz begraben zu werden. Er sprang mit ihr aus dem Fenster und lief auf einen Karren zu. An diesem waren Hunde gespannt. Er sprang auf und trieb die Hunde an, weiterzulaufen. Diese sprinteten los. Das Mädchen wollte sich aus seinen Armen befreien, doch er hielt sie krampfhaft fest. Wahrscheinlich zu fest, denn kurz gab sie ein leises Wimmern von sich. Er ließ etwas lockerer und flüsterte: "Lass nicht los. Und hab keine Angst." Sie sah ihm in die vertraulichen Augen und legte ihre Arme um seinen Hals. Sie hatte Angst, aber wenn sie ihren Kopf in seinen Armen versank, war es nicht mehr ganz so schlimm. Sie bemerkte wie müde sie wurde.

Ein sanfte Hand streichelte ihre Wange und ließ sie langsam aufwachen. Sie blinzelte und schlug die Augen dann ganz auf. Schließlich erblickte sie das Gesicht des Mannes, der sie aus dem Feuer gerettet hatte. Sie setzte sich aufrecht und sah sich um. Dann sah sie ihn wieder an. "Wo... bin ich?", fragte sie langsam und leise, scheu aus den Augen blickend. "In Konoha, bei mir zuhause." Er stand vom Bett auf und ging aus dem Zimmer. Sie sah das als gute Gelegenheit, sich einmal umzusehen. Sie stand vorsichtig auf, um sicher zu gehen, dass er sie nicht hörte. Das erste, was ihr auffiel, war ein Teamfoto. Sie betrachtete die Personen lange.

"Bleib liegen, solange du noch nicht wieder gesund bist.", erklang seine Stimme hinter ihr. Sie drehte sich um und errötete ein wenig, bevor sie sich wieder ins Bett legte. Erst jetzt bemerkte sie, dass er ihr eine Tasse Tee hinhielt. Dankend nahm sie an und setzte zum Trinken an. Doch sie unterbrach, als sie einen wedelnden Schwanz hinter der Tür sah. Sie stellte die Tasse ab und sprang aus dem Bett. Langsam ging sie hin und tippte den Schwanz leicht an. Der Mann sah ihr verwundert zu. >>Ganz schön neugierig, die Kleine...<<, stellte er fest. Dann stieß das Tier die Tür beiseite udn sprang auf das Mädchen drauf. Der übergroße Hund schleckte fröhlich ihr Gesicht ab. Bei dem Anblick des lachenden Mädchens musste er selbst grinsen.