Fanfic: The Path

Bibliothek ganzjährig ohne jegliche Ausleihbeschränkung nutzen und bekomme eine Wohnung auf dem Campus zur Hälfte gestellt. Ummm, was noch... ah ja, ich kann an jeder beliebigen Exkursion teilnehmen, selbst wenn sie außerhalb meines Studienfaches liegt, sofern ich dadurch nicht bedenklich im Lernstoff zurückfalle.“

„Ganz kurz noch: Was verlangen sie dafür?“
„Nein, Tyson ich hol dir die Erbse nicht aus der Nase! Selbst Schuld!“, unterbrach Rays aufgebrachte Stimme das Gespräch und als Leylan erneut ansetzen wollte, brüllte Tyson: „Oh schnöde Welt, wo ist die wahre Freundschaft geblieben? Ey Max, wir sind doch Kumpels,ne?“
Max´s Antwort ging in lautem Gezanke unter, welches Leylan geübt ausblendete.
„Moment... ehm, ich muss dafür lediglich einwilligen, dass mein Name in den Chroniken der Universität erscheint und auch für Werbezwecke verwendet werden darf. Außerdem, das ist aber nicht zwingend erforderlich, soll ich die ein oder andere Schirmherrschaft für einen Club übernehmen. Was jedoch erwartet wird ist, dass ich mich in der Öffentlichkeit zu ´meiner´ Uni bekenne. Ich komm mir vor wie ein gratis Aushängeschild.“
Zweifelnd sah sie Tala an und wartete auf dessen, offensichtlich fachmännisches, Urteil. Prompt sagte er: „Wenn du wirklich studieren willst, dann ist das die richtige Uni.“
Überrascht hakte Leylan nach: „Ehm, Tala? Ein, zwei Worte der Erklärung wären nicht schlecht.“
„Ich erklär´s dir später, denn im Gegensatz zu dem Kindergarten hier, nehme ich meinen Job ernst und der fängt in einer halben Stunde an.“
Mit diesen Worten stellte er seinen Teller in die Spüle, warf dem sich immer noch zankenden Trio einen resignierten Blick zu und steuerte dann auf die Tür zu, als Leylan ihn zurück hielt.
„Was arbeitest du denn?“ Das Tala neben dem Beybladen noch Zeit und vor allem Lust für eine ehrliche Arbeit fand, kam ihr mehr als nur spanisch vor. Tala grinste breit und entblößte seine spitzen Eckzähne, die Daumen locker in den Hosentaschen.
„Ich bin Lehrer. Russisch als Hauptfach und Beybladen in der Theorie.“
Leylans Kinnlade kippte augenblicklich nach unten, purer Unglaube zeichnete sich in ihrem Gesicht ab. Tala, immer noch breit grinsend, salutierte leicht zum Abschied und zog sich dann pfeifend im Hausflur die Schuhe an. Für Leylan kam diese Information einem schlechten Witz gleich und so zog sie es vor, Tala weiterhin ungläubig hinterher zu starren.

Ray hatte sich mittlerweile aus Tysons Schwitzkasten befreien können und klappte Leylan lachend die Kinnlade wieder zu. Er tätschelte ihr kräftig den Kopf und bemerkte: „Vielleicht hörst du mich, wenn ja wollte ich nur eben Bescheid geben, dass ich jetzt zur Uni geh. Mein neuer Plan ist so vollgepackt, wundere mich wie ich die Vorlesungen alle schaffen soll. Grüß meinen rosahaarigen Dumbo von mir.“
Er rief den zankenden Jungs etwas Unverständliches zu und eilte dann lachend zur Tür hinaus, die rote Schultertasche in der Hand. Leylan schüttelte zweifelnd den Kopf; Tala und der Begriff Lehrer wollten sich vor ihrem geistigen Auge partout nicht zusammenfügen. Leylan konnte sich den, vor Ironie und Spott nur so triefenden, Russen äußerst schwer al Lehrer vorstellen, wobei er die nötige Geduld für diesen Beruf zweifellos besaß.
Jedoch mischte sich in Talas grenzenlose Geduld eine spürbare Note der Ironie, gewürzt mit einer kräftigen Priese Spott- als Schüler musste man sich von den eisblauen Augen Talas allzeit belächelt vorkommen. Auch Tala und die Theorie des Bladens fanden in Leylan zu keiner rechten Harmonie- zu lange schon, spielte Tala bei den ganz Großen mit, zu lange schon, wusste er wie gut er war, als dass er sein Wissen auf nüchterne Art und Weise an ´Unwissende´ weitergeben könnte. Leylan irrte sich mit dieser Ansicht der Dinge, jedoch gewaltig, konnte Tala überraschenderweise auch ohne eine ironische Betrachtung seines Gegenübers zeitweise leben. Denn schließlich bedeutete ´lehren´ Überlegenheit und das bildete bekanntlich ein Grundbaustein seines Wesens.

Mittlerweile hatte es Tyson doch noch geschafft Max dazu zu bringen, ihm bei der ´Bergung´ der Erbse zu assistieren, als sein Blick auf Leylan fiel, die sich, von dem ersten Schock erholend, gleich mit dem nächsten konfrontiert sah und mit einem leicht angeekelten Gesichtsausdruck die Jungs anstarrte.
Verlegen hob Tyson einen Arm hinter den Kopf und lachte lauter als notwendig: „Kennst uns doch... ehm, ja wie auch immer, die Pflicht ruft!“
Mit gerunzelter Stirn folgte Leylan Tyson, wie er sein Geschirr in die Spülmaschine räumte und fragte: „Welche Pflicht, Tyson?“
„Ja genau, welche Pflicht, Tyson?“, wiederholte Max und warf seinem langjährigen Freund einen gespielt erwartungsvollen Blick zu. Tyson tat seinerseits so, als wäre ihm die Frage schlichtweg ´entgangen´ und wollte sich zur Tür hinaus stibitzen.
„Hey Ty, wo willst du schon wieder hin? Du bist doch derjenige, der zu faul für alles ist- wie kannst du da ´Pflichten´ haben?“ Max war aufgestanden und räumte den Rest des Geschirres ab, seinen Freund nicht aus den Augen lassend. Leylan klatschte symbolisch Beifall und wartete darauf, wie Tysons ich nun aus der Affäre ziehen würde.
„Tala meinte... eigentlich hat er´s eher angeordnet, wir sollten uns mehr um die ´Bladebreakers Association Group´ kümmern und jaah, dahin wollte ich mich gerade aufmachen. Meinen Abschluss habe ich eh nur mit Ach und Krach bekommen, vielleicht auch weil ich den Prüfern Autogramme auf die Prüfungsbögen geschrieben hab... deshalb wird´s für die Uni wohl nicht reichen und ne´ komplette Ausbildung wär neben dem Bladen ja wohl zu viel verlangt. Bin halt der geborene Profisportler. Deshalb schau ich mal bei der „BAG“ vorbei- mal sehen was da so läuft.“
Und ohne den Kommentar seiner Teamkollegen abzuwarten, huschte er zur Tür hinaus. Max und Leylan sahen sich höchst verwundert an: Möglicherweise wurde Tyson so was wie ´vernünftig´.

Während Max sich selbst für seinen gelungenen Abschluss lobte und im Vorbeigehen Leylan zurief ´Da darf man ja wohl mal faulenzen´, machte sich die junge Frau erhebliche Gedanken bezüglich ihrer Zukunft. Bevor sie jedoch Pro und Contra eines Studentenlebens abzuwägen beginnen konnte, schwang plötzlich die Tür des Wohnzimmers auf und Kai trat ein, mit einem sichtlich zufriedenen Gesichtsausdruck. Mit lässigen Schritten durchquerte er die Küche, hob den Kopf und sein Blick fiel auf Leylan, welche immer noch zerstreut in der Tür stand. Kais Anwesenheit bewusst werdend stahl sich ein ironisches Lächeln auf ihr Gesicht und sie wollte zu eine neckenden Frage ansetzten, doch in dem Moment trat er wortlos an ihr vorbei, den Blick stur geradeaus gerichtet, sie mit eisiger Ignoranz strafend und stieg dann zügig die Treppe hoch. Verdattert streckte Leylan den Kopf in den Flur und sah dem eigensinnigen Halbrussen nach, sich ernsthaft fragend was denn nun schon wieder los sei.

>Dieser Kerl ist ein einziges Mysterium. Plötzlich ist er viel lockerer und spricht mit mir in zusammenhängenden Sätzen, fast schon als läge ihm was an unserer Freundschaft, und jetzt so was! Eigentlich müsste ich beleidigt sein, nachdem was er da beim Training abgezogen hat. Hmpf, Kai hat eine komische Auffassung von Freundschaft!<, dachte sie, rief ihr erhitztes Gemüt jedoch mahnend zur Ruhe- schließlich schien ihr die Hoffnung mit Kai eine gute Freundschaft aufbauen zu können, noch nicht endgültig verloren.

~Platz für diverse Kleinigkeiten:

*ADS- Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (Konzentrationsmangel)

Kurze Anmerkung: Falls sich jetzt jemand fragt, ob Tala nicht noch zu jung für den Beruf als Lehrer ist... ich denke nicht, dass es sonderlich schwer ist und eines langjährigen Studiums bedarf, um seine Muttersprache zu unterrichten und das, was man am besten kann zu erklären XD ~