Vergangenheit wird Gegenwart

könnte. „Vielen Dank“, lächelte sie Jack zu, welcher sich nun verabschiedete. Dann machte sich der Mann auf den Weg zu seiner Familie.
Danny blieb eine Weile stehen und sah auf Yami, der sich immer noch nicht bemüht hat, sich wieder umzudrehen. „Yami“, seinen Namen sprach sie schon bald flehend aus. Angesprochener rührte sich nicht. Langsam wandte sie sich ab und machte ein paar Schritte auf das Schiff zu, als sie wieder dieses Fauchen hörte. Sofort stand sie wie angewurzelt da. 'Der Panter', schoss es ihr durch den Kopf und sah das Tier schon auf sich zuspringen. Ihre Augen weiteten sich, als die schwarze Katze sie von den Füßen riss. Sie schrie auf, weshalb sich Yami umdrehte. Geschockt sah er zu, wie Danny wehrlos unter dem Tier lag. Jedoch nicht ganz wehrlos. Sie verwandelte sich und warf die Katze förmlich von sich herunter.
Ein Riss zog sich an ihrem rechten Oberarm entlang. „Verdammt“, knurrte sie leise und sah den Panter schon wieder verschwinden. „Danny!“, rief Yami, doch sie schnappte sich nur seine Hand. „Komm...sie wissen, dass ich den Stein suche“ Sie rannten zum Schiff und legten ab.
Die Sonne stand fast am höchsten Punkt, als Danielle das Rätsel erneut vorzog und noch einmal durchging. „Danny“, fragte Yami unsicher. „Dort wo Ra am Abend stirbt...das ist klar...der Stein ist auch klar...die Schlange haben wir gefunden...wir müssten ihn eigentlich sehen können“ Yami verstand immer noch nicht, fragte aber nicht nach. „Ein Obelisk auf der westlichen Seite des Nils“, murmelte sie leise und starrte in besagte Himmelsrichtung. Langsam begriff nun Yami, was mit den ersten Sätzen gemeint war. 'Natürlich...dort wo Ra am Abend stirbt ist der Westen und der Stein ist ein Obelisk...und die Schlange ist der Nil...' „Da“, rief Danny plötzlich und zeigte auf einen Obelisken, der versteckt zwischen den Sträuchern am Ufer des Nils stand.
Das Schiff legte am Ufer an und schnell sprang das Mädchen von Bord. Nur wenige Sekunden später stand sie vor eben diesem Stein. „Es ist Mittag...aber wo ist das Licht?“, fragte Danny leicht panisch und nahm den Obelisken nochmals unter die Lupe. „Was..? aber der hat ja eine goldene Spitze....sie ist nur verdeckt“, stellte sie fest. Sofort wurde er von den beiden sauber gemacht und nun spiegelte die Spitze das Sonnenlicht in direkt eine Richtung. Der Lichtstrahl zeigte in den Osten. „Komm“, murmelte sie und rief wieder Boreas. Beide sprangen auf die Stute und wieder einmal sprang Boreas mit ausgestreckten Flügeln vom Boden ab.
Die Zeit lief ihnen davon und im letzten Moment, bevor der Lichtstrahl verblasst war, kamen sie an ein großes Tor an, das in eine Felswand gehauen war. In dieser waren zwei Handabdrücke eingelassen. Danielle musterte die Tür und bemerkte, dass die Abdrücke genau zu ihren Händen passten. Sie legte die Hände in die Vertiefungen und drückte gegen die Tür. Krachen flog diese auf. Im Innern war es stockdunkel. Schnell erschuf Danny eine kleine Feuerkugel, die Licht spendete. Die Wände waren verziehrt mit Malereien aus einer anderen Zeit. „Wow“, entkam es Yami und die schwarzhaarige lächelte. Beide liefen den Gang entlang, bis plötzlich unter ihren Füßen etwas klickte. Sofort standen beide wie angewurzelt da. Die Tür fiel zu und es war totenstill. „Eine Falle“, zischte Danny und sah sich um. Sie hatte eine Vorahnung, dass die Falle noch mehr beinhaltete, als nur das Zufallen einer Tür. Und wirklich, von der Tür aus schossen unerwartet spitze Pfeile auf sie zu. Danielle erkannte sie Gefahr rechtzeitiger als der Pharao und zog ihn auf die Erde. Die Pfeile krachten gegen die gegenüberliegende Wand.
„Danke“, murmelte Yami leise. „Als ob ich dich hätte stehen gelassen“, murrte sie und ging auf die Tür zu, an welche die Pfeile gekracht waren. Diese öffnete sich von allein. Beide staunten nicht schlecht, als sie die ganzen Schätze sahen, die sich in dem Raum verbargen. „Unglaublich“, meinte Yami, doch Danny interessierte sich weniger für die Schätze als für den den Stein, der auf einer Art Altar lag. Er war durchsichtig und schien jeden Moment zu zerbrechen. Sofort stand sie an der Erhebung und nahm den Stein in die Hand. „Sieh mal“, kam es von Yami und er wollte eine Kette aufheben. Doch Danny hielt ihn auf: „Nicht! Außer dem Stein darf hier nichts berührt werden....wir würden sonst verschüttet werden!“ Sofort zog der bunthaarige die Hände weg und musterte misstrauisch die ganzen anderen Schätze. „Die Alten Ägypter mochten Fallen...du findest überall welche...“, kicherte Danny und hielt den Stein der Orion bewundernd in der Hand.
Plötzlich krachte es und in der Tür standen zwei Fremde. „Hände hoch!“, rief einer der beiden und hielt eine Pistole direkt auf Dannys Herz gerichtet. Wie befohlen hoben beide ihre Hände. Yami sah unsicher zu Danny und diese wusste, was die beiden fremden Männer wollten. 'Scheiße, wenn sie das Ding hier plündern, sind wir beide dran...', schoss es ihr durch den Kopf. Auch Yami schien ähnliches zu denken, denn er schaute sie leicht ängstlich an.
„Los....schnapp dir, was du tragen kannst und lass uns verschwinden!“, zischte der größere der beiden Männer. „Moment!“, warf Danny dazwischen. „Ihr müsst vorher...einen Hebel finden, der alle Fallen unschädlich macht“, dichtete sie sich zusammen. Yami merkte sofort, dass sie nicht die Wahrheit sagte. „Ja genau“, fügte er schnell hinzu und nickte. „Ach und wo soll dieser Hebel sein?“, knurrte einer der Männer. „Dort hinten....man kann ihn jedoch nur zu zweit auslösen“, meinte sie und zeigte auf die enfernteste Ecke. Innerlich hoffte sie, dass die beiden dumm genug waren, um selbst hinzugehen. Und wirklich, die beiden gingen zur gezeigten Stelle und suchten nach dem 'Hebel'. Sofort schnappte sich Danny Yamis Hand und lief mit ihm durch den Raum. Sie warf im Vorbeilaufen eine der Statuen um, welche den Mechanismus auslöste und den Raum in sich zusammenstürzen ließ. Doch nicht nur dieser Raum, auch die Eingangshalle stürtzte in sich zusammen.
Die beiden schafften es im letzten Moment, bevor ein riesiger Steinklotz den Ausgang versperrte. Unsicher sah sich Danielle um. Sie begann sich zu freuen, während Yami ein ernstes Gesicht machte. „Aber Danny...der Stein“, sagte er und sah auf ihre Hände, die leer waren. Danny begann zu kichern und zog aus ihrem Verband um ihren Arm den Stein. „Ich hab ihn schnell versteckt, als die beiden reingekommen sind“, grinste sie und nahm Yamis Hand. „Komm....morgen geht schließlich das Turnier los“ „Ach das war ja auch noch“, murmelte Yami und beide ritten wieder zurück zum Schiff.