Bianyang
Kapitel 2
Wie es zu all diesem kam wusste er nicht und nachfragen wollte bzw. konnte er nicht. Er saß in einem Raum. Anscheinend im Keller, denn nur kurz unter der Decke war ein kleines Fenster angebracht durch welches etwas Licht trat. Der Raum war kahl. Die Wände grau, eine ausgefranste Matratze lag auf dem Boden auf welcher er anscheinend schlafen sollte. Aufgewacht ist er nicht auf ihr, sondern in einer der Ecken, neben ihm war ein Waschbecken und ein kleiner Kübel, welcher wohl als Klo dienen sollte. Wo um alles in der Welt war er? Er schaute sich weiter um. Träumte er vielleicht nur? Ein kurzes Kneifen bewies ihm, dass er nicht schlief. Er schaute an sich runter. Er hatte eine weiße Boxershorts und das dazu passende Shirt an. War er gefangen genommen worden? Aber von wem? Wer hätte einen Grund dazu gehabt? Er verstand nicht. Gerade eben noch hatte er in seinem Bett gelegen und im nächsten Augenblick, er hatte nur einmal kurz die Augen geschlossen, war er hier. Keine Gitter vor dem Fenster. Also kein Gefängnis? Oder ging man davon aus, dass er nicht dort hoch kam? Langsam stand er auf. Seine Beine zitterten und die Hände konnte er ebenso nicht unter Kontrolle halten. Als er sich komplett aufgerichtet hatte schaute er sich noch einmal im Raum um. Alles wirkte nun zwar kleiner, aber um keinen Deut angenehmer. Er schritt langsam zur Tür hinüber und legte seine zittrige Hand auf den Türgriff. Er zerrte an ihr, doch die Tür bewegte sich kein Stück. Auch mit Drücken kam er nicht weiter und so fing er an gegen die Tür, welche aus Stahl bestand, zu hämmern und zu treten. Er versuchte zu schreien, bevorzugt nach Hilfe. Doch als er den Mund aufmachte bekam er keinen Ton heraus und jetzt fiel ihm auch auf, dass das Schlucken nicht gerade sehr angenehm war. Vorsichtig tastete er an seinem Hals entlang doch konnte die Quelle nicht finden.
Nicht weit entfernt im selben Gang lag ein weiteres Zimmer. Dieses war ebenso komplett in Grau gehalten. Anders als im Zimmer davor befand sich in diesem weder ein Waschbecken noch ein Kübel, um sich zu entlasten. Lediglich eine alte Matratze lag auf dem Boden und auf dieser schlief eine weiße Gestalt. Seltsame dunkle Flecken zierten seine Arme und die Wangenknochen blitzten durch die bleiche Haut. Auch einige Rippenknochen waren zu sehen, die Lippen leicht bläulich angelaufen und unter den geschlossenen Augenlidern lagen unnatürliche Rötungen. Die Augen waren geschlossen und die Atemgeräusche wären wohl sogar in den Gängen zu hören, wenn die Tür offen gewesen wäre. Doch auch hier verschloss eine schwere Stahltür den Raum und ein wenig Licht drang durch das kleine Fenster unter der Decke in den Raum. Nach einigen Minuten schien die weiße Gestalt mit dem kränklichen Aussehen aufzuwachen und Schweiß ran an seiner Stirn herunter. Seine Hände zitterten bei dem Versuch sich etwas Schweiß wegzuwischen und auch das Augenöffnen fiel ihm sichtlich schwer. Was er hatte konnte er nicht sagen und auch wo er war wusste er nicht. Mit müdem Blick schaute er sich liegend im Raum um und versucht nach kurzem Zögern sich etwas aufzusetzen. Er spürte einen stechenden Schmerz an seinem Rücken und verzog ruckartig das Gesicht. Er musste die Zähne zusammenbeißen, um nicht laut loszuschreien. Wo war er? Als er sich einigermaßen beruhigt hatte und die Schmerzen langsam erträglich wurden schaute er sich aufs Neue im Raum um. Er konnte sich nicht daran erinnern hier schon einmal gewesen zu sein und am Vortag war er auch ganz woanders. Gerade eben saß er noch auf einem gemütlichen Felsen in der Hölle und schaute Zarbon und Radditz zu, wie sie sich die Schädel einkloppten und nun war er hier. Wie war das möglich? Ans Aufstehen wollte er gar nicht denken. Seine Gliedmaßen fühlten sich merkwürdig taub an und auch sein Schädel dröhnte, als ob man mit einem Hammer draufhauen würde. Leise stöhnend legte er sich wieder hin und schloss die Augen. Vielleicht war das ganze einfach nur ein Albtraum?
„Experiment eins und zwei sind geglückt, Meister. Wie sollen wir weiter fortfahren?“ Die dunkle Gestalt, welche vor einem riesigen Bildschirm stand und die beiden Versuchskaninchen beobachtete hob kurz die Hand, damit der andere stillschwieg. „Wir warten noch ein wenig, dann können wir mit Phase zwei beginnen. Die beiden sollen sich der Situation erstmal bewusst werden.“ Er grinste kurz und drehte sich zu dem anderen um. „Die beiden sollen schließlich leiden! Für all das, was sie den Völkern des Universums angetan haben!“ Die Gestalt ging den dunklen Raum entlang, nur die roten Augen der Person waren zu sehen. Eine große Tür am anderen Ende des Raumes öffnete sich. „Es wird Zeit, dass wir den dritten dazu holen.“, verkündete er noch kurz bevor er die Tür hinter such schloss. Die Wache verbeugte sich noch kurz und blickte zu den Bildschirmen. Er kannte die beiden nicht und wollte es ehrlich gesagt auch niemals. Was er von seinem Meister hört hatte ihm gereicht, um beide hier her zu bringen. Von dem einen wusste er, dass er mittlerweile ein Kind hatte, doch das scherte ihn nicht einen Dreck. Der andere war allein. Zumindest war nichts anderes von ihm bekannt. Die Wache verzog sich ebenso aus dem Raum und machte sich auf den Weg auch den dritten zu holen, den sein Meister gefordert hatte. Er hörte auf den Namen Bardock. Anders als bei den anderen beiden sollte dieser jedoch nicht körperlich gequält werden, sonder psychisch. Wie das sein Meister anstellen wollte wusste die Wachen nicht und wollte sich das auch gar nicht erst ausmalen. Er erledigte schließlich nur die Drecksarbeit und brachte die Opfer hier her.