Bianyang
Kapitel 3
Bulma lief in ihrem Schlafzimmer auf und ab. Es konnte doch nicht sein, dass Vegeta einfach so weg war! Wo war er hin? Sie kannte den stolzen Krieger mittlerweile gut. Er würde nicht einfach so abhauen ohne auch nur ein Wort zu sagen. Was war bloß mit ihm geschehen?
Sie hatte noch in ihrem Labor gearbeitet, um sich ein wenig abzulenken. Als sie dann am späten Abend ins Schlafzimmer kam und sich schlafen legen wollte war Vegeta nicht im Bett. Er hatte sich doch am Mittag hingelegt, weil es ihm, wie seit Tagen, nicht gut ging. Seit diesem Augenblick hatte sie ihn nicht mehr im Haus gesehen. Sie wusste, dass sie lieber mal ab und an nach ihm hätte sehen sollen. Und das bereitete ihr nun Kopfschmerzen. Sie wollte ihn doch nicht stören.
Son Goku hatte sie vor wenigen Augenblicken angerufen und er hatte ihr versichert, dass er in wenigen Minuten bei ihr in der C.C. Ankommen würde. Am Telefon versuchte er sie schon zu beruhigen. Er konnte sich auch nicht vorstellen, dass Vegeta einfach so gegangen ist. Da musste etwas passiert sein. Aber wer würde die Gruppe Z jetzt wieder angreifen? Oder war es gar kein Angriff? Vielleicht hatte sich Vegeta einfach nur zurückgezogen. Bei ihm konnte man das ja nie so genau wissen. Vielleicht ist er einfach nur in die Wüste geflogen und würde am nächsten Morgen wieder vor der Tür stehen. Aber auch dann hätte er Bulma Bescheid gesagt. Das hatte er immer getan, seitdem die beiden so etwas wie ein Paar waren.
Er hatte sich gerade eben aus seinem Haus begeben und seiner Frau einen kurzen Kuss auf die Wange gedrückt. Er hatte ein wirklich ungutes Gefühl bei der ganzen Sache. Vegeta würde nicht einfach so verschwinden. Das war mittlerweile einfach nicht mehr seine Art. Früher hätte er einfach so über Nacht die Taschen gepackt und wäre abgedampft, aber nicht zu dieser Zeit. Sicher, Vegeta war in letzter Zeit leicht depressiv gewesen, aber Son Goku schätzte ihn nicht so ein, dass der Prinz der Saiyajin eine Dummheit begehen würde und sich noch einmal ins Jenseits befördern würde. Zumindest hoffte er dies, denn er war mittlerweile für den stärksten Mann des Universums ein Freund und Gefährte. Er wollte nicht mehr auf ihn verzichten. Im Kampf gegen Bedrohungen war Vegeta unentbehrlich. Er hatte seine Fehler, dass war klar. Jedoch musste man sich darüber im klaren sein, dass er sein ganzes Leben lang seine Gefühle und Wünsche unterdrücken musste und unter dem Kommando eines Tyrannen stand, der auch noch seinen Heimatplaneten, sowie das ganze Volk ausgelöscht hatte. Vegeta und er waren die einzigen reinrassigen Saiyajins, die es wahrscheinlich im gesamten Universum noch gab. Diese Vorstellung bedrückte Vegeta, das konnte man spüren sobald man in seine tiefen schwarzen Augen blickte.
Als Son Goku an der Capsule Corp. ankam stand Bulma bereits vor der Eingangstür und lief eilig auf ihn zu. Er nahm seine beste Freundin tröstend in die Arme und streichelt sanft ihren Rücken. „Wir werden Vegeta schon finden. Keine Sorge.“ Doch ihr tiefes Schluchzen durchdrang seinen ganzen muskulösen Körper und ihm wurde klar, dass er mit Worten bei der blauhaarigen Frau nichts ausrichten konnte. Taten mussten her. Doch wie um alles in der Welt sollte er Vegeta finden? Wenn Son Goku Bulma richtig verstanden hatte war er ohne ein Wort gegangen. Es gab weder einen Zettel, noch einen Brief oder sonstiges.
Langsam wurde die weiße Gestalt im grauen Raum wach. Mit noch leicht geschlossenen Augen blickte sie aus roten Augen umher. Aus einem verschwommenen Blick konnte er erkennen, dass der Raum recht klein war.
Er fühlte sich schlapp, konnte sich nicht bewegen und hatte Mühe die Augen offenzuhalten. Sein rechter Arm tat schrecklich weh und er hatte das Gefühl innerlich zu brennen. Sein Kopf dröhnte, als hätte er am Vortag fünf Flaschen Wein getrunken. Er versuchte seine Arme zu heben, doch es gelang ihm nicht – stattdessen spürte er einen stechenden Schmerz in den Gelenken.
Unmittelbar nachdem im zweiten Raum die weiße Gestalt erwachte wurde es im ersten immer stiller. Damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Sollte das denn überhaupt wahr sein? Vielleicht doch nur ein Traum? Aber alles schien viel zu real, als das es nur eingebildet sein könnte. Langsam lies er die Finger wieder über seine Kehle gleiten. Er spürte ganz genau, dass ein bestimmter Teil seines Körpers fehlte. Er könnte nicht mehr sprechen und auch das Schlucken fiel ihm schwer, doch seine Zunge war noch da. Also konnten es einfach nur die Stimmbänder sein. Aber wer wäre so grausam und würde ihm die Stimmbänder herausnehmen? Und vor allem wann sollte das geschehen sein? Doch nicht nur die Bänder fehlten. Seine Kräfte waren verschwunden. Seine geliebte Kampfkraft war einfach weg.
Wieder schaute er sich in dem grauen Raum um. Es gab weder Lücken, noch Ritze, alles war glatt. Er versuchte sich gerade mit seinem Schicksal abzufinden, als er plötzlich eine Stimme hörte.