Bianyang
Kapitel 4
Das leise Stöhnen des Kriegers machte die Wache langsam wahnsinnig. Schon seit einer Stunde schleppte er den zu groß geratenen Affen mit such herum, um endlich den Raum zu finden in den er ihn einschließen sollte. Sein Meister war währenddessen nicht anwesend. Er sagte er müsse noch die entsprechenden Vorkehrungen treffen. Für ihn war das bloß eine moderne Art sich aus dem Staub zu machen. Das Zimmer lag am entlegensten Ort der unterirdischen Katakomben und um dorthin zu gelangen hatte man einen ordentlichen Fußmarsch vor sich. Jovo, die Wache, verfluchte die Entscheidung den Affen nicht auf eine Schubkarre gelegt zu haben nun sehr. Er spürte seine Schulter schon nicht mehr und seine Beine würden auch nicht mehr lange mitmachen. Solche Anstrengungen war er nicht gewohnt. Er war zwar eine Wache, jedoch eher auf Butlerebene. Das er sich für diese Arbeit auch noch freiwillig gemeldet hatte war für ihn nun die dümmste Entscheidung seines Lebens. Gut, am Anfang hatte sich alles prima angehört: Gute Arbeitszeiten, ein Lager zum nächtigen, Kleidung wurde gestellt, das Essen schmeckte auch gut und die Bezahlung war nicht ohne. Wer würde da also nicht sofort zuschlagen? Das diese Arbeit aber mit körperlicher Anstrengung zu tun hatte wurde natürlich verschwiegen. Wäre ja auch Quatsch so etwas zu erwähnen. Wenigstens musste er nicht putzen – noch nicht.
Bulma versuchte sich langsam zu beruhigen, während Son Goku gründlich das Schlafzimmer der beiden untersuchte. Keine Spur von Vegeta. Seine Kleidung war noch an Ort und Stelle und man konnte sogar noch die Vertiefungen im Bett sehen, dort wo er gelegen hatte. Son Goku war ratlos. Anscheinend ist er noch nicht sehr lange weg, jedoch hätte er Bulma Bescheid gegeben – und das hatte er nicht. Da konnte also etwas nicht stimmen. Doch wo war er? „Ich hole die anderen. Zusammen können wir alles schneller absuchen. Wir finden ihn, mach dir da mal keine Sorgen Bulma.“ Doch die Erfinderin machte sich Sorgen. Vegeta war in letzter Zeit so eigenartig und Bulma dachte ernsthaft daran, dass er sich etwas angetan haben könnte. Zu dem kam noch, dass sie schwanger war. Sie hatte es Vegeta noch nicht gesagt, denn sie hatte das Gefühl er würde sich darüber nicht freuen oder es erst gar nicht zur Kenntnis nehmen. Trunks wusste es auch noch nicht, nur ihre Eltern waren eingeweiht. „Und wenn ihr ihn nicht findet? Was dann??“ Bulma brach wieder in Tränen aus. Sie legte die Hände vor ihr Gesicht und sackt in sich zusammen. Das war einfach zu viel für sie. Son Goku nahm sie in den Arm, streichelte behutsam über ihren Rücken und redete auf sie ein: „Jetzt denk nicht an so etwas. Er wird schon irgendwo sein.“ Doch irgendwie hatte selbst Son Goku bei der ganzen Sache ein verdammt schlechtes Gefühl.
Der Meister blickte vergnügt auf die Bildschirme und schaute dem Saiyajin bei seinen verzweifelten Fluchtversuchen zu. Er hatte den Ernst der Lage wohl schon begriffen, jedoch schien er nicht zu verstehen, was ihm denn genau fehlte. „Armer kleiner Prinz.“,grinste die dunkle Gestalt und hätte am liebsten laut los gelacht.
Die weiße Gestalt hatte es in der Zwischenzeit geschafft sich aufzusetzen. Keuchend betrachtete er seinen Raum genauer, doch die verschwommene Sicht machte das nicht gerade leicht. Wo war er? Und wie war er hier gelandet? War das alles doch bloß ein Traum und jeden Augenblick würde er in seinen Gemächern wieder aufwachen? Schließlich war er eigentlich tot und man hatte ihm auch versprochen, dass er keine Schmerzen mehr spüren könnte; doch dem war ja anscheinend nicht so. Sein Kopf tat höllisch weh und die Gliedmaßen wagte er nicht noch einmal zu bewegen. Was hatte er? Er untersuchte seine Arme. Er sah einen Einstich im linken Oberarm. Hatte man ihm etwa Drogen verabreicht? Dann würde er sich jetzt nicht so fühlen, das wusste er. Also musste es etwas anderes sein. Doch was?
Der kleine Wache trottete zurück zu seinem Meister und überbrachte die Nachricht, dass er den Krieger in sein Zimmer gebracht hatte. „Was habt ihr denn nun mit ihm vor?“ Der Meister wandte sich zu ihm. „Lass dich überraschen.“, sagte er nur und blickte wieder zu den Bildschirmen. Auch die Wache warf einen Blick auf diese. „Dieses weiße Ding. Wie heißt er? Oder sie?“ Der Meister fing nur an zu grinsen und in de Dunkelheit wirkten seine weiß aufblitzenden Beißer furchterregender, als sie eigentlich waren. „Das mein Lieber, war mal ein gefährlicher Tyrann. Er hat zahllose Völker ausgerottet. Und nun schau ihn dir an, wie hilflos er da liegt und nicht weiß, was sich in seinem Körper gerade abspielt.“ Die Wache stutzte. Ein Tyrann? Der? Der sieht doch richtig kuschelig aus, dachte er sich nur, wollte aber keine weiteren Fragen stellen.