Bianyang

Kapitel 5

Vegeta wusste nicht wie im geschah. Warum zum Teufel war er hier? Und warum hatte er keine Zunge mehr?! Wer konnte ihm so etwas antun? Er saß nun dort auf der Matratze und hatte das Gesicht in seinen Händen vergraben. Er weinte nicht, da er nicht traurig oder verzweifelt war. Nein, er fühlte rein gar nichts. Wie schon die Tage davor umgab ihn eine Aura der absoluten Gleichgültigkeit. Er hatte sich wohl mit dem ganzen Dilemma abgefunden und versuchte nun die Zeit tot zu schlagen. Ob jemand vorbei kommen würde um ihm den Gnadenstoß zu verpassen? Oder würde sich derjenige zu erkennen geben, der für das ganze verantwortlich war?

Jovo schaute auf die Bildschirme. Der Meister war losgezogen um Bardock einen Besuch abzustatten und die kleine Wache war nun allein. Dieser Saiyajin auf dem Bildschirm kam ihm merkwürdig vertraut vor und als er seinen Namen erfuhr wusste er auch gleich woher. Er war der Sohn des alten Königs Vegeta vom Planeten Vegeta-sei. Das ihm das nicht gleich auffiel war ihm peinlich, schließlich hatte er viel über diese Kriegerrasse gelesen.

Son Goku hatte die gesamte Gruppe Z zusammengerufen und sie über die Ereignisse aufgeklärt. Bulma saß die ganze Zeit über weinend am Tisch und hatte das Gesicht in den Händen versteckt. Son Gohan versuchte sie zu trösten: „Wir werden Vegeta finden.“ Doch wo er war konnte keiner sagen. Niemand hatte ihn gesehen oder eine auffällige Veränderung seiner Aura gespürt. Im Gegenteil sogar, sie war seit einigen Tagen erloschen. Er hatte sich das Geschehene wirklich zu Herzen genommen. Es war keinesfalls seine Art einfach zu verschwinden, jedenfalls nicht mehr. Früher wäre er einfach abgehauen, wenn er mit einem Problem zu kämpfen hatte. Doch seitdem er seine Familie zu lieben gelernt hatte konnte er sie nicht mehr alleine lassen.
Son Goku kam zu dem Entschluss, dass Vegeta wohl am ehesten unfreiwillig irgendwohin gebracht wurde. Jetzt mussten sie nur noch herausfinden wo er war und warum man ausgerechnet ihn mitgenommen hatte und nicht beispielsweise Son Goku. Son Gohan betrachtete die ganze Sache logisch: „Nur. Wahrscheinlich hat man Vegeta mitgenommen, weil er im Moment der verletzlichste von uns alles ist. Er wäre wohl nicht einmal in der Lage sich zu wehren.“
Bulma musste tief schluchzen. Wieso musste sowas ausgerechnet jetzt passieren. Sie hatte doch nun wirklich schon genug damit zu tun Vegeta wieder aufzupäppeln, was gar nicht einfach war. Die tiefe Enttäuschung über sich selbst saß in seinem Herzen fest. Son Goku schüttelte leicht den Kopf. „Wie sollen wir also weiter vorgehen? Wir können schlecht den gesamten Planeten nach ihm absuchen. Schließlich spüren wir noch nicht einmal den Ansatz seiner Aura.“ Piccolo wollte sich gar nicht ausmalen, was das alles zu bedeuten haben könnte. Vielleicht war Vegeta sogar schon tot. „Vielleicht ist er auch gar nicht mehr auf der Erde und wir können seine Aura deswegen nicht spüren.“, gab der Namekianer zu bedenken. „Allerdings habe ich aber auch keine fremde Aura in den letzten Tagen gespürt, die irgendwie verdächtig gewesen wäre.“ Son Goku stimmte mit einem Nicken Piccolo zu. „Da muss ich dir Recht geben. Mir ist auch nichts aufgefallen.“ Nun ergriff auch endlich Bulma das Wort: „Aber das muss doch gar nichts heißen. Als Spopowitsch und Yamuh auf de Turnier gekämpft haben ist uns auch erst nichts aufgefallen.“ Gohan musste stutzen: „Du willst also sagen, dass es auch jemand sein könnte, dessen Aura uns bekannt ist?“ Bulma nickte: „Es wäre doch möglich, oder?“ Goku setzte sich nun neben sie an den Tisch. „Dann lasst uns mal überlegen. Freezer ist tot, Cell und Boo ebenso.“ „Jedenfalls denken wir das, Vater.“ Son Gohan hatte Recht. Die Gruppe hatte Freezer auch zuerst für tot gehalten und dann tauchte mit seinem Vater auf der Erde auf. „Aber wer von denen könnte noch am Leben sein? Freezer wurde von dem damaligen Trunks pulverisiert. Genau wie Cell und Boo auch. Sie alle waren nur noch Staub.“ Piccolo schaute auf. „Das ist es doch! Babidi sagte doch einmal, dass sich Boo selbst aus Staub noch regenerieren könne.“ Yamchu schüttelte misstrauisch den Kopf. „Ich glaube nicht, dass er dahinter steckt. Er war zwar wahnsinnig stark, aber auch dumm. Er würde doch niemals auf die Idee kommen einen von uns zu entführen.“ Seufzend stand Bulma auf. „Wenn ihr mich kurz entschuldigen würdet.“ Ymachu betrachtete seine Exfreundin. „Soll einer von uns dich begleiten?“ Bulma schüttelte verneinend den Kopf und verließ die Küche. Goku seufzte: „Also ich muss Yamchu zustimmen. Boo wäre dazu nicht imstande.“

Während die Krieger diskutierten, was sie als nächstes machen sollten und wer wohl dahinter stecken könnte musste sich Bulma für einen Moment im Wohnzimmer auf die Couch legen. Sie legte eine Hand auf ihren Bauch und schaute an die Decke. Sie wusste nicht, ob sie nun weinen oder wütend irgendetwas kaputt machen sollte. Sie wünschte sich schon vor einer Woche mit ihm über dieses eine Thema gesprochen zu haben auch wenn Vegeta im Moment nicht gerade in der Verfassung wäre und sich wahrscheinlich auch nicht gefreut hätte. Aber jetzt war er weg und Bulma machte sich ernsthafte Sorgen, dass er vielleicht nicht mehr zurückkommen würde. Sie war sich immer der Gefahr bewusst. Schließlich war Vegeta ein Krieger. Aber er hatte auch eine Frau und einen Sohn, und bald sogar eine kleine Tochter. Sie wollte es ihm so oft sagen, doch immer hatte sie die Befürchtung Vegeta würde mit diesem zusätzlichen Druck nicht klar kommen.
Die anderen wussten auch noch nicht, dass sie schwanger war. Nur ihre Mutter wusste es und sie schwieg still, da auch sie natürlich merkte, dass Vegeta an sich zweifelte.
Bulma schloss die Augen. Sie wollte unter keinen Umständen, dass ihre Tochter ohne einen Vater aufwachsen musste.

Jovo hatte sich informiert, während sein Meister mit Bardock beschäftigt war. Der angebliche Tyrann in Zimmer zwei hörte auf den Namen Freezer. Er meinte diesen Namen schon einmal gehört zu haben, aber genau erinnern konnte er sich nicht. Was er aber über diesen Ice-JIn gelesen hatte wollte er nicht zu spüren bekommen. Es hieß er sein ein grausamer Tyrann gewesen, der ohne Skrupel Völker ausgerottet hatte. Wenn sich Jovo diese weiße Gestalt ansah konnte er trotzdem nicht recht glauben, dass der so gefährlich sein sollte. Er saß dort an der Wand gelehnt und starrte in den Raum. Seit fast einer halben Stunde hatte er sich nicht mehr bewegt. Noch nicht einmal ein Blinzeln konnte Jovo sehen. Vielleicht war er schon tot? Eigentlich war er das ja auch. Aber Jovos Meister hatte es irgendwie geschafft diejenigen wieder lebendig zu machen an denen er sich rächen wollte. Vegeta musste er nicht wiederbeleben. Der lebte schließlich noch. Aber dieser Freezer sah tot aus. Er sah vorher ja schon komisch aus mit seiner schneeweißen haut und den roten Augen. Jovo fragte sich wohl zum hundertsten Mal, warum sich sein Meister ausgerechnet an denen rächen wollte.