Shinee Luzifer
war ruhig und irgendwie beruhigend. „Hm...“, machte ich nur und sah ein paar Schülern hinterher, die an mir vorbeistürmten. „Wartest du auf jemanden?“, kam es prompt aus mir heraus. Luzifer antwortete nicht kramte ein Buch heraus und begann zu lesen. Eigentlich eine Frechheit, aber irgendwie war ich ihr nicht böse. Ich war auch nicht enttäuscht. Ich war eher – neutral. Also, wandte ich mich von ihr ab und lief direkt Key und den Anderen in die Arme. Er musterte mich kurz, ließ mich dann an ihm und seiner Gruppe vorbei, schritt weiter, warf Luzifer ein paar giftige Blicke zu und verschwand dann mit seinen Kumpanen in der nächstbesten Seitenstraße.
Auch ich machte mich schließlich auf den Heimweg, nahm meinen Bus, stieg um in die U-Bahn, in der ein paar Jugendliche herumschrieen und sich gegenseitig aufzogen, huschte schnell durch die Gassen, kramte meinen Schlüssel aus meiner Tasche und schloss die Tür auf. Papa war wie üblich nicht da – holte wohl einen seiner Klienten ab. Ich trabte in die Küche, machte mir einen Tee und verkrümelte mich ins Wohnzimmer. Ich chattete. Meistens mit Key. Natürlich wusste er nicht, dass ich es war, mit dem er schrieb. Im Chat war ich vollkommen anders – selbstbewusster und vorlauter. Ich schrieb seit etwa drei Monaten mit ihm. Aber eher unregelmäßig. Dadurch hatte ich zum Beispiel erfahren, dass er und die anderen drei Parkour machten. Aber heute war er nicht online. Ich seufzte. Ich war mal in ihn verknallt gewesen – nun, zumindest hatte ich dass gedacht, aber inzwischen war ich mir sicher, dass ich es nie gewesen war.