Ninja wider Willen
Ein Besuch mit wichtigen Informationen
Kapitel 4
Nach der Schule wartete ich am Auto auf Kakashi. Wie immer kam er verspätet: „Tut mir leid, wartest du schon lange?“ „Ach Quatsch, nur eine halbe Stunde...“ Kakashi guckte verlegen und stieg ins Auto. Ich machte das gleiche. „Beim nächsten mal, will ich die Autoschlüssel, dann muss ich wenigstens die ganze Zeit hier draußen rumstehen.“, sagte ich. „Und wie war dein erster Tag?“ Kakashi fuhr los. „Es ging schon.“, antwortete ich. „Hast du vielleicht schon einen netten Jungen im Blick?“ Kakashi grinste, die Augen auf die Straße gerichtet. „Wie kommst du darauf?“, fragte ich misstrauisch. „Ich hab dich heute in der Nestschaukel gesehen.“ Sein Grinsen wurde breiter. „Das hat gar nichts zu bedeuten.“, verteidigte ich mich. „Und warum wirst du dann so rot?“ Kakashi sah mich von der Seite an. „Ich bin nicht rot!“, schrie ich beleidigt. „Außerdem ist das meine Sache.“ Ich fummelte mein Handy aus der Hosentasche und begann Itachi eine Nachricht zu schreiben: „Hey, hier ist Caro. Vielleicht kannst du dich ja irgendwann mal bei mir melden, meine Nummer hast du ja jetzt. :D“ Abgeschickt. Oh je... „Was würdest du machen, wenn du in meinem Alter jemanden kennenlernst, der ungefähr so alt ist wie du?“, fragte ich Kakashi. „Ich würde die Finger von ihm lassen!“ Kakashi sah mich aus dem Augenwinkel an. „Das war eine rein hypothetische Frage.“, sagte ich. „Trotzdem.“, antwortete er hartnäckig. Ich rutschte weiter in den Sitz des Autos hinein und guckte missmutig aus dem Fenster. „So, wir sind da.“ Kakashi stieg aus dem Wagen und ging ins Haus. Ich ging ihm hinterher. „Ich geh in mein Zimmer.“ Kakashi antwortete nicht, ich war mir nicht mal sicher, ob er das mitbekam, aber egal. In meinem Zimmer, setzte ich mich an den Schreibtisch und schaltete den Laptop ein. Es dauerte ein wenig, bis er zum leben erwachte und sich auf dem Bildschirm endlich etwas zeigte. Gerade war ich dabei, das Internet an zu klicken, da vernahm ich ein leises Klopfen. Zuerst dachte ich mir nichts dabei, dann wurde das Klopfen lauter. Ich guckte mich in meinem Zimmer um und blieb beim Fenster stehen. Langsam ging ich darauf zu und öffnete es. „Hallo.“ Die Frau ging an mir vorbei. „Ähm... kann ich ihnen helfen?“, fragte ich. „Wo ist Kakashi?“, fragte die Frau. „Also, egal was er getan hat, ich bin sicher es tut ihm leid.“, versicherte ich der Frau. Sie fing an zu lachen. „Was ist?“, fragte ich leicht verunsichert. „Um so was geht es nicht.“ Die Frau schmunzelte. Um ehrlich zu sein, das hätte mich auch gewundert, denn sie war mindestens 20 Jahre älter als Kakashi. Andererseits, ihre Oberweite, hätte ihm bestimmt gefallen. „Also, wo ist er?“ „Was wollen sie von ihm? Wer sind sie? Und wer hat ihnen das Recht gegeben hier einfach durch mein Fenster zu spazieren und nach meinem Bruder zu verlangen?“, fragte ich. „Tsunade?“ Kakashi stand in der Tür und sah die Frau Stirn runzelnd an. „Ah gut, da bist du ja. Ich muss mit dir reden. Allein!“ Die Frau sah mich an. „Ist ja gut, ich geh schon. Ich muss eh noch was besorgen...“, sagte ich und verschwand. Ich ging... ich wusste nicht, wohin ich ging. Da ich mich kein bisschen in dieser Gegend auskannte, wusste ich nach 10 Minuten Laufen, nicht mehr wie ich zurück kam. Deswegen machte ich mir aber keine Sorgen, ich wollte ja schließlich gar nicht hier sein. Völlig in Gedanken versunken, lief ich um die nächste Ecke und prallte mit einem Jungen zusammen. „Oh, tut mir leid.“ Ich schaute zu dem Jungen auf. „Sasuke?!“ Der Junge guckte mich an. „Wir sind in einer Klasse. Ich bin Caro.“ Er nickte und wollte weiter gehen, doch ich hielt ihn fest. „Kann ich dich was fragen?“ „Nein.“ Er schüttelte mich ab und ging weiter. Ich rannte ihm hinterher und fing wieder an zu reden: „Hast du einen Bruder, Itachi?“ Seine Augen weiteten sich für einen Moment. „Wieso?“ Er setzte wieder sein gewöhnliches gelangweiltes Gesicht auf. „Ist nur eine Frage.“, sagte ich. „Und wenn?“, fragte Sasuke. „Ähm... war er mal weg oder so? Weißt du mein Bruder-...“ Sasuke unterbrach mich unsanft: „Ich finde, das geht dich alles nichts an!“ „Also, das finde ich schon! Warum bist du eigentlich so verbittert? Du suchst dir keine Freunde machst immer was allein und tust so, als wär dir alles egal! Das ist doch krank!“ „Und wenn schon...“ Mit diesen Worten, ließ er mich alleine auf der Straße stehen. Ich kannte ihn zwar erst seit heute, fand ihn aber trotzdem seltsam. Seufzend drehte ich wieder um und versuchte nach Hause zu gehen. Sicher war ich mir nicht, wo ich da lang lief, aber es kam mir bekannt vor, deshalb lief ich weiter. Nach 5 Minuten kam ich tatsächlich wieder zu Hause an. „Bis dann.“ Die blonde Frau von vorhin war gerade dabei zu gehen. Als ich an ihr vorbei zu Kakashi lief, musterte sie mich ganz genau. Misstrauisch, sah ich ihr noch kurz hinterher, dann widmete ich mich wieder Kakashi: „Was wollte die Frau von dir?“ „Nichts wichtiges. Und, wo warst du so?“, fragte er und ließ mich rein. „Ach, das weiß ich selbst nicht so genau...“, sagte ich grinsend. Nach diesen Worten, ging ich in mein Zimmer. Mein Laptop war noch immer an, sodass ich mich davor setzte und mich wieder meinen Recherchen widmete. Ich suchte ich Internet nach Konoha, konnte es aber nirgends finden. „Da sieht man wieder, was das für ein Kaff ist.“ Nachdem ich nach einer ganzen Stunde nichts gefunden hatte, schaltete ich den Laptop wieder aus. Sein Bildschirm wurde wieder schwarz und sein Leben erlosch. Mein Handy fing an zu piepen und ich kramte es aus meiner Hosentasche. Die Nachricht war von Itachi: „Cool. Und, wie findest du die Hölle so? Ich kann dich ja morgen von der Schule abholen, dann können wir was machen. Itachi.“ Glücklich drückte ich das Handy an meine Brust. Er hatte zurück geschrieben! „Was machst du denn da?“ Kakashi stand breit grinsend in der Tür. Ich lief rot an und knallte die Tür vor seiner Nase zu. „Das war nicht gerade freundlich.“, sagte er beleidigt. Seine Stimme hörte man nur gedämpft, da die Tür ziemlich dicht war. Ich hörte noch kurz Schritte, dann war er wieder weg.
Am Abend, nach dem Abendessen, ging ich zurück in mein Zimmer und legte mich auf mein Bett. Dabei starrte ich an die Decke. Mein erster Tag in der Schule verlief ja besser als gedacht. Abgesehen davon, dass ich bis jetzt noch keine einzige Freundin hatte, sondern nur Freunde. „Ich hab noch mal über das von vorhin nachgedacht...“ Ich schreckte von meinem Bett hoch und starrte fassungslos zum Fenster. „Ihr habt's nicht so mit Türen, oder?“ „Was?“ Der schwarzhaarige sah mich fragend an. „Egal, rede weiter.“, sagte ich. Er nickte und begann zu sprechen: „Mein Bruder war mal eine Zeit lang weg. Aber...“ Der Junge guckte auf den Boden. „...jetzt ist er wieder da.“, fügt er hinzu, ohne dabei seinen Kopf zu heben. „Und... was ist daran so schlimm?“, fragte ich neugierig. Er schaute aus dem Fenster und stieß einen tiefen Seufzer aus. „Nun ja... es ist so, dass er uns damals einfach im Stich gelassen hatte.“ „Uns?“ Verwundert guckte ich ihn an. „Mich und meine Mutter. Mein Vater ist vier Jahre nach meiner Geburt gestorben.“ „Das tut mir leid... Aber ich verstehe immer noch nicht so ganz, wie er euch denn im Stich gelassen hat.“, sagte ich. Sasuke guckte mich an. „Ich...“ Er stockte, dann verdunkelte sich sein Gesichtsausdruck. „Ich weiß gar nicht, warum ich dir das überhaupt sage!“ Er fing an leise zu lachen. Es war das gleiche Lachen, wie das seines Bruders. Ich hatte keine Ahnung, warum er lachte. Vermutlich über seine eigene Dummheit jemandem davon erzählen zu wollen. „Was hast du eigentlich gegen Menschen?“, fragte ich ihn. „Ich hab was dagegen, dass sie so oberflächlich sind. Außerdem... ach egal.“ „Ok, das kann ich verstehen. Es ist nur... nicht alle sind so. Du kannst außerdem nicht immer alles was dich bedrückt in dich rein fressen!“ Ich schrie aus vollem Hals. Irgendwann musste dieser Sturkopf das doch kapieren. „Warum, bis jetzt hat es doch auch funktioniert.“, grinste er. „Das ist aber nicht gut. Auch nicht für dich...“, sagte ich. „Und wenn schon...“ Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare. „Genau das meine ich! Du weißt genau, dass ich Recht hab!“, schrie ich. „Caro? Alles ok?“ Ich hörte Kakashi von unten rufen. „Ja, alles bestens. Bin nur grade beim... telefonieren.“, rief ich zurück. „Schön, du hast Recht. Das macht aber keinen Unterschied, denn helfen kannst du mir auch nicht.“, behauptete Sasuke. „Natürlich nicht, wenn du mir nicht mal sagst, was dein Problem ist.“, erwiderte ich. „Du lässt nicht locker oder?“, fragte er sichtlich genervt. „Nö.“ Ich grinste ihn frech an. „Warum interessierst du dich so dafür?“ Er setzte sich neben mich aufs Bett. „Ähm... versprichst du nicht auszuflippen?“, fragte ich ängstlich. „Das kann ich nicht.“ Na super... „Gut... ich werde mich morgen mit deinem Bruder treffen, und Kakashi hat erwähnt, dass er mal weg war. Deshalb wollte ich das über ihn wissen.“ „Du willst was?!“, schrie Sasuke. Ich schreckte zurück. „Sei still!“, fauchte ich. Sasuke verstand und flüsterte: „Du kannst dich nicht mit ihm treffen!“ „Und warum nicht? Nur weil er früher mal weg-...“ „Er ist Schuld am Tod meiner Eltern.“, sagte Sasuke. Ich guckte ihm in die Augen, und merkte, dass es sich nicht um einen Scherz handelte. „Ich hab vorhin gelogen, meine Eltern sind gestorben, als ich 10 war. Itachi... er ist daran Schuld.“ Sasuke fesselte mich mit seinem intensiven Blick. „Aber... wieso? Und wie?“, fragte ich. Er wendete seinen Blick von mir ab und guckte auf den Boden. „Warum weiß ich auch nicht, aber er hat sie verraten...“ „Hast du