Ninja wider Willen

hoch. Ich atmete schnell und flach. Beklommen guckte ich mich im Zimmer um. Draußen war es hell. Langsam beruhigte sich meine Atmung wieder. Jemand betrat den Raum. Es war Sasuke. „Ich hab dich schreien gehört, was ist passiert?“ Er schaute sich im Zimmer um. „Nichts, ich hatte nur einen Alptraum.“, erklärte ich ihm. „Was hast du denn geträumt?“ Sasuke musterte mich. Mein Blick war leer, Schweiß stand auf meiner Stirn, kein Wunder das er sich das fragte. „Egal, es war ja doch nur ein Traum.“ Ein gequältes Lächeln lag auf meinen Lippen. „Hat es was mit Itachi zu tun?“ Sasuke guckte mich eindringlich an. Sofort guckte ich zum Boden. „N-nein.“, antwortete ich leise, aber bestimmt. „Ist doch nicht wichtig. Was machst du hier?“ „Mir schon.“ Erwartungsvoll zog er eine Augenbraue hoch. „Es kann dir doch völlig egal sein!“, schrie ich. Mein Hals brannte grauenvoll, da ich sowieso schon Halsschmerzen hatte. Jetzt wurden sie nur noch schlimmer und ich brachte nur noch ein leises krächzen zustande: „Also lass mich damit in Ruhe.“ „Es kann mir nicht egal sein, weil -...“ „Weil es um deinen Bruder geht!“, warf ich ihm vor. „Nein, weil... weil du mir nicht egal bist.“ Sasuke sah aus dem Fenster. „Du meinst, wir sind Freunde?“, fragte ich nach. „Äh ja..., Freunde...“, antwortete er langsam. Er wirkte irgendwie leicht bedrückt. Kurze Zeit später hatte er sich wieder gefasst: „Also, du musst mir ja nichts sagen, aber ich denke, es wäre besser, wenn du es irgendjemandem erzählst. Wie mal jemand zu mir gesagt hat, „du kannst nicht immer alles in dich rein fressen.““ „Ha ha. Es war nur ein Traum, dabei bleibe ich.“ Zugegeben, es machte mir schon etwas zu schaffen, aber ich wollte es ihm nicht erzählen. „Wenn du das sagst.“ Er zuckte die Achseln. „Warum bist du hier?“, wiederholte ich meine Frage von vorhin. „Du hast mich darum gebeten. Außerdem soll ich auf dich aufpassen, solange Kakashi noch nicht auf den Beinen ist.“ Kakashi! „Wie geht es ihm?“, fragte ich angstvoll, wegen der Antwort. „Nicht sehr gut..., aber besser als vor ein paar Tagen.“ Man merkte, dass es nicht stimmte. Kakashi musste es noch genauso schlecht gehen. „K-kann ich zu ihm?“ „Das ist keine gute Idee, du musst dich schließlich auch noch ausruhen.“, meinte Sasuke. „Aber -...“ Er unterbrach mich sanft: „Besser nicht.“ „Na schön... Ist es schon klar, wann ich wieder raus kann?“, fragte ich ihn. Er schüttelte kurz den Kopf. „Das wird wohl noch eine Weile dauern. Du kannst ja kaum laufen.“ „Das ist gar nicht wahr!“ Beleidigt verschränkte ich die Arme vor der Brust. „Doch. Außerdem kannst du nicht alleine in Kakashi's Haus wohnen und trainieren schon gar nicht.“, erzählte Sasuke weiter. „Och, das mit dem trainieren finde ich gar nicht so schlimm.“, grinste ich. „Schon klar, du -...“ Es klopfte. „Herein.“ Gaara trat auf die Bildfläche: „Hallo.“ „Äh, hi.“ Überrascht blickte ich ihn an. Sasuke zeigte keine Reaktion, nicht mal als Gaara ihn begrüßte: „Hey, alles klar?“ „Was machst du hier?“, fragte ich ihn. „Ich wollte sehen, wie es dir geht.“, antwortete er. „Nicht gut, mein Kopf brummt, meine Hände tun weh und -...“ Sasuke stand auf. Wollte er etwa schon wieder gehen? „Sasuke, was machst du da?!“, schrie ich. Er packte Gaara am Hals und drückte ihn gegen die Wand. „Lass ihn sofort los!“ Ich versuchte aufzustehen, aber ich konnte mich kaum fortbewegen seit meinem kleinen Ausflug gestern... Auf einmal fing Sasuke's Hand an zu glühen. Gaara's Augen weiteten sich und er befreite sich aus Sasuke's festem Griff. „Jungs, hört auf! Ich meine es ernst!“, schrie ich. Ich lief zwischen die beiden. Sasuke schob mich zur Seite: „Das ist nicht Gaara!“ „Was?“ Ich ging ein paar Schritte nach hinten. Gaara verwandelte sich plötzlich in den rothaarigen aus der Höhle. „Wie hast du es herausgefunden?“, fragte er. „Du warst nett zu mir.“, antwortete Sasuke stumpf. Stimmt, Gaara konnte Sasuke eigentlich nicht leiden... „Gib sie mir!“, forderte der Rotschopf. „Niemals!“ Sasuke guckte sauer. „Genau!“ Die beiden guckten mich irritiert an. „Klar, es geht um mich, aber meine Meinung ist trotzdem unwichtig...“ Sasuke und der andere drehten sich wieder von mir weg und machten weiter mit ihrem Kampf. Sasuke versetzte dem Rotschopf einen Tritt in den Magen, sodass er Blut spuckte. Davon ließ er sich aber nicht verscheuchen. Er griff Sasuke an. Unbemerkt schlich ich mich hinter den rothaarigen. Ich nahm all meine Kraft die ich aufbringen konnte, sprang ihm von hinten auf den Rücken und hielt ihm die Augen zu. „Lass Sasuke in Ruhe!“ Der Rotschopf versuchte mich abzuschütteln, allerdings krallte ich mich an ihm fest. Sasuke sah amüsiert zu, dann schlug er dem Mann erneut in den Magen. Tsunade kam ins Zimmer gestürmt. Ich ließ mich kurz ablenken, sodass der Mann mich gegen die Wand schleudern konnte. Ein kurzer Schrei kam aus meinem Mund. „Sasori!“ Tsunade kniff die Augen zusammen. „Verschwinde.“, zischte sie mit verächtlichem Unterton. Der Rotschopf verschwand tatsächlich. „Caro, geht’s dir gut?“, fragte Sasuke. Nun bemerkte Tsunade mich auch: „Was hast du gemacht?“ „Sasuke den Hintern gerettet.“, antwortete ich. Die blonde guckte skeptisch. „Na ja, ich bin dem Mann auf den Rücken gesprungen, damit er Sasuke nicht mehr angreifen konnte.“, erklärte ich. „Stimmt.“, gab dieser zu. „Das hättest du nicht tun dürfen!“, meinte Tsunade streng. „Aber ich musste ihm doch helfen!“, protestierte ich. „Nein, du musst dich schonen!“, erwiderte Tsunade. „Von mir aus.“ Ich rappelte mich langsam wieder auf. „Aber wenn ich mich immer nur schonen soll, kann ich nie ein Ninja werden.“ Tsunade sah mich an und lächelte. Dann stieß sie einen kurzen Seufzer aus. Sie legte den Kopf schief. „Du erinnerst mich grade an jemanden weißt du...“ „Ja? An wen denn?“, fragte ich. Tsunade guckte aus dem Fenster. Irrte ich mich, oder hatte sie Tränen in den Augen? Jedenfalls strich sie sich mit dem Handrücken über die Augen. „Ist nicht so wichtig.“ Sie verließ das Zimmer. An wen hatte ich sie wohl erinnert...? „Leg dich am besten wieder ins Bett, ja?“, drang Sasuke's Stimme in meine Gedanken. „Hm? Ja, klar...“ Ich humpelte zu meinem Bett und ließ mich drauf fallen. „Sasuke?“ „Ja?“ „Du gehst jetzt aber nicht, oder?“, fragte ich ihn. „Hatte ich nicht vor, wieso?“, antwortete er mir. „Gut, denn ich hab Angst... Ich meine, was ist wenn er noch mal kommt?“, gab ich zu bedenken. „Dann mach ich ihm die Hölle heiß.“, sagte Sasuke ohne zu zögern. Ich lachte, das erste mal seit Tagen. „Ja, das kann ich mir gut vorstellen.“

Der nächste Tag brach an, ein Sonntag. Morgen würde die Schule wieder beginnen. Konnte dann überhaupt noch jemand bei mir bleiben? „Sasuke?“, flüsterte ich. Er reagierte nicht. „Sasuke!“, sagte ich lauter. Er zeigte keine Reaktion. Ich stupste ihn leicht an. „Sasuke!“ Er schlug meine Hand schlaftrunken weg. Dann eben auf die harte Tour. „Sasuke, hilf mir!“, kreischte ich ihm ins Ohr. Er riss seine Augen weit auf und drehte sich nach allen Seiten um. „Schön, du bist wach.“, begrüßte ich ihn fröhlich. „Mach das nie wieder!“, entgegnete er mürrisch. „Mal sehen.“, grinste ich. „Kannst du vielleicht Tsunade holen? Ich hab Bettarrest...“, bat ich Sasuke. „Jetzt?“, fragte er entsetzt. „Ja, klar!“ Er ließ den Kopf sinken. „Bin gleich wieder da.“ Mit diesen Worten verschwand er. Wenige Minuten später stand Tsunade an meinem Bett: „Geht es dir besser?“ „Ein wenig. Ich wollte nur fragen, wann ich wieder nach Hause kann.“, antwortete ich. „Das werden wir sehen. Aber du darfst alleine doch so oder so nicht in dem Haus wohnen.“, meinte die Hokage. „Kann schon sein, aber ich hab keine Lust mehr einfach nur im Bett herumzuliegen.“, nörgelte ich. „Ich hätte nie gedacht das ich das mal sage, aber... Kann ich morgen wieder in die Schule?“ Tsunade guckte erstaunt. „Wir werden es morgen sehen. Das wichtigste ist erst mal, dass du wieder gesund wirst.“ „Aber ich will nicht alleine hier sein. Was ist wenn einer von den Dumpfbacken wieder kommt? Auch wenn ich mich dem auf den Rücken werfe, hab ich keine Chance.“, argumentierte ich. Sasuke zog die Augenbrauen hoch, nach dem Motto, „Was du eben gesagt hast, war total sinnlos.“.. Tsunade war genervt: „Du kannst sagen was du willst, ich kann dir nichts versprechen!“ „Mann kann alles schaffen...“, murmelte ich. „Was ich auch noch fragen wollte..., kann ich zu Kakashi? Ich will ihn doch nur kurz sehen.“ „Das ist keine gute Idee“, flüsterte Tsunade. „Und warum nicht? Weil ich nicht aufstehen darf? Er ist mein Bruder!“, sagte ich, etwas lauter als sonst. „Nein, ich weiß nicht ob du ihn so wirklich sehen willst...“ Tsunade guckte mir in die Augen. „Was ist mit ihm?“, fragte ich fast tonlos. „Komm mit.“ Tsunade drückte mir Krücken in die Hand und lief voran. Ganz ehrlich, mit den Krücken fühlte ich mich wie ein Krüppel, vor allem, weil Sasuke mich zusätzlich noch stützen musste. Die Hokage blieb vor einer Tür stehen. Ich humpelte in das Zimmer, wo Kakashi, an ganz viele Schläuche angeschlossen, in einem Bett lag. Er rührte sich keinen Millimeter. „Er musste ins künstliche Koma versetzt werden.“, erzählte Tsunade, hinter mir. Ich atmete tief ein und stolperte an Kakashi's Bett. Ich ließ die Krücken auf den Boden fallen und setzte mich an die Bettkante. Stark biss ich die Zähne zusammen und schluckte die Tränen herunter, die in mir aufstiegen. Nein, ich würde nicht schon wieder weinen und vor allem nicht vor Kakashi! Er sollte nicht denken, dass ich eine schwache kleine Göre bin.